Judith folgte allen Zweifeln zum Trotz ihrem tiefen Wunsch, mit den Ärmsten der Armen zu sein, sie dabei zu unterstützen, ein Leben unter würdevolleren Bedingungen führen zu können – ein Leben mit hinreichend Nahrung, Bildung, Gesundheit und einem Dach über dem Kopf. Angekommen an diesem Ort, waren ihre Ängste und Sorgen wie verflogen. Sie sagt: "Ich liebe es, unter den Ärmsten der Armen zu sein, denn sie wissen, was wesentlich ist. Und ich liebe diese Kinder, die nichts besitzen, aber ein Herz haben so groß wie die Welt."
Mit Hilfe eines indischen Freundes startete sie mit ganz einfachen Mitteln ihre Arbeit. Als dann am 26. Dezember 2004 eine der größten Naturkatastrophen aller Zeiten, der Tsunami, auch über Süd-Indien hereinbrach, war es keine Frage, den Betroffenen vor Ort zu helfen in ihrer Not. So startete Judith Retz mit indischen Freunden und mit ehrenamtlichen Helfern aus Deutschland Hilfsaktionen. Dies wurde in Europa bekannt, die Menschen waren offen dafür, Spendengelder begannen zu fließen, Helfer fanden sich und es entwickelten sich langfristige Einrichtungen: über die Projekte an der Küste hinaus, wurde ein knapp 7000 qm großes Grundstück am Fuße des Arunachala erworben und dort das Heartkids Home mit vier Häusern (drei weitere im Aufbau) für Waisen- und Straßenkinder errichtet. Auch wurde eine Kindertagesstätte in Tiruvannamalai gebaut, eine weitere bei den Irlua, der diskriminierten Urbevölkerung des Landes. Formell getragen wird die Arbeit vom Heartkids e. V. in Deutschland (Sitz in Freiburg), dessen Gründerin und 1. Vorsitzende Judith ist, in enger Zusammenarbeit mit dem indischen Partnerverein Heartkids Trust.