Jede Frage ist willkommen, um aus der Weisheit des Einsseins beantwortet zu werden – individuell, persönlich, aus allen Bereichen des Lebens. Du schickst über das Kontaktformular weiter unten die Frage direkt an Suprya, absolute Vertraulichkeit ist garantiert. Suprya schreibt dir per E-Mail, sobald die Antwort für sie offensichtlich ist. Möglicherweise wird es auch Nachfragen geben, um genauer das heraus zu arbeiten, um was es geht und es entsteht eine Art Dialog. Wenn Du möchtest, werden Fragen und Antwort ohne deinen Namen bei Jetzt-TV veröffentlicht, damit auch die anderen Jetzt-TV-User davon profitieren – aber nur wenn du ausdrücklich deine Zustimmung dafür gibst!
„Mein Werdegang ist nicht wichtig. Es ist eine Geschichte, geschrieben von einer Hand aus Licht auf einer Seite aus Licht – um es einmal frei nach Kahlil Gibran zu sagen. Alles, was wichtig ist, kann sich in einem einzigen Moment der Stille offenbaren, in der erkannt wird, dass du diese Stille bist. Dass du das bist, worin alle Erscheinungen auftauchen, das aber nicht in Wort gezwängt werden kann.
Es ist so schön, wenn es möglich ist, dich auf diesem Wege zu erreichen, dich innerlich zu berühren. Wir werden sehen, ob ich die Antwort, die Worte finden kann, die dich erkennen lassen und erinnern an das, was du wirklich bist.
Ich stelle hier meine Bereitschaft Antworten zu finden zur Verfügung. Vielleicht sitze ich gerade nicht am PC oder vielleicht gibt es nicht immer sofort eine Antwort auf deine Frage. Dann bitte ich dich einfach um etwas Geduld – ich vergesse dich nicht. Und wenn es dir wichtig erscheint, mehr über mich wissen zu wollen, über Supryas Geschichte, dann ist das auch in Ordnung und ich werde gerne darauf eingehen.
Vielleicht kommt die Antwort auch in Form eines Gedichts. Ich mag Poesie. Es ist eine Herausforderung. Auch das mag ich. Und doch werden die Antworten immer unzureichend sein – das ist sicher. Weil die Wahrheit nicht gesprochen werden kann. Es ist unmöglich. Denn sobald etwas als Wahrheit erscheint, wird es auch wieder vergehen. Du bist das, was nicht erscheinen kann, weil es immer schon da war. Ich freue mich auf Deine Fragen!“
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...und die Dialoge in chronologischer Reihenfolge:
Frage [105]: Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit der Thematik „Alles Leben und Wahrnehmung ist Illusion“. Dies akzeptierend, kommt allerdings zwangsläufig die Schlussfolgerung, dass selbst diese Erkenntnis Illusion ist. Es ist Illusion, dass es einen Einstein gab, der dies physikalisch erklärte, es ist Illusion, dass es einen Buddha gab, der zu einer Erleuchtung gelangte. Da auch die Erleuchtung Illusion ist. Es ist somit also auch zwecklos, durch Meditation zu Antworten zu kommen, da auch dies Illusion ist und die Handlung des Meditierens Illusion ist, da wir ja offensichtlich nicht handeln. Wenn alles eins ist, kein Raum und keine Zeit existiert, woher habe ich dann diese Erkenntnis? Aus Büchern. Die sind ebenfalls Illusion. Somit ist meine Erkenntnis Illusion. Selbst dieses Email und Ihre Antwort entspringen meinen Gedanken, meiner Phantasie. Was kann ich also noch glauben, was kann ich tun? Gibt es dafür eine Antwort?
Suprya: Ja, du hast Recht. Alles ist sinnlos, alles ist zwecklos. Leben lebt sich einfach so. Alles ist Traum. Erkenntnis ist etwas, das kommt und geht und kann die Wirklichkeit nicht sein. Jesus, Buddha, selbst Gott ist ein Gedanke und eine Erscheinung innerhalb dieser Phänomenalität. Wenn alles Traum ist, wenn alles, was erscheint, Illusion ist, wenn es absolut nichts mehr gibt, was man erreichen kann, was ist das, was am Ende übrig bleibt? Was ist das, was du nicht wegnehmen kannst? Was ist das, was du nicht anzweifeln kannst? Wenn jeder Gedanke Illusion ist, was ist jenseits aller Gedanken? Glaube nichts mehr, denn ein Glaube ist auch nur Gedanke. Du kannst aber auch glauben, was du willst, denn es ändert nichts. Du bist. Ob du nun glaubst oder zweifelst, spielt keine Rolle. Tu einfach das, was dir gefällt. Du kannst die Illusion genießen, denn selbst der Genießer ist Illusion. Finde das, was jenseits von allem ist. Finde das, was sich niemals bewegt, das, was nicht berührt werden kann und – auch nicht gefunden werden kann. Weil es bereits ist. Es ist hoffnungslos. Und zugleich wunderschön! Gebe einfach jede Bemühung, verstehen zu wollen, auf. Du kannst immer nur das finden, was schon hier ist. Du selbst bist das Gesuchte. Sei einfach. In Liebe, Suprya.
[104]: Wie kann ich schlimme Bilder in meinem Verstand löschen..
Frage [104]: Wie kann ich schlimme Bilder in meinem Verstand löschen (Missbrauch)? Ich habe immer noch einen Hass auf diese Person, wenn sie immer wieder hochkommen. Ich hatte auch eine schlechte Tochter-Vater-Beziehung, und deshalb gab es auch Probleme mit den Männern, d.h. ich war sehr kalt und distanziert zu ihnen, auch wenn mich jemand besonders interessiert. Ich denke leider nicht gut über die Männer (unbewusst), weil ich als Kind leider schlechte Erfahrungen machen musste. Ich habe ja mein Leben nicht ausgesucht, wenn, dann hätte ich es sicher nicht so gewollt. Wie schaffe ich endlich, eine glückliche Partnerschaft zu haben (d.h. mein Verhalten gegenüber dem Mann positiv zu ändern) und nicht immer leiden zu müssen? Es kann ja nicht sein, dass der Täter ein glückliches Leben führt und ich immer leiden muss, dann frage ich mich, ob es wirklich einen Gott gibt?
Suprya: Wenn schlimme Bilder in deinem Verstand auftauchen, kannst du sie entweder ignorieren und deine Aufmerksamkeit auf das, was hier und jetzt ist, richten, oder du fühlst die Gefühle, die mit diesen Bildern verknüpft sind. Wenn Hass da ist, dann fühle den Hass in deinem Körper. Es geht nur um dich und nicht um andere Menschen, die dir etwas angetan haben. Die haben ihr eigenes Thema zu „erledigen“. Kümmere dich um dich selbst. Nehme dich an mit allem, was auftaucht. Unter Wut und Hass ist tiefer Schmerz begraben. Doch um da hin zu kommen, ist es erst einmal notwendig, das Offensichtliche anzunehmen. Wie fühlt sich der Hass an? Sei still mit dir, lausche nach innen. Wie fühlt es sich im Körper an. Wie fühlen sich die Kälte und die Distanziertheit in dir an? Suche nicht nach Worten, sondern spüre die körperlichen Empfindungen, die auftauchen. Wo in deinem Leibbewusstsein sitzen die Wahrnehmungen? Was geschieht, wenn du dich wahrnimmst? Vielleicht magst du nochmal darüber schreiben? Herzliche Umarmung, Suprya.
Fragende: Meine letzte Frage ist, wird man vor der Geburt mit einer bestimmten Lebensaufgabe geboren, und hat man alles im Leben selber in den Händen, oder gibt es auch einen göttlichen Plan? Oder ist nur der Tod voraus bestimmt? Und was ist Gott? Wie ich erfahren habe, glauben sehr wenige Leute an Gott...
Suprya: Das alles sind Fragen, die den Verstand beschäftigen. Wer will das wissen? Und was ist ein Glaube? Auch der Glaube an etwas ist nur wieder ein Gedanke. Ist eine Beschäftigung. Was ist jenseits aller Gedanken. Du kannst Gott nicht im Glauben finden. Es ist nur die Vorstellung von Gott. Was ist jenseits aller Vorstellungen? Was ist jenseits von Leben und Tod? Was ist das, was nicht kommt und geht? Sei einfach still und gehe dahin, wo kein Gedanke hinkommt. Sei einfach. Herzliche Grüsse, Suprya.
[103]: Was sage ich einem Freund, der immer wieder...
Frage [103]: Was sage ich einem Freund, der immer wieder Rückfälle in die Alkoholsucht hat, bzw. was würdest du ihm sagen? Er hat mich vor ein paar Wochen angerufen und gesagt, dass es ihm jetzt reicht (mit ihm selbst), er will so nicht weiterleben. Ich habe mit ihm gesprochen und dann seine Ex-Partnerin angerufen, und sie ist dann zu ihm gegangen, dann hat er sich wieder gefangen. Doch das wiederholt sich jetzt so alle 3-4 Wochen, er weiss eigentlich, was zu tun ist, war auch vor 1,5 Jahren in einer 12-Schritte-Klinik, kommt aber immer wieder in diesen Hochmut, wenn es ihm wieder besser geht, er schafft es alleine, bis zum nächsten Absturz. Ich weiss, dass ich machtlos bin und bete, dass ihm die Gnade zuteil wird, aufhören zu dürfen, so wie sie mir geschenkt wurde vor 20 Jahren... Man kann nichts tun, loslassen, Gott überlassen ... Oder kann ich doch was tun?
Suprya: Du siehst das ganz richtig: Du kannst nichts tun. Er muss alleine aufhören wollen und muss es auch alleine tun. Und das wird geschehen, wenn die Zeit dafür reif ist. Man kann es nicht vorweg nehmen. Bei jeder Hilfestellung wirst du ihn in seiner Sucht unterstützen. Du weißt sicher von der Co-Abhängigkeit, die derjenige übernimmt, wenn er helfen möchte. Gebe es auf, helfen zu wollen, und schaue nach dem, was mit dir geschieht, wenn du in diese Geschichte verstrickt wirst. Welche Gefühle tauchen auf. Das ist es, was du tun kannst: Erforsche deine Gefühle die auftauchen, ohne eine Geschichte daraus zu machen. Einfach so und ganz sanft. Spüre dich. Das genügt. Herzliche Grüße, Suprya.
Fragende: Herzlichen Dank, liebe Suprya, für deine Antwort. Ja, man kann es nicht vorweg nehmen, und interessanterweise sieht er selbst das auch so. Ich traf ihn nach einer schweren Trinkphase wieder, und er teilte mir das wie ein Beobachter mit, der weiß, dass er annehmen muss, was geschieht. Das hat auch mir geholfen, es besser anzunehmen. Und ich habe meinen Gefühlen nachgespürt, die ausgelöst wurden. Es sind die Schmerzen, die ich immer wieder durchleiden musste als Kind von Alkoholikern, nichts tun zu können. Und auch zehn Jahre nicht aufhören zu können, als ich dann selbst Alkoholikerin wurde. Wie du schon schreibst, es geschieht, wenn die Zeit reif ist. Durch das Vertrauen, dass alles so sein muss, wie es ist, verschwindet der Schmerz. Danke für die Erinnerung! Ich vertraue...
Suprya: Ja, es ist kein leichter Weg, den Schmerz der Ohnmacht anzunehmen und zu fühlen. Dein Vertrauen berührt mich im Herzen. Danke. In Liebe, Suprya.
Frage [102]: Ich habe dich eben kennen gelernt, und ich freue mich darüber. Was bedeutet dein Name, wer hat ihn dir gegeben und warum? Ich bin fast 30 Jahre alt und habe schon immer nach Gott gesucht. Auch wo ich nicht genau wusste, wer er ist, hatte ich eine intensive Beziehung zu ihm. Auch jetzt weiß ich es nicht genau. Ich bin verwirrt, weil ich in letzter Zeit immer wieder von den verschiedenen Gurus höre: „You are THAT“. Ich verstehe das nicht, und ich fühle mich nicht so, als wäre ich es. Manchmal scheine ich es zu verstehen, aber manchmal komme ich in meine alten menschlichen Verhaltensmuster, wie gereizt sein aufgrund äußerlicher Auslöser. Andere Fragen wären, was passiert, wenn wir sterben? Warum müssen wir überhaupt da sein, wenn wir doch sowieso gehen. Wenn wir sterben, sehen wir uns wieder? Erkennen wir uns wieder? Wo sind die verstorbenen Seelen? Gibt es überhaupt all das, oder sind das nur Phantasien? Warum ist es wichtig zu wissen, wer ich bin? Wie bekomme ich das heraus? Das sind so viele Fragen. ich danke dir sehr, dass du dir die Zeit nimmst für die, die noch suchen.
Suprya: Du kannst keine Beziehung zu Gott haben, weil du selbst Gott bist. Alles ist Gott. Es gibt nichts, das getrennt von ihm wäre. Du kannst dir kein Bild von Gott machen und somit auch keine Beziehung zu ihm eingehen. Das ist damit gemeint, wenn gesagt wird: Du bist DAS. Was ist DAS? Es ist nicht benennbar, nicht greifbar, weil es das SEIN selbst ist. Du bist das Sein. Sei einfach still und lausche nach innen. Wenn Antworten und Bilder auftauchen, gebe dich ihnen immer wieder hin. Tauche in alles ein. Versuche nicht, die Antworten aus dem Verstand zu fischen, sondern gehe hinter alle Antworten oder durch sie hindurch. Immer weiter. Suche den Ursprung aller Fragen.Das, was du bist, ist jenseits vom Leben und Sterben. Wenn du etwas über den Tod erfahren möchtest, erforsche das Leben. Gebe dich nicht mit vorgefertigten Antworten zufrieden. Ich habe meinen Namen vor 13 Jahren von Samarpan erhalten, und er bedeutet „große Liebe“. Herzliche Grüße an dich, Suprya.
Fragende: Vielen Dank für deine Antwort! Wenn es so ist, dass wir Gott sind und dass alles, was existiert, Gott ist, dann bin ich am Ende meiner langjährigen Suche (wo ich vor kurzer Zeit schon mal war). Nur schade, dass es so wenige Menschen wissen bzw. sich darüber wirklich bewusst sind. Denn es wäre so schön, von Gott zu Gott miteinander sprechen zu können. Endlich tun zu können, wonach man sich immer gesehnt hatte. Vor einiger Zeit, nachdem ich einen Ausschnitt von Papajis Rede in YouTube gehört hatte, wurde mir plötzlich bewusst, dass Gott alles ist, was ist. Dann ging ich voller Glücksgefühle und Freude darüber, endlich zu wissen, wer und wo meine Liebe ist, auf meinen Ehemann zu und begrüßte IHN! Aber mein Mann wusste nicht, wie ich mich dabei fühlte, denn die langersehnte Begrüßung galt Gott und nicht ihm als Person. Leider kam es dennoch nach dieser tiefen Erkenntnis gelegentlich dazu, dass ich verwirrt war, und das, was ich mit Papajis Hilfe erkannt hatte, wieder verflog und ich immer wieder in mein altes Denken und Fühlen verfiel. Ich denke daher, weil ich versuchte, die neue Erkenntnis zu verstehen. Es ist schwer, den Verstand auszuschalten. Ich bin noch zu sehr damit identifiziert, während ich auf der anderen Seite tief in mir weiß, dass es so ist, wie ich gefühlt habe. Es ist schön, mit jemanden darüber zu sprechen, der sich darüber bewusst ist, dass er ES ist. Ich danke dir und allen anderen, die mir auf dem Weg dieser Erkenntnis geholfen haben. Das sind u.a. neben meinen lieben Eltern, die mir immer genug Raum zur Selbsterkennung gaben, Ali Reza Azmandian, Mooji, Papaji, Tolle, Samarpan. Sie haben mich gelehrt, mich selbst zu fragen: WER ICH BIN. Es ist erstaunlich, wohin diese Frage geführt hat! Über deine Antwort zu meinem Beitrag freue ich mich sehr.
Suprya: Danke für deine Antwort. Ich freue mich auch. Es gibt Wegweiser und Helfer in Hülle und Fülle, die uns in ein erwachtes Leben führen können und uns dabei helfen, zu erkennen. Eigentlich ist es die ganze Existenz, die gesamte Schöpfung, die uns darin unterstützt zum Ursprung zurückzukehren. Jeden Moment und immer wieder neu. Es ist eine unerschöpfliche Gnade. In Liebe, Suprya.
[101]: Seit fast drei Jahren kenne ich einen verheirateten Mann
Frage [101]: Seit fast drei Jahren kenne ich einen verheirateten Mann. Wir trafen uns in den ersten zwei Monaten regelmäßig, bis ich das nicht mehr aushalten konnte. Ich trennte mich von ihm abrupt, dachte aber noch täglich an ihn. Nach einem halben Jahr meldete er sich wieder, und seitdem haben wir immer wieder für kurze Zeit Kontakt, der dann aber wieder wochen- oder monatelang pausiert. Bis sich einer von uns wieder meldet. Er sucht meiner Meinung nach Bestätigung (er hat schon einige Affären gehabt). Die Bestätigung suche ich sicher auch, aber da ist auch noch die tiefe Sehnsucht... Ich würde das Ganze gerne für mich klar haben. Vor allem, weil ich mich dadurch für alles andere verschließe. Vielleicht hast du einen neuen Gedankengang für mich.
Suprya: Da ist diese tiefe Sehnsucht. Und um die geht es. Es ist eine Sehnsucht, die nicht gestillt werden kann, weil diese Sehnsucht dich nach innen führt. Zu dir selbst. Alle äußeren Dinge können diese Sehnsucht wecken, aber nicht stillen. Es ist, als hätte das Leben tausend Möglichkeiten für uns parat, um uns an diese Sehnsucht zu führen. Eine dieser Möglichkeiten ist ein Mensch, der auftaucht und diese Sehnsucht weckt. Es ist die Sehnsucht nach unserem Selbst. Es geht nicht um diesen Mann, er ist „nur“ das Werkzeug des Lebens, um dich zu wecken und um dich in diese Sehnsucht zu stellen. Sei mit dieser Sehnsucht, lerne sie kennen, atme sie, verschmelze mit ihr. Ohne ein Ziel zu haben. Sehnsucht ohne ein Objekt. Spüre dich in dieser Sehnsucht. Und schau, was du findest. Ich umarme dich, Suprya.
Frage [100]: Heute ist ein Tag des Ausruhens, der Körper gibt es vor. Hatte eben den Impuls, in „deinen“ Schriftwechsel-Satsang zu gehen, und deine Antwort zu dem Brief mit der Frage bezüglich des Berges Arunachala, bzw. dort hinfahren oder nicht, hat mich so berührt. Nicht, dass ich dieses Thema habe, zum Arunachala zu fahren... Aber da ist etwas, was ich auf mich übertragen kann, und grad die Tage innerlich genau die gleiche Erfahrung gemacht habe, als ich innerlich die Sehnsucht hatte, zu Samarpan zu fahren, um am liebsten zu seinen Füssen zu sitzen, äußerlich sich dieses aber nicht so einfach machen lässt, und ich mich plötzlich innen zu seinen Füssen niederlassen konnte... ja, zu den Füssen des Arunachala...
Suprya: Wow, danke, du Liebe. Deine Worte berühren mich sehr. Ich sitze gerade zu deinen Füssen. In Liebe, Suprya.
[99]: Vor einem Jahr habe ich mich schon einmal...
Frage [99]: Vor einem Jahr habe ich mich schon einmal an dich gewandt. Das hat mich grade etwas traurig gemacht. Ich versuche so gut wie möglich, dir mein „Problem“ zu erklären. Ich fühle mich so sehr gefangen in einer Welt, die keinen Sinn für mich ergibt. Ich versuche so oft es geht, still zu sein und Antworten, Frieden zu fühlen, doch ich habe einfach das Gefühl, es entzieht sich mir. Ich möchte endlich frei sein. Ich habe mir ein finanzielles Desaster kreiert, das es mir unmöglich macht, glücklich zu sein. Wirklich, es gibt keinen größeren Wunsch für mich, als zu erwachen. Ich atme mit den Gefühlen die da sind, nehme sie an, wie es mir möglich ist. Ich schiebe nichts weg. Es ist für mich ein nie endender Alptraum. Doch fühle ich, es gibt einen Weg. Doch warum bekomme ich auf keine meiner Fragen eine Antwort? Es macht mich so traurig, keinen Schritt aus dem Herzen machen zu können. Für mich, denn anderen bin ich ein Licht, und sehr viele Menschen sind glücklich in meiner Nähe. Also was kann es sein, was mich davon abhält? Ich möchte endlich fühlen, dass für mich gesorgt ist, ich bin es mir wert, und ich möchte heilen von diesen Blockaden, oder was immer es auch ist, was mir im Weg steht? Ich hoffe, ich habe nicht recht verwirrend geschrieben, doch ich weiß, du kannst fühlen, was ich meine.
Suprya: Warte nicht auf Antworten. Die Antworten, die du erwartest, können nur aus dem Verstand kommen. Doch da ist nichts zu finden. Das Leben hat dir bereits geantwortet, und es ist an der Zeit, auch die Fragen loszulassen. Du suchst einen Sinn, und du möchtest das Leben verstehen. Es gibt nichts zu verstehen, und der einzige Sinn des Lebens ist das Leben selbst. Du bist. Und das ist wundervoll. Du bist die Existenz, die durch dich atmet. Welchen Beweis möchtest du noch. Alles Suchen selbst ist Blockade und behindert dein freies, offenes Schauen. Halte dich nicht in deinen Gedanken auf, lasse alles durch dich geschehen, du selbst bist die Welt. Halte dich nicht länger mit der Sinnsuche vom Leben fern. Du bist frei, warst es immer und wirst es immer sein. Sei einfach. Mehr gibt es nicht zu finden. Ich umarme dich von Herzen, Suprya.
Frage [98]: Ich hänge fest und suche nach einem Weg, vielleicht kannst du mir ein Zeichen geben? Nach einer einjährigen Affäre hat mein Mann mir an Pfingsten gesagt, dass er sich nun trennen und eine Wohnung suchen will. Gleichzeitig signalisiert er mir immer wieder seine Zweifel daran, ob das die richtige Entscheidung ist. Mein „Beitrag“ zu dieser Geschichte war, dass ich aus vermeintlicher Liebe heraus (also das, was ich damals für Liebe hielt) nie meinen tiefen Schmerz über diese Affäre ausgedrückt habe, sondern so tat, als könne ich das alles aushalten (natürlich auch aus meiner Angst heraus, ihn zu verlieren). Ich spüre deutlich, wie wir beide vor einer tiefen Nähe-Erfahrung weglaufen. Er will immer wieder mit mir reden, aber mittlerweile verweigere ich mich diesen Gesprächen, weil er mir immer und immer wieder erzählt, dass etwas in ihm zerbrochen sei, und ich das Gefühl habe, dass er mit diesen Gesprächen nur seine „Geschichte“ jenseits der Wahrheit zementiert. Auf der anderen Seite spüre ich aber auch seine Sehnsucht nach Heilung, aber ich weiß einfach nicht mehr, was ich noch tun kann? Wo hängt es also bei mir? Wenn du einen Hinweis für mich hast, wäre ich dir aus tiefstem Herzen dankbar dafür!
Suprya: Vertraue deinem Gespür und deinem Gefühl. Es ist genug geredet, und es führt zu nichts. Es geht wohl für euch beide darum, den Schmerz zulassen zu können, der in jedem von uns sitzt. Um Nähe leben zu können, um Frieden im Herzen finden zu können, muß man durch diesen Schmerz durch. Es ist der alte Schmerz, der sich tief in den Zellen unseres Körpers, unseres Bewusstsein, eingeprägt hat, vielleicht auch ein kollektiver Schmerz, der gefühlt und befreit werden möchte. Wir alle sind verlassene Kinder und haben uns selbst verlassen, weil wir es so gelernt haben. Das nach Hause kommen tut weh, weil wir mit der Trauer über das Verlassensein in Kontakt kommen. Wir haben unsere Heimat, unser Herz verlassen und irren in der Welt umher auf der Suche nach wer-weiß-was. Wenn wir nicht von selbst anhalten, dann sorgt das Leben dafür, dass es geschieht. Es ist nicht die Affäre, die andere Frau, die das Leiden bringt. Es ist nur der Ausdruck der Affäre, die wir alle eingegangen sind, uns vom Leben zu trennen. Wir alle haben eine Affäre mit der Illusion. Wir haben das Glück außerhalb von uns gesucht und haben uns verlassen. Vielleicht seid ihr beide euch näher, als du denkst. Es ist eine Chance, diesen Schmerz zuzulassen und euch darin zu unterstützen und euch nah zu sein. Herzliche Umarmung, Suprya.
Fragende: Noch ein Nachtrag, der mir im Nachspüren noch kam. Was ist die wahre Liebe? Meinem Mann zu verweigern, dass er immer wieder die alte Geschichte jenseits der Wahrheit erzählt? Oder immer wieder zuhören mit aller Einfühlung, die mir möglich ist? Woher kann ich wissen, was uns wirklich weiter bringt?
Suprya: Höre einfach in jedem Moment auf dein Gefühl. Einmal bist du aufmerksame Zuhörerin, und dann wieder nicht. Mache kein Konzept und keine Strategie daraus. Sei ehrlich mit dir selbst. Dann bist du es auch mit euch beiden. Wahre Liebe? Weiss ich auch nicht, was das ist. Aber wenn ich still in mir bin und nichts vom Leben will, dann fließt es manchmal zart und sanft aus meinem Herzen wie süße leichte Wehmut. Das könnte Liebe sein... Liebe Grüße, Suprya.
[97]: Ich habe seit acht Jahren eine Psychose und lande....
Frage [97]: Ich habe seit acht Jahren eine Psychose und lande immer wieder in der Psychiatrie. Es kommt mir so vor, als würde ich diese Wahnideen benutzen, um meinem Leben und meiner Verantwortung für mein Leben zu entfliehen. Um mich weg zu kicken sozusagen. Wie kann ich „hier“ bleiben, wie kann ich mich meinem Leben in einigermaßener Klarheit stellen und diese zerstörerische Fluchtform loslassen?
Suprya: Selbst wenn du „flüchtest“, kannst du dabei so bewusst wie möglich bleiben. Versuche nicht, etwas anderes haben zu wollen als das, was ist. Gebe die Vorstellung auf, es sollte anders sein. Auch wenn du immer wieder in der Psychiatrie landest, ändert es nichts an dem, was du bist. Das, was du bist, ist nicht berührbar oder veränderbar, und es ist jenseits von gesund oder krank. Lasse dein Leben einfach laufen, und sei so bewusst, wie du kannst. Das ist der Boden für Klarheit. Alles ist ein Ablauf im Geschehen und hat seine Berechtigung. Der Frieden liegt viel tiefer und ist von Abläufen nicht beeinflusst. Dieser Frieden bist du. Immer. Herzliche Umarmung, Suprya.
Fragende: Danke Suprya für die Klarheit und Einfachheit deiner Antwort. Es hat mir in der Seele gut getan, deine Zeilen zu lesen. Danke.
[96]: Ich bin seit vielen Jahren als „psychisch krank“ etikettiert und habe u.a. die Diagnosen...
Frage [96]:
Fragende: Ich bin seit vielen Jahren als „psychisch krank“ etikettiert und habe u.a. die Diagnosen Borderline und selbstunsichere Persönlichkeitsstörung, wegen derer ich auch inzwischen berentet bin. Letztes Jahr hat sich mein Partner nach neun Jahren von mir getrennt. Seit meiner Kindheit verspüre ich diese innere Leere und grundlose Traurigkeit und habe unzählige Versuche gemacht, „heil“ zu werden: Therapien, Medikamente, Kliniken, Religion, Selbsthilfegruppen, Reiki, etc pp. Ich bin soooo müde, und es ändert sich NICHTS. Im Januar hatte ich aufgehört zu rauchen, und Medikamente nehme ich auch keine, aber es ging mir ständig schlechter, und ich konnte nur noch drei Stunden pro Nacht schlafen und hatte ständig starke Spannungszustände und Ängste. Da habe ich nach 75 Tagen wieder angefangen, weil meine „Zustände“ ohne alles einfach unaushaltbar sind. Ich bilde mir ein, kein „Weichei“ zu sein, aber diese ständige tiefe Verzweiflung im Wechsel mit dieser unerträglichen Anspannung war einfach nicht mehr auszuhalten. Lange habe ich nach einer spirituellen Lösung gesucht, aber inzwischen denke ich oft, dass ich zu krank und verkorkst bin und wieder Medikamente nehmen muss. Ich weiß, dass es um die Annahme meiner Selbst und meiner Lebenssituation geht, aber das fällt mir so schwer. Es fühlt sich alles wie ein stetig fortschreitender Niedergang an, und ich bin sehr verzweifelt und orientierungslos und fühle mich als völliger Versager. Was mich bei der Stange hält, ist die Sorge um und für meine beiden Kinder, aber in letzter Zeit schaffe ich kaum noch, meinen Haushalt zu führen, geschweige denn, etwas zu unternehmen... Alles fühlt sich sinnlos, trostlos, leer und anstrengend an. Seit ich denken kann, habe ich mich in meinem Leben fremd und falsch gefühlt, so wie auf einem fremden Planeten ausgesetzt ohne Landkarte. Hast du einen Rat für mich?
Suprya: Zunächst mal, es ist in Ordnung, Medikamente zu nehmen und dafür zu sorgen, dass es dem Körper möglichst gut geht. Und wenn es dir hilft zu rauchen und du dich damit besser fühlst, dann ist auch das okay. Dann schlage ich dir vor, doch dieser inneren Leere und der grundlosen Traurigkeit mal eine andere Bewertung zu geben. Man könnte sie auch Seelentiefe und Melancholie nennen. Wie ist das, wenn du dich in deine Tiefen fallen lässt und sie als etwas sehr Wertvolles und Spirituelles betrachtest. Du bist auf der Suche, und die Frage ist, wo suchst du? Es ist immer das Offensichtliche, was uns den Weg weist. Was ist gerade da? Das ist dein Weg. Dein Körper bahnt sich seinen Weg durch das Leben auf seine ganz eigene, individuelle Art und Weise. Aber das, was du bist, das, was auf all diese Zustände schaut, ist immer gesund, ist immer unberührt von der Welt. Schaue von dort. Du bist das Schauen. Betrachte von diesem Ort aus dein Leben, und sei sanft und liebevoll mit dir. Du hast zwei Kinder. Deine Buddhas. Sie zeigen dir den Weg ins Leben, wenn du willst. Manchmal ist das, was wir im Leben erfahren, nicht einfach. Und die besonderen Menschen, die es tragen können, bekommen die besonderen Aufgaben. Frage nicht nach dem Warum. Du hast deine Aufgaben bekommen, deine Lektionen wurden dir zugeteilt. Nimm das an, was sich zeigt, und fühle die Gefühle, die es zu fühlen gibt. Du bist es wert, und alles, was geschieht, ist immer richtig und dient dem Leben, auch wenn es nicht immer verstanden werden kann. Du kannst aber lernen zu vertrauen, dass immer alles richtig ist und das Leben sich um alles kümmert. Vielleicht wirst du gerade durch ein Nadelöhr geschickt? Sei liebevoll mit dir. Ich umarme Dich, Suprya.
[95]: Ich habe körperliche Probleme. Einen Leistenbruch...
Frage [95]:
Fragende: Ich habe körperliche Probleme. Einen Leistenbruch und schmerzende Füße. Was bedeutet das, oder kann ich vertrauen, dass der Körper von alleine wieder gesundet? Ich lebe ansonsten recht zufrieden und löse nach und nach meine „Zwänge“ und den Unfrieden...
Suprya:
Vielleicht geht es darum, dich auszuruhen? Die Füße zeigen dir Schmerz. Sind sie überlastet? Tragen sie zu viel, zu schwer, zu weit? Spüre dem nach und versuche herauszufinden, was deinen Füssen gut tut. Lasse dich von deinem Körper führen. Sei sanft mit dir. Ruhe dich aus. Halte an. Herzliche Grüße auch an dich, Suprya.
[94]: Ich bin vorhin bei Jetzt-TV auf dich gestoßen...
Frage [94]: Ich bin vorhin bei Jetzt-TV auf dich gestoßen und habe mir dort ein Interview von dir angeschaut, in dem ich erfahren habe, dass du, ebenso wie Samarpan, per e-mail Fragen beantwortest. Es kommt eher selten vor, dass ich diese Möglichkeit in Anspruch nehme (zuvor bei Samarpan), da ich aus Erfahrung weiß, dass alle Antworten in mir sind, wenn ich nur aufrichtig hinschaue. Dennoch gibt es so etwas wie blinde Flecken, auf die mich das Leben aufmerksam macht, indem etwas im Außen auf mich zukommt: eine bestimmte Begebenheit, eine Person, auf die ich treffe, die mir etwas Bestimmtes sagt oder tut o.ä.. Ich habe keine konkrete Frage an dich, aber den Impuls, dir dennoch zu schreiben. Vielleicht will mir das Leben jetzt etwas durch dich sagen, was mir hilft, endlich mit mir und dem Leben Frieden zu schließen und den Lebenskampf zu beenden. Die Sehnsucht, frei zu sein und das Leiden zu beenden, brachte mich vor einigen Jahren auf einen intensiven Weg der Selbsterforschung. Ich habe das Gefühl, dass ich an einem Punkt bin, wo es in gewisser Weise nichts mehr für mich zu lernen gibt um frei zu sein. Ich kenne die Süße, wenn ich mich lasse, ich durchschaue die Tricks meines Verstandes (aber offensichtlich wohl noch nicht alle), der stets versucht, mir eine Bedrohung vorzumachen, um mich wieder zu involvieren. Irgendwie bekomme ich aber nicht wirklich den Absprung. Ich lasse mir stets vom Ego Angst machen und betreibe das falsche und quälende Spiel weiter. Ich weiß nicht, was noch geschehen muss, damit ich nicht mehr diese Hölle wähle. Ich kenne beide Seiten, weiß, wozu das führt, wenn ich auf die Egoangst höre und tue es dennoch. Dabei habe ich eine so große Sehnsucht nach dem Frieden, der sich offenbart, wenn ich die Welt (und mich selbst) so unschuldig betrachte.
Suprya: Schaue nach dem, der sich vom Ego Angst einjagen läßt. Schaue nach dem, der in Unfrieden ist. Du kannst auch nach dem schauen, der in Frieden ist, der in Glückseligkeit ruht. Es ist das gleiche Schauen. Das gleiche Sein. Das gleiche Betrachten. Nur die Zustände sind andere. Die Glückseligkeit wird meistens nicht infrage gestellt und als eine Eigenschaft des Erwachens angesehen. Der Unfrieden und die Verstandesaktivitäten werden einem erwachten Sein abgesprochen. Es ist immer noch der Verstand, der unterscheidet. Und er kann nicht anders als bewerten. Du mußt nicht versuchen, ihn zu einem erwachten Leben zu zwingen. Er ist, wie er ist. Wenn du milde und sanft mit dir sein kannst, mit allem was in dir und durch dich geschieht, dann kannst du auch in Frieden mit dem Unfrieden sein, wenn das das ist, was gerade da ist. Sei liebevoll mit dir, wenn du bemerkst, dass da vermutlich einer ist, der in der Hölle wühlt. Du bist immer jenseits von der Hölle und auch jenseits vom Himmel. Du bist. Und alles, was durch dich geschieht, ist wundervoll. Selbst die Höllenarbeiten. Die muß ja auch jemand machen … Ich umarme dich von Herzen, Suprya.
Fragender: Danke für Deine liebevolle Antwort. Ich kenne es, wenn sich gleichzeitig Ego in mir abspielt, und ICH davon sozusagen als Beobachter getrennt bin – dann ist es überhaupt kein Problem, weil es dann keine Identifizierung und deshalb auch kein Verzerren damit gibt. Leider kann (ich habe zumindest den Eindruck) ich diese Entidentifizierung nicht bewusst herstellen, sie scheint manchmal (leider eher selten) einfach zu passieren. In der Regel bin ich mit meinen Zuständen identifiziert – oft nicht total, denn meistens weiß ich gleichzeitig, das es Ego ist, was sich gerade abspielt, aber es veranlasst mich dennoch, mich damit weiter zu verzerren, es ist dann kein Frieden damit, sondern ein Verbergen - oder anders haben wollen da, und ich weiß nicht, wie ich das „abstellen“ kann. Ich stelle fest, dass in solchen Situationen selbst das „damit in Frieden sein wollen“ eine weitere Variante von „nicht haben wollen“ ist, und es verzerrt sich noch mehr. Es erscheint mir auch so paradox: natürlich sind diese Egoverzerrungen Irrtümer, die auf der menschlichen Ebene berichtigt werden wollen, so dass das menschliche Potential sich uneingeschränkt frei leben kann, so dass es einen sehr starken therapeutischen Aspekt hat. Andererseits ist alles, was man meint berichtigen zu müssen, ein weiterer Schritt weg von der Hingabe mit dem, wie es ist. Du hast mir geschrieben: „Und alles was durch dich geschieht, ist wundervoll. Selbst die Höllenarbeiten. Die muß ja auch jemand machen ...“ Was meinst Du damit, wieso muss jemand die Höllenarbeit machen?
Suprya: Schau mal, solange du es nicht bemerkst, dass du identifiziert bist, ist auch keine Unzufriedenheit da, ja? In dem Moment, wenn du dir darüber bewusst bist, ist ein sofortiges "Aussteigen" möglich, wenn das Licht der Wahrnehmung aufflammt. Du bist dir über deine Identifikation bewusst, und augenblicklich ist sie vorüber, denn nun hast du die Wahl, wohin du deine Aufmerksamkeit richtest. Vorher war es ja kein Problem. Du kannst dich mit der Identifikation beschäftigen, die gerade noch am laufen war, oder du schneidest einfach jegliche Beschäftigung damit ab, indem du keine weitere Energie zu diesen Vorgängen mehr aufwendest. Es ist ja eh schon gelaufen. Und das ist der Übungsweg. In dem Moment, wenn du dir über deine Identifikation bewusst bist, jegliche Beschäftigung loszulassen und einfach nur hier zu sein. Du kannst die Entidentifizierung, wie du es nennst, nicht bewusst herstellen, und es ist überhaupt nicht "unerleuchtet", wenn eine Identifizierung geschieht. Das kann solange passieren, solange wir in diesem Körper wohnen. Immer wieder. Du weißt um dieses, und du kannst wieder aussteigen. Jedesmal ist es ein neues Lernen. Und es wird von mal zu mal leichter werden. Auch das Hadern mit sich selbst kannst du liebevoll annehmen, und es geschieht, so lange es eben geschieht. Selbst wenn du mit dem Hadern haderst. Therapeutisch an sich zu arbeiten ist innerhalb dieser Phänomenalität, und es schadet dem, was du bist, nicht. Wenn es dir hilft, dein Leben leichter zu leben, warum nicht? Du kannst tun, was immer dir gefällt, denn dein Körper und dein Verstand ist Bestandteil dieser phänomenalen Welt. Hingabe ist ein sich Hingeben an das, was geschehen will. Auch wenn es ein Arbeiten an sich selbst ist. Selbst die Identifikation mit Zuständen ist Hingabe, denn da ist niemand, der dieses verhindert. Sei so gut es geht bewusst. Das mit den Wühlen in der Hölle, wovon du geschrieben hast, und meine Aussage, dass ja irgend jemand diese Arbeiten auch machen muß, war eher scherzhaft gemeint. Und auch so gemeint, dass auch diese Zustände zum Ablauf der Totalität gehören. Und wenn man dieses verstanden hat, dann kann sogar eine Höllenarbeit eine ehrenvolle, besondere Aufgabe sein, weil es eben genau das ist, was durch dich geschehen will. Es ist gleich. Ich danke dir auch für deine Antwort. In Liebe, Suprya.
[93]: Ich versuche immer wieder, alles im Körper zu fühlen,....
Frage [93]: Ich versuche immer wieder, alles im Körper zu fühlen, Angst, Verzweiflung, Unsicherheit, Ausgeliefertsein usw. Ich leide, und es wird nicht besser. Nun kommt auch noch eine Schlaflosigkeit dazu, die mich echt beinahe umhaut. Ich kann nicht mehr einschlafen und liege die ganze Nacht wach. Kannst du mir helfen? Wie soll ich damit umgehen? Ich bin so zerrissen und weiss keinen Rat mehr.
Suprya: Zwinge dich nicht, einzuschlafen. Wenn Unruhe da ist, sind es meistens Gedanken, die dich vom Einschlafen abhalten, obwohl der Körper vielleicht müde ist. Richte deine Aufmerksamkeit ganz sanft auf oder in deinen Körper. Spüre, fühle den Atem, den Herzschlag, und wie fühlt es sich im Bauch an? Wohin geht die Aufmerksamkeit, wenn du dich deinem Körper widmest, ohne darüber nachzudenken? Sei sanft, meditativ mit dir, und vielleicht setzt du dich auf im Bett oder läufst etwas herum? Ich hatte auch Zeiten, da konnte ich nicht einschlafen. Ich bin aufgestanden, und manchmal war es sogar eine sehr kreative halbe Nacht, in der ich Gedichte schrieb. Oder ich las ein Buch, hörte Musik. Ein anderes Mal genügte eine sanfte Aufmerksamkeit auf den Körper und den Atem und ließ mich zur Ruhe kommen. Probiere aus, was du willst, nur versuche nicht zwanghaft, einschlafen zu wollen. Das funktioniert meistens nicht. Und vielleicht hast du auch gerade eine unruhige Phase, in der der Körper etwas durchmacht, was sich deinem Bewusstsein entzieht. Vielleicht brauchst du auch gerade weniger Schlaf, oder der Rhythmus verändert sich. Lass dich von deinem Körper leiten, und gebe dem nach, was er gerade braucht, wenn du kannst. Sei liebevoll mit dir. Sanfte Umarmung, Suprya.
[92]: Seit mehreren Jahren bin ich auf der Suche nach "Erleuchtung". In den letzten beiden Jahren wurde mein Leben dadurch einfacher, und auch die Probleme...
Frage [92]: Seit mehreren Jahren bin ich auf der Suche nach "Erleuchtung". In den letzten beiden Jahren wurde mein Leben dadurch einfacher, und auch die Probleme wurden weniger, der Verstand ruhiger, in einem gewissen Sinne konnte ich oft einfach "sein". Ich praktiziere so gut es geht, die Gefühle zu fühlen, auch Katie Byron`s Fragetechnik finde ich ganz gut. Aber seit diesem Sommer ist alles anders. Es ist, als wenn mein Verstand immer wieder Amok läuft. Ich las im Sommer 2 Bücher von Jed McKenna, und irgendwie fühlte es sich dadurch so an, als wenn ich in den eigenen Brunnenschacht gefallen wäre, aber es begann eigentlich auch schon kurz vorher. Seither habe ich viel Widerstand in mir, auch Aggressionen (ich wusste gar nicht, dass ich die hatte), und mein Verstand hat wieder angefangen, mich zu dirigieren. Mein ganzes System steht Kopf.... Kannst Du etwas dazu sagen?
Suprya: Am besten ist es, sich nicht darum zu kümmern, was der Verstand sich so alles einfallen lässt. Er möchte halt auch beim grossen Erleuchtungsthema mitspielen und packt nun alle Asse aus dem Ärmel. Von Drama bis Widerstand ist alles möglich. Auch zieht er sich gerne den Mantel der Erleuchtung über und tut so, als hätte er es erreicht. Lass dich davon nicht beirren. Wenn der Verstand verrückt spielt, sei einfach still. Beobachte das, was auftaucht, ohne dich einzumischen. Schau zu, wie Gedanken aufziehen und wieder verschwinden. Du bist das, in dem die Gedanken erscheinen. Du bist das, in dem Gefühle und dein Körper, sogar die ganze Welt erscheint. Sei einfach still und schaue. In diesem Schauen verschwinden am Schluss alle Techniken, alle Konzepte. Und noch mehr: Es hat sie nie gegeben. Es ist ein Spiel. Und das bedeutet, dass es nichts zu erreichen gibt. Lebe dich einfach durch deine Form so gut du kannst. Es bedeutet nichts, und zugleich ist es wunderbar. Ganz liebe Grüsse an dich, Suprya.
[91]: Immer wieder ist bei mir die grosse Sehnsucht da - schon seit Jahren - an den Arunachala zu fahren. Leider kommt dann immer wieder auch...
Frage [91]: Immer wieder ist bei mir die grosse Sehnsucht da - schon seit Jahren - an den Arunachala zu fahren. Leider kommt dann immer wieder auch fast gleichzeitig die Angst hoch vor Körperverletzung durch Viren, Insekten, Menschen, Bakterien. Das ist irgendwie ein starkes Thema bei mir und wird mir durch diese Sehnsucht sehr bewusst. Soll ich ins Wasser springen und an den heiligen Berg fahren und sehen, ob es mich (wer ist das) das Leben kostet, oder soll ich hier das wahre Leben verpassen, weil meine Ängste mich gefangen halte? Ich meine das vom Boden meines Herzens. Ich danke dir für deine ehrliche Antwort.
Suprya: Ja, diese Sehnsucht kenne ich auch sehr gut. Und es ist eine schöne Sehnsucht. Behalte und bewahre sie in deinem Herzen. Vielleicht ist es gar nicht notwendig, an den Arunachala zu fahren. Vielleicht ist das, was du auf dem Boden deines Herzen trägst, der heilige Berg selbst. Der Arunachala ist hier. Verehre ihn in dir. Lebe am Fuße des inneren heiligen Berges. Deines Berges. Und wenn das Leben es will, wirst du auch körperlich dorthin geführt werden. So war es mit mir auch. Plötzlich kam eine Einladung, und ich nahm sie wahr und flog nach Indien. Und immer war der Berg in mir. Ich umarme dich von Herzen, Suprya.
Fragende: Gänsehaut....ja, Wahrheit spricht. Ich umarme dich.
[90]: Ich liebe einen Mann, er zieht sich zurück oder hat wegen zu viel Aktivität kaum Zeit. Das sind die Extreme. Ich kann mich auch immer weniger auf ihn...
Frage [90]: Ich liebe einen Mann, er zieht sich zurück oder hat wegen zu viel Aktivität kaum Zeit. Das sind die Extreme. Ich kann mich auch immer weniger auf ihn einlassen, und doch ist da die Sehnsucht, mit ihm zu leben. Da ist die Angst, wenn ich ihm meine Sehnsucht nach mehr Nähe mitteile, dass er sich dann total zurückzieht, und jetzt sitze ich da und warte und warte. Völlig absurd, denn eigentlich nervt es mich, und dann will ich wieder alles beenden und denke, ich werde bald verrückt. Es ist das Gefühl, nie anzukommen, und dann irgendwann der Punkt, ich bin schon da. Aber dann löst sich wieder alles auf, und alles beginnt von vorne. Gibt es da einen Schalter, um das ganze anzuhalten?
Suprya: Wie wäre es, dem Warten einfach eine andere Wertung zu geben? Warten ist wunderbar. Sehnsucht ist was ganz besonderes, ein erhebendes Gefühl. Weisst du, wie kreativ es ist, in der Sehnsucht zu sein? Total in ihr aufzugehen? Danke deinem Partner, dass er dafür sorgt, dass du in Kontakt mit deiner Sehnsucht kommst. Entdecke die Tiefe der Sehnsucht. Total. Ich umarme dich von Herzen, Suprya.
Fragende: Das mit der Sehnsucht stimmt, ich habe mich total in sie fallen lassen, es ging auf einmal nicht mehr um den Partner, sondern darum, dieses tiefe, wundervolle Gefühl zu fühlen, und das hat alles verändert: mein Partner hat mir am Telefon mitgeteilt, dass er immer noch eigentlich mit seiner letzten Partnerin sei, und das mit uns hat sich in der Zwischenzeit aufgelöst. Für mich ist da Stille und Freude. Seit ich das annehmen kann, gehen neue Türen auf, und ich ziehe vielleicht bald um in eine Wohngemeinschaft und habe so gut wie eine neue Arbeit gefunden. What a blessing. Ich danke dir ganz ganz herzlich für die Antwort.
Suprya: Ich freue mich sehr mit dir. Auch du bist ein Geschenk. Deine Akzeptanz fließt auch zu mir herüber. Danke. In Liebe, Suprya.
[89]: Ich habe seit Jahren Ängste. Ich bekomme ein merkwürdiges Gefühl, und dann glaube ich, dass es mir sagt, ich sterbe gleich. Hast du...
Frage [89]: Ich habe seit Jahren Ängste. Ich bekomme ein merkwürdiges Gefühl, und dann glaube ich, dass es mir sagt, ich sterbe gleich. Hast du einen Tipp für mich?
Suprya: Ja, ich habe einen Rat für dich. Die einzige Möglichkeit, das zu erforschen, ist es, sich den Ängsten zu stellen.Gebe dich dieser Angst zu sterben sanft und liebevoll und aufmerksam hin. Jetzt. Sei bereit für das, was auftaucht. Sei bereit, alle Gefühle zu fühlen. Dieses innere Sterben wird dich nicht umbringen, sondern es wird dir ins Leben verhelfen. In tiefer Liebe, Suprya.
Fragende: Danke schön, mir geht's jetzt besser, ich habe die Angst zugelassen, und irgendwie ist es gar nicht schlimm, vielen Dank.
[88]: Schon mein halbes Leben (bin erst 36) stelle ich mir komische Fragen.Warum gibt es nicht "Nichts" (meine Frage als Teenager)? Zur Zeit...
Frage [88]: Schon mein halbes Leben (bin erst 36) stelle ich mir komische Fragen.Warum gibt es nicht "Nichts" (meine Frage als Teenager)? Zur Zeit wundere ich mich, dass ich immer im selben Körper aufwache. Oder dass nach dem nächtlichen Schlaf alles so ist, wie es am Abend zuvor war. Irgendwie keine Fehler in der Matrix, lach... Ich lese seit geraumer Zeit Advaita-Bücher. Viele Konzepte mussten fallen. Doch der Verstand brabbelt weiter.... Wenn es nur mich gibt, warum kann ich das Leben nie aus einer anderen Perspektive sehen, warum immer nur aus diesem einen Körper-Geist-Organismus?
Suprya: Es ist die Natur des Verstandes, einen Standpunkt einzunehmen und eine Perspektive zu haben. Es ist die Welle, die glaubt, einzigartig und getrennt vom Ozean zu sein.Es ist nicht notwendig, an dieser Perspektive zu arbeiten oder etwas verändern zu wollen, denn auch dieses zu hinterfragen ist "nur" eine Bewegung innerhalb des Verstandes. Statt auf die Frage einzugehen, halte inne und suche den, der diese Frage stellt. Wer will wissen? Alle Warum und Wie-Fragen sind Bewegungen auf der Oberfläche des Meeres. Kannst du dahin finden zu sagen: “Es ist wie es ist”, und alle Bemühungen einstellen? Was ist, wenn es keine Anworten gäbe? Sind die Fragen dann noch notwendig? Schaue auf das, worin alle Fragen und auch der Frager erscheint. Dein halbes Leben hast du dir komische Fragen gestellt, lebe jetzt die andere Hälfte ohne zu fragen. Geht das? Ich umarme dich von Herzen.
Fragende: Danke für Deine Antwort! Ja, es ist Zeit, aufzuhören, die "falschen" Fragen zu stellen. Danke, es bestärkt mich, die Selbst-Befragung zu verstärken und mich darauf zu besinnen, wenn der Verstand wieder mal alles wissen will. Umarme Dich auch.
[87]: Erst einmal ganz herzlichen Dank für deine Liebesdienste. Dienste an der wahren Seele unzählig leidender Menschen, die nach Licht hungern. Es muss ein wunderschöner...
Frage [87]: Erst einmal ganz herzlichen Dank für deine Liebesdienste. Dienste an der wahren Seele unzählig leidender Menschen, die nach Licht hungern. Es muss ein wunderschöner, erfüllender Dienst sein, die empfangene Liebe, Weisheit und Erkenntnis selbstlos weitergeben zu können und Menschen zu inspirieren. Ich gehe schon seit über 20 Jahren einen Inneren Weg, den Weg einer Mysterienschule, und habe, wie sollte es anders sein, auch sehr viele leidvolle Phasen in meinem Leben erlebt. Doch immer wieder ruft mich das Licht. Zur Zeit beschäftige ich mich sehr intensiv mit der Advaita-Lehre und ihren wahren Vertretern. Meine konkrete Frage an dich: Es ist mein innigster Wunsch, eine tiefe Liebe und Hingabe an das Göttliche zu leben, wobei mir schon wieder die Begrenzung eines Wunsches klar wird. Jede Absicht vereitelt ihre Verwirklichung. Aber ich kann es nicht anders ausdrücken, denn ich empfinde eine grosse Sehnsucht, Gott zu erkennen und ihm mein Leben zu weihen. Ich bin oft zu kopfbetont, obwohl mein Herz sehr offen für den Inneren Weg ist. Ich danke dir für deine Antwort.
Suprya: Danke für deine schönen Worte. Folge deinem innigen Wunsch, deine Hingabe an Gott zu leben. Das ist wunderschön. Und weißt du, wie du es am besten anstellst? Lebe dich selbst so gut, wie du kannst. Sei total in dir. Sei so bewusst wie du kannst. Denn es ist Gott selbst, der durch dich die Welt erfährt. Ist das nicht schön? Du bist Gottes Körper. Und Gott ist so unschuldig wie ein Kind. Wenn du die Welt berührst, dann ist es Gottes Hand, wenn du die Welt betrachtest, sind es seine Augen, wenn du liebst, ist es seine Liebe und wenn du sprichst, sind es seine Worte. Alles entsteht neu und unschuldig aus sich selbst heraus. In jedem Moment. Gott selber ist es, der immer noch staunt. Du und Gott - ist ungetrennt. Auch diese Mail hier: Von Gott geschrieben. An sich selbst. In tiefer Liebe, Suprya.
"Immer habe ich da geruht, innebleibend, ungesprochen. Aus dieser Lauterkeit hat Gott ewiglich mich geboren, dass auch ich ihn gebäre, von dem ich geboren bin." Meister Eckhart
Fragender: Ganz herzlichen Dank für deine wunderschönen, einfühlsamen und auch mitfühlenden Worte; sie treffen gleichsam in mein Herz, und ich kann sie gar nicht oft genug lesen, mich in sie vertiefen, und dann am Schluss noch die tiefsinnigen Worte von Meister Eckhart, den ich auch als hohe Inspiration empfinde. Deine Gabe ist wirklich wunderbar, immer die passenden Worte zu finden und es wäre zu schade, sie ungenutzt in deinem Herzen zu belassen. Wir wissen gar nicht (und das ist auch gut so), wie viele Menschenherzen durch die Kraft des Inneren Weges und durch deine Worte berührt werden; es sind alles Samenkörner der göttlichen Liebe. Ich kann jedes deiner Worte tief erfassen, seine Wahrheit und auch die Liebe, die in allem wirkt und dahinter steht. Natürlich kannst du unseren kleinen Briefwechsel veröffentlichen, denn es ist die gleiche Kraft, die weitergereicht wird und offene Seelen berühren kann. Ich weiß ja aus meinem eigenen Empfinden, wie viele Impulse ich aus anderen Briefen empfange, sie verwerte und zur Lösung vieler ähnlicher Probleme heranziehen kann; so verschieden sind wir Menschen doch gar nicht, und in jeder Antwort ist auch ein Stückchen Wahrheit für einen selbst, für mich. Ich danke dir noch einmal für deine berührenden Worte. Ich hatte schon gar nicht mehr daran gedacht, dass ich dir geschrieben habe und es fast vergessen; umso mehr habe ich mich über diese heutige Überraschung gefreut. In herzlicher Verbundenheit. Suprya: Ich danke dir auch sehr für den kostbaren Moment vollständiger Berührung. Keine Worte mehr…
[86]: In den letzten Jahren verlor ich meinen Vater, den Mann, den ich liebte und letzte Woche meine Mutter. Dazu unzählige alte Konzepte, Vorstellungen, Lebensentwürfe...
Frage [86]: In den letzten Jahren verlor ich meinen Vater, den Mann, den ich liebte und letzte Woche meine Mutter. Dazu unzählige alte Konzepte, Vorstellungen, Lebensentwürfe. Nichts ist mehr wie es war. In machen Momenten spüre ich, dass das gut ist, in Ordnung, dann wieder ist da solch großer Schmerz, Verlorensein, Freudlosigkeit, Angst. Ich sehne mich so nach Frieden in mir...
Suprya: Danke für dein Schreiben. Manchmal sind es schon harte Herausforderungen, die das Leben an uns hat. Und nichts ist berechenbar, auch die Gefühle nicht. Du nimmst wahr, dass es manchmal gut ist und manchmal ist großer Schmerz da und ein Hadern mit dem Schicksal. Bekämpfe es nicht. Sei liebevoll mit dir und nimm dich mit diesen Gefühlen an. Du kannst in Frieden sein mit dem Schmerz, mit dem Verlorensein, mit der Freudlosigkeit und auch mit der Angst. Auch das möchte gesehen sein. Auch das Ungeliebte möchte angenommen sein. Wenn mich die Traurigkeit berührt, dann tauche ich ganz in sie hinein. Manchmal helfe ich ihr, indem ich weine oder eine sanfte Musik höre und ich mich ganz und gar vertraut mache mit ihr. Da ist kein Leiden an der der Traurigkeit, wenn du sie selber bist. Ich umarme dich von Herzen, Suprya.
[85]: Ich lese gerade das Buch "Niemand" von Richard Sylvester. Richard spricht dort von einer "Gefängniszelle" als Metapher...
Frage [85]: Ich lese gerade das Buch "Niemand" von Richard Sylvester. Richard spricht dort von einer "Gefängniszelle" als Metapher. Er sagt weiter, dass man es sich in der Zelle gemütlicher machen kann, indem man meditiert, anstatt Alkohol zu trinken. Das ist leicht zu verstehen. Aber einige Seiten vorher spricht er davon, dass ich keine Entscheidungsfreiheit besitze. Also kann ich nicht zwischen Meditation und Alkoholismus wählen also mir meine Zelle gemütlich machen. Wo ist da mein Denkfehler?
Suprya: Es sieht so aus, als hätten wir eine Wahl. Es sieht so aus, als hätten wir Entscheidungsfreiheit. Aber die Wahrheit ist anders. Lass mich dein Beispiel nehmen: Du hast darüber gelesen, dass man zwischen Meditation und Alkohol entscheiden kann. Kommt diese Möglichkeit nach dem Lesen dieses Buches dann auf dich zu, bist du in deiner Entscheidung bereits beeinflusst, das heißt die Bewusstheit über diese Wahlmöglichkeit lässt dich vielleicht anders entscheiden, als hättest du dieses Buch niemals gelesen und bliebest darüber unbewusst. Dann würdest du keinen Gedanken über eine Wahlmöglichkeit haben und auch die Frage danach tauchte nicht auf. Du würdest vielleicht zur Flasche greifen. Auch hast du nicht wirklich eine Wahl darüber, welche Vorlieben du hast und welche entsprechenden Bücher du dann liest. Sowie du auch keine Wahl hattest, wann und bei welchen Eltern du geboren wurdest und in welche Kultur du hineingeworfen bist. Und auch ob die Frage der Entscheidung überhaupt in dir auftaucht und wie bewusst du bist. Du hast die Wahl, wohin du deine Aufmerksamkeit richtest. Auf die Stille oder auf die Erscheinungen. Aber du hast die Wahl nur, wenn sie auch in dir auftaucht. Es klingt paradox, aber wenn du genau schaust, kannst du es heraus finden.
Fragender: Wenn ich Deine Antwort richtig verstanden habe, habe ich keine Entscheidungsfreiheit. Das bedeutet, dass ich nicht schuldig bin für eventuelle Verbrechen die ich begangen habe oder noch begehen werde. Also könnte ich ohne Schuldgefühle alten Rentnerinnen die Handtasche mit ihrer Rente stehlen. Oder ich könnte auch einfach meinen Job hinwerfen und als Arbeitsloser existieren, warum sollte ich mir Mühe machen oder irgend etwas ernst nehmen? Aber natürlich werde ich das nicht tun. Warum nicht? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Grund eben in meiner Nicht-Entscheidungsfreiheit liegt. Kann man das so sehen?
Suprya: Ja, man kann es so sehen. Wärst du ein Handtaschenräuber, würdest du vielleicht auch gar nicht hier schreiben. Oder hast du schon? Und versuchst dein schlechtes Gewissen zu beruhigen? Aus Reue im Satsang gelandet? Nein, im Ernst, du hast es sehr schön formuliert. Danke für dein Erkennen.
[84]: Ich habe eine Panikstörung mit Agoraphobie... Bisher versuche ich den Symptomen - die ganz starke innere Angst die mich manchmal aus dem Schlaf reißt also - nicht davon zu laufen...
Frage [84]: Ich habe eine Panikstörung mit Agoraphobie... Bisher versuche ich den Symptomen - die ganz starke innere Angst die mich manchmal aus dem Schlaf reißt also - nicht davon zu laufen. Manchmal bewerte ich es, manchmal macht es mir nichts aus und ich kann selber darüber etwas lachen (das will schon was heißen gerade bei starker Panik). Welchen Tipp kannst du mir geben, dass ich besser auf mich höre bzw. "in mich reinhorchen" kann? Ich bekam immer nur die Antwort "akzeptieren sie"... Viel konnte ich damit nicht anfangen, erst jetzt nach ca. 3 Jahren fange ich langsam an mich so anzunehmen wie ich bin. Ich muss nicht immer "gut" sein. Trotzdem ist die starke Angst da... Welche Erfahrung hast du mit dem Thema Ängste machen können?
Suprya: Ist nicht die tiefsitzende Angst, die Angst hilflos zu sein, die da unter einer Agoraphobie schlummert? Hilflos ausgeliefert zu sein, ohne Kontrolle zu sein? Diese Ängste sind sehr tief in jedem von uns verwurzelt und manchmal reißen die Schultzfilter plötzlich auf und der Körper reagiert mit Panik. Ein äußerer Anlass (weite Plätze, Menschenmassen, Herausforderungen) legt diese Ängste plötzlich frei. Diese tiefsitzenden Gefühle von Hilflosigkeit, Kontrollverlust und vielleicht auch Todesangst möchten gesehen und angenommen sein. Und das braucht vielleicht Zeit und eine sanfte liebevolle Aufmerksamkeit. Akzeptanz heißt nicht, dass du diese "Störung" annehmen musst, sondern es geht darum dich anzunehmen. Dich in deinem Sosein mit all deinen Reaktionen zu akzeptieren. Wenn da Fluchtimpulse sind, dann gehe ihnen nach. Sie sind völlig in Ordnung. Wenn du dich in deinem Ausweichen liebevoll annehmen kannst und es sehen und sagen kannst: Es ist in Ordnung, dass ich jetzt gerade abhaue, dann ist das liebevolle Akzeptanz. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es gibt immer nur das was ist. Manchmal haben wir den Mut uns den Dingen zu stellen und manchmal sind wir auf der Flucht. Das ist die Weisheit des Körpers. Bewerte sie nicht. Schau liebevoll auf das was gerade geschieht. Lerne dich kennen, indem du das Licht des Gewahrseins auf das was geschieht, scheinen lässt. Zwinge dich nicht stehen zu bleiben, wenn dein Körper sich zurückziehen möchte. Manchmal können wir uns unseren Ängsten stellen und sie still und sanft im Körper fühlen. Dann spüren wir vielleicht, wie das Herz rast, die Brust eng wird, die Hände schwitzen, der Atem schneller geht und wir können dabei sitzen und wachen und wahrnehmen. Dann kann die Angst durch den Körper transformiert werden und sich auflösen für diesen Moment. Und manchmal halten wir es eben nicht aus. Dann geschieht ein Ausweichen. Das ist okay. Sei bei allem was geschieht, bei allem was geschehen möchte, bei allem, wie dein Körper reagiert, liebevoll aufmerksam. Lasse dich vom Leben führen.
Fragende: Als erstes vielen lieben Dank für deine wunderbare eMail. Ich hatte es fast schon vergessen, aber vielen Dank! Du schreibst, Todesangst etc.. möchte gesehen und angenommen werden. Ich verstehe nicht ganz wie man das beides vereinbaren kann? Einen wunderbaren Satz von dir werde ich mir einprägen: Das annehmen so wie ich bin!!! Besser kann es gar nicht kommen. Ich habe wirklich Tage da bewerte ich einiges automatisch, dann wieder weniger. Ich lebe so wie es gerade ist, aber ich "verfalle" dann wieder zu sehr in der Zukunft was wäre wenn... Es ist immer ein Auf und Ab Spiel und sehr schwer schriftlich zu beschreiben. Ich finde deine Arbeit/Mithilfe wirklich gut, und möchte mich nochmals hierfür bedanken. Klar kannst du meine Anfrage anonymisiert(!!) benutzen. Ich will, dass andere auch was davon haben. Anders wäre es viel zu egoistisch. Und wenn wir auch andere Menschen damit erreichen können, warum nicht?
Ich habe oft Träume in denen ich versuche zu fliehen in denen ich lebendig begraben bin und Todesangst spüre- und ich denke über diese Sachen manchmal viel zu sehr nach weil sie mich beschäftigen... Angst lähmt einen manchmal innerlich, und ich weiß manchmal nicht, wie ich mit ihr umgehen soll. Momentan versuche ich zu fühlen was da ist, so unangenehm es auch ist. Die Sache mit dem Kontrollverlust, ja das ist mir alles bekannt. Aber wie geht man damit um? Man sagte mir einfach, mit dem weitermachen mit dem man beschäftigt war. Aber mich beschäftigt das alles sehr, weil ich bis vor fast 3 Jahren eben keine Panik hatte. Manchmal weiß ich einfach nicht, was sie mir damit sagen will??? Ich habe sehr viel von mir erwartet früher, "Höchstleistungen" und heute ist mir das egal.
Suprya: Danke für deine Antwort, für deine freundlichen Worte und für deine Einwilligung zur Veröffentlichung. Es ist gar nicht wichtig wie die Angst genannt wird, sondern es geht darum sie zu fühlen. Wie fühlt sich Angst im Körper an? Wie reagiert der Körper, wenn Angst da ist. Denn zunächst ist Angst ein Wort. Es ist ein Gedanke. Wie reagiert der Körper? Sei mit deiner Aufmerksamkeit sanft in deinen Körper, nehme ihn von innen wahr und lasse dich von Gedanken nicht ablenken. Der Verstand wird immer wieder versuchen, dich zu verstricken. Denke nicht nach. Wenn es Klarheit gibt, die aus der Tiefe ans Licht kommen will, dann formuliert es sich von selbst. Du weißt es einfach und kannst es sehen und annehmen. Diese innere Weisheit ist offensichtlich und klar und unterscheidet sich von endlosen Gedankenketten. Richte deine Aufmerksamkeit weit und weich auf das was hier ist. Mit der Angst musst du gar nicht umgehen. Betrachte sie und nimm wahr was in dir geschieht. Du musst nichts tun. Du musst dich nicht mit deiner Angst beschäftigen. Sei einfach nur hier. Und wenn deine Erwartungen an dich selbst weniger geworden sind, so ist das doch sehr schön. Und eine gewisse "Egal-Haltung" tut auch manchmal gut. Zeigt sie doch dass es so oder so gleichwertig ist. Gleich - gültig.
[83]: Durch Geschehnisse in der letzten Zeit wird mir immer mehr klar, dass ich überhaupt nicht damit klar komme, wenn jemand mich ablehnt, fallen lässt oder meidet, selbst wenn ich umgekehrt die Person eigentlich nicht mag...
Frage [83]: Durch Geschehnisse in der letzten Zeit wird mir immer mehr klar, dass ich überhaupt nicht damit klar komme, wenn jemand mich ablehnt, fallen lässt oder meidet, selbst wenn ich umgekehrt die Person eigentlich nicht mag. Auch merke ich, wie tiefgreifend und bestimmend die Angst ist, nicht perfekt zu sein, nicht willkommen zu sein, nicht gesehen zu werden. Das begleitet mich zwar schon viele Jahre, doch drängt sich zur Zeit der Eindruck auf, dass meine Lebensgeschichte sich immer wieder darum dreht, ob ich willkommen und richtig bin. Die Frage "was möchte ich gerne machen" kann ich ohne Kontext mit anderen Menschen oft nicht beantworten. Natürlich vergleiche ich mich dann mit denen, die das Angebot des Lebens zu umarmen wissen und auch beruflich z.B. Körperarbeit machen. Ich hinterfrage immer wieder, dass ich im Büro, wenn auch in einer verantwortungsvollen Tätigkeit arbeite, denn ich glaube, dass das Angstmenschen sind, die solche Tätigkeiten machen. Sicherlich gab und gibt es viele Dinge, die ich mutig angegangen bin. Dennoch sehe ich die vielen ungelebten Momente. Außerdem hadere ich immer wieder damit, dass ich mich in Momenten berechnend, hart und kontrollierend erlebe, in einer permanenten Verteidigungshaltung. Und eigentlich ist es wie eine selbsterfüllende Prophezeiung, dass ich (nach zwanzig Jahren Familie) wieder allein lebe. Was macht die Angst so stark, dass ich mich nicht lieben und annehmen kann sondern immer das Wohl der anderen als meinen Job ansehe, um Daseinsberechtigung zu haben?
Suprya: Ja, es scheint eine Ablenkung von sich selber zu sein, wenn man sich mehr um das Wohl anderer kümmert als nach sich selber zu schauen. Und es ist eine Form, sich selbst zu verlassen. Du bist nicht zuhause. Und wenn du nicht zuhause bist, kannst du dich auch nicht wahrnehmen und spüren. Möglicherweise passiert dann auch genau das im Außen, was innerlich längst geschehen ist, man wird verlassen. Wenn du die Rückreise zu dir selber antrittst, dann wirst du mit dem Schmerz der vielen Versäumnisse konfrontiert, an denen du nicht präsent und zuhause warst. Das was du als die ungelebten Momente bezeichnest. Das tut weh. Jeder Moment, an denen die Liebe verloren ging, tut weh. Du scheinst es zu ahnen, das mit der selbsterfüllenden Prophezeiung. War es nicht auch so, dass du es bereits irgendwie gewusst hast, dass es nicht "gutgehen" kann? Und gleichzeitig hättest du es nicht verhindern können. Es kommt wie es kommen muss. Du hast es nicht in der Hand. Und du hast keine Wahl. Du und alle anderen auch, sind Werkzeuge Gottes. Welche Erfahrung Gott machen möchte, können wir nicht wissen. Aber gleich welche es auch ist, du bist immer geliebt. Du bist es wert, genau dieses zu erfahren. Werte es nicht. Ich sehe sehr viel Schmerz und Trauer aus deinem Brief sprechen. Lasse es zu. Sei liebevoll mit dir, sei sanft mit dir. Es wird vielleicht einige Zeit brauchen bis die Trauer sich erlösen kann, aber es ist auch eine sehr wertvolle Zeit. Ich war 19 Jahre verheiratet, mein Mann ist gegangen, er hat es nicht ausgehalten mit mir und ich habe es die ganze Zeit gewusste und ich konnte nichts dagegen tun. Der Schmerz über dieses Versäumnis, nicht genug geliebt zu haben, ist groß. Ich kenne die harten, kontrollierenden Momente sehr gut. Und ich konnte nichts dagegen tun. Es lief das ab, was ablaufen wollte. Sich diesem Schmerz zu stellen erfordert Mut. Aber den hast du. Denn da wo Angst ist, ist auch gleichzeitig Mut. Ich bin sehr mit dir und umarme dich von Herzen.
[82]: ...ich werde immer unglücklicher und weiß nicht, ob ich bleiben soll, um zu lernen, mich erkennen, meine Erwartungen loszulassen oder es besser ist zu gehen...
Frage [82]: Ich bin 48, mit 11jährigen Sohn, lebe seit anderthalb Jahren mit einem Mann zusammen und ich werde immer unglücklicher und weiß nicht, ob ich bleiben soll, um zu lernen, mich erkennen, meine Erwartungen loszulassen oder es besser ist zu gehen.
Suprya: Du lernst dich am besten kennen, indem du das Leben lebst, so wie es sich gerade zeigt. Bei jedem Schritt, den wir tun, bei jeder Erfahrung die wir machen, lernen wir wie es ist als Mensch unterwegs zu sein. Dabei spielt es keine Rolle, welche Erfahrungen wir gerade machen. Alles ist gut. Erfahre und erforsche wie es ist unglücklich zu sein, wenn es das ist, was gerade da ist. Lerne das Gefühl kennen, lasse dich darauf ein. Es kommt nicht darauf an, ob du bleibst oder gehst. Es kommt nur darauf an, das zu fühlen, was gerade hier ist. Wende deine Achtsamkeit nach innen, lausche in dich hinein. Erst dann wirst du offen sein, für das, was das Leben von dir will. Erst dann wirst du wirklich hören können. Das Leben spricht ständig zu uns. Aber es sind keine Worte. Sei einfach still.
Fragende: Vielen Dank für deine Zeilen, ich lese sie oft und versuche immer wieder bei mir zu bleiben.
[81]: Vor einiger Zeit habe ich mir hier die Interviews mit dir angesehen. Ich schaue seit ein paar Wochen die Satsangs mit Samarpan an und fühle mich davon sehr angezogen. Jetzt habe ich dich beim Satsang in Stuttgart wieder erkannt...
Frage [81]: Ich habe den Impuls dir zu schreiben. Vor einiger Zeit habe ich mir hier die Interviews mit dir angesehen. Ich schaue seit ein paar Wochen die Satsangs mit Samarpan an und fühle mich davon sehr angezogen. Jetzt habe ich dich beim Satsang in Stuttgart wieder erkannt, als du ihm dein Gedicht vorgelesen hast. Auch ich mag Gedichte und habe vor einigen Jahren auch geschrieben. Jetzt, in einer schweren Phase kommt mir der Gedanke daran, wieder zu schreiben. Doch wenn ich an damals denke, habe ich beim Schreiben immer sehr meinen Verstand eingesetzt. Ein Text hat sich oft noch verändert, bis er fertig da stand. Jetzt, da ich lerne meine Gefühle zu fühlen, scheint es mir fast unmöglich ein Gedicht nieder zu schreiben. Es existiert inhaltlich in meinen Gefühlen. Versuche ich diese aber in die Form der Worte zu bringen mischt sich der Verstand ein und es ist nicht mehr das, was es eigentlich ist. Kennst du das? Noch etwas anderes. Auch ich arbeite mit behinderten Menschen. Seit über 24 Jahren schon. Ich finde es so toll, wie viele dieser Menschen mir täglich zeigen, wie das Leben für uns sorgt. Ganz einfach. Danke für deine Arbeit hier auf dieser Seite!
Suprya: Dankeschön für deine freundlichen Worte. Bei mir ist es so, dass Gedichte oft dann entstehen, wenn es wieder ganz still in mir ist. Wenn Gefühle "durchgefühlt" worden sind, wenn körperliche Empfindungen Raum haben durften, wenn ich darin ganz verschwinden konnte, dann wendet und wandelt sich etwas in mir und es ist wie ein neues Auftauchen, ein neues Geborenwerden und darin finde ich Worte, die das neue Auftauchen begleiten. Und manchmal ist es auch so, dass die Worte purzeln im sich Einlassen auf das was gerade ist. Es ist unterschiedlich und es geschieht aus einem Impuls heraus. Und dass der Verstand dabei auch eine Rolle spielt, versteht sich von selbst, denn er hilft mir beim Formulieren. Aber es ist nicht der Verstand, der die Dinge erschafft, er ist nur bei der Verarbeitung behilflich. Und dafür ist er ja auch da. Schön, dass du auch nicht nur diese Berufung mit mir teilst, sondern auch den gleichen Beruf hast. Schön, dass das Leben dich an diese Stelle gesetzt hat um zu wirken.
[80]: Was kann ich konkret tun um zur Einheit zu gelangen? Kannst du mir bitte helfen, ich weiß nicht mehr weiter.
Frage [80]: Was kann ich konkret tun um zur Einheit zu gelangen? Kannst du mir bitte helfen, ich weiß nicht mehr weiter.
Suprya: Du kannst nichts tun. Und du brauchst auch nichts zu tun, denn du selbst bist das, was du suchst. Wende deine Aufmerksamkeit nach innen, du kannst im Außen nichts finden. Finde das, was unveränderbar ist. Finde das, was schon längst da ist, schon da war und immer da sein wird. Du kannst es nicht benennen. Es ist. Alles was kommt und geht kann es nicht sein. Auch Erfahrungen sind lediglich Erfahrungen, die kommen und gehen und sich permanent verändern. Was ist unveränderlich? Wer nimmt wahr? Denke nicht nach, sondern lasse dich sanft nach innen fallen. Sei still in dir und beobachte einfach nur.
[79]: ...Die Situation ist also die, dass ich allein lebe, allein bin, keinen Job und keine Beschäftigung habe überwiegend meine Zeit allein verbringe und überwiegend keine Lust und keine Kraft habe etwas zu tun...
Frage [79]: Liebe Suprya, lange habe ich nichts von mir hören lassen. Es geschah nicht. Neulich habe ich dich bei Samarpan online gesehen und in mir war spontan so eine Freude, dich zu sehen als wenn ich eine mir sehr vertraute Freundin? Schwester? wieder sehe... obwohl wir uns persönlich nie begegnet sind. Und dann hast du dein Gedicht an Samarpan vorgelesen und das hat mich so sehr berührt und war mir so nah. Da war spontan das Gefühl, ich möchte dir das schreiben, einfach ein hallo, und dann habe ich es immer wieder vergessen. Vorhin beim Abwaschen bei mir in der Küche war plötzlich dieser Impuls wieder da, dir zu schreiben, eben über diese Begegnung mit dir und heute aber auch mit einem Anliegen oder einer Frage oder mit dem was mich grad die Tage so beschäftigt mit anbei, etwas was mich drückt und bedrückt und vielleicht kannst du mir dazu etwas sagen, das mir hilft, klarer zu sehen.
Ich lebe seit 15 Jahren allein. Seit ca. 7 Jahren solo, also auch ohne Beziehung. Habe keine eigene Familie, also keine Kinder. Seit 6 Jahren keinen Job. Bin krank. Seit letztem Jahr aufgrund dessen frühberentet zunächst für 2 Jahre. Die Situation ist also die, dass ich allein lebe, allein bin, keinen Job und keine Beschäftigung habe überwiegend meine Zeit allein verbringe und überwiegend keine Lust und keine Kraft habe etwas zu tun. Seit Jahren mache ich nur das Allernötigste: Einkaufen, meine Wohnung einigermaßen in Ordnung halten, mich selbst versorgen. Das geht grad so, dass ich das alleine schaffe. Auch Verabredungen kann ich nur im geringen Maße verkraften, ebenso Telefonate - einfach keine Kraft, keine Energie fürs Reden und Machen und Tun. Zu nichts Lust, außer in der Natur sein, ab und zu jemand treffen, aber eher selten. Und was mir wirklich Spaß macht, das ist im Satsang zu sein. Leider ist meine Frührente nicht genug, ich bekomme ergänzend Sozialhilfe, sonst würde ich öfters zu Retreats mit Samarpan fahren. Ja, das ist das einzige, was mir Spaß macht. Seit Jahren habe ich zu nichts Lust, kein Hobby, obwohl ich viele Talente habe und künstlerisch begabt bin, aber es zieht mich nichts, es begeistert mich nichts. Da ist einfach nur dieser Sog in das Nichts Tun, einfach nur Verharren im Nichts Tun, einfach nur Sein. Doch hier schaltet sich der Verstand ein, oder ich weiß nicht?! Der mir sagt, vielleicht mache ich etwas falsch, vielleicht bin ich nur depressiv (was teilweise manchmal auch da ist, depressiv-sein), vielleicht sollte ich nicht allein wohnen, sondern mit jemandem zusammen, mit Menschen, in einer WG.... vielleicht, wenn ich jemanden um mich herum habe, dass mich das zu etwas beflügeln würde. Weißt du, obwohl ich jetzt schon so lange allein lebe, also eine Wohnung ganz für mich allein bewirtschafte, ist da immer noch das Gefühl der Angst, dass ich das nicht schaffe, dass mir das zu viel ist, dass jemand um mich herum fehlt, dass da jemand sein müsste, eine Person (Mann oder Frau, vorzugsweise Mann glaube ich, oder halt eine starke Person) auf die ich mich notfalls stützen kann oder an die ich mich irgendwie anlehnen kann, einfach indem diese Person einfach da ist. So ist das zumindest in meiner Vorstellung. Ich weiß nicht was das ist. Dieses Gefühl begleitet mich besonders in diesen letzten Jahren, wo ich alleine lebe. Aber eigentlich begleitet mich dieses Gefühl schon seit je her, glaube ich. Es ist immer wieder dieses Gefühl. Ich allein kann aus mir heraus nicht existieren, oder nicht überleben, oder eben nicht zufriedenstellend leben. Es gibt nichts und niemanden an den ich mich anlehnen kann und nichts und niemanden um den sich mein Leben drehen würde und könnte: kein Job, kein Kind, kein Hobby, kein Haustier (ich hab's nicht so mit Tieren auch wenn ich diese bei anderen streicheln mag) - also einfach nichts, was meinem Leben eine Art Zentrum verleihen würde - sozusagen ein Leben ohne Zentrum..... und ich schaffe es nicht, mir selbst genug zu sein..... da ist wie gesagt immer dieses Gefühl, da müsste irgendjemand sein, der mir Halt und Sinn gibt und eventuell auch eine Aufgabe, die mich total ausfüllt. Einmal habe ich einen kranken Freund mit Depressionen bei mir aufgenommen, für 2 Wochen. Obwohl ich selbst körperlich total am Limit war, hat mir das aber auch Energie verliehen, obwohl es auch belastend und schwer war. Doch da war dieses, egal wer, Hauptsache nicht allein, glaube ich. Es war eine Not da, ein Freund war in Not und es war Kraft und Freude da für ihn da zu sein, für eine begrenzte Zeit. Was ist das Suprya? Dieses Gefühl, es sollte, es müsste jemand da sein, der mir Halt gibt oder jemand in meiner Nähe, der einfach nur da ist, was ist diese Angst oder Unbehagen allein zu wohnen, zu sein? Ist das eventuell, weil ich aus einer Großfamilie komme und immer von Menschen umgeben war und bis zu meinem 14. Lebensjahr noch nicht einmal ein eigenes Bett hatte, geschweige denn ein eigenes Zimmer (in Russland aufgewachsen)? Das Bett hatte ich mit meiner Schwester geteilt. Später hier in Deutschland teilte ich dann das Zimmer mit meiner Schwester. Mit 21 Jahren verließ ich mein Elternhaus und bis zu meinem 38. Lebensjahr habe ich immer entweder in Paarbeziehung und später in WGs gewohnt, so auch in Poona. Wie gesagt, seit 15 Jahren lebe ich komplett allein. Seitdem ich auch keine Partnerschaftsbeziehung habe ist dieses Allein-wohnen wirklich ein Allein-wohnen und seit dem ich nicht mehr arbeite umso mehr. Hier stelle ich mir immer wieder die Frage, ob ich lieber in einer WG wohnen sollte. Aber auch hier habe ich Angst und weiß schlicht und einfach nicht wohin und was das richtige für mich ist. In den letzten 4 Jahren bin ich 2 Mal umgezogen und habe für das Experimentieren nicht die nötige körperliche Verfassung. Meine jetzige Wohnung ist extrem hellhörig. Vor einigen Wochen gab es so massive Lärmbelästigungen, die auch andere Nachbarn "Kopf stehen" ließ, sodass ich einmal in der Zeitung nach Wohnungen geschaut habe, darunter auch eine 2er WG. Der Mann, der eine 2. Person zum mitwohnen sucht, war mir sympathisch, und generell kann ich es mir vorstellen. Und doch hält mich etwas zurück, ich weiß nicht, ob es der Umzug an sich ist, meine körperliche Verfassung (permanente Erschöpfung und Kraftlosigkeit)? Oder dass nun seit Wochen hier im Haus und somit in meiner Wohnung total ruhig ist? Was ist das, das ich denke, ich kann nicht aus mir / für mich allein existieren? Und auf der anderen Seite weiß ich, die Zeiten wo ich in Beziehung oder in WGs gelebt habe, da habe ich mich auch nicht gehalten oder weniger allein gefühlt. Und doch will der Kopf mir einreden: "aber vielleicht kann es diesmal anders sein..." Manchmal sehe und spreche ich tagelang keinen Menschen, außer beim Einkaufen. Und mir ist meistens auch nicht nach Verabreden, jemanden zu besuchen oder dass mich jemand besucht und da entsteht diese Vorstellung, vielleicht wäre es gut, mit jemandem zu wohnen, einfach das jemand in der Nähe ist, dem ich in der Küche begegne und einfach das Gefühl, dass jemand da ist und dass man sich gegenseitig behilflich sein kann mit praktischen Dingen, mit Kleinigkeiten. Wie gesagt, was ist das, das mich da verfolgt, auch wenn ich weiß, dass im Außen nichts und niemand mir einen Halt, eine Geborgenheit geben kann und nichts und niemand mir die Angst und das Gefühl des Alleinseins oder der Einsamkeit nehmen oder zerstreuen kann. Kannst du mir dazu etwas sagen, Suprya?
Suprya: Schön, von dir wieder zu hören. Ja, ich fühle mich auch sehr mit dir verbunden. Ich kann so gut nachfühlen, was du empfindest und erlebst. Ich glaube der einzige Haken an der Sache ist der Verstand. Er hindert dich daran wirklich tief in dein Alleinsein hineinzutauchen. Er "nagelt" dich irgendwie fest. Und so bewegst du dich ständig zwischen Hingabe und Widerstand. Lass einmal die ganze Geschichte los. Kümmere dich nicht um gedankliche Inhalte, um deine Geschichte oder um Vorschläge und Erklärungen. Du bist allein. Du hast keinen Job und keine Energie daran etwas zu ändern. Da ist kein Partner und keine "starke Hand", die dich hält. Du bist erschöpft, betrübt, fühlst dich krank und unzufrieden. Es geht darum, dieses zu fühlen. Sei das alles total. Lasse dich in das was da ist und in das was offensichtlich ist, hinein fallen und ignoriere deinen Verstand. Kehre immer wieder zu deinem körperlichen Spürbewusstsein zurück. Atmung, Herzschlag, Bauch, Brust, Gesicht.... wie fühlt es sich in deinem Körper an. Wenn Gedanken auftauchen, wende dich immer wieder sanft deinem Körper zu. Gehe durch die Gedanken hindurch, wie durch einen sanften Regenschauer. Du kannst die Gedanken nicht verhindern, aber sie können auch dein Inneres nicht wirklich berühren. Gedanken sind nur oberflächlich. Kümmere dich nicht darum. Lasse dich in dich selbst hineinziehen. Und wenn Angst da ist, es könnte dich überwältigen, dann nehme die Angst da mit hinein. Nehme die Angst an die eine Hand und den Mut an die andere. Denn da wo Angst ist, ist auch Mut. Sie sind ein Paar. Du hast die Wahl, wohin du deine Aufmerksamkeit richtest. Nehme es als eine Übung, die du nicht aus den Augen verlierst. Kehre mit deiner Aufmerksamkeit immer wieder in die Wahrnehmung deines Körpers zurück. Wenn es Antworten für dich gibt, dann warten sie bereits tief in deinem Innern. Lausche in die Stille. Falle in dein urgründiges Vertrauen, dass auf dich wartet. Und wenn Gedanken auftauchen: Niemand zwingt dich, einen Gedanken zu Ende zu denken. Das hat mir mal ein Lehrer gesagt. Dieser Satz hat mich immer begleitet. Ich gebe ihn an dich weiter und umarme dich von Herzen. Sei liebevoll und sanft mit dir. Du bist es wert.
Fragende: Eben grade, nachdem ich den Brief an dich wegschickte kam mir ergänzend noch: Da ist dieser Wunsch, dass einfach jemand da ist, dass es unterstützend ist, wenn man jemanden unmittelbar fragen kann: "Was meinst du dazu?" oder "Kannst du grad mal kommen und das halten.... oder mir dabei helfen...?" und das man nicht allein ist. Ja, das ist es, eben dieses nicht allein sein wollen. Gibt mir das Leben dieses Allein-Wohnen genau deswegen?
Suprya: Ja, ich weiß, was du meinst. Hast du schon mal einen Hilferuf aus tiefstem Herzen in die Welt geschickt? Ist es nicht auch das "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?", das uns auf uns selbst immer wieder geduldig zurück wirft, wenn wir durch diese Verzweiflung gegangen sind? "Steig ein in dein Papierschiff und segle hinaus in die wilden Meere." Dieser Satz entstand in mir einmal während einer dunklen einsamen Nacht. Wenn dieses Alleinsein in der Tiefe und in der Unumkehrbarkeit gefühlt werden kann, wächst daraus pure Kraft und Leidenschaft. Steig ein.... Ich umarme dich von Herzen.
Fragende: All die Tage und mittlerweile Wochen konnte ich dir nicht schreiben. Eben grade habe ich mich "gezwungen" es einfach zu versuchen und so bin ich nun in diesem Versuch. Ich schaue die Tage online-Satsang mit Samarpan in Korfu und bin so unendlich traurig, nicht dorthin gefahren zu sein und all meine Schwestern und Brüder dort bei ihm zu sehen und mir diese Reise nicht gegönnt zu haben, ich alter Geizkragen. Da ich aufgrund körperlicher Verfassung immer noch nicht arbeiten kann und mir nichts dazu verdienen kann und mit Hartz IV auskommen muss, bin ich noch ängstlicher geworden, als ich sowieso schon war. Die paar letzten Euros Reserve, die ich noch habe, verbrauche ich für kleine Extras, wie z.B. dass ich mir immer noch ein Auto leiste, oder alternative Behandler aufsuche und dann auch mal zu Samarpan zum Retreat fahre. Ansonsten gebe ich Geld nur für Lebensmittel aus. Ich sehe, dass ich an dem bisschen vermeintlicher Sicherheit, meine letzte!!!, dem bisschen Ersparten, etwas um die zweitausend Euro, so hänge oder versuche daran anzulehnen oder wie soll ich das beschreiben. Du sagst, "Steig ein in dein Papierschiff und segle hinaus in die wilden Meere." Dieser Satz irritiert mich. Das bedeutet ja, da ist kein Schiff das mich trägt, von sicher gar nicht zu sprechen. Ein Papierschiff noch weniger als ein stabiles Schiff aus festem Material, das ja auch zerschellen oder untergehen kann. Dieser dein Satz erinnert mich umso mehr daran, dass es keine Sicherheit im Außen gibt. Ja, ich weiß es und doch ist da noch eine Art Kampf? oder ein Sehnen nach dieser Sicherheit, wobei ich selbst nicht weiß, wie das Leben aussehen müsste, damit ich mich sicher fühle. Habe ich schon mal einen Hilferuf aus tiefstem Herzen in die Welt geschickt? Ich meine schon, ich weiß nicht ob es tief genug war... Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich weiß nicht ob ich es je so formuliert habe? Innen brennt beständig dieser Schmerz oder dieses Gefühl von Verlorensein, Alleinsein, mich überfordert fühlen mit den kleinsten Anforderungen des Lebens, so als wenn ich nicht allein auf meinen Beinen stehen kann, als wenn sie mir jeden Moment versagen könnten und beständig unter der Last des Lebens zittern, in Schwäche und Angst. Dabei habe ich nichts zu tun, kein Mann, kein Kind, keine Arbeit, kein gar nichts - und doch ist da dieses Gefühl der Überforderung und dass mir alles zu viel ist. Ich fühle mich jämmerlich und verurteile mich, dass ich dir oder Samarpan mein Leid klage und dieser Satz ist vielleicht auch nur ein Trick des Verstandes um mich zu entschuldigen für dieses Jammern, das endlos ist und der Verstand all das endlos abspulen kann. Ich spüre meinen Atem, mein Schwersein, Nicht-Wissen, Angst, verloren in der Unendlichkeit, allein...
Suprya: Nein, es gibt keine Sicherheit. Die ganze Welt ist ein Papierschiff im wilden Meer. Gehe darin unter und schaue was nicht untergehen kann. Wenn da in dir noch das Feuer brennt, Verlorensein, Angst, Schmerz, dann lass es brennen. Dieses Feuer verbrennt alles und lässt das übrig, was du wirklich bist. Zwei Bilder für ein und dasselbe. Ich umarme dich.
Fragende: Danke für deine Antwort. Ja, die letzten beiden Sätze darin, die treffen mich ganz sanft und leise und tun mir gut. Sie sind schlicht und gewaltig zugleich, etwas in mir wird ganz stark berührt. Dieses "....lass es brennen....." und "Dieses Feuer verbrennt alles und lässt das übrig, was du wirklich bist." Da ist wieder dieses "Ich kann nichts tun, nur zuschauen, wahrnehmen, darin sein, ...." so gut ich kann... ohne, dass im Außen sich etwas ändern muss - aber darf und kann.
[78]: Wie ist das eigentlich mit der Zeit? Ich "weiß", dass es keine Vergangenheit und auch keine Zukunft gibt, sondern nur das Hier und Jetzt. Ich kann keine einzige Sekunde aus der Vergangenheit jetzt leben und fühlen, ebenso nicht die Zukunft...
Frage [78]: Wie ist das eigentlich mit der Zeit? Ich "weiß", dass es keine Vergangenheit und auch keine Zukunft gibt, sondern nur das Hier und Jetzt. Ich kann keine einzige Sekunde aus der Vergangenheit jetzt leben und fühlen, ebenso nicht die Zukunft. Nach der Aufarbeitung meiner früher nicht gelebten Gefühle, spüre ich, dass all die scheinbaren "Geschehnisse" nicht geschehen sind, dass sie nur in meiner Gedankenwelt scheinbar geschehen. All die Menschen in meinem Leben spielten und spielen nur ihre Rolle als Projektionen meiner selbst im göttlichen Spiel, und alles war und ist gut und fördert mich, auch wenn ich es nicht immer gleich erkennen kann. Es gibt keinen Menschen, dem ich nicht vergeben könnte und ich liebe sie alle, wie sie sind, will sie nicht mehr ändern oder bekehren. Viele, darunter auch meine Familie und langjährige Freunde "vertragen" meine Offenheit und mein Einstehen für mich und meinen Weg nicht, und gehen aus meinem Leben. Anfangs war das sehr schmerzhaft für mich, und durch Annahme, was ist, ist es jetzt gut für mich. Ich fühle mich damit rund und ganz und angenommen. Ich lasse mich führen, mache keine Pläne, habe keine Wünsche, und das können die "anderen" nicht verstehen. Sie halten mich für egoistisch, weil ich ihnen nicht das gebe, was sie wollen, wie Schmeicheleien, sondern ich ihnen das gebe, was ich gerade fühle, was sie brauchen. Ist das das Leben? In Gott, in der Ewigkeit? Einfach nur zu sein, sich führen zu lassen? Wie kann ich das Leben ernst nehmen, wenn alles gar nicht in "Wahrheit" geschieht? Und wie kann ich mit den Menschen sein, deren Sorgen zwar Mitgefühl bei mir erwecken, meine Äußerungen aber nicht verstehen können? Ich fühle mich nicht mehr zugehörig zu ihnen, sehe sie mit Mitgefühl, aber nicht mehr mitleidend wie früher.
Suprya: Danke für deine Beschreibungen. Ich kann sehr gut aus ihnen erkennen, wo du gerade stehst. Spricht da nicht der Teil aus dir, der sich einsam fühlt? Und - wie du schreibst - nicht mehr zugehörig, und ist darüber Schmerz spürbar? Oder ist da eher eine "kalte" Gleichgültigkeit? Und auf der anderen Seite kannst du nichts dafür tun, dass es anders wäre? Vielleicht ist dies die Zeit, um den Schmerz des Alleinseins wahrzunehmen. In den Begegnungen mit anderen Menschen und auch durch die eigene Erfahrung weiß ich, dass dieses Spüren, dieses schmerzhafte Erkennen "Ich bin allein" wohl mit zum Prozess der Selbsterkennung dazu gehört. Es will einfach die Wahrheit gelebt werden. Die Wahrheit nach Authentizität und die Sehnsucht danach, keine Kompromisse mehr machen zu müssen. Da werden alte Konditionierungen abgestreift und leere Glaubenssätze greifen nicht mehr. In dieser Zeit ist es so, dass die meisten Menschen um dich herum, dieses nicht möchten. Sie sind nicht interessiert an deiner Freiheit, weil es sie an die eigene Unfreiheit erinnert. Und auch hier sind die Menschen in deiner Umgebung ein Spiegel deiner Selbst. Es gibt noch den Teil in dir, der zögert, den Teil der zweifelt. Es genügt vollkommen. dieses zu erkennen und anzuerkennen. Alles andere geschieht von alleine. Ja, überlasse dich dem Leben, lasse dich führen. Manchmal geht es durch Schmerz und Trockenheit, alte Häute werden abgestreift und du fühlst dich verletzlich und sehr empfindsam, nackt. Einsam, verlassen. Gehe durch alles aufmerksam und aufrichtig durch. Das Leben führt dich. Und, das, was alle Prozesse wahrnimmt, die für dich richtig sind, ist immer unbewegt und still. Vertraue einfach. Es wird auch eine Zeit geben - auf der phänomenalen Ebene, in der du dich ja auch bewegst, muss Zeit nicht geleugnet werden - da ist es wieder möglich, den Menschen das zu geben, was sie brauchen. Du kannst ihnen schmeicheln und dich ihnen zuwenden, ohne dass deine Stille infrage gestellt wird. Und es wird sogar so sein, dass diese Stille, bei allem was du tust, immer und überall mitfließt und vielleicht auch wahrgenommen wird. Sei einfach diese Stille, sei dieser Frieden und es ist egal was du tust, es ist egal wie du dich verhältst. Vertraue der Weisheit des Lebens. Und vertraue, dass jeder Weg ein ganz individueller Weg sein wird. Dass niemand - auch nicht du selbst - ihn kennen kann. Ich umarme dich von Herzen und ich freue mich, dass du da bist.
Fragende: Ich danke dir für deine lieben und mitfühlenden Worte in deinem Antwortschreiben im März. Erst konnte ich damit nicht soviel anfangen, ich fühlte zwar, dass du recht hattest und die Wahrheit aus dir sprach, aber ich konnte es noch nicht selbst "greifen". Deswegen habe ich Zeit gebraucht und die Erfahrungen in der Zeit bisher, um jetzt deine Antwort voll und ganz annehmen zu können. Natürlich darfst du meine Fragen auch veröffentlichen – jedem, der auf der Suche nach dem wahren Selbst ist, hilft es auf seinem Weg.
Die Erkenntnis des Alleinseins, dass es keinen anderen gibt, dass es nichts im Außen gibt, dass alles nur eine Illusion, eine Vorstellung ist, was ich scheinbar in dieser erscheinenden Welt erlebe, war zuerst nur Erleichterung, Entspannung für mich. Es gibt nichts zu tun, Es tut alles. Ich kann mich führen lassen, mich Dem hingeben, alles annehmen, was kommen will. Ich bin eine Idee Gottes, ruhe in Gott, habe meine Quelle nie verlassen. Träume dort nur, dass ich in dieser Welt erscheine und all die Erfahrungen mache, die mir nützlich sind auf meinem „Weg“ nach Hause. Ebenso hilft die Begegnung mit mir und den daraus entstehenden Erfahrungen auch allen anderen auf ihrem Weg.
Und dann wurde es mir so sehr bewusst, dass ich alles, was ich mit anderen erlebe, mit mir selbst erlebe. Was ich zu anderen sage, sage ich zu mir selbst. Ihre Unfähigkeit zu erkennen ist meine Unfähigkeit zu erkennen.
Gestern hatte ich die Erfahrung, dass es bei meinem Partner, meinen Eltern, Geschwistern, Freunden – eben all den Menschen, die ich liebe, mit denen ich mein bisheriges Leben verbracht habe, die Unfähigkeit ist, über sich selbst zu reflektieren, was sie scheinbar so „stur“ macht und sie deswegen in ihrem Leben immer „gleich“ bleiben und immer gleich reagieren. Sie können nicht über sich selbst nachdenken, können keine Fehler bei sich selbst erkennen, und daher auch keine Veränderung bei sich selbst bewirken. Ihnen fehlt die Möglichkeit zur Selbsterkenntnis. Es ist keine Motivation vorhanden, sich selbst zu erkennen und die Wahrheit zu suchen. Deswegen reagieren sie aggressiv und weisen jeden Hinweis auf einen „Fehler“ zurück, beschuldigen mich, dass ich Unrecht habe, und vermeiden in Zukunft die Konfrontation damit, indem sie mir ausweichen, mit mir nichts mehr zu tun haben wollen, wenn ich nicht so „einfach“ zu handhaben bin, wenn ich nicht so oberflächlich bin, wie sie mich haben wollen, um ihr Ego zu stärken.
Seit Jahren sage ich meinem Partner, habe es davor meinem Exmann gesagt, dass sie mich nur lieben können, wenn ich "einfach", d.h. oberflächlich bin, wenn ich so bin, dass es sie keine Anstrengung kostet, mit mir zu sein. Jedes Gespräch, das ich führen wollte, das in die Tiefe ging, verlief mit beleidigt sein und Rückzug bei ihnen und mit Kummer und Verzweiflung bei mir. Ich zweifelte an mir, ob ich denn verrückt bin. Ich "wusste", dass es da mehr gibt, als das, was ich mit meinen Partnern und Familie erlebte, aber ich dachte, dass sind Hirngespinste, weil ich niemals die Bestätigung bekam, dass ich richtig bin.
Ich habe immer gespürt, dass ich anders bin, habe mich oft gefragt, ob ich wirklich in dieser Welt bin, ob ich wirklich diese Straße herunterlaufe, oder ob ich das alles nicht doch träume. Schon als Kind war das so, und auch oft als Erwachsener habe ich an der Echtheit meines Seins in dieser Welt gezweifelt. Wenn ich mit meinem Mann darüber gesprochen hatte, tat er es als Überarbeitung oder so ab. Daher kam mir nie in den Sinn, dass ich recht haben könnte, dass diese Welt wirklich nicht echt ist, dass ich all das träume. Ich dachte immer, ich will etwas haben, was es nicht gibt.
Und jetzt kam mir die Erkenntnis, dass ihre Unfähigkeit, über sich selbst zu reflektieren, meine Unfähigkeit ist, zu erkennen, dass sie eben so sind, wie sie sind. Dass sie genau so von Gott "gemacht" worden sind, und richtig sind. Dass sie genau so sein müssen, wie sie sind, damit sie ihren Weg nach Hause finden können. Diese fehlende Motivation, diese Trägheit, alles Nachsinnen über den Sinn des Lebens in dieser Welt zu vermeiden, ist genau das, was sie brauchen in ihrer Entwicklung. Sie haben erst noch andere Erfahrungen zu machen, bevor sie an die "Reinigung" gehen können.
Für mich bedeutet das, dass ich wirklich nichts mehr zu tun brauche. Ich muss keinem mehr die Wahrheit erzählen, der nicht dafür bereit ist, der nicht danach fragt. Er hat keinen Resonanzboden für die Wahrheit, kann nichts damit anfangen. Im schlimmsten Fall unterstützt es nur ihr Ego: "Ich brauche mich gar nicht anzustrengen, es kommt alles, wie es kommen soll. Es gibt nichts zu tun. Ich bin richtig, so wie ich bin!" Weil ihnen die dazugehörige eigene Erfahrung von der Weisheit des Seins fehlt, bestärkt es nur ihr Ego, und sie fallen noch tiefer in Schlaf, werden noch bequemer. Es erscheint einfach noch nicht bei ihnen, dass sie die Echtheit ihres "Ichs", ihres Egos, ihrer Glaubenssätze, ihrer Überzeugungen anzweifeln. Es fehlt ihnen noch die Reife dazu. Scheinbar muss es erst Schmerz und genügend Leidensdruck geben, dass ich dieses Leben so nicht mehr leben will, wie es ist. Ich muss erkennen, dass ich die anderen nicht ändern kann, dass ich nur bei mir etwas verändern kann. So wie Krishna sagte, muss ich ein eingerolltes Papier, unser bisheriges konditioniertes Leben erst in die entgegengesetzte Richtung ausrollen, um wieder zur ursprünglichen glatten Form des Papiers zu kommen, zu unserem ursprünglichen Seinszustand - eine Geisteswandlung um 180 Grad.
Ich hatte immer das Gefühl, dass ich meine Lieben quäle, wenn ich ein Gespräch über das Leben führen wollte, wozu wir hier sind, was unsere Aufgabe in diesem Leben ist. Jetzt weiß ich, dass sie wirklich gequälte, in sich gefangene, eingesperrte Seelen sind: Sie spüren auch, dass es mehr gibt, ganz subtil, ganz zart findet die Wahrheit Anklang in ihnen, fällt auf den göttlichen Kern in ihnen, aber er ist nicht greifbar für sie. Und deswegen wird es vermieden, die geistige Welt zu betreten. Das Verharren in der bekannten materiellen Welt ist für sie sicherer, anfassbarer, realer.
Ich schreibe dir, weil ich mich so allein in dieser Welt fühle, und keinen Menschen habe, mit dem ich über die Wahrheit erzählen kann. Als ich die Gnade erfuhr, zu erkennen, dass ich in Gott bin, und er mich durchdringt, dass ich mich niemals von ihm getrennt hatte, dass ich Das bin, konnte ich das mit niemandem teilen. Mein Partner verstand nichts davon, hielt mich für verrückt. Ich schrieb Samarpan, und erst da hatte ich das Gefühl, richtig zu sein! Als ich zum ersten Mal seinen Satsang besuchte, wurde mir klar, dass Es echt ist, keine Einbildung von mir. So viele Menschen auf der Suche nach der Wahrheit.
Meine innere Welt ist mit der äußeren Welt noch nicht in Einklang. Immer wieder kommt der Verstand und will etwas tun, planen für die "Zukunft", etwas von mir wissen, was ich nicht wissen kann: Werde ich bis an das irdische Ende allein in dieser Welt sein? Werden all diese Menschen aus meinem Leben gehen? Kann es Gottes Wunsch sein, dass ich bei meinem Partner bleibe, damit er bewusster wird? Ich weiß, dass das alles nicht in meiner Hand liegt, und dass Gott, das Leben mir immer das schickt, was mir nützlich ist. Ich möchte meine Erfahrungen so gerne mit anderen teilen, möchte für ihre Fragen da sein, möchte ihnen das schenken, was mir geschenkt wurde, ihnen ein Wegbegleiter sein, ihnen Freude und Erleichterung bringen, mit ihnen sein. Wenn ich in "schlechter" Verfassung bin, stelle ich mir vor, dass ich bis ans Ende des Körperdaseins allein sein werde, immer gefangen in diesem Körper, und gezwungen ein Leben in Einsamkeit zu leben, ohne Verständnis der "anderen", nur ich soll immer Verständnis für sie haben, das verleugnen, was ich wirklich bin. Für mich gibt es keine "Seelennahrung" bei ihnen.
Ich bin nicht bekümmert, es ist kein Leid da, weil außen keiner ist. Innerlich fühle ich mich beschützt und sicher und richtig. Das Außen läuft weiter, aber ich weiß immer, dass ich da bin, in Dem bin, und ich hier bin. Doch jetzt bin ich hier in dieser Welt, lebe hier von einem Moment zum anderen.
Wie war das bei dir? Hattest du auch solche Gedanken? Wie hat es sich ergeben, dass du suchenden Menschen hilfst? Kam bei dir auch immer wieder der Verstand, der dir sagt, dass du etwas tun sollst? Es hilft mir, wenn du von deinen Erfahrungen berichtest, so wie du es letztes Mal getan hast. Dann fühle ich mich nicht so allein.
Suprya: Danke für deine ausführliche Rückmeldung. Bei all dem was du für dich erkannt hast, bist du immer noch nicht bei dir selbst angekommen. Du kümmerst dich immer noch um die Angelegenheiten anderer, möchtest aus ihnen bessere spirituelle Menschen machen. Die Gefahr ist, dass du dich dabei selbst in ein spirituelles Abseits katapultierst und dich für fortgeschritten und weiter hältst als alle die anderen Menschen, die in deiner Umgebung sind. Die Wahrheit ist: Alle Menschen sind gleich weit oder nah an Gott. Es gibt keinen Unterschied. Jemand der an Gott nicht interessiert ist oder jemand der sich noch niemals mit Erwachen, Bewusstsein oder Selbstreflektion beschäftigt hat ist nicht weiter weg von Gott. Es sind alles Reflektionen und Spiegelungen des einen Seins in seinen vielen Spielarten und Facetten. Dein Mann ist genauso ein Buddha, wie jedes Mitglied in deiner Familie. Du kannst nichts über die Wahrheit wissen, nicht über deine und schon gar nicht über die Wahrheit eines anderen. Gott will sich leben, das ist alles. Und er lebt sich durch jedes Individuum, erfährt sich in jeder Spielart des Seins, in allen Dingen. Gott ist mitten unter uns. Alles was du im Außen finden kannst, dient deiner eigenen Reflektion, dient Gott.
Spiele einmal damit: Alles was du mir geschrieben hast über andere, beziehe es auf dich. Wenn du bei anderen die Unfähigkeit erkennst über sich selbst zu reflektieren, so ist das vielleicht ein Hinweis auf eine eingeschränkte Akzeptanz. Kannst du den anderen so reflektieren und vor allem so lieben wie er ist? Oder wertet und urteilt der Verstand da ganz schnell und ist davon überzeugt schon viel weiter zu sein als die anderen? Erkenne, dass das nur der Verstand ist, der sich die Erleuchtung zueigen machen möchte. Du kannst das, was du bist nicht erreichen, nicht erdenken oder erfahren. Denn in jeder Erfahrung steckt Gott bereits selber drin. Egal was es auch ist. Kein Unterschied. Denke nicht soviel nach. Sei still in dir. Du kannst es nicht in Worten erkennen, vielleicht ausdrücken, vielleicht singen oder tanzen, aber niemals benennen. Halte dich einfach bei "Ich bin" auf und lebe dein Leben. Das genügt vollkommen. Stille Grüße an dich, Suprya.
[76]: Ich bin 49 und meditiere seit 24 Jahren. Meine "Sponsoren" sind Osho, Eckhart Tolle, Samarpan und andere. Seit zehn Jahren leide ich unter Depression und körperlichen Schmerzen...
Frage [76]: Ich bin 49 und meditiere seit 24 Jahren. Meine "Sponsoren" sind Osho, Eckhart Tolle, Samarpan und andere. Seit zehn Jahren leide ich unter Depression und körperlichen Schmerzen. Insgesamt habe ich ständig ein grauenvolles Körpergefühl. Weiterhin fühle ich oft Angst, bald sterben zu müssen. Ich versuche das liebevoll anzunehmen aber das ist sehr schwer, weil es so umfangreich und so stark ist. Nachdem ich mir viele Erleuchtete angehört habe denke ich jetzt, dass es sowieso egal ist was ich mache, weil Erleuchtung, und das sagen alle Erleuchteten, sowieso nur durch Gottes Gnade kommt. Eckhart Tolle z.B. hat seinen grauenvollen Zustand überhaupt nicht annehmen können, im Gegenteil, er wollte es weg haben und sich sogar selbst töten, als dann für ihn die Erleuchtung geschah. Also ist doch eigentlich alles gleichgültig. Wir Menschen können in Wahrheit gar nichts tun, um unser wahres Selbst zu finden. Auch nicht in Satsangs oder im Kontakt mit Erleuchteten. Die Erlösung kommt sowieso nur wenn Gott es will, unabhängig davon, ob ich gegen mich kämpfe oder liebevoll bin oder meditiere oder gar nichts mache. Ohne die Gnade Gottes ist doch alles was ich tue oder lasse, jegliche Bemühung um Befreiung nur Selbstbetrug und Illusion. Wie siehst du das?
Suprya: In gewisser Weise hast du etwas richtig erfasst. Du kannst nichts tun um zu erwachen. Es gibt kein Konzept, keine Methode, keine Übung und auch kein Lernen um das zu erreichen, was du schon bist. Erleuchtung ist nicht etwas, das geschehen kann oder das erreicht werden kann. Alles was du über Erleuchtung sagen kannst, ist es nicht, ist ein Konzept. Selbst das was ich hier schreibe. Du kannst in Askese leben oder ein Bier trinken... es macht nichts. Bringt dich nicht weiter weg und auch nicht näher ran. Du bist es ja bereits. Wie könntest du nicht erleuchtet sein? Wie machst du es unbewusst zu sein? Du bist. Und daran besteht kein Zweifel. Versuche einmal nicht zu sein. Geht das? Das was du bist und was nicht berührt oder verändert werden kenn ist pure Existenz. Die Form spielt keine Rolle. Alles was ist, ist erleuchtet. Es gibt gar nicht anderes als Erleuchtung. Erkenne es einfach und sei still damit. Du bist das. Du musstest niemals erlöst werden. Das ist nur das Gedankenspiel unseres Verstandes. Mach einfach das was dir Freude macht. Und schaue deinem Leben liebevoll zu. Es ist ein Wunder.
Fragender: Danke für deine Antwort. Eigentlich ist der zweite Teil meiner Frage oder Schilderung gar nicht so wichtig wie der erste. Warum ich den Schwerpunkt darauf gelegt habe, weiß ich selber nicht. Kannst du vielleicht noch etwas zum ersten Teil sagen. Wie kann ich mit meinem Leiden, in dem ich schon seit Jahren stecke umgehen? Ich leide unter ständigen Schmerzen, Depression, Unwohlsein. Ich versuche mich in liebevoller Annahme und Meditation, aber mein Zustand ist so schlimm, dass ich die Kraft dafür oft nicht mehr aufbringen kann und manchmal gar nicht weiß, wo ich zuerst anfangen soll. In Wahrheit möchte ich diesen schrecklichen Zustand einfach nur weg haben. Obwohl ich weiß, dass "warumfragen" sinnlos sind, verfolgen mich dennoch ständig Fragen wie: Warum habe ich das? Was für einen Sinn kann das haben? Warum wird es immer schlimmer? Wie lange kann ich das überhaupt noch ertragen?
Suprya: Danke für deine Rückmeldung. Nachdem du jetzt nochmal deutlich gemacht hast, um was es dir vordergründig geht, möchte ich dir gerne auch etwas dazu sagen. Versuche nicht deine Bedürfnisse, deine Wünsche, deine Ängste, deinen Schmerz und dein Leiden durch ein spirituelles Konzept zu übergehen. Kann es sein, dass die Tendenz da ist, es "wegerklären" zu wollen? Ist es unerleuchtet, wenn Schmerz da ist? Ist es spirituell unreif, wenn Leid gefühlt wird? Stehe zu deinen Gefühlen, zu deinem Schmerz, zu deinem Leiden. Anerkenne was ist. Nach deinem zweiten Brief möchte ich dir sagen und dir empfehlen dir Hilfe zu holen. Ich habe den Eindruck du willst stark sein, willst dir selbst etwas beweisen. Warum nicht die Hilfen in Anspruch nehmen, die es gibt. Gehe zu einem Arzt, vielleicht kann dir eine Kur verschrieben werden? Vielleicht ist es gut und richtig, dir vorübergehend Medikamente verschreiben zu lassen. Du bist deswegen nicht weniger "erleuchtet". Es kann dem was du bist in keinster Weise Schaden zufügen. Nichts was du tust und nichts was du nicht tust bringt dich näher ran oder führt dich weiter weg von dem was du bist. Wenn du wählen könntest zwischen einem leichten und einem schweren Weg, welchen würdest du gehen? Vielleicht ist es einfacher loszulassen und abzugeben? Sich Hilfe zu holen? Wie ist es für dich aufzugeben? Manchmal verbergen sich hinter den Lebenskämpfen und dem Gefühl stark sein zu müssen, aushalten zu müssen, tiefe Traurigkeit und Verzweiflung, Gefühle, die einfach gefühlt werden wollen. In deiner Frage, wie lange du das noch aushalten kannst, steckt doch eigentlich schon die Sehnsucht endlich aufgeben zu können, oder? Lasse dich los. Nehme Hilfe an. Kümmere dich nicht um Fragen nach dem Warum. Ich umarme dich von Herzen.
Fragender: Danke für deine Antwort. Ich bin bereits bei vielen Ärzten und Heilpraktikern gewesen. Auch einige Therapien bei einem Psychologen und eine bei der Caritas habe ich gemacht. Außerdem besuche ich seit 25 Jahren zwei bis drei mal pro Woche eine Selbsthilfegruppe. War leider bisher alles ohne größeren Erfolg. Weil viele Ärzte sagen, dass vieles von der Depression kommt, wurden mir schon oft Antidepressiva gegeben. Nach einigen Versuchen habe ich alle wieder abgesetzt, wegen der Nebenwirkungen. Aktuell denke ich wieder drüber nach, es noch mal mit einem neuen Medikament zu versuchen. Weil ich aber nicht entscheiden kann dachte ich, ich frage mal Samarpan, von dem ich ja auch meinen neuen Namen bekommen habe. Aber diese Frage, die ich über den Chat im Internet bei einer Live-Sendung gestellt habe oder besser gesagt, die Antwort von Samarpan, war im Zusammenhang mit einer anderen Antwort, die Samarpan dann später jemand anderem gab, noch verwirrender und auch so widersprüchlich, dass ich jetzt gar nicht mehr weiß, was ich machen soll. Zu mir sagte er nämlich, dass die Depression die Medizin ist und ob ich denn jetzt Medizin gegen Medizin nehmen wolle. Zu dem anderen, der schon Antidepressiva nimmt sagte er: Ja das ist vollkommen ok, alles was hilfreich ist, kann genommen werden. Ich wollte Samarpan jetzt nicht wieder darauf ansprechen aber irgendwie hat es auch mein starkes Vertrauen, das ich hatte, ein wenig angeknackst. Wahrscheinlich ist es wohl so, dass ich letztlich sowieso selber entscheiden muss. Ok, noch mal vielen Dank für deine Mühe und deine Antworten.
Suprya: Für den Verstand mag es widersprüchlich erscheinen, wenn auf eine scheinbar gleiche Frage zwei verschiedene Antworten kommen. Es gibt aber keine zwei gleichen Menschen und die Wahrheit kann auch niemals in einer Antwort liegen. Jede Antwort - auch die eines Meisters - kann immer nur ein Hinweis auf die Wahrheit sein, denn Wahrheit lässt sich nicht sprechen. Lege dich nicht auf Worte fest, sondern lasse sie in dir wirken. Höre ohne zu urteilen. Das ist wahres Verstehen. Die Antworten können immer nur frisch und neu aus dir selbst kommen. Ein Meister unterstützt dich darin, deine Wahrheit zu finden. Und selbst wenn dein Verstand verwirrt wird, so ist das eine gute Unterstützung. Denn wie heißt es doch: Triffst du Buddha unterwegs, töte ihn. Es gibt niemanden auf der ganzen Welt, der weiß was richtig für dich ist. Kein Arzt und kein Meister, kein Lehrer, kein Politiker, kein Vater und keine Mutter wissen was für dich richtig ist. Und wie du dein Leben leben sollst. Du bist in der Hierarchie das Höchste. Es gibt niemanden der auf dein Leben herabschaut, denn es ist das Leben selbst, das dich leitet. Das Höchste ist in dir. Gott ist in dir. Lebt durch dich. Höre einfach genau hin. Ich danke dir sehr für diese schöne Korrespondenz.
[75]: Bei mir ist es so, dass ich demgegenüber, wie es anderen Leuten geht, sehr neugierig bin. So kommt es oft, dass ich das was sie erfahren auch in gewissem Grad erfahre...
Frage [75]: Danke, dass du hier Fragen beantwortest. Bei mir ist es so, dass ich demgegenüber, wie es anderen Leuten geht, sehr neugierig bin. So kommt es oft, dass ich das was sie erfahren auch in gewissem Grad erfahre. Das sind aber oft unangenehme Erfahrungen. Manchmal stecke ich mich sogar übers Telefon bei Leuten an. Ich würde mich gern besser schützen, weiß aber nicht wie.
Suprya: Überlasse es doch einfach dem Leben zu entscheiden, welche Erfahrungen du machen sollst. Du kannst - wenn du still bist - sehr genau spüren, was das Leben von dir möchte. Vielleicht rührt der Wunsch dich zu schützen daher, dass du gerade das Bedürfnis hast, dich zurückzuziehen? Allein mit dir zu sein? Wenn du genau hinhörst, weißt du wann etwas genug ist. Und es ist auch so, wir sind nicht getrennt voneinander und die Erfahrung des einen kann ein Wiedererkennen in dir auslösen. Aber niemand kann dir etwas überstülpen. Wenn dein Körper bereit ist etwas auszutragen, dann wird das geschehen. Und wenn du dich "ansteckst", so kommt einfach das zum Vorschein, was bereits in dir steckt. Und es ist ja gut, dass es angesteckt wird, denn nur so kann es verbrennen. So ist es auch bei jeder Krankheit. Wenn sie sich zeigt, läuft schon die Heilung. Die Krankheit bricht aus von dort, wo sie gefangen war. Heiße einfach alles willkommen, was auftaucht. Selbst wenn es Widerstand ist. Mache nichts damit. Lasse dich vom Leben führen.
Fragende: Danke Suprya. Ja das fühlt sich leichter an, es einfach da sein zulassen. Da kommt gleich ein Lachen hoch und dann auch das Gefühl geschlagen zu werden auf den Kopf wie mein Vater es manchmal tat... auch das ist wohl eine Loslösung von Erfahrungen... hoffentlich. Danke für dein Mitgefühl.
[74]: Ich komme über den Verlust meines letzten Partners nicht hinweg; alle Lebensenergie ist völlig blockiert...
Frage [74]: Ich komme über den Verlust meines letzten Partners nicht hinweg; alle Lebensenergie ist völlig blockiert. Die tiefe Herzenssehnsucht und Liebe ist gleichzeitig wunderschön und schmerzlich. Er sagt, er liebt mich immer noch, ist aber im Moment mit einer anderen Frau, die vielleicht von ihm, vielleicht von einem anderen Mann ein Kind bekommt. Ein ziemliches Chaos. Ich bin sofort todkrank, wenn ich den Kontakt völlig abbreche. Aber per Mail in Kontakt zu bleiben, er ist in Deutschland, ich in der Schweiz, führt manchmal zu regelrechten Zusammenbrüchen bei mir oder bei ihm. Ich habe mich für eine unabhängige starke Frau gehalten und sehe jetzt ich bin nichts und niemand. Auch das hineingehen vollständig in den Schmerz und das tägliche Bitten um Lösung der Bindung (nach innen bitten) hat mich kränker und schwächer gemacht; Im Moment habe ich gerade genug Energie um zu überleben, aber mir ist klar, ich möchte da raus. Eine klare Entscheidung kriege ich nicht hin, es wechselt ständig, da ich meinen Eigenwillen (Ego) nicht benutzen will. Was ICH will hat mir auch schon in der Vergangenheit nur Elend gebracht. Der Mann liebt die andere Frau eventuell oder nicht, das spüre ich nicht und will mal warten bis das Kind auf der Welt ist. Für den jetzigen Moment habe ich mich aus völliger Kraftlosigkeit zurück gezogen, das auch kommuniziert. Auch er hat immer wieder Heimweh und ruft an, hält sich aber im Moment zurück weil ich darum gebeten habe. Danke vielmals für deine Einsicht, danke, dass Du da bist, vielleicht hört das Göttliche in mir diese zum ersten Mal in 2 Jahren klar gestellte Frage und antwortet auch auf die eine oder andere Art. Gerne kann Deine Antwort auch veröffentlicht werden, denn ich fürchte dieses Verlust-Problem betrifft uns alle immer wieder, mal mehr oder weniger schmerzlich. Danke vielmals.
Suprya: Ich kann diese tiefe Herzenssehnsucht spüren, die aus deinem Brief pocht. Und ja, sie ist gleichzeitig wunderschön und schmerzlich zugleich. Und dieses Wunderschöne, Schmerzliche ist der Urgrund in deinem Herzen. In diesem Urgrund wohnt die Liebe. Du bist mitten in der Begegnung mit dieser wunderbaren kreativen Kraft. Und die Trennung von deinem Partner scheint dich direkt dorthin zu führen. Das ist das Geschenk. Das was dich schwächt ist das ständige Schwanken zwischen Außen und Innen, zwischen Abkehr und Einkehr. Sobald du dich der Welt zuwendest, sobald du dich um das kümmerst, was Auslöser für deine Gefühle ist, ist Leiden da. Die Dinge sind wie sie sind und daran lässt sich nichts ändern. Auch Hoffnung schwächt. Denn es ist die Nichtakzeptanz dessen was ist. In jeder Hoffnung steckt ein Nein zum Leben wie es sich jetzt zeigt und dass es anders sein müsste. Und das ist das eigentliche Leid. Akzeptanz bedeutet nicht, dass wir immer alles gut heißen müssen was kommt. Akzeptanz heißt einfach das Leben so anzunehmen wie es sich zeigt. Auch wie es sich durch dich zeigt mit all seinen Reaktionen und Erfahrungen die durch dich geschehen. Der Schmerz in dir ist groß und es ist gleichzeitig ein großes Geschenk. Und es sieht so aus, dass alle diese Dinge, die im Außen geschehen einen tieferen Sinn haben. Sie holen uns nach Hause. Sie führen uns in unser Herz. Und es ist wie eine Rückkehr, die schmerzlich ist, weil wir uns unser ganzes Leben verleugnet haben. Wir haben gelernt unsere Flügel einzuklappen, wir haben uns in unserem Licht verleugnet und uns verlaufen in der Welt. Und nun, durch so einen Herzensschmerz werden wir vom Leben wieder daran erinnert: Da ist noch was. Gehe es suchen. Es liegt tief in dir versteckt. Die Tränen und der Schmerz sind Wegweiser. Auch die Kraftlosigkeit ist ein Geschenk, denn sie lässt keine Möglichkeiten zu um auszuweichen. Lasse dich fallen in dir. Lasse dich nieder in deinem Schmerz und in diese wunderbare Herzenssehnsucht. Lasse keinen Gedanken dazwischen sein. Wende dich einfach immer wieder von Gedanken ab und spüre in deinen Körper hinein. Sei ganz und vollständig mit dir. Schenke dem Leben alle deine Hoffnungen und vertraue einfach, dass das Leben sich um dich kümmert. Du bist geliebt. Ich danke dir auch für deine Einwilligung zur Veröffentlichung, denn du sprichst etwas aus, was uns alle betrifft und was wir kennen und ahnen. Den Ruf des Herzens.
Fragende: Danke vielmals für deine Antwort, danke für deine Ermutigung. Ich spürs auch so, nicht Hoffen ist angesagt, sondern Hingabe, Herzenssehnsucht und Annehmen des Schmerzes. Mir ist klar geworden in der Zwischenzeit, dass ich mir Zeit geben müsste, den Schmerz zuzulassen. Dass Hoffnung schwächt, wie Du sagt, habe ich nicht gewusst. Danke für deine Einsicht, ich lebe in ständiger Hoffnung, kein Wunder, dass ich schwach bin. Es ist schon so, wie du das beschreibst: wir haben uns verlaufen in der Welt. Alle unsere Probleme kommen von diesem Verlaufen in der Welt. Wenn ich in die Stille des Herzens gehe, ist da zwar der Schmerz, aber auch das das Fühlen, hier ist meine Heimat, hier im Herzen bin ich zu Hause. Ich bin sicher und geborgen und geliebt von dem Göttlichen in mir. Mehr braucht es im Moment nicht. Danke für deine Worte - ich will jetzt noch mehr in mich gehen und spüren, was da los ist.
[73]: Seit Wochen, Monaten oder Jahren - so erscheint es mir, wenn ich mein Leben reflektiere - blockiere ich mich mit meiner ungeheuren, Leid verursachenden Gedankenwelt und damit natürlich auch die Beratungstätigkeit und das Einkommen...
Frage [73]: Ich bin dankbar, jetzt an diese Stelle geführt worden zu sein, um Licht in meine Fragen zu erhalten. Deine Antworten auf alle veröffentlichten Fragen, in denen auch ich mich zum Teil erkenne, sind wie Balsam zu lesen. So erlaube ich mir, dir meine Frage zu stellen. Seit Wochen, Monaten oder Jahren - so erscheint es mir, wenn ich mein Leben reflektiere - blockiere ich mich mit meiner ungeheuren, Leid verursachenden Gedankenwelt und damit natürlich auch die Beratungstätigkeit und das Einkommen. Seit geraumer Zeit ist mir klar, dass dahinter mein Wille steckt, der ja nur begrenzt wahrnimmt und mich oft noch unbewusst handeln lässt aufgrund von Gedanken und Gefühlen der Vergangenheit. Diese Leid erzeugenden Muster werden ja auch als Prägungen oder Glaubenssätze bezeichnet, gewirkt im Umfeld von Familie, Beruf und andern sozialen Aktivitäten. Für mich sind sie Konstrukte meines Gehirns, aus denen ich dann eine Geschichte gemacht habe und es immer noch tue, wenn die Aufmerksamkeit im Außen weilt. 'Ich habe es nicht verdient, dass es mir gut geht' und 'Ich schaff es nicht aus eigener Kraft', das sind zur Zeit zwei zentrale Gedanken bei mir. Der erste ist ganz speziell mit meiner Mutter verknüpft. Sie wünschte mir über Jahre hinweg, dass es mir so schlecht gehen möge wie ihr in jungen Jahren. Das sprach sie jeweils aus, wenn ich mich nicht nach ihrem Gutdünken verhielt. Ich weiß, dass sie nicht anders handeln konnte mit ihrem Bewusstsein und ich weiß auch, dass es sich hier um meine Projektion handelt. Diesen Gedankengang rationalisierte ich lange Zeit rein im Kopf, nun aber erkenne ich das mit dem Herzen. Nun gibt es zum obigen Satz für mich zwei Ebenen: die rationale, gedanklich gesteuerte Außenwelt und jenes intuitive Erfassen der Lebenskraft, Urenergie oder Gott, - dieses ICH BIN, das mich lenkt. Und in diesem Bereich gibt es nur die eine für mich gültige Wahrheit: DEIN WILLE geschehe. Ich spüre, dass ich an jenem Punkt angelangt bin, wo mein Wille sein Haupt neigt, d.h. sterben muss und ich mich dem göttlichen WILLE hingeben will - wirklich will und zwar nicht, um ihn haben zu wollen, damit es mir besser geht - sondern aus Demut. Zu all dem, was ich soeben beschrieben habe, wurde mir klar, dass ich seit Jahren um diese Hingabe kämpfe, also Widerstand dagegen habe. Was jetzt ans Tageslicht und vor allem nachts auftaucht sind Alpträume, Ängste, Wut, Hass und all das, was ja im ersten Moment der Erkenntnis erschreckend ist. Wenn ich aber die Gefühle zulasse und sie auch nicht etikettiere (mich davon ablenke oder sie weghaben will), werden sie mit der Zeit ganz friedlich. Mir scheint, dass ich dadurch wertvollste Erfahrungen sammle, die so wichtig sind für meine Beratungstätigkeit in der Ernährung. Kopflastige, sogenannte gesunde Diätpläne mögen für all diejenigen noch ein Hilfsmittel sein, die nicht mehr wahrnehmen, was der Körper tatsächlich benötigt. Sobald die Leute aber spüren, wie z.B. ein Apfel wirkt, wenn er auf den leeren Magen gegessen wird und welch ein Gefühl entsteht, wenn der Apfel mit ein paar Nüssen auf den leeren Magen gegessen wird, ist es an der Zeit, sich wieder auf das Bauchhirn zu verlassen. Diese Theorie (nicht neues von mir, sondern von einem Mediziner in USA vor ca. 10 Jahren sehr gut erforscht) habe ich im März an Seminarabenden präsentiert und die Frauen waren begeistert. Seither ist meine Beratungstätigkeit wie auf Eis gelegt und das macht Angst. Meine Welt ist ver-rückt und ist am Heilen zugleich, dessen bin ich mir bewusst. Patentrezept? Hingabe an das was ist, Handeln aus dem Jetzt und den Versuch aufgeben, ein Echo zu hören von Leuten, deren Bewusstsein erweitert ist. Was noch? Ich danke dir für deine Aufmerksamkeit von Herzen.
Suprya: Danke für deinen Brief. Dein Satz: "Meine Welt ist ver-rückt und am Heilen zugleich" ist ein wunderbarer Satz. Und: Du kannst es nicht tun. Du kannst auch nicht entscheiden, was gerade in deinem Leben geschehen soll, was erkannt werden soll und was als nächstes geschieht. Und ja, sich in Demut wiederzufinden ist zugleich Anerkennung und Wertschätzung an das Leben. Mit der Demut entfaltet sich Dankbarkeit. Und diese Dankbarkeit braucht kein Objekt, sie geht durch alle Objekte hindurch an das Unaussprechliche. In dieser Dankbarkeit gibt es nur noch das Danken. Wie könnte da ein Echo zurückkommen? Du selbst bist alles: Der Betende, das Angebetete und das Gebet selbst. Tu einfach das, was getan werden will. Du bist genau da, wo das Leben dich haben will. Es wird sich um dich kümmern. Das ist Hingabe. Denke nicht darüber nach. Aber ich glaube, du weißt es, nicht? Denn ich kann nicht wirklich eine Frage sehen. Ich danke dir auch von Herzen.
Fragende: Von Herzen sei Dank dir für deine Antwort. Sie kam, als ich sie nicht mehr erwartete. Das tiefe Gefühl beim Lesen deiner Zeilen ist unbeschreiblich schön – so wie "Leben" einfach ist. Und es öffnet mir den Raum in das Vertrauen, nicht zu denken. Diese Fähigkeit, die ich ein halbes Jahrhundert so gepflegt und genährt habe. Ich habe sie verurteilt und gleichzeitig erkannte ich jene andere Seite der Bewusstheit. Und der Raum für diese Bewusstheit wird größer.
Suprya: Ja, und es ist gut, dass du deine Fähigkeiten so gut genährt und gepflegt hast und sie haben dir gedient. Und nun kannst du diesen Fähigkeiten die Freiheit geben.
[72]: Erlaubst du dir deine eigenen Fragen an "jemanden" zu richten oder lässt du sie dir durch dich "selbst" beantworten?
Frage [72]: Danke für den Raum, den du, ihr, aufgetan habt! Erlaubst du dir deine eigenen Fragen an "jemanden" zu richten oder lässt du sie dir durch dich "selbst" beantworten? Ich freu mich mit dir in Kontakt zu sein
Suprya: Danke für deine schöne Frage. Jetzt habe ich tatsächlich forschen müssen ob es Fragen in mir gibt. Und ich habe herausgefunden: Die Fragen, die es noch gibt, betreffen eher das ganz normale Leben. Also, was koche ich heute? Gehe ich ins Kino? Will ich in die Sauna? Wann habe ich Dienst? Es gibt keine Fragen, die ich an das Leben habe. Und es ist interessant und ich bin da selbst erst durch deine Frage darauf gekommen: In der Akzeptanz dessen was ist, verschwinden die Fragen einfach. Sie vertrocknen einfach. Du nimmst einfach das Leben an, so wie es sich zeigt. Das ist mit keinerlei Anstrengung, ja, noch nicht einmal mir Überlegungen verbunden. Das Leben fließt einfach. Wunderschön. Es gelingt mir noch nicht einmal eine Frage zu finden. Das fühlt sich sehr anstrengend an. So sieht es jedenfalls im Moment aus. Mein Verstand scheint da wohl sehr bescheiden geworden zu sein. *lach*. Herzliche Grüße an dich!
Fragender: Herzlichen Dank für dein Antworten auf meine Frage. Es ist mir ein Vergnügen wenn mein Fragen, das was es ausgelöst hat, für dich von irgend einem Nutzen ist und verwende es, wenn du magst.
[71]: Ist die Liebe zu einem anderen Menschen, zu meinem Partner IMMER "nur" Projektion dessen, was in mir ist und was ins Bewusstsein integriert werden will?
Frage [71]: Danke, dass du dies hier anbietest! Meine Frage ist folgende: Ist die Liebe zu einem anderen Menschen, zu meinem Partner IMMER "nur" Projektion dessen, was in mir ist und was ins Bewusstsein integriert werden will? Ich glaube, dass es zu einem Teil so ist, aber nicht einzig und allein. Was ist dann die Liebe? Was bedeutet Beziehung und was ist der Sinn einer Beziehung? Wie lerne ich, eine gute Beziehung zu mir selbst zu leben? Das sind große Fragen; vielleicht hast du ja eine Antwort darauf oder einen Impuls dazu?... Danke und herzliche Grüße!
Suprya: Ja, Liebe zu einem anderen Menschen, Beziehung zu einem anderen Menschen ist immer nur eine Bewegung des denkenden Geistes in sich selbst. Es ist ein Spiel des Verstandes und die künstliche Erzeugung eines Ichs und eines Dus. Wenn du fragst, wie kannst du eine gute Beziehung mit dir selbst leben - was ja auch schon eine Polarität darstellt, nämlich ich und meine Beziehung zu mir - dann schaue zunächst einmal nach, ob da überhaupt jemand da ist, der eine Beziehung haben kann. Eine Beziehung kann es nur zwischen zwei Polen geben. Wer ist da, der eine Beziehung haben kann und mit wem? Dann sprichst du von einer guten Beziehung. Das setzt voraus, dass es auch eine schlechte Beziehung geben muss. Das ist auch wieder der Verstand, der wertet und beurteilt und einteilt in gut und böse. Und der auch noch Bedingungen stellt und Vorstellungen über die Liebe mitbringt. Das alles findet innerhalb des Verstandes statt. Diese zwei erscheinenden Pole sind in ein und demselben Gewahrsein. Eine Partnerschaft zu leben ist eine besondere Form der Selbsterforschung. Du erkennst deine Strukturen, deine "Schattenanteile" durch den "anderen", wirst vielleicht konfrontiert mit ungeliebten oder geliebten Anteilen deiner selbst. Denn es sind ja "deine" Vorstellungen und deine Gefühle die in dir auftauchen. Es ist deine Wahrnehmung. Gehe vom Absoluten aus, das du bist. Das Absolute ist stilles Gewahrsein, in dem alle Prozesse, erscheinen. Aus der absoluten Sicht gibt es nur das stille Schauen, das unbewegte Gewahrsein, auf alle Phänomene. Denkprozesse, inhaltlichen Auseinandersetzungen und auch die Frage nach Liebe werden lediglich still bezeugt und tauchen im Gewahrsein auf. Das absolute Gewahrsein ist die Liebe selbst. Liebe ist kein Gefühl, keine Emotion, kein Bild. Aber Gefühle, Bilder, Emotionen erscheinen in ihr und auch die Benennungen und Wertungen des Verstandes. Ziehe dich in dein Gewahrsein zurück und schaue von dort. Lasse einfach alles geschehen was geschehen will. Suche denjenigen, der wissen will. Dann bist du bei der Wurzel aller Fragen. Vielleicht magst du mir berichten, wie es dir mit meiner Antwort geht? Und ob ich dich erreichen kann?
Fragende: Vielen Dank für deine Antwort. Ja, ich kann etwas damit anfangen, was du schreibst. Ich bin dankbar, dass du mich an das Gewahrsein erinnerst. Ich war da schon, hab es aber auch wieder verloren, bzw. mich eben den Strukturen der Trennung zugewendet. Das ist einleuchtend, dass es in mir eine Trennung geben muss, um sagen zu können: Ich habe eine Beziehung mit mir. Das Gewahrsein ist der Schlüssel. Wer fragt, muss getrennt sein, um fragen zu können. Im Gewahrsein "ist es" einfach. Es gibt keine Fragen und keine Antworten. Vielen vielen Dank für deine Worte. Sie kamen genau zur rechten Zeit und so, dass ich sie "nehmen" kann. Ich fühle mich leichter und freier jetzt.
[70]: Seit einiger Zeit höre ich die Satsangs von Samarpan im Internet. Gleichzeitig lese ich in den beiden Büchern von Robert Adams, "Stille des Herzens"...
Frage [70]: Seit einiger Zeit höre ich die Satsangs von Samarpan im Internet. Gleichzeitig lese ich in den beiden Büchern von Robert Adams, "Stille des Herzens". Ich habe mein Leben lang gesucht, bin von einem Lehrer zum nächsten und von einer Ausbildung zur nächsten gekommen. Jetzt habe ich mich seit Jahren mit dem sogenannten "Aufstieg in die 5. Dimension" beschäftigt, wo gelehrt wurde, dass wir mit der Erde und im physischen Körper aufsteigen können durch Lehren der Aufgestiegenen Meister. Vor einigen Monaten habe ich gespürt, dass ich meinem Sein immer mehr hinzufüge, immer irgendwo ankommen möchte, und ich habe erkannt, dass ich ja schon da bin, das alles da ist im Hier und Jetzt. Mir ist auch bewusst geworden, dass dieser Glaubenssatz über die physische Unsterblichkeit meiner Angst vor dem körperlichen Tod entspringt. Nun habe ich das Gefühl, angekommen zu sein bei mir selbst. Eine Sache in meinem Leben habe ich noch nicht annehmen und verstehen können, und zwar das unvorstellbare Leiden der Tiere. Meinst du, dass ich in diesen Schmerz ganz tief hineingehen sollte? Ich habe Angst davor, weiß natürlich, dass dies das Ego ist, das Angst hat. Wie kann ich damit umgehen?
Suprya: Danke für deine Frage. Zunächst einmal möchte ich dir sagen, dass du dem Sein nichts hinzufügen kannst, so wie du ihm auch nichts nehmen kannst. Du kannst das Sein noch nicht einmal berühren, sehen oder besitzen. Das Sein ist. Die Existenz ist. Du bist. Wie schwer oder wie leicht du dich fühlst, ob du zufrieden oder unzufrieden bist, ändert an deinem Sein nicht das Geringste. Du kannst ankommen oder heimatlos werden, auch das hat keinen Einfluss auf das was du bist. Es fühlt sich lediglich anders an und das ist auch schon alles. Und es kommen noch die Wertungen des Verstandes hinzu, der sagt, das ist gut, das ist schlecht, das ist besser als das... Alles was wir sehen, alles was wir erleben sind Hinweise auf das Sein. Es sind Möglichkeiten den Moment, so wie er sich jetzt zeigt, wahrzunehmen. Leid und Schmerz führen uns meist sehr schnell in die Gegenwart, wenn der Verstand nicht wieder tausend Vorschläge macht und uns ablenkt. Du hast die Möglichkeit in deinen Schmerz zu kommen, der sich im Spiegel der Welt zeigt, nämlich durch das Leid der Tiere. Stelle dich dem Schmerz und sei sehr aufmerksam in dir. Lausche in dich hinein, ohne etwas forcieren zu wollen. Ohne eine Idee von besonders tief reingehen zu wollen und ohne eine Idee warum oder was es sein könnte. Jede Erklärung führt dich wieder weg von dir. Manchmal geschieht es von alleine, dass Einsichten geschehen, die uns helfen zu verstehen. Dann nimm es als ein Geschenk. Indem du einfach nur bezeugst was sich zeigt oder nicht zeigt, hast du alles getan. Es genügt vollkommen das Licht des Bewusstseins auf alles scheinen zu lassen. Das Leben kümmert sich ganz von alleine um alles. Wenn du still mit allem sein kannst und dir Zeit nimmst um zu spüren, zu fühlen, das genügt. Impulse werden kommen und du kannst dem Leben folgen. Die Angst die auftaucht, wenn du beginnst in den Schmerz hineinzuspüren, ist okay. Nehme sie einfach mit an die Hand. Gehe mit der Angst, nicht gegen sie. Sie wird dich begleiten, solange sie gebraucht wird.
Fragende: Ich danke dir für deine hilfreichen Worte. Es ist richtig, dass ich immer diesem Schmerz ausgewichen bin, da ich dachte, dass ich ihn nicht ertragen kann. Mir ist jetzt noch einmal bewusster geworden, dass ich diesen Schmerz fühlen und akzeptieren kann, dass ich ihn einfach aushalten kann, ohne in den Widerstand zu gehen. Und um das geht es, um das Zulassen, hinzuschauen, ohne Bewertung, oder eine Geschichte im Verstand daraus zu machen, egal, was kommt. Auch ist mir in der letzten Zeit immer mehr bewusst geworden, dass ich meinem Sein nichts mehr hinzuzufügen brauche. Es ist ja alles schon da, und die ständige Suche nach Neuem ist dann ja eine Strategie des Ego, das den jetzigen Moment als gefährlich sieht, da es um sein Überleben fürchtet.
Suprya: Ich danke dir für deine Antwort. Ja, es geht um das Zulassen dessen was ist. Und selbst wenn Widerstand da ist, auch der will angenommen sein. Es ist so einfach. Du schaust was gerade da ist und zu dem sagst du Ja. Widerstand? Willkommen Widerstand! Alles ist immer genau richtig.
[69]: Ich möchte gerne aus meiner "inneren Hölle" voller Urteile, Bewertungen, Versagensängste... aussteigen. Wie kann ich das?
Frage [69]: Frage: Hallo Suprya, ich möchte gerne aus meiner "inneren Hölle" voller Urteile, Bewertungen, Versagensängste... aussteigen. Wie kann ich das?
Suprya: Du bist ausgestiegen, wenn du erkennst, dass du nicht deine Be-wertungen bist. Sie geschehen in dir. Wenn sie auftauchen, versuche nicht sie zu verhindern, sondern richte augenblicklich deine Aufmerksamkeit auf die Stille. Immer wieder. Die Stille findest du inmitten der Angst, inmitten der Urteile, inmitten der Bewertungen. Schau hin, lasse dich in das was auftaucht hineinfallen. Ohne einen Gedanken. Inmitten deiner inneren Hölle liegt der Schlüssel zum Frieden. Gehe mit stillem Geist da durch. Weder vermeidest du sie, noch rufst du sie herbei. Wenn sie auftaucht, schau dir in Ruhe einfach alles an.
Fragende: Vielen Dank für Deine Antwort auf meine Frage - sie berührt mich ganz wohlig und trotzdem habe ich Angst schmerzsüchtig zu sein und meine "negativen" Gefühle wie Schmerz oder Wahrnehmungen von Verzweiflung, Hilflosigkeit, Resignation zuviel Aufmerksamkeit zu geben - diese Wahrnehmungen dadurch vielleicht süchtig zu verstärken? Vielleicht habe ich dich noch nicht verstanden. Ich wäre dir dankbar mir zu mehr Klarheit in dieser Angelegenheit zu verhelfen.
Suprya: Die klarste Aussage, die ich machen kann ist die Frage an dich: Wer sieht das alles? Wer bemerkt das alles, was du schreibst? Finde den, der wahrnimmt. Wer nimmt wahr: Da ist Angst vor Schmerzsüchtigkeit. Wer bemerkt, dass da negative Gefühle sind und wer bewertet sie? Wenn da als Antwort kommt: Ich; dann schaue wieder nach, wer bemerkt das Ich? Wer oder was ist es, dass sich bedankt für eine Antwort? Und, wenn du versuchst eine Antwort finden zu wollen, sei ohne Worte. Sei ohne Anstrengung.
Fragende: Ich komme zunehmend in Zerriss, ich arbeite als Ärztin im psychotherapeutischem Bereich und kann mich mit den theoretischen Konzepten einerseits nicht anfreunden, andererseits befürchte ich in Anlehnung dieser Konzepte selber psychisch völlig "daneben" zu sein. Wie kann ich damit konstruktiv umgehen? Insbesondere meine Gefühle drängen in mich, so dass ich oft keinen klaren Gedanken fassen kann und das erscheint mir bei der Arbeit doch sehr hinderlich und verwirrend. Ich komme mir in Bezug zu meinen Kollegen wie ein "außerirdisches" Wesen vor und fühle mich insuffizient und einsam vor - irgendwie beziehungslos. Für eine Rückmeldung von Dir wäre ich dankbar.
Suprya: Ich verstehe sehr gut, was du meinst. Auch mir geht es in meiner Arbeit oft nicht anders. Ich arbeite auf einer Wohngruppe mit behinderten Menschen. Ich finde in mir oft eine größere Gelassenheit und Toleranz den Bewohnern gegenüber und gehe auch andere Wege als meine Kollegen. Was natürlich auch immer wieder zu Konflikten und Gesprächen führt. Der größere Konflikt ist für mich aber, wenn ich meiner inneren Führung nicht folge. Und noch komplizierter wird es, wenn ich zwischen den Stühlen sitze. Ich möchte dir gerne empfehlen deinen Weg weiter zu gehen. Und unbeirrbar zu sein. Du weißt nicht, wie dienlich es sein kann, dass gerade du mit deinen neuen Impulsen da bist, wo du eben gerade bist. Ist es nicht die Zerrissenheit, die dich innerlich "daneben" sein lässt? Und ist es nicht erleichternd und führt zu Klarheit, wenn du dich für deinen Weg einfach einsetzt. Was befürchtest du? Es sieht so aus, als würdest du einen Kompromiss eingehen und nur um Zugehörigkeit nicht verlieren zu müssen bezahlst du mit deiner Selbstverleugnung. Aber bist du dadurch wirklich in Beziehung? Indem du dich anpasst? Sei doch die Außenseiterin. (Bist du es nicht bereits?) Wie wäre es, diese Rolle wirklich und gut zu spielen. Vielleicht ist es ja deine Aufgabe, frischen Wind in angestaubte Konzepte zu bringen? Kostet es nicht viel mehr Energie, sich immer wieder zu reduzieren und anzupassen? Als wir Kinder waren, war es gerechtfertigt und wohl auch überlebenswichtig, Kompromisse einzugehen und so haben wir uns selbst reduziert und verleugnet. Aber nun sind wir erwachsen, die Themen aus der Kindheit tauchen noch einmal in anderer Form auf und es ist eine Gelegenheit, die Verletzungen des inneren Kindes zu heilen, indem wir mutig und mit Klarheit für es einstehen. Es wird Angst auftauchen und es wird Mut erfordern den Weg zu gehen, den wir innerlich als wahr erspüren. Und es werden Gefühle auftauchen. Aber indem wir diese Gefühle fühlen und annehmen, gehen wir den inneren Weg. Ich wünsche dir Mut und behalte dein offenes Herz.
Fragende: Ich danke Dir für Deine ausführliche Beantwortung meiner Fragen. In meinem Erleben lasse ich mich durch mein Verhalten leider eher nicht auf Konflikte ein, weiche ihnen eher durch ein ängstlich-angepasstes Verhalten aus und lasse dabei mein "inneres Kind" genauso im Stich wie ich es selbst als Kind erfahren habe. Es wird mir jedoch immer mehr fühlbar-bewusst. Und ich erlebe, dass ich, ohne es zu hinterfühlen, Verhaltensweisen von Kollegen übernehme, mit denen ich mich dann ganz merkwürdig fühle. Und ich merke zunehmend wie "gefährlich" die Rolle der Therapeutin für mich ist - insbesondere, wenn ich sie verlasse. Und ich merke, dass ich im hohen Maße aus meiner Hilflosigkeit und abgewehrten Ohnmacht heraus anfange, andere Menschen und auch Patienten zu manipulieren und zu kontrollieren. Das fühlt sich für mich nicht gut an und doch erlebe ich mich zwanghaft immer wieder in diesem Verhalten. Gott sei Dank funktioniert dies jedoch nicht. Folgender Satz von dir hat mich am meisten berührt: "Es sieht so aus, als würdest du einen Kompromiss eingehen und nur um Zugehörigkeit nicht verlieren zu müssen bezahlst du mit deiner Selbstverleugnung. Aber bist du dadurch wirklich in Beziehung? Indem du dich anpasst?" Ja, ich fühle darin die Wahrheit und dennoch traue ich mir immer wieder nicht so recht - bin andererseits zunehmend bereit, die auftauchenden Gefühle, meinen inneren Druck und meine Ohnmacht zu fühlen. Und auf eine ganz undramatische, stille Weise scheint sich in mir etwas zu verändern und eine stille Freude und Zufriedenheit taucht ganz sanft in mir immer wieder auf. Also vielen Dank und alles Liebe auch für dich.
Suprya: Danke für deine Worte. Sie lösen Freude in mir aus. Das was du schreibst, wollte ich dir auch bestätigen: Sobald etwas ins Bewusstsein gerückt ist, scheinen sich die Dinge von ganz alleine ins rechte Lot zu rücken. Ja, es wird sich verändern auf eine stille und ganz besondere Art und Weise. Du musst nichts forcieren und du musst nichts tun. Lasse einfach das Leben für dich die Arbeit tun. Bewusst zu sein genügt. Vertraue deiner Intuition und sei geduldig. Die stille Freude und die sanfte Zufriedenheit sind das Geschenk. Ich umarme dich von Herzen.
[68]: Ich bin Mutter einer schwerbehinderten kleinen absolut liebenswerten Tochter. Seit sie auf der Welt ist dreht sich alles um sie und um ihre Gesundheit...
Frage [68]: Ich bin Mutter einer schwerbehinderten kleinen absolut liebenswerten Tochter. Seit sie auf der Welt ist dreht sich alles um sie und um ihre Gesundheit - unzählige Krankenhausaufenthalte, Operationen, Therapie- und Arzttermine bestimmen unseren Alltag. In wenigen Tagen ist die nächste, notwendige größere Operation geplant. Hoffnung, Verzweiflung, Ohnmacht... Ein solch kleines schutzloses von mir abhängiges Wesen an der OP-Schleuse in die Hände der Anästhesisten zu geben und nichts mehr für sie tun zu können in diesem Moment ist einfach heftig. Im Anschluss mein Mädchen auf Intensivstation mit mehreren Infusionstürmen, zugepumpt mit Schmerzmitteln und über und über voll mit Schläuchen und Kabeln wiederzufinden, so dass ich kaum an sie herankomme, ist fast nicht auszuhalten. Dann folgen die Nächte im Krankenhaus ohne Schlaf. Das geht alles irgendwann vorbei...
Die Frage nach dem Warum zu stellen ist noch immer irgendwie aktuell. Müssen wir diese Erfahrungen machen um daraus irgendetwas zu lernen? Wie kann ich damit umgehen - aktuell und im stressigen Alltag um nicht unter zu gehen. In der Stille zu sein versuche ich immer wieder und hin und wieder gelingt es mir auch. Wie geht ein erleuchteter Mensch mit einer solchen Situation um?
Suprya: Die Aufgabe, die das Leben dir geschenkt hat, ist sicherlich nicht leicht. Eine absolute Herausforderung. Ich weiß auch wie es ist, sein Baby an eine Operation abgeben zu müssen. Mein Sohn war sechs Monate alt, als er wegen einer Nierenmissbildung operiert werden musste. Ich stillte ihn da noch und war Tag und Nacht bei ihm. Die Zugänge wurden ihm über den Kopf gelegt. Ja, es ist kaum auszuhalten. Alles was du in der Zeit tun kannst - und besonders mit einer schwerbehinderten kleinen Tochter - ist es, so gut wie möglich immer da zu sein. Kümmere dich nicht um Fragen nach dem Warum. Sei einfach immer nur im Hier und Jetzt. Das ist das größte Geschenk, was du deiner Tochter geben kannst. Denn wenn du zweifelst und mit deinem Schicksal haderst, hilfst du ihr nicht. Auf irgendeine Art und Weise bekommen Kinder das sehr wohl mit, wie Eltern reagieren. Und es ist nicht von Nutzen der Frage nach dem Warum nachzugehen. Es bringt dich nur weg von dir und deiner Tochter. Wenn es etwas für dich gibt, das du wissen musst, dann wird das ganz von alleine auftauchen. Was jetzt dran ist, ist es, so gut du kannst da zu sein. Da zu sein für dich und für deine Tochter. Hast du Unterstützung? Einen Partner? Natürlich ist auch deine Kraft gefragt und natürlich fühlst du dich auch manchmal überfordert. Schmerz und Traurigkeit und vielleicht auch Verzweiflung sitzen dicht unter der Oberfläche, nicht? Nehme dir "Auszeiten" um mit diesem Schmerz zu sein. Organisiere dir Freiraum, damit du - ich sag es jetzt einfach direkt - dich ausheulen kannst. Schneide dich nicht von deinen Gefühlen ab, sonst schneidest du dich auch von deiner Liebe ab. Nehme dir Zeit und Raum nur für dich, lasse alle Gefühle zu, dann kannst du auch wieder für deine Tochter da sein und stark sein. Du hilfst ihr so am meisten. Ich umarme dich von Herzen und schreib doch mal, wie es euch inzwischen geht.
Fragende: Meine Kleine hat die OP gut überstanden - wir sind zu Hause und finden uns wieder im Alltag ein... Ich möchte mich bei dir für Deine Antwort bedanken - das ist auch das was ich immer wieder tue. Im Hier und Jetzt sein - ab und zu mal eine Auszeit ist auch wichtig und kommt doch oft zu kurz. Aktuell stehe ich allerdings vor einem, für mich, Riesenprojekt. Ich war kürzlich beim Satsang mit Samarpan in KA und habe mich für das Osterretreat angemeldet. War seit der Geburt meiner Tochter noch nie länger und selbst das äußerst selten als ein paar Stunden außer Haus. Ich freue mich darauf - bin aber auch äußerst aufgeregt. Und seit ich mich dazu entschlossen habe spielt mein Verstand verrückt. Alles will er planen und sich ausmalen - ist aber halt auch schon was Großes für mich und die Reaktion des Verstandes somit auch verständlich... Hier werde ich mal richtig die Möglichkeit haben mit meinen Gefühlen zu sein. Zu Deiner Frage ob ich Unterstützung habe: Ja ein wenig durch meine Mutter - mal für eine Stunde am Tag. Mein Mann ist dann am Abend da und übernimmt regelmäßig auch mal die nächtliche Versorgung unserer Tochter.
Suprya: Das was du schreibst, hört sich gut an. Alles Liebe weiterhin für dich.
[67]: In den letzten Jahren habe ich mich zunehmend mit dem Thema Aufstieg der Erde, Meister, Engel usw. in spirituellen Seminaren beschäftigt...
Frage [67]: Liebe Suprya, in den letzten Jahren habe ich mich zunehmend mit dem Thema Aufstieg der Erde, Meister, Engel usw. in spirituellen Seminaren beschäftigt. Nach einer radikalen Kehrtwende, quasi über Nacht, im November 2008 habe ich keinen Impuls mehr gehabt irgendetwas zu tun, weil es für mich einfach nicht mehr wahr war. (??) Menschen wie Byron Katie, Eckhart Tolle, Karl Renz usw. traten plötzlich in mein Leben und seither fühle ich mich angezogen von der Wahrheit des Advaita, des Nicht-Seins. Aber es ist mehr als das. Dennoch frage ich mich, ob Engel und Meister auch nur ein Konstrukt des Ego sind, da sie für viele Menschen offenbar als (manchmal kollektives) Individuum wahr genommen und durch Channeling (was passiert da?) auch im Wort übermittelt werden. Kannst du etwas dazu sagen?
Suprya: Wenn erkannt wird, dass alles was geschieht, in einem selbst geschieht, dann kann auch erkannt werden, dass Engel, Gott, Seele, Geist und so weiter alles Projektionen des Verstandes sind. Es gibt keine Welt da draußen. Alles sind Abläufe im Innern. Worte zerspalten und die Welt entsteht. Engel entstehen, Gott entsteht, du selbst, in deiner Form entstehst. Ist ein Engel eine Gestalt außerhalb von dir? Oder ist mit dem Wort Engel eine Bezeichnung, eine Qualität gemeint? Ist Gott eine Gestalt? Oder eine Qualität des eigenen inneren Erlebens? Ist es eine Abspaltung eines Gefühls nach "draußen?". Was ist oder war ein Engel für dich? Du kannst die Antwort nur in dir finden, weil es dein Erleben ist. Nur das hat Gültigkeit für dich. Was Andere über Engel sagen, muss nicht für dich richtig sein. Finde es heraus.
Ich kann gut verstehen, wenn du sagst, dass sich etwas verändert hat. Da wo vorher noch der Engel außerhalb von dir war, hat es dir vielleicht geholfen und dich unterstützt gewisse Dinge verstehen zu können. Dinge von dir selbst. Manchmal muss man etwas vor sich "setzen", es anschauen können um es verstehen zu können. Aber alles das bist du. Durch die Engel hast du dich selbst ein Stück weit kennen gelernt. Und nun haben sie wohl ihren "Zweck" erfüllt und sie können in dich zurückkehren und verschmelzen. In Wirklichkeit hat es nie eine Trennung gegeben, hat es nie eine Abspaltung gegeben. Es sind Qualitäten unseres Seins, die Engel genannt werden. So wie es Qualitäten unseres Seins gibt, die wir Gott nennen. Du bist das alles. Es gibt nichts außerhalb von dir.
Ich möchte dir gerne ein Gedicht von Rainer Maria Rilke anfügen:
Engellieder
Ich ließ meinen Engel lange nicht los, und er verarmte mir in den Armen und wurde klein, und ich wurde groß: und auf einmal war ich das Erbarmen und er eine zitternde Bitte bloß.
Da hab ich ihm seinen Himmel gegeben, - und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand; er lernte das schweben, ich lernte das Leben, und wir haben langsam einander erkannt...
Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht, kann er frei seine Flügel entfalten und die Stille der Sterne durchspalten, - denn er muss meine einsame Nacht nicht mehr die ängstlichen Hände halten – seit mich mein Engel nicht mehr bewacht.
Hat auch mein Engel keine Pflicht mehr, seit ihn mein strenger Tag vertrieb, oft senkt er sehnend sein Gesicht her und hat den Himmel nicht mehr lieb.
Er möchte wieder aus armen Tagen über der Wälder rauschendem Ragen meine blassen Gebete tragen in die Heimat der Cherubim...
von Rainer Maria Rilke (1875-1926)
Fragende: Deine Worte taten gut und ich danke dir von Herzen, dass auch du jemand bist, der mir hilft, zu verstehen, was ich nicht erklären kann. Es hat einen radikalen Einschnitt in meinem Leben gegeben. Ich hatte eine große Übelkeit in mir und mein "Bewusstsein für kurze Zeit verloren" (Ohnmacht). Als ich aufwachte, spürte ich eine Klarheit und Präsenz in mir, die sich bis heute immer weiter ausgebreitet hat. Vorher war ich jahrelang ein Sucher. Einweihungen, Seminare, Ausbildungen und dann geschah, was ICH niemals hätte beenden können. Etwas wusste, die Suche nach mir war vorbei. Da war das Gefühl, dass die Sinnsuche in der Spiritualität mich in eine "besondere" Trennung geführt hatte, aber ohne Wut. Einfach nur "ja, so war das". Meine Person ist nach wie vor da, es hat eben nur diese große Veränderung stattgefunden. Bis letztes Jahr habe ich geglaubt, eine Botschaft für die Menschen zu haben und wollte "heilen" und "reden", verändern. Jetzt ist alles weg, und es ging mir noch nie so gut damit. Keine Erklärung für das, was geschehen ist, kein Verstehen seitens des Verstandes, aber auch kein Druck mehr, ein Lichtarbeiter in ständiger Mission sein zu müssen. Lustigerweise habe ich meine Inspiration von jemandem erhalten, der eindringlich vor Satsangs und Erleuchtung " warnte". In die "Erleuchtungsfalle" von der er sprach, bin ich (ohne Satsang) wohl getappt und ich weiß, dass das meine Wahrheit zum jetzigen Zeitpunkt ist. Die Spiritualität liebt die Besonderheit so wie das Ego sie liebt. Dieses Spiel ist nun erst einmal beendet.
Nein, liebe Suprya, es hat für mich niemals den Engel im Außen gegeben, wenn du mich so fragst. Ich habe das einfach nur übernommen. Ich hatte auch nie eine Begegnung mit jemandem außerhalb von mir. Und ich hätte es so gerne gehabt!! :-) Ich habe meine "spirituelle" Arbeit für diesen Moment beendet, weil ich keinen Impuls mehr verspüre, das zu tun, was mir heute als großer Hokuspokus erscheint. Es ist nicht mehr meine Wahrheit. Ich kann nur sagen, wie die Dinge für mich NICHT mehr sind. Hab Dank für das wunderschöne Gedicht, das ich noch einige Male lesen werde. Danke, dass Deine Antwort mich gefunden und du dir die Zeit genommen hast, zu antworten. Es hilft mir, meinen Verstand zu beruhigen. :-)
Suprya: Danke für deine schöne Rückantwort. Ich spüre beim Lesen die große Erleichterung und das Lachen und die Freude.
[66]: Ich habe solch eine Sehnsucht nach der Liebe. Die Liebe zu mir kann ich spüren und diese Liebe möchte ich dann auch mit einem Partner teilen. Leider klappt das aber nicht...
Frage [66]: Ich habe solch eine Sehnsucht nach der Liebe. Die Liebe zu mir kann ich spüren und diese Liebe möchte ich dann auch mit einem Partner teilen. Leider klappt das aber nicht. Mein Herz wünscht sich so sehr geliebt zu werden, ist das verkehrt? Und bitte keine Antwort die heißt.. liebe dich zuerst selber... ich kann diesen Satz nicht mehr hören. Danke im Voraus für deine Hilfe.
Suprya: Gerne bediene ich dich mit einer anderen Antwort. Ich möchte dir sagen: Schneide die Liebe von deiner Sehnsucht ab. Du schreibst, du hast Sehnsucht nach der Liebe. Ich möchte dir empfehlen die Sehnsucht zu leben ohne eine Hoffnung auf Erfüllung, dann bist du in der Liebe. Sehnsucht ist ein wunderbares Gefühl. Das Leiden kommt daher, weil Ideen an die Sehnsucht gehängt werden. Zum Beispiel dass Sehnsucht aufhören sollte oder dass Sehnsucht schlecht sei. Sei diese Sehnsucht total. Die pure Sehnsucht ohne ein Ziel ist reine Liebe. Wenn die Sehnsucht in unser Herz kommt, dann verknüpft unser Verstand diese Sehnsucht mir irgendwas. Sehnsucht nach Heimat, Sehnsucht nach Liebe, Sehnsucht nach Geborgenheit, Sehnsucht nach Partnerschaft, und so weiter. In diesem Moment wendet sich die Aufmerksamkeit auf ein Ziel, dass jetzt hier nicht existiert und bringt dich so weg von dir. Alles was hier ist, ist Sehnsucht. Sehnsucht selbst ist wunderschön. Sehnsucht nach etwas bedeutet Leiden. Ignoriere alle Ideen, die Erfüllung versprechen. Also auch dass Liebe die Sehnsucht stillen könnte. Sei die Sehnsucht, spüre sie in deinem Körper. Nicht Sehnsucht nach Liebe, sondern liebe die Sehnsucht. Erforsche sie in dir ohne einen Gedanken. Sei die Sehnsucht und du bist die Liebe selbst. Diese Liebe ist unabhängig davon ob ein Partner da ist oder nicht.
Fragende: Sehr herzlichen Dank, das ist einmal eine sehr sehr schöne Antwort die mich einen anderen Blickwinkel auf meine Gefühle geben lässt.
[65]: Ich bin zwar ein Kopfmensch aber genauso habe ich auch viel Intuition und vielleicht kleine Dosen von Erleuchtung bekommen, oder vielleicht ist das meine Illusion, wer weiss das schon so genau. Mich beschäftigen folgende Fragen...
Frage [65]: Liebe Suprya, vielleicht weisst du eine Antwort auf meine Fragen, so dass ich sie auch verstehen kann. Ich bin zwar ein Kopfmensch aber genauso habe ich auch viel Intuition und vielleicht kleine Dosen von Erleuchtung bekommen, oder vielleicht ist das meine Illusion, wer weiss das schon so genau. Mich beschäftigen folgende Fragen und ich bin gespannt was du mir dazu sagen kannst. 1. Habe ich mir vor meiner Geburt eine Lebensaufgabe gestellt und gibt es einen Zwang zu inkarnieren? 2. Wohin gehen erleuchtete nach ihrem Tod und was machen sie dann? Was macht Jesus, was macht Buddha? 3. Helfen uns normal sterblichen Engel oder Geistführer in der Welt der Form? Gibt es dort eine Hirarchie? 4. Wenn letztlich alles nur Sein oder Gott ist und ich als Mensch viele Leben leiden muss, weil ich nicht mehr weiß, dass ich Sein oder Gott bin, warum habe ich mich dann auf das Spiel der Form eingelassen?
Suprya: Gerne antworte ich dir auf deine Fragen. Zunächst einmal: Du hast dich niemals auf irgend etwas eingelassen. Alles was geschieht, geschieht von alleine. Wir können dieses Spiel niemals durchschauen oder verstehen. Weil, alles was verstanden werden könnte, kann es nicht sein. Gedanken kommen und gehen und verändern sich. Erfahrungen kommen und gehen, Gefühle kommen und gehen, Menschen und Erscheinungen kommen und gehen. Es muss etwas geben, dass niemals kommt und geht und in dem alles erscheint. Du bist mit und ohne Gedanken. Du bist die Stille, das Unbewegte in dem alle Erfahrungen kommen und gehen. In dem Gedanken erscheinen. Was also spielt es für eine Rolle, ob an Engel geglaubt wird oder nicht. Für wen ist es relevant ob es Inkarnationen gibt? Du kannst daran glauben oder nicht, es ändert an dem was du bist, nichts. Wenn es dir hilft, dein Leben besser erscheinen lässt wenn du an Engel glaubst, dann tue es. Nur ein Glaube ist nicht wirklich etwas wert. Gehe tiefer als jeder Glaube. Sei still. Lasse dich in deine Wahrheit fallen. Gehe jenseits aller Worte, jenseits aller Benennungen. Alles was du benennen kannst ist innerhalb der Illusion. Alle Worte sind Konzepte. Auch das, was ich hier schreibe. Finde das was ist. Niemand kann es dir sagen oder zeigen oder erklären. Du selbst bist die höchste Instanz. Du bist Bewusstsein, das sich selbst im Spiegel der Illusionen erkennt. Das Bewusstsein geht nirgend wo hin. Es kann nicht sterben und es kann nicht geboren werden. Es ist das was du bist. Deine persönliche Form erscheint darin. Es ist nur der Fehler, dass wir uns mit dieser Person identifizieren. Wir glauben diese Erscheinung zu sein. Das ist der Irrtum. Du bist immer noch, auch wenn keine Gedanken erscheinen. Du bist immer noch, auch wenn dein Körper sich permanent verändert, ja sogar, wenn er stirbt. Du bist jenseits aller Vorstellungen, jenseits aller Formen und Erscheinungen. Jesus ist nicht der Körper, Buddha ist nicht der Körper. Bewusstsein lässt Körper erscheinen um sich darin zu erkennen. Das ist das Spiel der Reflexionen. Alles ist Buddha, alles ist Jesus, alles ist Gott, alles ist Du. Es gibt keinen Unterscheid. Keine Hirarchie. Keine Aufteilung in erleuchtet und unerleuchtet. Das ist nur eine Unterscheidung im Verstand. Halte dich nicht mit Details auf. Die sind nur für den Verstand interessant. Schaue von hier. Schaue mit stillem Geist auf alles was ist. Schaue dir selbst in deinem Leben zu. Du bist das was sieht. Dieses sind die Impulse, die gerade an dich gehen wollen. Ich umarme dich von Herzen, Suprya.
Fragende: Danke fuer deine Antwort... Von der Idee her habe ich deine Antworten verstanden, doch da ich noch in der Welt der Formen und Konzepte lebe, (und noch nicht erleuchtet, oder in meinem Sein bin) moechte ich einfach wissen, ob diese Konzepte die zur Welt der Formen - zum Leben und Sterben darin, existieren, denn ich existiere ja auch darin, auch wenn mein Leben aus deiner Sicht nur eine Illusion ist. Ich verstehe das sind alles Konzepte und trotzdem helfen sie mir mein jetziges Leben zu verstehen und dadurch auch meinen Blickwinkel, meine Gedanken zu veraendern und falsche Gedanken zu erkennen. (Ich arbeite mit Katie Byronn und ihren 4 Fragen, was die falschen Gedanken betrifft.)
Suprya: Danke für deine Rückmeldung. Du schreibst, du bist noch nicht erleuchtet und noch nicht in deinem Sein. Du bist aber doch das Sein selbst. Du bist. Du bist die reine Existenz. Das pure Sein ohne irgend etwas anderes. Durch die Welt der Erscheinungen kannst du davon ausgehen, dass du bist! Es sind Reflexionen des einen Seins. Die Vielfalt der Erscheinungen weist auf das Eine hin. Das Eine lässt sich nicht sprechen. Das was du bist ist weder erleuchtet noch unerleuchtet. Diese Frage existiert nicht. Diese Frage erscheint nur im Verstand. Und im Verstand ist es ein Spiel, eine Vorstellung, eine Wertung, ein Gedanke. Du kannst alles nutzen, was dir hilfreich erscheint oder dir hilft das Leben zu verstehen. In Wirklichkeit hat es überhaupt keinen Einfluss auf das Sein. Tue was immer du willst, tue, was immer getan werden möchte. Lasse einfach alle Fragen los. In Wahrheit gibt es kein Falsch oder Richtig. Alle Wertungen liegen im Verstand, der wiederum eine Erscheinung im Sein ist. Es sind Gedanken, die kommen und gehen. Kümmere dich nicht darum. Du bist. Es gibt nichts zu erreichen.
[64]: Hallo Suprya, was braucht es, um ein Kind zu zeugen? Bei einer Freundin ging es ganz schnell, bei meiner Schwester und mir nicht...
Frage [64]: Hallo Suprya, was braucht es, um ein Kind zu zeugen? Bei einer Freundin ging es ganz schnell, bei meiner Schwester und mir nicht, ist es nicht einfach Glück, wenn es klappt? Ich bin jemand, der einfach lebt, so Planungen in die Zukunft mache ich nicht, das liegt mir nicht so. Ein Jod ist gerade viel bei Jetzt-TV zu sehen, so ein Kontakt wäre gar nicht so schlecht für mich, um noch mehr über mich zu verstehen. Danke, dass ich Dir schreiben konnte.
Suprya: Danke für deine Mail. Wenn der Wunsch nach einem Kind da ist, dann ist das eine ganz gute Zeit und eine gute Gelegenheit, dir selbst ganz nah zu sein. Ist der Wunsch nach einem Kind nicht auch die tiefe Sehnsucht dich selbst mit dir innerlich zu vereinigen? Deinem eigenen inneren Kind ganz nah zu sein? Schaue doch mal in die Wiege deines Herzens? Was möchte geboren werden? Was möchte angenommen werden? Manchmal ist der Wunsch nach einem Kind ein Hinweis darauf, nach dem eigenen inneren Kind zu schauen. Wenn es sein soll, dass ein Kind durch dich geboren wird, dann wird das ohne Anstrengung geschehen. Vielleicht ist es noch nicht die Zeit. Kannst du mit meiner Antwort etwas anfangen? Ich umarme dich herzlich. Suprya
Fragende: Liebe Suprya, vielen Dank für Deine Antwort. Ja, ich kann damit was anfangen. Ich lasse es mal sacken und wirken.
[63]: Ich habe 3 erwachsene Töchter die fern von jeder Erkenntnis sind. Wir haben trotz aller Unterschiede sporadischen Kontakt. Wie kann ich sie dazu bewegen in Richtung Satsang zu gehen...
Frage [63]: Ich bin dankbar für für diese Internetseite. Meine Frage: Ich habe 3 erwachsene Töchter die fern von jeder Erkenntnis sind. Wir haben trotz aller Unterschiede sporadischen Kontakt. Wie kann ich sie dazu bewegen in Richtung Satsang zu gehen oder darauf neugierig zu machen, ohne den Lehrer zu spielen. Ich möchte sie etwas zufriedener sehen.
Suprya: Lasse deine Töchter los. Sie müssen ihren eigenen Weg finden. Es ist nicht deine Angelegenheit. Ich verstehe natürlich deine Frage und ich selbst hatte diese Frage auch. Meine drei Kinder sind inzwischen auch erwachsen. Ich habe mit Samarpan mal darüber gesprochen und ich habe ihn gefragt, was ich tun kann, um meinen Kindern die Umwege zu ersparen. Seine Antwort war: Du kannst nicht wissen, was für deine Kinder richtig und gut ist. Du kannst nicht wissen, welcher Weg für sie vorgesehen ist. Genaugenommen kannst du es noch nicht einmal für dich selbst wissen. Lasse sie ihren eigenen Weg gehen. Diese Antwort ist die Wahrheit. Alles, was du tun kannst, ist es, dich um deine Gefühle zu kümmern, die auftauchen, wenn du an deine Kinder denkst. Ist da Unzufriedenheit in dir? Deine Kinder werden ihren Weg gehen. Segne sie. Umarme sie. Ich grüsse dich von Herzen. Suprya
Fragender: Liebe Suprya, vielen Dank, dass Sie sich Zeit dafür genommen haben, um mir so ausführlich zu antworten, ich werde die Kontakte zu meinen Töchtern so normal wie möglich, im Sinne Ihrer Antwort, pflegen. Nochmals Herzensgrüsse aus der Eifel.
[62]: Ich lebe seit Jahren im Ausland und es ist manchmal sehr erschreckend und schmerzhaft wie Deutschland & Österreich bezüglich Vergangenheit gesehen wird...
Frage [62]: Liebe Suprya, bitte dich um Rat: Ich lebe seit Jahren im Ausland und es ist manchmal sehr erschreckend und schmerzhaft wie Deutschland & Österreich bezüglich Vergangenheit gesehen wird. Es schmerzt mich sehr zu sehen, dass viele denken, dass alle während des Krieges Nazis waren, dass es so verallgemeinert wird und wir alle in einen Topf geschmissen werden... Ich fühle den Schmerz immer wieder und auch diese Traurigkeit, die das auslöst..., aber wünsche mir auch irgendwie einen Rat, wie ich darauf mit Leuten besser reagieren könnte... Vielen Dank und liebe Grüße :)
Suprya: Sei einfach ehrlich. Wenn dich Geschichten traurig machen, dann sei einfach traurig. Es geht nicht um andere Menschen oder darum jemanden ändern zu wollen, sondern es geht um dich. Es geht auch nicht um den Inhalt einer Geschichte oder unserer Geschichte, oder darum richtig zu reagieren auf Aussagen; es geht nur um das, was in dir ausgelöst wird. Um die Trauer, um die Wut, einfach um das, was gerade auftaucht. Sei mit deinem Schmerz. Er holt dich zu dir zurück. Nimm ihn einfach liebevoll an. Sei mit dir liebevoll und wenn du reagieren willst, dann zeige einfach deine Traurigkeit, wenn sie da ist. Du musst dich nicht rechtfertigen. Bleibe einfach in deinem Gefühl. Ganz liebe Grüsse an dich, Suprya.
Fragende: Liebe Suprya, vielen herzlichen Dank für deine aufrichtige Antwort. Ich konnte sehen, wie sich anfangs sehr viel Widerstand dazu auftat... Und jetzt erkenne ich, dass es das Gefühl 'Hass' war, dass ich definitiv nicht erleben wollte, noch dazu in dieser Intensität, und ja dann geht's gar nicht um diese Geschichte... Mein Herz schätzt deine liebevollen und wahren Ratschläge sehr! Vielen Dank nochmals :).
[61]: ...und doch ist seit geraumer Zeit etwas in mir, was ich nicht genau fassen kann. Dieses Etwas hat fast Panik und schreit so was ähnliches wie: "hey, du bist 35 und noch immer nicht zu Hause!"...
Frage [61]: Zuerstmal finde ich es großartig, dass ich dir schreiben kann. Und ich freue mich jetzt schon auf deine Antwort. Vor kurzem wurde ich 35 jahre alt, habe eine gute Ausbildung, einen guten Job, der mich oft erfülllt und oft viel Energie kostet, eine intensive Herkunftsfamilie, liebe und gute Freunde, einen Partner, genug Geld um mich weiterzubilden, einen mehr oder weniger gesunden Körper, spüre oft Verbindung zur Liebe und Freude am Sein... und doch ist seit geraumer Zeit etwas in mir, was ich nicht genau fassen kann. Dieses Etwas hat fast Panik und schreit so was ähnliches wie: "hey, du bist 35 und noch immer nicht zu Hause!". Nach zweijähriger Partnerschaftspause dachte ich, dass dies ein zu Hause für mich sein kann. Nun bin ich in einer Partnerschaft, und das ist es auch nicht, nach was es mich sehnt. Das kleine Mädchen in mir weiß nicht, wohin es gehört. Die große Frau im außen sucht und tritt immer wieder in Aktion. Dann kommt die Idee, dass vielleicht die Zeit für ein Baby da wäre. So richtig bewusst dieses Wunder in die Hand zu nehmen (falls es möglich ist) getraue ich mich dann auch wieder nicht. Wann und wo und wie komme ich für immer an? Wie komme ich nach Hause?
Suprya: Da ist ein ganz starker Impuls dir zu sagen: Sei zu Hause in der Offenheit. Gebe alle Ideen von etwas "Festem" auf. Verankere dich in der Freiheit, die alles bedeuten könnte. Sei bereit, dass du niemals irgendwo ankommst. Sei im "freien Fall" zuhause. Unabhängig davon, ob du gerade in einer Struktur lebst mit Partner und Kind oder ob du deinen Wohnsitz wechselst. Wenn du zuhause bist in Dir, dann bist du immer zuhause, auch im freien Fall. Sei der freie Fall. Das, was du bist, ist immer zuhause. In dem, was du bist, in der Unbewegtheit, erscheinen die äußeren Dinge, Fragen, Ideen und auch die Suche nach Heimat. Du selbst bist die Heimat. Bist es immer gewesen. Wo also solltest du danach suchen? Finde den Anfang von allem. Den äußersten "Rand" aller Ideen. Und vielleicht ist dein Weg dorthin der freie Fall. Lasse alles los und schau einfach, was geschehen will. Ich umarme dich von Herzen. Suprya
Fragende: Liebe Suprya! Danke für deine Antwort. Etwas in mir versteht deine Zeilen ganz gut und auf dieser Ebene ist Frieden. Es gibt mir Orientierung, nur ist es nicht immer leicht..., meint mein Verstand, der liebe. Weißt du, was mich zur Zeit beschäftigt, und wo ich keine Antwort finde ist, dass ich in einigen Büchern gelesen und auch immer wieder gehört habe, dass unsere Körperlichkeit, die Welt als solche, Illusion ist. Es sie also gar nicht wirklich gibt. Dieser Gedanke kommt mir immer wieder und dies macht mir Angst. Eine Angst vorm Verrücktwerden. Kann ich diese Illusion mit meinem Verstand verstehen?
Vieles löst sich zur Zeit in mir und ich weine. Alles Liebe, so schön, dass du der Wahrheit bewusst so nahe sein kannst, in der Hoffnung, dort auch einmal zu sein.
Suprya: Danke für deine Rückmeldung. Alles ist in diesem Traum enthalten: Der Körper, die Welt und auch die Gedanken darüber, selbst die Angst verrückt zu werden. Das, was sich Gedanken macht über die Illusion ist selbst ein Teil des Traums. "Du" stehst nicht außerhalb davon. Sei dir einfach dieses Traumes bewusst und dass du daraus nicht entkommen kannst. Denn das, was wach ist, ist immer wach und hat noch niemals geschlafen. Das ist das, was du in Wahrheit bist. Aber du kannst es nicht denken oder reflektieren. Dieser Traum von dir und von der ganzen Welt erscheint in der Wirklichkeit. Lasse einfach die Wirklichkeit durch deinen Körper leben, du musst nichts tun. Alles geschieht. Es ist wundervoll. In Liebe, Suprya.
[60]: ...ich lebe ein schweres, hartes Leben. Habe noch nie Zärtlichkeit und Liebe erfahren und leben zeit meines Lebens eigentlich alleine. Hoffte bis jetzt auf ein Leben in meiner eigenen Familie...
Frage [60]: Mein Leben zählt jetzt 46 Jahre und bin in einer grossen Familie aufgewachsen. Aber um es kurz zu machen: Ich lebe ein schweres, hartes Leben. Habe noch nie Zärtlichkeit und Liebe erfahren und lebe Zeit meines Lebens eigentlich alleine. Hoffte bis jetzt auf ein Leben in meiner eigenen Familie. Stattdessen sorge, betreue und behandle ich schwache, alte, behinderte, einsame Menschen und helfe ihnen so weit es in meinen Kräften steht. Diese Hoffnung auf ein Leben in Liebe, Freude und Leichtigkeit habe ich im Moment nicht mehr. Ich habe keine Vision, keinen Lichtblick mehr. Diese Hoffnungslosigkeit und absolute Auslöschung meiner Selbst widerfährt mir jetzt wieder dadurch, dass mir mein Wunsch nach einer Partnerschaft und Kind völlig "genommen" wurde. Ich weiss einfach nicht mehr, was ich tun oder lassen soll - ich habe alles getan, was ich glaubte tun zu können. Ich weiss nicht mehr, ob ich Gott nicht vertraue oder ob ich Liebe und Zuwendung einfach nicht zulassen kann (meine Geschichte!). Ich habe in meinem Leben so viel gelitten, geweint und bin so viel alleine gewesen und gleichzeitig so viel getan für andere Menschen. Ich habe nun das Gefühl, keine Kraft mehr für's Leben zu haben. Ich möchte nur noch Ruhe und Frieden und das Ende dieses Lebenskampfes. Ich möchte jetzt am liebsten sterben...
Suprya: Danke für deine Offenheit. Ich fühle sehr mit dir. Und ich fühle auch, dass da etwas ganz Besonderes aus deinen Zeilen spricht. Denn in dieser Schwere, in dieser Trauer, in diesem Leid, in diesem Alleinsein steckt eine unendliche Tiefe und Kraft. Das ist das Geschenk. Wenn du es annehmen kannst, wenn du dich darin annehmen kannst, dann wirst du gerade aus deinem Schicksal eine ungeheure Kraft anziehen. Schaue nicht mehr nach außen. Suche nicht nach einem besseren Leben. Es gibt kein anderes Leben als das, was jetzt gerade da ist. Du fühlst dich geschwächt, wenn du dein Leben nicht so annehmen kannst, wie es sich gerade zeigt. Tue nichts mehr. Du kommst da nicht weiter. Du brauchst keine Kraft für das Leben zu haben, das Leben gibt dir Kraft, wenn du es annimmst, so wie es sich gerade zeigt. Das bedeutet ja nicht, dass es sich nicht auch wieder ändern könnte. Es bedeutet einfach nur, es für diesen Moment anzunehmen. Und ich möchte dir gerne auch empfehlen, dass du dir jemanden suchst, einen Begleiter, mit dem du sein kannst um deine Räume zu erforschen. Jemand der einfach mit dir da ist. Gibt es einen spirituellen Leher in deiner Nähe oder eine sanfte Möglichkeit dich in deinem Prozess zu begleiten? Wenn du magst, teile mir doch deinen Wohnort mit, dann kann ich mich mal umhören. Und: Ich gehöre auch zu den Menschen, die in ihrem Leben viel leiden mussten. Ich hatte nicht gerade das, was man eine einfache Kindheit nennt und ich musste auch viel kämpfen um ein wenig Glück. Aber es gab auch die lichten Momente, in denen ich genau spürte, welche Gnade es ist, dass genau solche Erfahrungen gerade durch mich geschehen dürfen. Solche Menschen sind besonders von Gott geliebt. Ich umarme dich von Herzen, Suprya.
Fragende: Liebe Suprya, in diesen Tagen ist mir genau das klar geworden, was DU mir jetzt schreibst - ich habe mein Leben, mein Dasein einschliesslich mich selbst, vor allem meine Weiblichkeit abgelehnt. Annehmen ist ein wichtiges Wort für mich geworden... Danke für Deine lieben und unterstützenden Worte. Ich habe einen spirituellen Lehrer, den ich anrufen kann, wenn ich nicht mehr weiter weiss. In Dankbarkeit und Verbundenheit.
Suprya: Danke für deine Rückmeldung. Und schön, dass du jemanden hast, an den du dich wenden kannst. Ich fühle mich mit dir auch sehr verbunden. Suprya
[59]: Ich fühle mich so total fehl am Platz und das Leben interessiert mich immer weniger...
Frage [59]: Liebe Suprya, ich danke dir. Ich fühle mich so total fehl am Platz und das Leben interessiert mich immer weniger, es ist mir aber auch nicht vollkommen egal, es ist eher so ein Gleichmut, der mich irgendwie zum Rotieren bringt. Alles scheint stillzustehen und den Atem anzuhalten. Aber es macht noch nicht mal was, alles läuft weiter wie bisher, nur ich bin draußen. Satsang: Das ist wie Heimat für mich, das ist alles und nichts für mich, irgendwie scheint trotzdem alles so was von unwirklich und wie ein Film; drehe ich langsam ab, weil ich arbeitslos bin? Ich hab keine Ahnung mehr, verliere mich im Nichts, bin immer mehr allein, genieße es und wenn das Denken wieder startet, kommt: Du bist doch total verrückt... Schreibe mir bitte, was bei dir ankommt und wie du das Geschriebene wahrnimmst. Herzdank!!!
Suprya: Wenn du schreibst: "Ich bin draußen", wen meinst du damit? Ist es das Ich, dass versucht einen neuen spirituellen Platz einzunehmen? Ein Ich, dass in die Rolle des Beobachters schlüpft und von dort auf sich selbst herunter blickt? Sei sehr genau mit dir. Schau hin. Das, was du bist und in dem alles auftaucht, kann weder außen noch innen sein. Es bewegt sich nirgend wohin, weil es immer da ist. Du sprichst - so hört es sich an - von einem Ich, dass sich einfach eine neue Rolle ausgesucht hat. Aber wer sieht alle diese Bewegungen? Worin erscheinen alle Erfahrungen, auch die Erfahrung von Gleichmut? Im Bewusstsein gibt es keine Entwicklung, keinen Fortschritt. Es ist immer gleich, immer unberührt, ohne Erfahrung, ohne Gefühl. Doch alle Erfahrungen erscheinen darin. Auch der Glaube an ein Ich. Wenn du schreibst, dass dich Dinge immer weniger interessieren, so ist das ein Vergleich von vorher und nachher. Eine Bewegung von dort nach da. Ein Gedanke. Du bist das, in dem alle Bewegungen erscheinen. Das, in dem die ganze Welt erscheint. Du bist weder Heimat, noch heimatlos. Du bist.
[58]: Ich fühle mich traurig und verzweifelt, denn seit ich von der Zeitenwende, Satsang und allen Veränderungen mitgekomme, fühle ich mich so zweigeteilt. Mir ging es mein ganzes Leben ziemlich miserabel und ich war immer allein...
Frage [58]: Liebe Suprya, danke, dass ich mich an dich wenden kann! Es beschäftigt mich jetzt schon länger etwas und ich habe keine Antwort darauf. Ich fühle mich traurig und verzweifelt, denn seit ich von der Zeitenwende, Satsang und allen Veränderungen mitbekomme, fühle ich mich so zweigeteilt. Mir ging es mein ganzes Leben ziemlich miserabel und ich war immer allein! Jetzt habe ich mich einer Therapiegruppe angeschlossen (die noch zwei Jahre fest geht) und erfahre und erlerne da Vertrauen, Nähe und Miteinander. Andererseits wünsche ich mir Liebe und Frieden und weiß jetzt nicht, was ich machen soll! Denn in einer Therapie schaut man sich ja doch die Themen noch an, die zumindest gravierender sind! Ist das in der heutigen Zeit, der Zeitenwende noch zeitgemäß? Suche ich meine Geborgenheit und Nähe am falschen Ort?
Suprya: Es geschieht eine Veränderung in dir. Das, was du im Außen wahrnimmst, spielt sich in dir selbst ab. Und Veränderungen machen auch Angst. Der Verstand weiß nicht, was geschehen will. Er möchte gerne die Fäden in der Hand behalten, die Kontrolle behalten. Und wenn er merkt, es gelingt nicht, reagiert er mit Angst. In einer Therapiegruppe werden Themen aufgedeckt. Und das bedeutet, du wirst mit unbekannten Inhalten konfrontiert, vor denen du möglicherweise Angst hast. Sich dieser Angst zu stellen ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Eine Chance, sich nicht mehr von dieser Angst beherrschen zu lassen. Denn das tut sie, solange sie verdrängt wird. Das, was verdrängt wird, klopft immer wieder an unsere Tür. Solange bis wir uns öffnen. Ich benutze gerne das Bild von dem dreizehnten Teller aus dem Märchen Dörnröschen. Habe immer einen dreizehnten Teller im Schrank für alle ungebetenen Gäste (Gefühle). Weise keinen Gast ab. Er könnte ein wunderbares Geschenk für dich haben. Stelle dich deinen Gefühlen. Und Angst dabei zu haben ist okay. Und vielleicht ist diese Therapiegruppe genau richtig für dich. Es geht nicht darum, einen anderen Menschen aus dir zu machen, sondern es geht darum zu lernen, sich seinen Gefühlen zu stellen. Anerkennen, was ist - auch wenn es unangenehm ist. Du musst nichts damit machen. Geborgenheit kannst du nur in dir finden. Sei einfach zu Hause in dir.
Fragende: Danke für deine Antwort! Ich fühle mich in meinem Lebensweg immer noch uneinig mit mir! Nicht wissend, was ich tun soll für mich! Was ist gut, was ist nicht gut! Grad weine ich wieder nur, weil ich glaube, das Falsche zu tun! Dann las ich vorhin in anderen Zeilen von dir, dass man dem folgt, wozu man Lust hat! Das muss ich machen und das muss ich wohl rausbekommen! Wozu ich Lust habe ist, zunächst Spaß und Freude zu haben, aber sonst kann ich mich nicht entscheiden: Gruppentherapie oder arbeiten mit Aufstiegsenergien bzw. noch andere Dinge! Ich fühle mich so schrecklich gebunden an die Gruppe! Obwohl es mir dort auch gut geht! Wie siehst du das Suprya?
Suprya: Das ist ja schon mal ganz viel: Herauszufinden, dass du eigentlich gerne lachen möchtest und Freude haben willst. Du wirst die Freude haben, wenn du dich mit dem anfreundest, was jetzt ist. Ist da Traurigkeit, dann freunde dich mit Traurigkeit an. Sei diese Traurigkeit. Wenn du völlig in diese Traurigkeit eintauchen kannst, wirst du darin Freude finden. Mitten in Traurigkeit liegt Freude. Das kann der Verstand nicht glauben, muss er auch nicht. Probiere es aus. Und das Folgen dem, was Spass macht, was Freude bereitet, ist immer nur für den Moment jetzt gemeint. Du kannst nicht wissen, was dir Morgen oder nächste Wochen Freude macht. Jetzt. Was möchtest du jetzt gerne tun? Und wenn du dich nicht entscheiden kannst, welche Gruppe du besuchen möchtest, die eine oder die andere, dann ist es auch nicht wichtig. Dann sind beide Gruppen gleich wichtig oder unwichtig. So wie es aus deinem Schreiben klingt, zieht dich keiner der Gruppen besonders stark an. Dann warte einfach. Wenn das Leben etwas für dich "geplant" hat, dann wird auch die Anziehung so groß sein, dass du es einfach machen "musst". Vielleicht ist es gerade an der Zeit, still zu sein? Ohne Ablenkung zu sein? In deinem Nichtwissen zu sein? Frei zu sein? Berichte doch mal, wie es dir damit geht.
Fragende: Mein Leben hat sich jetzt verändert, aber es war alles andere als leicht! Ich habe meine Therapiegruppe vorzeitig beendet, weil ich mich in der Schwere und dem Leid nicht mehr aufhalten wollte. Ich habe eine geistige Aufrichtung in der Saintclairschule gemacht! Und damit fühle ich mich schon leicht und richtig gut! Ich habe jetzt noch eine Behandlung, sie entlässt weiter alle Muster usw. und rückverbindet mich mit der göttlichen Quelle! Was ein Geschenk! Trotzdem ist ein bewusstes Leben unabdinglich (sagt man das so?) um in der Liebe zu bleiben! Jetzt muss ich entscheiden, wie es weitergeht, aber wie du schreibst, wohin es mich zieht, das weiß ich noch nicht genau! Ich lese dieses Buch und jenes Buch und momentan ist es ein Engelbuch, das ich so tröstlich und schön finde! Dieses einfache Sein, das fällt mir schwer, weil ich meine, noch etwas erreichen zu wollen - nämlich etwas Schönes zu lernen und mich selbst als göttliches Wesen wieder zu erkennen. Meine Zeit, da bin ich noch nicht hingekommen, seufz... Wie klappt das denn endlich, frage ich mich! Welches Buch noch lesen... wie setze ich mich mit mir auseinander.. Meditation???.. ist es doch Gnade und nicht vorhersehbar!! Ja es gibt Schulen, die einem helfen, das macht bestimmt auch Spaß! So mag ich evtl. noch lernen! Jetzt habe ich dir erzählt, wie es mir ergangen ist! Ich wünschte mir fast, du sagst mir, ich soll mich nicht so stressen mit Zukunftsideen! Ich wünsche dir alles Gute und danke, dass ich schreiben darf und ich eine geduldige Ansprechpartnerin habe!
Suprya: Schön, wieder von dir zu hören. Jetzt muss ich lachen. Du hast genau dir selbst die Antwort gegeben, die ich gefühlt habe. Ich lese soviel Liebe aus deinen Zeilen. Was brauchst du noch? Aber tue ruhig dennoch alle Dinge, die du tun willst, einfach weil es schön ist und um nichts damit zu tun oder erreichen zu wollen. Tue alles, was du willst... aus Liebe. Ich umarme dich von Herzen.
[57]: Wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin, spüre ich diese sehr und so sehr ich mich bemühe, diese nicht so sehr an mich heranzulassen, mich zu schützen u.s.w., es gelingt mir nicht...
Frage [57]: Wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin, spüre ich diese sehr und so sehr ich mich bemühe, diese nicht so sehr an mich heranzulassen, mich zu schützen u.s.w., es gelingt mir nicht. Ich leide derartig darunter, dass ich Kontakte zu bestimmten Menschen vermeide, ich bin sehr sehr viel allein. Andererseits arbeite ich im sozialen Bereich und habe natürlich sehr viel Kontakt. Ohne dass ich es will, wenn ich wieder zu Hause bin nach einem Arbeitstag, spüre ich mich nicht mehr. Ich habe das Gefühl, randvoll mit "Anderen" zu sein. Ich weine sehr viel und ich kann einfach nicht mehr. Das Leben ist z. Zt. für mich die Hölle und ich sehe keinen Ausweg. Kannst du mir etwas dazu schreiben?
Suprya: Sei liebevoll mit dir. Manchmal gehen wir auch ein Stück durch die Hölle. Versuche nicht es zu vermeiden, sondern nimm es als ein Stück deines Weges an. Du weißt nicht wozu diese Erfahrung gut ist und du musst es auch nicht wissen. Es ist, wie es gerade ist und es wird sich auch wieder ändern. Das Leben ist ständige Veränderung. Sei in diesen Zeiten einfach mit dir. Und wenn es dir gut tut alleine zu sein, so ist das sehr wertvoll. Manchmal liegt ein Samenkorn sehr lange in der dunklen Erde, bis ein Impuls geschieht und er zu quellen und zu wachsen beginnt. Sei einfach in Liebe bei dir. Ich umarme dich, Suprya
Fragende: Vielen Dank, dass du an mich gedacht und mir geschrieben hast. Ja, das versuche ich schon, nur ist dieser Zeitraum nun schon sehr lange und ich konnte einfach zwischendurch nicht mehr. Vom Kopf her hätte ich schon zig mal gekündigt, aber der echte Impuls dazu fehlt noch. Also gehe ich dort weiter hin... und bin mit mir dort und ich hoffe, dass ich den echten Impuls auch erkenne, denn ich glaube, dass ich in der "Vergangenheit" einige dieser echten Impulse verpasst habe. Ich weiß es nicht...
[56]: Welchen Sinn kann es haben, dass das Werben um Freundschaft, Zuneigung und Liebe vom anderen abgelehnt wird?
Frage [56]: Welchen Sinn kann es haben, dass das Werben um Freundschaft, Zuneigung und Liebe vom anderen abgelehnt wird? Dies hat tiefen Schmerz in mir ausgelöst, der mich seit Monaten begleitet. Dieser Schmerz hat an viele alte Wunden von "Nicht-erkannt-Werden", "Übersehen-Werden" gerührt, und durch die Bereitschaft, all das zu fühlen, auch wenn ich oft nahe daran war, davor wegzulaufen, hat sich manches gewandelt und ist auch geheilt. Aber der Schmerz kommt doch noch immer wieder, z.B. wenn ich an diesen Menschen denke oder ihn sehe, wenn auch nicht mehr so überwältigend. Kann der Sinn dieser unerfüllten Sehnsüchte sein, dass ich die Erfüllung in mir, in Gott suche und finde? Wird der Schmerz ein Ende finden?
Suprya: Danke für deine schöne Frage. Frage nicht nach dem Sinn des Schmerzes. Nimm ihn an und sei bereit ihn zu fühlen, so wie du es auch bisher getan hast. Sei mit diesem Schmerz und nimm ihn als ein Geschenk. Bist du nicht in diesen Momenten dir selbst sehr nah? Verweile und wache mit dem Schmerz wie mit einem Freud. Wenn du alle Fragen nach dem Sinn aufgibst und nicht nach Erfüllung oder einer Lösung suchst, wirst du das Geschenk erkennen, die Nähe Gottes erkennen. Und wenn du auch noch das Wort Schmerz aufgeben kannst und dich einfach nur spürst, so wie es dich gerade durchfließt, und still und wahrnehmend mit dir ruhen kannst, dann bist du im Frieden und vielleicht empfindest du auch so etwas wie Glück. Das Glück zu sein. Wie, und durch was auch immer es geweckt wird, ist nicht wichtig. Alles kann ein Fahrzeug sein, um dich genau hierhin zu bringen. Wie ist es für dich, wenn ich sage: Gott bewohnt dich um sich zu erfahren... im Schmerz, wie auch in der Freude. Es ist dasselbe. In den Moment, wenn du dich in deinem Sosein wahrnimmst, dich in deinem Körper spürst, ohne eine Idee, ohne Erklärungen, dann bist du Hier, dann bist du Zuhause. In diesem Moment ist kein Platz für etwas anderes. Der Verstand ist es, der immer wieder nach Erklärungen oder nach dem Sinn Ausschau hält und dich dadurch wieder wegbringt. Sei einfach nur hier. Da, wo du auch bist. Es gibt keinen anderen Ort. Und: Sehnsucht ist ein großartiges Geschenk. Löse dich einfach von dem Gedanken, dass Sehnsucht je erfüllt sein sollte. Genieße sie. Sie ist Du.
Fragender: Da ich verreist war, kann ich dir erst jetzt für deine liebevolle Antwort danken. Sie hat mich gestärkt und mir noch einmal die Richtung deutlich gemacht, in die ich gerne gehen will - auch wenn ich noch oft stolpere. Die alten Muster sind stark. Aber auch das "Neue" meldet sich schon! Du hast mich ermutigt! Du fragst, wie es für mich sei, wenn du sagtest: "Gott bewohnt dich, um sich zu erfahren... im Schmerz, wie auch in der Freude. Es ist dasselbe." Zuweilen habe ich höchst Erstaunliches entdeckt, nämlich das, was du an anderer Stelle schreibst: dass im offenen Fühlen des Schmerzes verblüffenderweise: Glück und Liebe zu finden sind. Wer hätte das gedacht! Und Lebendigkeit, Verletzlichkeit, eine reiche Fülle und Schönheit. Und dann gibt es natürlich Momente, in denen ich reflexartig weglaufe und nach vermeintlich Glücklicheren schiele: "Ich will dieses Zeugs nicht, nicht den Schmerz, nicht die Enttäuschung, ich will genau das haben, was ich mir wünsche!" Dann will ich einfach nicht, dass sich Gott in mir in "Schmerzform" erfahren will und fühle mich betrogen. Zuweilen lasse ich mich eine Weile da hinein ziehen, bis ich durch irgendetwas aufwache, z.B. dass es sich ab einem bestimmten Punkt einfach zu unwahr und ungut anfühlt, oder zu quälen beginnt. Manchmal erkenne ich recht schnell: "Gott sei Dank, du musst den Gedanken ja gar nicht folgen!" Dann kann das ziemlich erleichternd sein. Was Du über Sehnsucht schreibst, finde ich sehr gut und sehr tief. Das gibt mir einen unmittelbaren freundlichen, aufmunternden Stoß.
Suprya: Dankeschön für deine gute Nachricht und für deine Rückmeldung. Ich teile die Freude mit dir!
[55]: Osho, Samarpan und andere Meister sind schon längere Zeit meine Begleiter. Es ist wunderschön, dass sich alles bestätigt...
Frage [55]: Osho, Samarpan und andere Meister sind schon längere Zeit meine Begleiter. Es ist wunderschön, dass sich alles bestätigt was schon immer DA IST bei mir. Bin stolz dass ich mich nicht unterkriegen ließ. Bin geschieden, allein erziehende Mutter mit Kindern 16, 14, 11, habe wirklich schlimme Zeiten hinter mir vor allem nach der Scheidung in Beziehungen. Für mich ist die Liebe das Größte auf Erden... hatte ca. 7 Jahre schlechte Erfahrungen mit Beziehungen gemacht, bis ich dieser Liebe kein Vertrauen mehr schenken konnte... und dann hab ich die Liebe in mir entdeckt... die alles auffüllte und es an nichts mehr fehlte. Dann kam auch die Liebe zu meinem jetzigen Freund. Wir haben es wunderschön,... wirklich so wie ich es mir immer erträumt habe... kann es heute ab und zu noch nicht fassen. Beruflich habe ich 3 kleine Teiljobs, die mich im Moment finanziell durchfüttern, wobei ich in mir eine Kraft spüre etwas anders zu tun... sehe mich sogar mit meinem Freund etwas zusammen machen, weil wir so auf der gleichen Ebene sind. Jedoch ich finde nicht raus was es ist... es ist ein Brennen in mir und das möchte raus... und gleich es kommt nicht raus... kannst du mir raten wie ich mit dem umgehen soll? Vielen Dank für deine Antwort.
Suprya: Dankeschön für dein Mitteilen. Es freut mich sehr, dass du deine Wüstenzeiten durchstanden hast. Meine Kinder waren auch im gleichen Alter, als meine Ehe zerbrach. Ich kenne auch diese dunklen Zeiten sehr gut. Und da ist dieses Brennen in dir. Wie schön. Lass es brennen. Kümmere dich nicht um Antworten. Es geht nur um dieses Brennen. Es ist das Leben selbst. Lasse es einfach zu, dass das Feuer - ich möchte fast sagen, das Feuer der Leidenschaft, dich verbrennt. Vielleicht trifft es das aber auch. Dir geht es gut, du liebst, du hast schwere Zeiten durch und nun brennt das Leben in dir. Lösche es nicht aus, indem du es analysieren willst. Wenn es soweit ist, wirst du die nächsten Schritte wissen... ganz von allein. Ich freue mich für dich. Und ja, du kannst stolz auf dich sein. Ich umarme dich von Herzen.
Fragende: Lieben Dank für deine Worte. Jetzt bin ich beruhigt, da ich weiß, ich muss nichts tun, das Leben kümmert sich um mich... und alles was geschehen soll wird geschehen ohne dass ich was bestimmtes tun muss.
[54]: Seit kurzem habe ich mit meinem Freund Schluss gemacht, obwohl er es innerlich schon lange tat. Er hat sich immer nach anderen Frauen bemüht, dadurch "durfte" ich Misstrauen, Eifersucht fast dauernd fühlen...
Frage [54]: Seit kurzem habe ich mit meinem Freund Schluss gemacht, obwohl er es innerlich schon lange tat. Er hat sich immer nach anderen Frauen bemüht, dadurch "durfte" ich Misstrauen, Eifersucht fast dauernd fühlen. Und da er seit 16 Jahren meditiert, meinte er auch dazu immer, ich sei viel zu egozentriert, wahre Liebe verströmt sich an alle und nicht nur an eine Person. Er hat diese göttliche Liebe dann immer benutzt, weil er sich nicht einlassen wollte. Stimmt ja, göttliche Liebe ist nicht egoistisch. Es ist vorbei, aber wenn ich daran denke, dass er mit einer anderen Frau schläft und sich bemüht um sie, wird mir fast schlecht. Ich nehme so gut ich kann die Gefühle an, aber er ist so präsent. Ich habe mich entschieden, ich will mich lieben und habe mich auch ganz zurückgezogen, weil mich sämtliche Menschenansammlungen und auch Gespräche mit Menschen anstrengen und ich dann auch gleich wieder mehr mich anspanne. Wie kann ich mit mehr Leichtigkeit die Gefühle da sein lassen, ich strenge mich oft zu sehr an und Widerstand ist auch oft da. Warum bitte wollen wir das nicht fühlen und verfangen uns in den Verstand, oft ohne dass ich es merke. Es kommen überhaupt alle Gefühle, wie z.B. die Unzufriedenheit, Schwere, die ein ganzes Leben schon da war. Ich sehne mich sooo sehr nach der Zärtlichkeit Gottes in mir, aus mir. Liebe Suprya ich bitte dich um eine Antwort. Danke derweil. Ich habe die Antworten auch gelesen, die du im Internet veröffentlicht hast, soooooo einfühlsam und schön.
Suprya: Manchmal scheint es wichtig zu sein, sich zurück zu ziehen. Gebe dem einfach nach. Wenn du dich einfach nicht anstrengst Gefühle fühlen zu müssen, dann nimmst du wahr was wirklich da ist. Dieses Wahrnehmen ist immer nur in diesem Moment möglich. Vielleicht ist da gerade ein Gefühl von Trockenheit. Nimm dieses ganz an. Lasse alle Vorstellungen und Wünsche wieder gehen. Sie tauchen auf, das kannst du nicht verhindern, auch der Wunsch nach Leichtigkeit und Gottes Zärtlichkeit, aber lasse es wieder vorbei ziehen. Schaue was jetzt wirklich da ist. Denn nur darin ist auch die Liebe. Selbst wenn Widerstand da ist, nehme den Widerstand an. Lasse dich ein. Spüre, fühle den Widerstand, das Hadern... sei einfach still damit. Auch mitten in der Unzufriedenheit, mitten in der Schwere ist Leichtigkeit und Glück. Sei mit allen Gefühlen die da sind, befreundet. Und, wenn jemand dir Egoismus vorwirft, dann muss es auch bei demjenigen vorhanden sein, denn sonst würde er es gar nicht erkennen. Lasse dir nichts einreden. Folge einfach deinem Gefühl und deinem Herzen. Du machst alles ganz richtig.
Fragende: Vielen Dank für Dein E-Mail. Ja, es ist wieder eine Bestätigung, dass es kein Entrinnen gibt... und nur das Fühlen, ja sagen, zu dem was jetzt ist, Freiheit bringt. Wahrscheinlich bin ich gerade in Stuttgart, wenn du Satsang gibst. Das wäre eine gute Möglichkeit für mich dabei zu sein. Dankeschön... und vielleicht bis bald.
[53]: ...höre und lese ich immer wieder über Meister mit besonderen Fähigkeiten, die z.B. Dinge materialisieren und sich gleichzeitig an mehreren Orten aufhalten können. Warum können sie das und ich nicht...
Frage [53]: Liebe Suprya, du hast mir ja letztes Jahr schon mal weitergeholfen. Heute habe ich eine weitere Frage: Nachdem mir nach vielen Satsangs und Meisterbegegnungen in der Stille völlig klar ist, dass wir alle dasselbe Bewusstsein sind, in dem wir als unterschiedliche Erscheinungen kommen und gehen, sind keine Fragen mehr über das Erwachen, Gott und Liebe übrig, und doch höre und lese ich immer wieder über Meister mit besonderen Fähigkeiten, die z.B. Dinge materialisieren und sich gleichzeitig an mehreren Orten aufhalten können. Warum können sie das und ich nicht - diesen einen Wunsch hatte ich schon als Kind, mich jetzt sofort an einen anderen Ort "beamen" zu können, z.B. kurz nachmittags mal ans Meer zum Baden und abends wieder zu Hause in wenigen Sekunden mit Lichtgeschwindigkeit, wäre das nicht fantastisch?!!! Wie viele Probleme in der Welt wären damit gelöst! Wie geht das - ich möchte die genaue Anleitung dazu haben (kleiner Scherz). Aber kannst du mir mehr dazu sagen? Das würde mich sehr freuen.
Suprya: Weißt du was? Ich habe keine Ahnung davon. Aber stelle dir mal vor, alle könnten sich irgendwohin beamen. Dann wäre garantiert kein Platz mehr am Strand und im Supermarkt würde niemand mehr in der letzten Reihe stehen. Das wäre ein ganz schönes Gedrängel. Ich glaube alles ist so wie es ist eben ist, perfekt. Aber mal zu träumen ist ja gestattet. Und man kann ja auch einfach so zum Satsang gehen, ohne dass da gleich die große Show abläuft. Einfach aus Freude am Dasein. Umarme dich mit einem Schmunzeln, Suprya.
Fragende: Obwohl ich ganz ehrlich ein wenig enttäuscht war über deine Antwort, möchte ich mich trotzdem dafür bedanken. Wenn du möchtest, kannst du sie anonym veröffentlichen, aber ich glaube nicht, dass diese Frage und deine Antwort dazu jemandem dienlich ist. Ich werde weiterhin versuchen herauszufinden, wie und warum solche Fähigkeiten so manchen Gurus möglich sind, vor allem in Indien (stand ja schon in der Autobiographie von Yogananda, ein uraltes Buch).
Suprya: Ja, manchmal scheinen enttäuschende Antworten die richtigen Antworten zu sein. Versuche doch auch einmal herauszufinden, warum es dir so wichtig erscheint, diese Fähigkeiten haben zu wollen. Wer ist das, der immer mehr möchte, dem das Erwachen, das Erkennen nicht genügt und nun auch noch gerne übermenschlich wäre? Wie ist es einfach nur hier zu sein? Danke dafür zu sagen, dass alles so ist wie es eben gerade ist? Zu sagen: Die Suche, die Ausschau nach irgend etwas anderem ist vorbei? Wer will wissen? Wem genügt es nicht einfach nur zu sein? Wenn du magst, dann freue ich mich über eine Antwort.
Fragende: Natürlich hast du recht, mein Bedürfnis kommt aus dem Ego, das ist mir klar. Wahrscheinlich hat ein "erwachter Meister" gerade deshalb manche übermenschlichen Fähigkeiten, weil er sich in Hingabe an das Leben aufgelöst hat, und deshalb können viele Dinge geschehen, weil keine Begrenzungen mehr da sind. Zumindest könnte ich mir das so vorstellen. Es hat einfach eine besondere Faszination für mich, dieses Thema, und mit dem "einfach nur sein" und damit zufrieden zu sein, habe ich halt Schwierigkeiten. Mein Ego kämpft und ich falle immer wieder gerne darauf herein - wer kennt das nicht! Meine Fantasien drehen sich immer um irgendetwas Außergewöhnliches, was könnte interessanter sein... und dabei kommt mir noch der Gedanke, ob es wohl so viele segensreiche Erfindungen geben würde, nehmen wir einfach nur die Glühbirne, wenn der Erfinder gedacht hätte, es ist doch alles perfekt, so wie es ist, und nicht geträumt und phantasiert hätte - gehört dieses innere Streben, das Interesse an etwas Besonderem nicht auch zum Spiel der Illusion, das umgesetzt werden will? Keine Ahnung, ich widerspreche mir gerade selbst, oder? Das will ich jetzt mal einfach so stehen lassen, ganz liebe Grüße an dich.
[52]: 2005 zog ich aus Schicksalsgründen hier her nach Thüringen. Mein bisheriges Leben ist schon ein sehr traumatisches und 2004 habe ich dann alles Materielle verloren...
Frage [52]: Liebe Suprya, ich habe Deine Antworten gelesen und sie berühren mich. Auch ich kenne Samarpan schon seit vielen Jahren und früher konnte ich auch noch manchmal seine Satsangs besuchen. Zur Zeit schreibe ich ihm auch Email. Es kommt mir fast ein wenig komisch vor nun dir zu schreiben, ich will dir sagen warum ich dir schreibe.
2005 zog ich aus Schicksalsgründen hier her nach Thüringen. Mein bisheriges Leben ist schon ein sehr traumatisches und 2004 habe ich dann alles Materielle verloren. Ich will keine lange Geschichte machen. Aber seitdem lebe ich hier in einer Kleinstadt von Sozialhilfe. Ich bräuchte spirituelle orientierte Menschen um mich herum mit denen ich mich austauschen könnte, das ist hier nicht möglich. Ich habe mich 20 Jahre mit Astrologie beschäftigt zu dem Zeitpunkt meinen spirituellen Weg begonnen. 2001 lernte ich Samarpan und Amma kennen. Ich konnte nach Indien reisen und zu den Satsangs von Samarpan. Aber heute geht gar nichts mehr, ich kann aus finanziellen Gründen meine Lehrer nicht besuchen. Aber ich möchte reden, ich möchte mich mitteilen können unter Gleichgesinnten. Ich lebe jetzt 3 Jahre hier im Osten, ich habe nur Ärger mit Rechtsanwälten und Sozialämtern. Ich bin in das Rad der Bürokratie gelandet und das macht mich fix und fertig. Ich muss von einer Wohnung in die andere ziehen und und und. Ich habe versucht in eine andere Stadt zu ziehen aber das erschien mir auch unmöglich, da ich noch nicht mal das Geld hatte zu reisen und mir eine andere Wohnung anzuschauen. Ich lebe alleine und mir bleibt nur das Internet zum Kontakten. Natürlich lerne ich auch von Samarpan die Dinge anzunehmen, wie sie sind, nicht auf meine Gedanken einzusteigen. Manchmal ist mir danach alles aufzulösen und mit einem spirituellen Lehrer zu reisen und zu leben. Ich habe das Gefühl ich trete hier auf der Stelle, ich sitze fest, wie in einem Mauseloch. Alle Bemühungen etwas zu verändern scheitern. Ich habe keinen Beruf, bin den ganzen Tag zu Hause. Wie gesagt ich habe so gut wie keine Kontakte da hier die Menschen auch meinen Weg nicht verstehen. Fast glaube ich das Leben hat mich so zurück gestellt, damit ich mich mit mir auseinandersetze. Ich habe auch immer wieder versucht mir Identifikationen aufzubauen, ich bin jetzt 55 Jahre, aber die sind wie Kartenhäuser zusammen gefallen. Jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich mich frage was will das Göttliche von mir, das ich noch durchleben soll. Ich möchte meinen Frieden. Meine Gedanken quälen mich Tag und Nacht. Ich versuche nicht darauf einzusteigen, aber sie geben nicht auf. So glaube ich, dass ich an einem Punkt angelangt bin, wo ich nicht mehr alleine weiterkomme. Ich sitze fest, ich bitte das Universum um einen spirituellen Meister bei dem ich leben kann um weiter zu lernen. Ich weiß nicht, wie ich das machen soll. Ich möchte mein bürgerliches Leben aufgeben das mir so keinen Spaß macht. Kann ich meine Lage ändern oder wird es geschehen?? Ich bin viel alleine, oft ist viel Schmerz da, viel Tränen, aber wie viel noch?? Ich hoffe du antwortest mir.
Suprya: Vielen lieben Dank für deinen Brief und für deine Offenheit. Manchmal schickt uns das Leben schon starke Herausforderungen. Es knetet uns, bis wir weich sind. Und scheinbar liebt es Gott durch dich diese starken Erfahrungen zu machen. Vielleicht bist du auch genau deswegen etwas ganz Besonderes. Gott oder das Leben oder DAS erfährt sich durch dich auf diese ganz besondere Art und Weise. Das Beste, was du tun kannst, ist es, einfach die Dinge zu tun, die getan werden müssen. Die Dinge zu bewältigen, die anstehen. Denke nicht darüber nach. Mache einfach einen Schritt nach dem anderen. Und schaue auf deine Füße, die diese Schritte tun. Schaue auf deine Hände, die alles anpacken. Und zu gegebener Zeit wirst du ruhen. Sage Ja zu dem was auftaucht. Tanze mit dem Leben. Tanze alle Herausforderungen. Manchmal sind die Tänze sanft, manchmal sind sie schrecklich und fordern unsere ganze Energie. Nehme es an, was auch immer kommt. Vielleicht ist es ein gesunder Trotz, eine gesunde Energie zu sagen: Okay Leben! Wenn du willst, dann werde ich mich dem und dem und dem auch noch stellen. Ich mache es für dich. Dafür bin ich da. Spürst du, was ich meine? Und, wenn in dir der Wunsch stark genug ist, zu reisen, mit einem Lehrer unterwegs zu sein oder vielleicht auch alleine... dann wirst du es wissen. Das Leben gibt dir immer genau das, was du brauchst. Frage einfach nicht nach dem Warum. Keiner weiß es. Niemand kennt die Antwort. Es ist auch nicht wichtig. Tue einfach das, was zu tun ist. Du hast die Kraft. Ich umarme dich von Herzen, Suprya
[51]: Wenn ich die Stille einlade, mich zu besuchen, wer lädt sie denn dann ein, wenn ich die Stille selbst bin?
Frage [51]: Wenn ich die Stille einlade, mich zu besuchen, wer lädt sie denn dann ein, wenn ich die Stille selbst bin?
Suprya: Das lässt sich ganz schnell beantworten: wenn da ein Ich ist, dann scheint auch eine Trennung zu sein. Du und die Stille. In Wirklichkeit ist es ein und dasselbe. Ungetrennt. Du und die Stille sind aus dem gleichen "Stoff". Es ist das Spiel der Erscheinungen. Stille, Liebe, Frieden, Gott, Sein, DAS sind nur verschiedene Worte, die auf das Gleiche hinweisen. Auf das, was du bist. Und in dem alles erscheint. Auch ein scheinbares Ich, das Einladungen ausspricht.
Fragender: Vielen Dank für deine schöne Antwort - es "hilft" mir auf gewisse Art und Weise...
[50]: Wenn da nicht immer wieder das Gefühl wäre, ich sollte was Produktives tun, mein eigenes Geld verdienen (mein Mann verdient), könnte ich einfach das Leben leben...
Frage [50]: Liebe Suprya - wenn da nicht immer wieder das Gefühl wäre, ich sollte was Produktives tun, mein eigenes Geld verdienen (mein Mann verdient), könnte ich einfach das Leben leben. Wie unterscheide ich zwischen Faulheit und ewigem inneren Kritiker? Würde ich dann weniger aus dem Beobachten ins Identifizieren fallen?
Suprya: du fragst, wie unterscheidest ich zwischen Faulheit und dem ewigen inneren Kritiker? Wer will da etwas unterscheiden? Sucht nicht der Verstand einfach eine Rechtfertigung dafür faul zu sein? Was ist es, was du wirklich willst? Finde das heraus. Sei still. Richte deine Aufmerksamkeit nach innen und sei bereit dich allem zu stellen, was auftaucht. Sei bereit zu fühlen und tiefer zu gehen. Es geht nicht um Entscheidungen oder Rechtfertigungen. Gehe darüber hinaus. Berichte doch mal, was du heraus gefunden hast.
Fragende: Danke für Deine Antwort. - Ich wollte dir erst schreiben, wenn mir klar wäre wer was unterscheiden will und was ich wirklich will. Das scheint aber noch zu dauern. Ich bin in einem Strudel von "ich will alles akzeptieren wie es ist" und einer Art eingebautem Drang, den ich noch nicht greifen kann. Manchmal ist da einfach nur Beobachten - egal was passiert und dann übernimmt der "Drang" und lässt sich nur schwer beobachten. - Wie auch immer - da ist Verwirrung, aber ich wollte dir nur schnell sagen: natürlich kannst du die Frage verwenden - wofür auch immer.
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Was ich wirklich will ist mein Wollen oder Nicht-Wollen nicht so ernst zu nehmen sondern es (möglichst immer) einfach als Ausdruck "meiner" Konditionierung / Persönlichkeit zu sehen. Was ich wirklich will ist nicht immer wieder den unbewussten, automatischen Abläufen in meinem Hirn zu folgen, in meinen Gedanken zu leben, anstatt in dem was ist. Wieder und wieder zu versumpfen in den kleinen oder großen Dramen und vergessen, dass mein Verstand sie kreiert indem er Geschichten mit den sich ständig wechselnden Gefühlen, Gedanken und Empfindungen verbindet. Was ich wirklich will ist ein Schalter, den ich ein für alle Mal umlegen kann - oder so was ähnliches. Bin ich nicht ernsthaft genug bemüht - oder ist das auch wieder nur ein Gedanke? Schön, dass es dich gibt.
Suprya: Danke für deine Antwort. Doch ich bin jetzt mal unnachgiebig und frage dich noch einmal: Was ist es was du wirklich willst? Aus tiefstem Herzen? Willst du deinen Verstand erziehen oder willst du Frieden? Es ist doch der Verstand, der den Verstand erziehen will. Es ist ein Trick um nicht aus dem Rennen geworfen zu werden. Du kannst mit Gedanken keine Gedanken auslöschen. Wer folgt den Abläufen im Gehirn? Der Verstand. Wer will etwas erreichen? Das, was du an erster Stelle bist, kann nirgendwohin gehen oder irgendwohin folgen. Das, was du in Wahrheit bist, ist ohne die kleinste Bewegung, ohne jede Reflektion, ohne Wollen, ohne Idee, ohne Vorstellung. Sobald eine Vorstellung "Es sollte anders sein" auftaucht, ist wieder der Verstand im Spiel. Blitzschnell, aber offensichtlich. Wer will Veränderung? Du benötigst keinen Schalter. Wozu? Du bist die absolute Stille, der absolute Frieden, die absolute Unbewegtheit in der alle Dinge geschehen. Du bist immer in Frieden, selbst im Unfrieden. Alles, was ist, erscheint in diesem Urgrund und ist nicht getrennt von ihm. Diesen Urgrund erkennst du nur an den Erscheinungen. Sie können nur sein, weil er, der Urgrund, ist. Kümmere dich einfach nicht um die Erscheinungen. Schau einfach zu. Du bist dieser Urgrund. Alles geschieht, weil es eben geschieht. Versuche diese Worte nicht zu verstehen. Nimm es einfach nur in dir auf. Satz für Satz. Liebe Grüße, Suprya
[49]: Gestern erhielt ich Post von der Buchhandlung für Grenzwissen- schaften in unserer Stadt... Ein buntes Sammelsurium von Methoden, Ansätzen, Techniken, wie immer man es auch nennen mag. Keines der Themen hat mich angesprochen...
Frage [49]: Liebe Suprya, gestern erhielt ich Post von der Buchhandlung für Grenzwissenschaften in unserer Stadt. Es war ein Katalog mit den verschiedensten spirituellen Büchern und Neuerscheinungen. Ein buntes Sammelsurium von Methoden, Ansätzen, Techniken, wie immer man es auch nennen mag. Keines der Themen hat mich angesprochen. Vielmehr ist beim Durchblättern dieses Angebotes plötzlich große Hoffnungslosigkeit in mir aufgestiegen. Das Gefühl völlig alleine zu sein, keine Hilfe von außen bei der Suche nach der Wahrheit, völlige Desillusion und Nüchternheit. Wozu noch irgend etwas planen und tun, wenn sowieso nichts getan werden kann, nichts verändert werden muss, einfach weil es so ist wie es ist. Das rief eine phlegmatische Haltung in mir hervor. Alles "ein Ding" wie Großvater immer sagte, was in unserem österreichischen Dialekt eine doppelte Bedeutung hat und auch heißt, dass sowieso alles egal ist.
Seit ich denken kann suche ich nach der Wahrheit, sie ist nirgends zu finden. Eigentlich würde ich endlich gerne die Suche aufgeben, aber auch das will mir nicht so recht gelingen, sonst würde ich nicht immer wieder "jetzt-tv" sehen und dir auch dieses E-Mail nicht schreiben. Kannst du mir trotzdem irgend etwas dazu sagen? Ganz liebe Grüße!
Suprya: Ich kann es sehr gut nachvollziehen. Irgendwann ist es genug, es hat sich ausgelesen, alles ist gesagt, alles getan. Zeit zum Ruhen, nicht? Du erkennst, da gibt es nichts mehr zu holen. Du erkennst, da geht es nicht weiter. Lasse dich von dieser Hoffnungslosigkeit nehmen. Tauche in sie ein. Ruhe dich aus in diesem Raum. Erfahre diese Desillusion, diese Nüchternheit mit deinem ganzen Wesen. Vielleicht ist es Zeit anzuhalten. Der Kelch ist gefüllt. Und dein Großvater hat Recht. Ein weiser Mann. Alles ein Ding, alles dasselbe. Wenn der Kelch gefüllt ist, passt einfach nichts mehr hinein. Da kannst du noch so sehr füllen und füllen. Ruhe dich aus. Sei liebevoll mit dir. Wenn die Frucht reif ist, wird sie von alleine vom Baum fallen. Du kannst nichts tun. Höchstens vielleicht, es anzunehmen und danke zu sagen. Und was die Suche betrifft: Es hat sich schon längst von alleine aufgegeben, oder? Ganz liebe Grüsse an dich
Fragende: Danke für deine liebevollen, einfühlsamen Worte, aber da ist so viel Angst und Unbehagen in die Hoffnungslosgkeit einzutauchen. In mir arbeitet es, wie in einem Kochtopf (viel Migräne) und das erschöpft mich momentan auch körperlich sehr. Danke für deinen Hinweis, dass ich liebevoll mit mir sein soll, das fühlt sich gut an. Auch ganz liebe Grüße an dich!
[48]: Ich bin Reiki-Lehrerin und beschäftige mich schon viele Jahre mit spirituellem Wissen. Nun bin ich an einem Punkt angelangt, dass ich vieles durchschaut habe und mein Erwachen auf dem Plan steht...
Frage [48]: Ich bin Reiki-Lehrerin und beschäftige mich schon viele Jahre mit spirituellem Wissen. Nun bin ich an einem Punkt angelangt, dass ich vieles durchschaut habe und mein Erwachen auf dem Plan steht. Ich praktiziere seit einigen Jahren Reiki und habe auch schon einige Seminare und Einweihungen vorgenommen. Jetzt höre ich aus anderen Quellen, dass mit den Symbolen nicht mehr alles so stimmig sein soll. In kürze steht wieder eine Einweihung an und nun bin ich ein wenig besorgt ob ich da noch das richtige tue?
Suprya: Du kannst das Erwachen nicht lernen. Kein Seminar und keine Einweihungen sind notwendig, um das zu erreichen, was du bereits bist. Du schreibst, du hast vieles durchschaut. Nun schaue auch durch alle Einweihungen und durch alle Symbole hindurch. Schaue durch Gedanken und Vorstellungen hindurch. Halte dich an nichts fest. Lasse dich durch dein Wissen hindurch sinken. Sei still mit unbewegtem Geist. Öffne die Augen, sei still und wach und schau dich um, ohne irgendwo landen zu müssen. Um zu sein brauchst du nichts weiter. Du bist. Wenn dir Reiki Freude macht und du gerne mit Menschen arbeitest, ist damit kein Problem. Mache es weiter, aber erhoffe dir nichts davon. Tu was du willst und tue es aus Freude. Sei bei allem was du tust einfach nur anwesend. Du wirst spüren, wohin dein Weg geht, wenn du still bist. Und du wirst heraus finden, dass kein Weg notwendig ist. Alles geschieht aus reiner Freude. Das Leben lebt sich durch dich. Dieses in seiner Tiefe zu erkennen, ist Erwachen.
P.S.: Wenn es für dich okay ist, dass deine Frage - natürlich anonym - bei Jetzt-TV oder eventuell später in einem Buch veröffentlicht wird, signalisiere es mir doch bitte. Ansonsten bleibt es unter uns. Danke.
Fragende: Ganz herzlichen Dank für die erkenntnisreiche und wundervolle Antwort von dir. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Tief in mir drin, weiß ich auch um die Dinge, aber mein Ego erwartet ab und an noch eine Bestätigung von außen. Da braucht es noch etwas Geduld von mir. Ganz oft bin ich in einer sehr, sehr tiefen Freude und fühle mich unbeschreiblich glücklich und geliebt. Aber wenn ich aus diesem Gefühl wieder heraus falle, ist es umso schmerzhafter für mich. Ich hoffe, der Zustand wird sich immer mehr stabilisieren, so dass ich mich entspannt zurücklehnen kann und für immer aus dem irdischen Traum erwache. Ja, dass Leben lebt sich durch mich, es einfach zulassen, dass hilft mir sehr. Nur an einem Punkt habe ich immer wieder ein riesengroßes Problem, es ist meine Rechtschreibung. Ich habe Angst Fehler zu machen. In der Schule habe ich irgendwann meine Ohren abgeschaltet und mir eingeredet: die deutsche Rechtschreibung lernst du nie. Im Außen wurde es mir dann natürlich auch immer wieder bestätigt (Fehler ohne Ende). Ich schreibe heute ganz aus dem Gefühl, ohne je Grammatik verstanden zu haben. Wenn es dann im Alltag um schriftliche Angelegenheiten geht, steigt bei mir immer wieder eine unterschwellige Angst hoch. Wie kann ich nur besser damit umgehen? Es kostet mich immer wieder eine große Überwindung, nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen, wenn es um schriftliche Angelegenheiten geht. Lesen hingegen ist eine große Leidenschaft von mir. Ich wäre dir sehr dankbar, wenn ich auch über dieses Thema eine Antwort von dir bekommen würde. Es liegt mir sehr am Herzen! So, meine Liebe, lass dich ganz herzlich grüßen und ich wünsche dir alles erdenklich Gute von ganzem Herzen, schön dass es dich gibt...
P.S.: Auch hier kostet es mich eine zu große Überwindung mein okay für die Veröffentlichung zu geben (wegen Fehler natürlich). Ich bitte um Verständnis. Danke
Suprya: Danke für deine Rückmeldung. Es ist interessant. So wie es dir mir der Rechtschreibung geht, so geht es mir mit der Mathematik. Hier bin ich die große Versagerin. Das war mein Horror-Fach in der Schule und auch jetzt noch bin ich mehr staunend als wissend. Und inzwischen liebe ich die Null. Beinhaltet sie doch Leere und Fülle gleichermaßen und sie ist die Zahl des Narren. Der Narr folgt nur seiner Intuition und springt einfach los, auch wenn die Welt ihn übervorteilt. Er vertraut einfach. Ich möchte dich gerne ermuntern auch einfach zu vertrauen. Ich finde deinen Text und deine Rückmeldung sehr schön und es könnte auch für andere Leser eine Unterstützung sein. Und auch wenn du Grammatik nicht verstehst, so ist doch alles verstanden. Du bist eine Wissende, mit oder ohne Kenntnisse der Grammatik oder der Mathematik. Sie sind nur Werkzeuge. Du bist. Schau doch noch mal nach, vielleicht magst du ja doch "springen" und das Wagnis eingehen, den Text zur Veröffentlichung freizugeben. Mit deiner Angst vor Fehlern und mit deinem Herzklopfen. Es ist ein Angebot, damit zu experimentieren. Wie ist es sich zu stellen? Welche Gefühle tauchen auf? Ich verstehe vollkommen und respektiere auch ein Nein. Ich achte es vollkommen, wenn du dich schützen möchtest. Und auch hier wäre die Frage: Wovor? Wovor möchtest du dich schützen und was kann passieren? Bist du bereit das Schlimmste, was passieren kann, anzunehmen? Und ist das Schlimmste, was hier passieren kann nicht alles nur in gedanklicher Form? So oder so. Wie du dich auch entscheidest. Es scheint deine Ängste zu berühren. Lade sie ein und lerne sie kennen. Wenn du Auge in Auge mit diesen Ängsten bist, wirst du ihre Schönheit erkennen. Und ich verrate auch etwas: Ganz oft schicke ich meine Antworten unter Herzklopfen ab. Ich umarme dich mit klopfendem Herzen, Suprya
Fragende: Vielen herzlichen Dank für deine schnelle Antwort. Es hat mir unglaublich gut getan von dir zu hören, dass auch du ein ähnliches Problem hast. Danke, dass du dich mir gegenüber so weit geöffnet hast. Nun bin auch ich bereit zu springen und gebe den Text zur Veröffentlichung frei! Ich habe erkannt, dass es in Wirklichkeit immer nur meine Gedanken sind die mich verletzen. Ich fühle mich schon viel leichter und die Angst vor Fehlern lässt immer mehr nach. Ja, ich kann ihr sogar in die Augen sehen und spüre eine unendliche Liebe in mir aufsteigen. Es kann mir doch gar nichts passieren, ich bin es immer selbst die sich verurteilt. Oh, was für eine Erkenntnis. Ab jetzt beginnt ein neues Leben: Ohne Druck, nur noch Leichtigkeit, Frieden und Freude. Nochmals ganz herzlichen Dank für deine Herz öffnenden und vertrauenden Worte. Ich wünsche dir alles Glück der Erde und des Himmels.
Suprya: Ich schenke dir mein Herz und meine Hand und springe mit dir. Danke für deine wundervolle Antwort. In Liebe, Suprya
[47]: so nun möchte ich dir auch einmal schreiben, ich weiß zwar nicht was, das ist erst einmal egal. Heute ist es ziemlich ruhig im "Inneren", (in Wirklichkeit gibt es kein Innen und Außen)...
Frage [47]: Hallo Suprya, so nun möchte ich dir auch einmal schreiben, ich weiß zwar nicht was, das ist erst einmal egal. Heute ist es ziemlich ruhig im "Inneren", (in Wirklichkeit gibt es kein Innen und Außen) ich bin nicht so schreibbewandert sorry für das eventuelle Durcheinander. ich habe seit 1,5 Jahren eine sehr gute Freundin (20 Jahre jünger), ich bin 44 Jahre oder der Körper - wie auch immer - und musste in letzter Zeit feststellen, dass ich mich unbewusst in sie verliebt hatte, da sie auch einen neuen Freund kennen gelernt hat, ich habe dies auch noch vermittelt und habe mich dabei sehr gefreut dass diese zwei zusammen finden, und nach kurzer Zeit tauchte auf einmal Verlassensein, Eifersucht, Alleinsein und vieles mehr hoch, also empfindungmäßig und Gedanken, was in Wirklichkeit nichts mit mir zu tun hat, da das was ich bin völlig unberührt ist. Es waren sehr schmerzliche Tage und ich konnte doch nichts machen noch nicht einmal ausreißen, wohin auch. Ich hatte dann auch deine Antworten gelesen (Frage 6, 14, 19). Was ich eben auch bei ihr festgestellt habe wir sind sehr gleich, ob es im Fühlen oder Denken in der Verhaltensweise ist, mittlerweile bin ich total hilflos, sprachlos und ich weiß überhaupt nichts mehr, da ist so ein Gefühl als ob sich alles auflöst, die Satsangs auf jetzt-tv.net kann ich mir auch nicht mehr anschauen, es ist kein Interesse mehr da, da jeder sowieso seine eigene Meinung oder Wahrheit vertritt und das macht manchmal noch mehr Meschugge (blöd) da der Verstand sich wieder an was klammern kann, wobei auch alles mit zur Auflösung beigetragen hat und es spricht mich auch im Außen kaum noch was an. Ich bin vom Prinzip, völlig am Ende, also der Tod könnte kommen, da ich selbst sowieso nichts in der Hand habe, Gedanken und Empfindungen kommen und gehen wie diese wollen, hihi. Ich nehme seit heute ein Beruhigungsmittel. Ich gehe mit der Freundin schon seit einem Jahr regelmäßig sauber machen, also immer in Duo und sie und ich möchten es auch nicht anders, manchmal möchte ich gern öfters zusammen sein, und wenn ich dies durchdenke oder sie ist bei mir zum Frühstück oder mal zum Kaffee wird mir bewusst, dass ich mit ihr gar nichts anfangen kann, da gibt es keinen Gesprächsstoff, vielleicht mal für 5 Minuten, das war’s dann schon, ich fühle einfach nur noch, was ist und dies ist manchmal bissl heftig, vergeht auch wieder, aber trennen können wir uns auch nicht wirklich.
Ich habe früher mal als Mann gelebt und 2004 eine Geschlechtsumwandlung vorgenommen und seit einem halben Jahr lebe ich vom außen gesehen wieder als Mann, habe nur die Perücke abgenommen, Körper ist noch Frau, da kein Gefühl mehr für männlich oder weiblich ist. Eine Frage habe ich nicht wirklich, wollte es einfach mal dir schreiben, da ich auch nicht so schreiben oder es beschreiben kann wie du es tust, hatte schon gedanklich viele Ansätze dir zu schreiben, wusste aber nie richtig den Anfang. Wenn du noch etwas mehr über mich wissen möchtest, dann schreibe ich dir gern zurück.
Ja die Liebe kann einen ganz schön verrückt machen, vor allem wenn man sein Herz an einen Menschen verliert, da ich auch noch nie etwas von ihr gefordert habe, habe immer mein Bestes gegeben sie so zu lassen und zu akzeptieren wie sie ist, mit allen ihren Eigenschaften. Letztlich sind es nur meine Eigenschaften, da ich alles selbst bin, dies ist mir alles schon in der 1,5 jährigen Begegnung bewusst geworden, da ich mich schon seit 2000 gesucht hatte, was für ein Witz und nicht gefunden. Also auch die Suche ist zu Ende, seit Ende 2007, dem Leben sei Dank, gehört eben mit zur Geschichte. So, Suprya, das soll's mal gewesen sein, ganz herzlichen Dank für alles.
Suprya: Ich danke dir ganz herzlich für deine Schilderung. Manchmal ist es hilfreich einfach zu schreiben, ohne eine Frage zu haben. Und es genügt, die Worte, die Gedanken auf ein "Blatt Papier" zu setzen, um sich leer und frei zu machen. Es sieht so aus, als wärest du okay mit dir und hin und wieder stolperst du über Fragen, die von außen kommen. Ist es so? Und ist es nicht so, dass wir in dem "ICH BIN" weder männlich noch weiblich sind? Du lebst beide Seiten durch deinen Körper. Kannst du dich in dir zuhause fühlen? Wenn da ein Ja ist, wirst du weiter gehen können. Du bist mehr als "nur" der Körper, mehr als männlich und mehr als weiblich. Es ist schön, dass du eine gute Freundin hast. Mute ihr zu, über das zu sprechen, was du auch mir sagst. Sind dafür nicht gute Freunde da? Mute dich ihr zu. Mit allen deinen Gefühlen. Aber verlange nichts von ihr. Sie ist nicht für deine Gefühle verantwortlich. Sie spiegelt deine Ängste nur, deine Eifersucht. Aber das weißt du ja. Nutze die Chance, dich diesen Gefühlen zu stellen, sie da sein zu lassen. Und ja, ich muss auch lachen. Die vielen verschiedenen Formen, durch die das Leben spricht und die dann durch die Ausstrahlung in jetzt-tv für Verwirrung sorgen, weil jeder auf seine individuelle Art und Weise spricht und du am Ende nicht weißt, wem oder was du glauben sollst: Wunderbar! Glaube keinem einzigen Lehrer! Töte Buddha, wenn du ihn unterwegs triffst. Glaube noch nicht einmal dir selbst. Lasse den Geist sich ruhig verwirren. Das was du bist ist von solch einer Klarheit erfüllt, da bleibt kein einziges Staubkorn drin hängen. Du bist die absolute Aufgeräumtheit mitten im Chaos. Unberührbar, unerreichbar und voller Schönheit. Ich freue mich und wenn du magst schreib mir gerne wieder.
Fragende: Ich nochmal... bei mir ist alles in Ordnung und Beruhigungsmittel sind auch wieder tabu. es ist schon ein Witz, erst schmerzt alles und dann ist es vorbei und man spürt, dass dies nicht wirklich gewesen ist, dass alles durch uns fließt, jetzt fühlt sich alles kleinwenig gespannt an und doch ist gleichzeitig Entspannung da und das was man ist, DAS. und mit der Freundin ist auch wieder alles in Ordnung, nur dass es ihr jetzt so geht wie mir es vor ein paar Tagen ging, manchmal habe ich das Gefühl dass wir uns im Empfindungsleben abwechseln und auf mystische Art verbunden sind, dies weiß ich nicht genau, da es auch nur gedankliche Formationen sein könnten und die Frage stellt sich auch nicht wirklich. Letztendlich leben wir sowieso in der Hingabe, da das was ist, einfach ist und man ist schon hingegeben, ob man bewusst oder unbewusst ist, da alles im gegenwärtigen Moment geschieht, es gibt nichts anderes. So das soll's gewesen sein und herzlichen Dank für alles.
Suprya: Das freut mich sehr, dass sich da etwas entspannt hat. Ja, es ist schon seltsam, wie das Leben so spielt. Voller Überraschungen. Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe. Und: Leben ist doch viel schöner und aufregender ohne Beruhigungsmittel, oder? Umarme dich, Suprya
[46]: Hallo, ich lese viel Satsang beschäftige mich damit, naja, Advaita. Und letztens ist mir klar geworden, ich bin nicht das Wahrgenommene...
Frage [46]: Hallo, ich lese viel Satsang beschäftige mich damit, naja, Advaita. Und letztens ist mir klar geworden, ich bin nicht das Wahrgenommene, bla bla. Ich war glücklich eine Sekunde oder so, dass mir das nicht früher aufgefallen ist... aber denn wars wieder weg. warum war es so klar, so eindeutig und verschwindet wieder. Wie hält das bloß an?????
Suprya: Der Verstand möchte diese Erfahrung - die genau genommen keine Erfahrung ist - gerne behalten. Du hattest einen Einblick. Du weißt, da ist etwas, das ist so klar und eindeutig, aber es lässt sich nicht benennen oder konservieren. Es verschwindet nicht. Kann es gar nicht, denn es ist das, was du bist. Der Verstand kommt da nicht hin. Es kann nicht erreicht werden, weil es schon ist. Richte einfach deine gedankenlose Aufmerksamkeit nach innen. Du bist das, was still und konstant da ist. Und das kann nicht gedacht werden. Aber Gedanken, Gefühle und sogar die ganze Welt geschieht in dem, was du die ganze Zeit schon bist. Gib einfach auf, es mit dem Verstand erfassen zu wollen. Du bist, auch wenn du dir dessen nicht gewahr bist.
Fragende: Ja, vielen Dank... das gibt mir wieder Hoffnung... lach
[45]: Ich habe dir gestern schon kurz geschrieben und muss gleich heute noch mal. Ich mag Samarpan sehr, war auch schon bei ihm im Satsang, habe alle Videos auf Jetzt-TV gesehen. Aber ich brauche mal eine Frau...
Frage [45]: Liebe Suprya, ich habe dir gestern schon kurz geschrieben und muss gleich heute noch mal. Ich mag Samarpan sehr, war auch schon bei ihm im Satsang, habe alle Videos auf Jetzt-TV gesehen. Aber ich brauche mal eine Frau, und mit dir fühle ich mich irgendwie so verwandt. Habe einige wenige deiner Antworten gelesen und finde sie auf den Punkt, erlösend, Frieden gebend. Es macht mich so verrückt, dieses Gefühl, ganz nah dran zu sein und doch nicht da, als fehlte mit noch etwas, als wäre vielleicht nur die Gewohnheit so stark, in dem zu bleiben, das ich kenne. Statt ganz nah dran könnte ich im nächsten Moment auch sagen: Äonen entfernt, es verschwimmt mir. Du hast geschrieben, dass du Achtung (ich glaube das war das Wort) hast vor diesem Ringen nach Wahrheit. Ich habe das Gefühl, ich ringe nur noch, und kann nicht aufhören. Es ist immer wieder zyklisch dieselbe Bewegung in mir: ich finde Frieden, alles wird still in mir, nichts fehlt, ich bin ohne Wollen, bei mir, ohne Angst, offen für jeden auf einfache Weise, schraube an nichts mehr, lasse mich denken und fühlen bzw. Denken und Fühlen ist da in mir auf diesem Grund von diesem Leisen, Wunderbaren, Tiefen, aus dem heraus alles verzaubert und leicht ist, sogar das Schwere und Traurige wird schön und so reich, und ich bin nur noch dankbar dass ich lebe und atme und teilhabe am Leben, an anderen Menschen, egal was mit ihnen los ist, und ich weiß ich muss nichts tun, kann nichts tun, bin aber da als Überfluss, sogar überflüssig, darf alles fühlen weil ich in diesen Luxus von Stillsein immer wieder hingehen kann, nur eine ganz kleine Fokus-Verschiebung ist nötig, ein Besinnen. -- Aber das ist jetzt schon wieder nur Erinnerung. Ich bin nicht mehr da, ich habe den Urgrund verloren, es ist furchtbar, zum Fürchten. Es ist grausam, wie rausgeworfen aus dem Paradies. Leben ist schal und traurig ohne dies. Immer taucht die bange Frage auf: mache ich was falsch? Bin ich nicht demütig? Halte ich fest? Ja, ich will ganz verzweifelt aus diesem Göttlichen leben, ich vermisse es schrecklich. Und ich kann nicht anders als wieder suchen. Oder täusche ich mich? Habe ich mir alles nur eingebildet? Wenn ich es verlieren kann, dann war es das nicht, oder? Wenn es nicht freiwillig bleibt, hatte ich nur immer Höhenflüge. Kurze Einblicke. Mein Gesicht fällt wieder runter und meine Augen werden trüb. Ich tu mir leid, merke ich gerade. Ich bin nicht in Frieden mit dem Trüben. -- Ich wollte eigentlich dachte ich was ganz anderes schreiben, und es ist wieder nur dasselbe geworden wie gestern. Ich kann mir grad nicht vorstellen, dass dir dazu was einfällt, und mich beschleicht so eine Scham, dich damit zu belästigen, als wäre das kein echtes "Problem". Ich habe sonst in meinem Leben kein echtes Problem, nur das Menscheln verschluckt mich ab und zu, aber es spuckt mich auch wieder aus. Es ist trüb in mir.
Suprya: Tut mir leid, dass du nun etwas auf Antwort warten musstest. Ich mag deinen Brief sehr und deine Beschreibungen von deinen Erfahrungen. Schön, dass du es sehen kannst, was sich in dir abspielt. Und genau darum geht es auch. Dieses zu sehen. Das, was sieht ist still und in Frieden. Auch mit dem Unfrieden. Wenn du schreibst: Ich bin nicht mehr da, ich habe den Urgrund verloren. Wer nimmt das wahr. Wer sieht das? Es muss jemand da sein, um dieses bemerken zu können. Wer sieht die glücklichen Zustände, wer sieht die unglücklichen Zustände. Worin tauchen diese Zustände auf. Das, in dem Frieden auftaucht ist das Gleiche, in dem auch Trübsinn auftaucht. Du machst verschiedene Erfahrungen, erlebst verschiedene Zustände die kommen und gehen. Es muss etwas geben, in dem dieses Kommen und Gehen erscheint. Etwas, das sich niemals verändert, etwas, das keine Erfahrung sein kann. Alles, was du erfahren kannst, alles was du beschreiben kannst, ist es nicht. Und dennoch ist es da. Du bist dieses und ohne dieses könntest du nicht sein. Der Sucher ist das Gesuchte. Du bist es doch! Gott lebt durch dich. Er schaut aus deinen Augen. Was könntest du denn finden, wenn das Gesuchte du selbst bist. Verwechsele nicht die Erfahrung von Frieden mit dem Frieden selbst. Frieden ist im Frieden und im Unfrieden. Alles ist geliebt. Der Urgrund ist keine Erfahrung und kann nicht gewusst werden. Aber er ist! Sei liebevoll mit dir. Sei liebevoll mit deinen Traurigkeiten, mit deinem Trübsinn und mit deinem Lachen. Du machst nichts falsch. Lasse einfach alle Fragen gehen und das Leben geschehen, wie es geschehen will. Sei einfach. Ich umarme dich von Herzen, Suprya
Fragende: Herzlichen Dank für deine Antwort. Danke für die Erinnerung, und dass du persönlich zur Verfügung stehst. Es ist etwas anderes als ein Buch zu lesen. Es ist merkwürdig, dieses was sieht zu sein, weil dann meine ganze Wichtigkeit nicht mehr da ist und ich keine Christine [Name geändert] mehr bin und irgendwie nichts mehr zu tun habe, mein Leben nicht mehr entwerfen kann oder will, nicht eifrig oder traurig dahin in die Zukunft streben kann, die mir besser erscheint, wo ich dann endlich "richtig" bin, glücklich bin, erfüllt bin, und jeder sieht es. Es ist seltsam, dieses Loslassen in eine relative Bedeutungslosigkeit, aus Christines Sicht. Weil doch ich, Christine, mir so viel Mühe gemacht habe mit diesem Leben, so gut und so klug und so begabt sein wollte, so besonders und geliebt, weise wollte ich immer sein, anderen helfen... damit ich weiß wer ich bin und sagen kann über mich: Ich bin die, die helfen kann, und man sagt ich bin weise und weiß im richtigen Moment das Richtige zu sagen oder zu tun. Das wäre mein Entwurf gewesen für mich. Und das noch Merkwürdigere ist, dass ich in letzter Zeit genau dieses als Feedback auf meine Arbeit bekomme. Ich bin Masseurin, und die Leute sagen mir, ich hätte heilende Hände. Das macht mich echt glücklich. Ein ganz dicker Mann sagte zu mir, er hätte das Gefühl, ich würde seinen Rücken kennen, und ich habe mich so gefreut, weil ich ja auch eben dieses Gefühl habe. Aber ich kenne alle Rücken und alle Körper, und ich möchte eine sein, die das geben kann, was derjenige gerade braucht. Manche brauchen ein Gefühl, manche haben Schmerzen, manche sind ganz ausgehungert, manche sind hart, manche können nicht annehmen, manche können alles annehmen und sind so leicht glücklich zu machen, manche brauchen gar nichts und gehen fast unberührt wieder weg. Und all das zu tun und zu sein, gleichzeitig als Entwurf UND als das, was ist, ganz einfach, es ist nämlich wirklich ganz einfach, ich werde auch immer einfacher damit. Ich sitze hier in meiner Küche mit dem Laptop auf dem Küchentisch, eben scheint die Sonne, nachdem es noch vor 10 Minuten ziemlich geschüttet hat, meine Küchenuhr tickt, der Hund döst im Körbchen, mein Sohn (er ist 20) sitzt in seinem Zimmer und surft im Internet. Gerade haben wir was gegessen. Später geht er noch einkaufen, wenn ich mich entschlossen hab, den Einkaufszettel als komplett abzugeben. Es ist nichts besonderes los heute, und auch nichts Besonderes mehr zu erwarten. Es ist friedlich, und ich bin etwas müde. Aber ich werde ein wenig in die Sonne gehen, mit Hundchen. Danke dass ich dir dies alles mitteilen darf, ein wenig von meinem Leben in deins hinein.
Suprya: In mir jubelt etwas und weint gleichzeitig vor Freude. Das was du schreibst ist so unendlich schön. Danke für deine Zeilen. Ich möchte sie gerne im Satsang vorlesen und ich möchte sie gerne meiner Tochter zeigen, die ja auch eine Ausbildung zur Masseurin abgeschlossen hat. Danke auch für deine Einwilligung zur Veröffentlichung. Ja, du hast dir soviel Mühe gegeben mit dir. Ich möchte dir mit Zeilen von Rilke 'Das sanfteste Gesetz' antworten:
Du hast dich so unendlich groß begonnen an jenem Tage, da du uns begannst, - und wir sind so gereift in deinen Sonnen, so breit geworden und so tief gepflanzt, dass du in Menschen, Engeln und Madonnen dich ruhend jetzt vollenden kannst.
...dich ruhend jetzt vollenden kannst. Ruhe dich aus in dir. Es wird getan.
[44]: Ich werde morgen 59 und habe immer mehr das Gefühl nichts zu wissen...
Frage [44]: Ich werde morgen 59 und habe immer mehr das Gefühl nichts zu wissen. Ich weiß, dass es gut klingt, wenn man dieses Statement von sich gibt, aber ich fühle mich mit dieser "Erkenntnis" nicht immer wohl, denn mir geht dann alles verloren: Meine Geschichte, meine Vergangenheit, ich weiß nicht mehr wer ich bin, was ich will... Dieser Zustand kann mich ängstigen, und dann wieder auch direkt erfreuen. Seltsam! Was sagst du dazu?
Suprya: Alles, was verloren gehen kann und alles was sich verändern kann ist gedanklicher Natur. Wenn du sagst, du hast Angst, dass deine Geschichte verloren gehen könnte, deine Vergangenheit, dann ist es doch lediglich eine Erinnerung, also Gedanken. Du beziehst dein Leben nicht aus der Vergangenheit, sondern Leben ist immer jetzt. Es gibt kein anderes Leben. Erkenne, dass du nicht deine Gedanken bist, nicht deine Geschichte und nicht, wer du glaubst zu sein. Auch ein Glaube ist nur etwas Erdachtes und hat nichts mit der Wirklichkeit zu zun. Die Wirklichkeit kann nicht gesprochen werden. Wirklichkeit ist das, was du bist. Du kannst nicht verloren gehen. Es kann Angst machen, wenn bewusst wird, dass das, was du glaubtest zu sein, sich als unwirklich heraus stellt. Wenn das Ich-Konstrukt zusammenbricht, das es in Wahrheit nie gegeben hat. Wenn du dem nachschaust, ist da Leere, wo vorher eine scheinbare Wirklichkeit war. Die Welt ist nicht mehr das, was sie einmal für dich war. Das kann ängstigen. Richte deine Aufmerksamkeit auf das Leben. So wie es sich jetzt zeigt und augenblicklich ist die Fülle da. Denn solange du suchst, wirst du nur Leere finden. Beende die Suche und erlebe die pure Schönheit und Fülle. Sei jetzt hier. Schenke der Vergangenheit keine Aufmerksamkeit. Das was du bist, kann Gedanken zwar wahrnehmen - auch Gedanken an eine Geschichte - aber du bist nicht die Geschichte. Sie erscheint nur in dir. So wie auch Gefühle von Angst in dir erscheinen können. Du musst nichts mit der Angst machen. Sie taucht auf und sie wird wieder verschwinden. Mische dich am besten gar nicht ein. Beobachte einfach die verschiedenen Strömungen in dir. Hab Vertrauen. Alles Liebe für dich, Suprya
[43]: Bei meiner Geburt wurde ich von meinen Eltern nicht willkommen geheißen, ich war vielmehr ein Störenfried...
Frage [43]: Hallo Suprya, danke, dass du jede Frage beantwortest. Bei meiner Geburt wurde ich von meinen Eltern nicht willkommen geheißen, ich war vielmehr ein Störenfried. Aus diesem Grund glaube ich, habe ich die Nahrung verweigert und bekam eine Nottaufe. Der Schmerz (Angst vor Ablehnung) war so groß, dass ich ganz viele Umwege ging. Es hat ganz schön lange gedauert, bis ich überhaupt auf diesen Schmerz kam. Wie kann ich diesen Schmerz am besten loslassen? Und gibt es da noch einen tieferen Schmerz der angeschaut werden will? Ich frage aus diesem Grunde, weil in einer Therapie mal heraus kam, dass ich als Kind sexuell missbraucht worden wäre, daran habe ich aber keine Erinnerung. Das Leben ist so richtig gut geworden, seit ich mein Leben ganz bewusst in die Hände Gottes lege und darauf vertraue, dass immer alles zu meinem Besten geschieht, ich es nur nicht immer erkennen kann. Ganz liebe Grüße und der Segen Gottes sei mit dir. Danke für deine Bemühungen.
Suprya: Danke für deine Frage. Ja, das ist der Schlüssel: Dein Leben in die Hände Gottes zu geben und es "ihm" zu überlassen heraus zu finden, was das Beste für dich ist. Mag sein, dass deine Eltern mit sich selbst durch deine Geburt Schwierigkeiten hatten, aber das Leben hat dich willkommen geheißen. Es hat dich genau so gewollt, wie du bist. Ein Kind wird alles tun, um Zugehörigkeit nicht zu verlieren, denn das würde sein Überleben nicht sichern. Und wenn es sein muss, wird es sich selbst verleugnen. Es spaltet seine Gefühle von sich ab. Ein Kind wird es nicht zulassen können, von den Eltern nicht angenommen, nicht geliebt zu sein, diese Erfahrung kann das Kind nicht tragen. Aber später, wenn wir erwachsen sind, kann unser Organismus diese Gefühle aufarbeiten, wenn sie noch anstehen. Und dabei geht es einfach nur darum, dass diese Gefühle gefühlt werden. Es geht nur darum, sich diesem Schmerz zu stellen. Nur dann kann der Schmerz aufgelöst werden, wenn du dich ihm stellst. Dabei ist es nicht wichtig zu wissen, woher oder warum der Schmerz da ist und welche Ursachen er hat. Manchmal kommen von alleine begleitende Bilder, in denen du erkennen kannst, was die Ursache des Schmerzes ist, aber es ist nicht so wichtig. Ich würde auch sehr vorsichtig sein, was Ideen oder Spekulationen bezüglich des Missbrauchs sind. Kam der Impuls von dir? Ist es dein Gefühl? Wenn nicht, würde ich diese Idee wieder vergessen. Es genügt, den Schmerz zu fühlen. Da ich eine ähnliche Kindheitsgeschichte habe, kann ich von mir berichten, dass es mir sehr geholfen hat, einen weiten Raum zu bekommen, in dem mein Schmerz sein durfte, ohne dass etwas damit gemacht werden muss, ohne dass etwas erklärt werden muss. Meine Begleiterin meinte nur: Da ist einfach ein großer Tränensee in mir, der erst mal abgeweint werden muss. Schau doch für dich, ob du eine liebevolle Begleitung findest und einen offenen Raum, in dem keine Ansprüche gestellt werden, wo du mit deinem Schmerzsein kannst. Ich umarme dich von Herzen.
Fragende: Von ganzem Herzen danke, für deine liebevollen Worte. Es ist schön zu erfahren, dass der Schmerz, der nicht gefühlt wurde, einfach nur jetzt gefühlt werden will. Sonst nichts, ich brauche nicht zu wissen in welcher Situation es war. Da gibt es aber schon eine Menge Gefühle, die ich zur damaligen Zeit nicht fühlen konnte, weil es zu schmerzhaft war, aber jetzt kann ich es zulassen. Dadurch, dass ich die Gefühle in gute und in schlechte einteile, entsteht dieser Schmerz. Es ist nicht so einfach ein Gefühl der Trauer nicht als negativ zu bewerten, aber ich arbeite daran. Es wird immer besser. Ich wünsche mir wirkliche Freiheit und vollkommene Heilung, damit ich immer mehr zum Kanal werde durch den sich Gott ausdrücken kann und ich diese Liebe, dieses Licht weiter geben kann. Du hast einen Weg gefunden diese Welt ein bisschen besser zu machen, Hoffnung zu schenken und das kann jeder auf seine ganz eigene Art und Weise. Ich habe große Hoffnungen, dass die Menschen sich ändern, die Natur und alle Lebewesen achten und unsere Mutter Erde lieben. Ich glaube, dass wir, wenn wir es nur wollen, wieder im Paradies leben können. Eine gesegnete Zeit und Gottes Liebe sei mit dir. Danke für dein Tun und dein Sein.
Suprya: Ich fließe mit deinen Worten. Sie berühren mich tief im Herzen. Du berührst mich. Und ist es nicht das worauf es ankommt? Für einen Moment berührt zu werden, ein Moment, der unser Herz öffnet und der uns weich und mitfühlend macht? Ist es nicht das Schönste, ein mitfühlendes Wesen zu sein? Das ist es, was wir wirklich selbst für diese Welt tun können. Das zu sein, was wir uns wünschen. Ich bin dir sehr verbunden.
[42]: Ich beschäftige mich seit Jahren mit Themen wie "Persönlichkeits- findung", "Glück", "Philosophie", ... um herauszufinden, was der Sinn des Lebens ist. Allerdings treten diese Themen im Alltag immer wieder sehr in den Hintergrund...
Frage [42]: Liebe Suprya, ich beschäftige mich seit Jahren mit Themen wie "Persönlichkeitsfindung", "Glück", "Philosophie", ... um herauszufinden, was der Sinn des Lebens ist. Allerdings treten diese Themen im Alltag immer wieder sehr in den Hintergrund. Im Büro sitzend, sich mit bedeutungslosen Dingen beschäftigend und über den einen oder anderen lästig empfundenen Bürokollegen ärgernd, verliere ich mich immer wieder ziemlich schnell. Und dann kommt dazu noch das Gefühl, bei meinem Job zu versauern und meine wertvolle Lebenszeit ganz fürchterlich zu verschwenden. Ich suche seit über einem Jahr nach einer anderen Beschäftigung, aber nichts will so richtig klappen. Geld verdienen muss ich aber, und somit vegetiere ich Tag für Tag im Büro vor mich hin. Meine Freizeit versuche ich erfüllend zu gestalten - doch leider beeinflusst mich das starke Unzufriedenheits-Gefühl, das durch meinen Job entsteht, dort auch öfters - so dass ich mich nur müde und antriebslos fühle und zu frustriert bin, um weiter über erfüllende Dinge nachzudenken und eine positive Lebenseinstellung an den Tag zu legen. Gibt es einen Ausweg?
Suprya: Ja, es gibt einen Ausweg. Aber der ist vielleicht nicht so, wie du ihn erwarten würdest. Er besteht darin, nicht mehr nach Auswegen zu suchen, sondern sich dem, was ist, zu stellen. Jedes Nachdenken oder jeder Versuch, eine positive Lebenseinstellung zu finden, bringt dich weg von dir. Alles Nachdenken über Veränderung ist eine Ablenkung. Alles Nachdenken über Glück ist nicht das Glück. Stelle dich dem was da ist. Jetzt. Ist da Unzufriedenheit? Da sei total unzufrieden. Spüre die Unzufriedenheit in deinem Körper. Wie fühlt sie sich an dahin zu vegetieren? Sei ganz aufmerksam in dir. Wo im Körper nimmst du es wahr? Achte dabei auch auf deine Atmung, deine Haltung. Wohin zieht es deine Aufmerksamkeit. Und denke nicht darüber nach. Verschwende keinen Gedanken an das, was du in deinem Körper spürst. Du musst das Gefühl noch nicht einmal benennen. Einfach da sein. Still sein mit dem was ist. Halte dich nicht an den Gedanken fest. Folge ihnen nicht, sondern kehre immer wieder mit deiner Aufmerksamkeit in deinen Körper zurück. Nur aufmerksam spüren. Das genügt. Veränderungen geschehen von alleine, wenn es das Leben so will. Mische dich am besten gar nicht ein. Wenn du still und aufmerksam bleibst, wirst du wissen wohin es geht. Osho hat mal gesagt: Solange die Existenz sieht, dass du selber arbeitest, mischt sie sich nicht ein. Lass sich das Leben um dich kümmern. Du wirst dann wissen, was richtig ist. Sei einfach nur nur immer im Moment. Alles andere wird geschehen. Vertraue.
[41]: Ich lebe schon seit Jahren sehr zurückgezogen und alleine in einer Kleinstadt (Klagenfurt) in AUT. Ich habe früher mal für einige Monate in Wien gelebt, aber es damals nicht gemocht...
Frage [41]: Liebe Suprya! Ich lebe schon seit Jahren sehr zurückgezogen und alleine in einer Kleinstadt (Klagenfurt) in AUT. Ich habe früher mal für einige Monate in Wien gelebt, aber es damals nicht gemocht. Letzten Sommer war ich in Wien beim Satsang bei Samarpan und stellte fest, dass ich mich diesmal dort sehr wohl fühlte, dass ich die Stadt mag, dass sowohl Stadt als auch ich sich in den vergangenen Jahren veränderten und praktisch aneinander angenähert haben. So kam in mir der Wunsch auf, nach Wien umzusiedeln und ich hatte es zu 87% beschlossen. Ich wusste jedoch auch, dass zurück in meiner Heimatstadt die anfängliche Euphorie bald verfliegen würde und genau so kam es dann auch. Im Herbst war ich noch zwei Mal in VIE und es wiederholte sich dasselbe Spiel jeweils. Bin ich in VIE, dann genieße ich immer die Aktivität, den Trubel, die Menschenmassen, die Heterogenität und vor allem die damit zwangsläufig verbundene Toleranz gegenüber verschiedenen Lebensentwürfen und Arten des Auftretens. All das ist in Klagenfurt sehr zu vermissen (unser Landeshauptmann ist Dr. Jörg Haider, BZÖ/FPÖ – ich glaube das sagt schon viel aus). Vor Allem ist es so, dass ich mich in VIE irgendwie unter Gleich- oder zumindest Ähnlichgesinnten fühle, während ich in Klagenfurt nie recht weis, ob ich ein Außerirdischer bin, oder ob alle anderen es sind. Die Kultur in Wien färbt auch auf die Menschen ab, die mir dort reflektierter, kultivierter und intellektueller zu sein scheinen und das habe ich gerne; Klagenfurt hingegen scheint mir so eine Art Hochburg der Bauern und Proleten zu sein. (Natürlich gibt es hier wie dort auch jeweils andere Menschen.) Komme ich von außerhalb zurück nach Klagenfurt, dann ist es immer recht bedrückend, beengend für mich. Doch mit der Zeit gewöhne ich mich dann immer daran. Ich habe keine Arbeit, keine Freundin, kaum Freunde die ich praktisch nie sehe, verbringe die meiste Zeit also allein und viel davon in meinem Haus. Und da versinke ich dann immer mehr und mehr in eine Art Lethargie, in welcher mir oftmals so ziemlich alles egal ist und mich kaum etwas zu irgendetwas motivieren kann. In diesem Zustand kann ich mich dann auch nicht mehr wirklich dazu entschließen, nach VIE zu gehen. Irgendwie ist mir alles egal und dass das so ist, ist mir irgendwie auch egal. Doch andererseits regt sich dann doch immer wieder der Gedanke, ob ich nun nicht doch nach VIE gehen sollte. Ich verspreche mir davon, dass der Puls der Stadt mich anstecken und somit aus meiner Lethargie heraus aktivieren würde, ich dann wieder unter Menschen gehen würde. Auf jeden Fall würde ich die dort gegebene Möglichkeit des wöchentlichen Satsangs nutzen, und alleine diese Möglichkeit ist für mich schon ein sehr guter Grund, nach VIE zu ziehen. Bzw. verspüre ich manchmal doch eine Art Sehnsucht nach Leben, nach Lebendigkeit, nach Spaß und Freude mit anderen Menschen – und ich habe so die Idee, dass sich das in VIE für mich eher realisieren lässt. Im Grunde würde ich ja gerne dort Leben, jedoch müsste ich dafür auch einiges hier in Klagenfurt aufgeben, das mir auch sehr wichtig ist: Der regelmäßige Kontakt zu meiner Mutter, der mir immer wieder das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gibt und umgekehrt auch vermutlich ihr wichtig ist; mein kleines Häuschen, das ich für 220€ mit eigenem schönen Garten gemietet habe – in VIE müsste ich für eine Substandartgarçonnière weit mehr Geld ausgeben und das wiederum würde bedeuten, dass ich dort auch arbeiten müsste und davor habe ich wirklich Horror. Und schließlich frage ich mich, ob ich in VIE früher oder später nicht in die selbe untätige Lethargie und Misanthropie verfallen würde – und das würde ich zwar einerseits gar nicht schlimm finden, doch hätte ich dann ja gleich in Klagenfurt bleiben können. Das sind also so meine Für und Wider und ich kann mich einfach nicht entscheiden. Ich kann mich nicht dazu durchringen, nun wirklich nach VIE zu gehen (was wenn es sich als Fehler herausstellt?), aber hier zu bleiben kann ich auch nicht ohne weiteres so annehmen. Wenn ich das so niederschreibe, kommt mir das alles recht banal vor. Aber das ist der Punkt, bei dem ich dich um Hilfe bitte. Die Angelegenheit spukt mir ständig durchs Hirn und ich würde gerne zu einer Entscheidung kommen. (Und genau das ist auch allgemein etwas, was ich selten kann: mich einfach für etwas entscheiden. Dieses ewige Hin-und-her-Spiel gibt es öfter in meinem Leben und das finde ich oftmals aufreibend.) Ich überlege auch, dazu einen Astrologen oder einen Hellseher zu konsultieren. Was meinst du dazu? (P.S.: Wenn ich meine eigenen Zeilen hier so durchlese, dann scheint mir, ich sollte einfach rausziehen. Aber irgendetwas fehlt, um den Schritt zu tun.)
Suprya: Danke für deine ausführliche Schilderung deiner Situation. Ich kann gut verstehen, dass dieses Hin- und Herspielchen sehr nervig sein kann. Du versuchst auf der rationalen Ebene eine Entscheidung zu treffen und beginnst Minus- und Pluspunkte zu sammeln. Du kommst damit aber nicht weiter. Ich sehe es mal so: Wien und Klagenfurt spiegeln lediglich zwei Aspekte deines Lebens. Wien ist die Lebendigkeit, die Aktivität, der Trubel, die Aufgeschlossenheit, das pulsierende Leben, die Gemeinschaft. Klagenfurt steht für Zurückgezogenheit, Sicherheit, Geborgenheit, Lethargie, Heimat. Ich glaube nicht, dass es um einen Umzug geht. Ich vermute eher, es geht um dich. Ist es nicht einfach so, dass durch den Besuch in Wien in dir etwas geweckt wurde, was nun nach Außen drängt? Will da nicht in dir eine Lebendigkeit nach außen dringen, die noch verdeckt war? Schlummert da nicht ein "Wien" in dir? Du musst nirgend wohin gehen, um diese Lebendigkeit jetzt zu leben. Wie wäre es, das Ruder einfach aus der Hand zu geben und das Leben für dich entscheiden lassen? Erst wenn du es aufgeben kannst, eine Wahl treffen zu müssen, wirst du ein Gespür und ein Gefühl dafür entwickeln, was gerade für dich richtig ist. Erst wenn du aufhörst Entscheidungen treffen zu wollen, kann das Leben dich leiten. Osho hat mal gesagt: "Die Existenz wartet. Wenn sie sieht, dass du selbst arbeitest, mischt sie sich nicht ein." Lasse alles, was du mit Wien verbindest sich in deinem Innern entfalten. Lebe das Wien in dir, dann brauchst du vielleicht gar nicht mehr umzuziehen oder der Umzug tut sich wie von selbst. Solange Entscheidungen quälend sind, lass sie los. Überlasse es dem Leben. Setzte dich einfach still hin und spüre dich. Fühle die Klagenfurt-Aspekte. Spüre die Wien-Aspekte. Alles ist in dir. Schreib mir doch mal, wie es dir mit meiner Antwort geht. Ich grüße dich von Herzen.
Fragender: Lange war für mich nicht der passende Zeitpunkt, dir zu antworten, nun ist es soweit: Im Grunde kann ich jetzt eigentlich all das was du geschrieben hast, nur bestätigen. Was mich dies nichts selbst erkennen ließ und es mir jetzt auch schwer macht, es uneingeschränkt zu akzeptieren, ist eben einfach das permanente Bedürfnis, endlich und endgültig glücklich und zufrieden zu sein, mich erfüllt, vor allem sinnerfüllt zu fühlen – welches eben in der Regel unbefriedigt ist, mich unzufrieden sein lässt. Zu akzeptieren, dass ich keine Entscheidung treffe(n kann) bedeutet, die Unzufriedenheit und innere Zerrissenheit, welche oft in mir ist, zu akzeptieren (zumindest weiß ich keine andere Lösung). Jedenfalls: ich nehme deinen Ratschlag an, keine Entscheidungen zu erzwingen, die nicht von selbst da sind, und somit hat sich Wien fürs erste mal erledigt (war auch jetzt wieder mal dort, da hat’s mir eh nicht so gut gefallen – jaja, so ist das/ bin ich, immer wieder total anders und das verwirrt (mich und andere). Jedenfalls: zu Ostern war ich in Medjugorje und habe dort eine sehr tief greifende Erfahrung gemacht: ich fühlte sehr intensiv die heilige, segensreiche Kraft von jemandem (ich sage bewusst nicht "etwas"), die ich einfach nur als unser aller Mutter bezeichnen kann, welche uns alle unendlich liebt und sich für uns alle aufopfert. Diese Liebe zu fühlen (und die suche und finde ich jetzt auch immer wieder im Alltag) verändert viel und macht vieles einfacher und schöner.
[40]: Ich schreibe dir heute, weil ich mich schon seit Monaten mit einer Entscheidung herumplage, und ich kein Ende sehe, und es mich total unzufrieden macht, denn es ist ein ewiges hin- und her...
Frage [40]: Hallo Suprya! Was bedeutet Dein Name? Ich schreibe dir heute, weil ich mich schon seit Monaten mit einer Entscheidung herumplage, und ich kein Ende sehe, und es mich total unzufrieden macht, denn es ist ein ewiges hin- und her: Ich liebe Farben und Formen und bin relativ kreativ, was Dekorationen und Gestalten von Innenräumen oder Schaffen von Atmosphären durch verschiedene Elemente (Licht, Farbe, Textil Möbel, Accessoires etc.). Viele Bekannte sagen schon seit Jahren zu mir (bin vorgestern 30 geworden), dass ich auf jeden Fall was kreatives machen soll, da ich meiner eigenen Meinung mach schon wirklich ein Gutes Händchen dafür habe, nur die Kehrseite ist, es gibt keinen passenden Job oder wenn dann nur sporadisch Jobs (mal hier mal da) und da ich es nicht gelernt habe, eh nicht soviel Lohn um davon mich und meinen Sohn (Alleinerziehend) ernähren zu können. Allgemein ist es schwer, im Kreativen Bereich wirklich sich ausleben zu können und es ist lange Zeit brotlos und man weiß nie ob es sich auch mal ändert. Aus diesem Grund habe ich eben die Alternative gewählt, und mache jetzt, nachdem ich die FH-Reife im Sommer 07 nachgeholt habe, ein FH-Studium zur Sozialpädagogik... ohjEE! Und ich sitz da drin und finde mich zwischen lauter Menschen die völlig anders ticken als ich, mich nicht verstehen, und ich sie nicht, ich nicht verstehe, was der überschlaue Dozent in seinem superschnelldahergeredeten Fachchinesisch mir da erzählt, und ich eigentlich Texte lesen soll, die mich nicht wirklich interessieren, und wenn ich mal die Überlegung hab, "okay, jetzt mach halt mal was für die FH" dann schreckt mich in manchen Fächern der langweilige zähe Inhalt der Texte (auch krass: mein Mind denkt nicht mit beim Lesen der Texte, ich kann machen was ich will er "frisst" einfach nicht! Es ist sooo mühsam ein Riesenberg!) oder die dass ich den Text zuerst mal mit nem Fremdwörterbuch übersetzen muss total ab, weil ich dadurch dass ich nebenher noch 2 x die Woche im Schreibwarenladen arbeite und noch 6 Klavierschülerinnen habe pro Woche und meinen Sohn und mich und Haushalt, komm ich selbst in den Semesterferien kaum dazu was zu lesen, und selbst wenn's nur ne Stunde wäre, wär's ein Tropfen auf den heißen Stein, und dann mach ich es gleich gar nicht. Aber nur wenn ich studiere hab ich genug Zeit für meinen Sohn (das ist mir soooo wichtig!) und evtl. die Aussicht auf nen besseren Job mal in der Zukunft, wobei ich das auch nicht 100% weiß natürlich. Dann sprechen wieder die viele BAföG-Schulden dagegen, die ich dann später zurückzahlen muss, mit nem Job, der sehr schlecht bezahlt wird und was auch krass ist: Seit ich das mit dem Studium anfing hab ich nur noch Menschen getroffen, die mit diesem Beruf voolll unglücklich sind und drauf schimpfen. Und auch gefrustete, die sehen, dass sich nichts verändern lassen kann, was ich schon lang gemerkt hab, seit ich mit dem Vater meines Sohnes von dieser Vorstellung auf schmerzhafte Weise zum Glück befreit wurde. Ich weiß nicht was ich tun soll, ich weiß, dass ich den Job nicht haben will, andererseits weiß ich, dass ich die brotlose Zeit als "Freischaffender Künstler" nicht haben will oder in Anbetracht meines Sohns mir nicht leisten kann... Ich weißes nicht, was soll ich tun? Ich habe nicht genug Mut das Studium zu kündigen. Auf nem Design-Studiengang habe ich leider keine Mappe gemalt und mich nicht angemeldet, weil ich nicht so genial zeichnen kann wie manch anderer, und die Plätze zu begehrt sind, das ist nicht drin, am liebsten würde ich Bühnen oder Räume dekorieren- oder kreieren.. Manchmal auch Mode, doch ich kann nicht gut Nähen und bin dazu zu zappelig... Jetzt bin ich auch schon 30 und es drängt in mir und sagt, dass ich bis jetzt noch kein Plan hab, was ich beruflich machen soll sei nicht gut, weil auch im Kreativen die Jüngeren schon viel mehr draufhaben wie ich das spukt alles in meinem Kopf... In dem sozialpäd. Bereich ist es mir zum Kotzen, dass vor lauter unnötiger Bürokratie die Leute keine Zeit mehr haben, den Menschen zuzuhören und Zeit zu haben, und nur noch gestresst sind. Als ich das Praktikum gemacht habe in einer Drogenberatungsstelle, ist mir das immer wieder ins Auge gefallen, wie desillusioniert und depressiv die Mitarbeiter dort waren, teilweise selbst abhängig von Kaffee, Arbeit oder Tabletten... und wie gestresst die waren.. Vor lauter Bürokratie... ich komm mit dem Zwang voll net klar..! Ich kann das nicht und will's auch nicht. Es tut alles WEH! Die meisten bei mir im Studium sind wohlverzogene Göhren von Rama-Familien die meinen, sie wären die Schlausten und könnten anderen was erzählen. Und ich soll auch so eine werden? Neein Danke! Ich könnte schreien für meine Blödheit! Ich bin mit der Idee mich dort anzumelden hingekommen, da ich selbst seit meinem 15.Lebensjahr in Heimen betreut wurde, und später nachdem ich im Mutter-Kind-Heim war mit meinem Sohn und danach mit Familienhilfe gute und auch sehr schlechte Erfahrungen eigentlich mit dem Wunsch ins Studium gegangen bin, meine Dankbarkeit weiterzugeben, da ich ohne die Unterstützung der Menschen in diesem Beruf evtl. nicht mehr wäre, was sogesehn auch nicht weiter tragisch wäre... Das war meine Intention. Was die Realität betrifft heute, isses nur ne Riesenenttäuschung.. Und jetzt dreht sichs wieder im Kreis... das größte Wunder im Leben was passierte, dass ich eine Frau per Zufall kennen lernte, die wie du auch Satsang anfing zu geben, und ich an dem Zeitpunkt, als ich mich aufgab (ca. mit 19 Jahren) mir das zeigen konnte, was sich mit dem Verstand nur hindeuten lässt. Es war auch später irgendwann eine Erfahrung da, wien Blitz irgendwo, nicht mit den Augen zu sehen, sondern irgend-wo auch immer und ein Erkennen des Ganzen, und dann lachte alles in mir und aus mir raus, weil gesehen wurde, was das alles für ein RiesenWitz ist das ganze Spiel hier, und dass es nicht zu ernst genommen werden muss... Als vor drei Jahren mein zweites Kind an Plötzlichem Kindstod starb, war nochmal so ein Erkennen und "Wissen" da oder so... Aber des bringt mir jetzt alles nix, ich steh da wie auf Kohlen und es fühlt sich an, als ob ich nicht lebe! Und es macht keinen Spaß, und nicht mal mehr Drogen nehmen macht mehr Fun, es ist alles wien alter Kaugummi, und ich sitz da und nix ist, und ich spüre große Unlust und kein Plan und ganz oft fühlt sich's an, als würde ich sterben, und ich hab manchmal Angst, dass es eine Vorahnung ist, dass der Körper vielleicht sterben will... Was mich noch total beunruhigt ist: Unabhängig davon spricht mein Kleiner seit ein paar Wochen davon, und sagt (ohne, dass er meine Gedanken kennt): "Gell Mama, wenn du stirbst, dann wirst du ein Engel?!" Das hat er jetzt schon in der Zeit drei vier mal gesagt. Und das Gefühl des Sterbens kultiviere ich absolut nicht im Verstand, es ist eher nur so wie eine "unbequeme Ahnung", die ich schnell fortwischen mag... Bitte nimm mich in Deinen Arm ich bin verwirrt!! In Liebe...
Suprya: Mein Impuls, dir zu sagen ist: Halte an! Ich habe das Gefühl, du kommst nicht mehr zu Atem. Statt einfach anzuhalten und im Moment stehen zu bleiben, dich zu spüren, bist du in tausend Dinge verstrickt. Je mehr du nach Möglichkeiten suchst, um so mehr wirst du dich verlieren. Du findest dich nicht, wenn du dir voraus eilst. Ignoriere alle Angebote, die dir der Verstand macht. Nur dieser Satz aus deinem Schreiben ist wichtig: Du stehst auf glühenden Kohlen! Das ist das Jetzt. Mehr ist da nicht. Fühle es so, wie es sich jetzt zeigt. Wenn jetzt die glühenden Kohlen unter deinen Füßen dich zu verbrennen scheinen, dann verbrenne. Bleibe stehen. Stelle dich diesem Augenblick. Kümmere dich nicht um Möglichkeiten. Das Leben wird dich an die Hand nehmen und führen. Aber dies kann es nur, wenn du stehen bleibst und nicht davon läufst. Du weißt nicht, was das Leben mit dir vor hat. Bleibe stehen und lasse dich überraschen. Schaue deinem kleinen Sohn in die Augen und bleibe still. Ich umarme dich von Herzen.
Fragende: Danke für Deine Antwort, habe vor Erleichterung geweint! Es tut so gut, dass ich nichts tun brauche, es ist wirklich krass, das bedeutet ja totales Vertrauen, und totale Überraschung was passiert. Total ungewohnt.. Kann aber auch nichts mehr machen.. weil ich gar nichts mehr weiß wo's langgehen soll.. Hab nurn Haufen Vorstellungen und Wünsche, aber kein Plan mehr... Halleluja!
[39]: Warum hält bei wenigen Menschen die Stille, das Gewahrsein, das Erwachen und bei den meisten scheinbar nicht?
Frage [39]: Hallo liebe Suprya, ich lese gern deine Antworten und freue mich, dass es möglich ist, auf diese Weise miteinander zu sein. Meine Frage ist, warum hält bei wenigen Menschen die Stille, das Gewahrsein, das Erwachen... , und bei den meisten scheinbar nicht? Ich habe mehrmals für einige Zeit ein tiefes Erkennen, ein Einssein gespürt, das dann irgendwann wieder aufhörte. Nie ganz, etwas ist da geblieben, aber genau das ist eigentlich so schlimm. Das macht die Sehnsucht so unerträglich, es zu kennen und nicht mehr voll zu spüren. Und dann beginnt der Kampf, ständig wieder die Aufmerksamkeit zurück darauf. Ja das geht immer wieder, aber es geht so schnell auch wieder weg. Was passiert denn, dass einige ( du oder Samarpan z.B.) das einfach für immer haben? Ist das einfach Gnade oder kämpfst du auch so wie ich immer wieder? Es ist fast, als gäbe es zweimal Sein in mir, eins was sofort in der Präsenz ist und eins, was ständig in die Angst und die Sorge rutscht.
Suprya: Sorry, dass du etwas auf Antwort warten musstest. Ich glaube, du verwechselst die Erfahrung von Stille mit der allen Erfahrungen zugrunde liegenden Stille. Du kannst gar nicht ohne diese Stille sein, weil du diese Stille bist. In diesem Urgrund erscheinen Erfahrungen, Gedanken und Gefühle. Du bist immer noch, auch wenn mal kein Gedanke oder ein Gefühl oder ein Bewusstsein da ist. Du bist immer noch, auch wenn du dir der Stille nicht gewahr bist. Du kannst nicht NICHT sein. Gehe einfach noch ein Stück tiefer. Was ist es, was du nicht anzweifeln kannst? Was du nicht verändern oder erfahren kannst. Was du nicht leugnen kannst. Ob du dir deines Seins bewusst bist oder nicht, spielt keine Rolle. Da ist ein Wissen, das nicht gewusst werden kann. Es ist kein Unterschied zwischen dir und mir oder irgend einem Anderen. Das ist nur die Form. Und alle Formen erscheinen aus dem Formlosen. Das Formlose erkennt sich durch die Form. Also lebe einfach dein Leben so wie es sich zeigt. Oder lasse dich durch das Leben leben. Du bist immer in der Präsenz. Sei einfach still. Schaue nicht nach anderen. Es ist der Verstand, der vergleicht, bewertet. Kümmere dich einfach nicht darum. Kümmere dich nicht um die Suche. Du bist das, was du suchst. Da gibt es nichts anderes zu finden. Wenn Kämpfe auftauchen: Okay. Bezeuge es. Da ist Kampf. Mehr nicht. Alles was kommt und geht, kannst du nicht sein. Frieden, Kämpfe sind Erscheinungen im Formlosen. Halte dich einfach nicht an den Erscheinungen fest. Wer ist sich all dessen gewahr?
Fragende: Ich verstehe das, es kommt an. Es ist der Verstand, der wissen will und es hat jetzt Wochen gedauert mit der Antwort, weil ich immer wieder doch noch wissen wollte, wie es denn bei dir ist und wie du das gemacht hast... Aber es wird ruhiger in mir. Du hast gar nichts gemacht, und das will der Mind einfach nicht einsehen. Es gibt nichts zu tun, nichts zu verstehen, einfach nur Jetzt. Diese Worte können so gar nicht in Resonanz gehen, wenn wir da nicht sind, oder sie sind einfach klar und wahr. Das war und ist ein Prozess, aber ich habe es einfach laufen lassen und es wird ruhiger, das Wissen wollen wird immer kleiner. Schön, dass du da bist.
[38]: Ich verstehe immer mehr, dass auch mein Werdegang nicht wichtig ist, weil ich bin! Nur mein Verstand kommt immer wieder und will Fragen und Antworten...
Frage [38]: Ja, du hast mein Innerstes berührt! Ich verstehe immer mehr, dass auch mein Werdegang nicht wichtig ist, weil ich bin! Nur mein Verstand kommt immer wieder und will Fragen und Antworten. Vielleicht möchte ich nochmals hören, dass mich das Leben lebt und ich nicht Macher bin. Ich bin geführt und so darf ich zulassen, dass sich ein Schritt nach dem anderen offenbart. Herausforderungen kommen und gehen und Dankbarkeit wird immer präsenter in meinem Herzen. Ich verstehe nicht meine große Sehnsucht, die mich so stark und deutlich überkommt. Es fühlt sich so an, als ob da eine große Aufgabe auf mich wartet. Ich arbeite 50%im Spital und mache eine heilerische Ausbildung, die mich erfüllt. Familie ist auch hier, Mann und zwei Töchter (16 und 14) und ein Hund. Sehnsucht ist so groß, den Weg zu gehen - wie verbinde ich Familie und diese Herzenssehnsucht?
Suprya: Du fragst, wie du die Herzens-Sehnsucht und die Familie verbinden kannst. Die große Aufgabe, die auf dich wartet ist es, dieses Leben, so wie es sich jetzt zeigt zu leben. Da ist kein Anderes. Die Sehnsucht liegt nicht in der Zukunft. Die wirkliche Sehnsucht ist es ganz und gar hier zu sein. Ist es nicht auch so, dass diese Sehnsucht, die dich ab und zu überkommt, so wie du schreibst, eigentlich ein Liebesströmen ist, das keine Erklärungen braucht? Wir nennen es Sehnsucht, aber was ist es wirklich? Nimm einfach das Leben so an, wie es sich zeigt. Nimm es ganz und gar an. Richte diese Sehnsucht auf das was ist. Dann ist deine Herzens-Sehnsucht und deine Familie eins. Alles ist immer genau richtig. Du hast alles. Nimm es von ganzem Herzen an.
Fragende: Ich danke dir von Herzen für mein Fühlen von Einssein mit dir und allem was ist. Ich erinnere mich durch deine Liebe, dass wir nicht getrennt sind. Dieses Leben, so wie es sich jetzt zeigt, zu leben ist meine "große" Aufgabe - da entspannt sich alles, weil Annahme passiert(DEMUT) und ich Erwartungen loslassen kann. So bin ich präsent. Hier bin ich, hier stehe ich... Alles ist immer genau richtig, zum richtigen Zeitpunkt, auch deine Antwort gerade jetzt - wie ein Glas Wasser, wenn man großen Durst hat. Schön, großartig. Ich habe alles. Ich nehme es von Herzen an - mein Leben. Ich umarme dich und alles Sein.
[37]: Erstens: Mir ist aufgefallen dass viele von euch einen Zusatznamen neben dem "normalen" haben... Zweitens: Tolle spricht in seinen Ausführungen über einen "Schmerzkörper", der das Negative in uns anzieht...
Frage [37]: Erstens: Mir ist aufgefallen dass viele von euch einen Zusatznamen neben dem "normalen" haben. Nach was für Optionen werden diese Namen angefügt bzw. woher stammen diese? Zweitens: Ich bin beim Suchen über ACHTSAMKEIT, inspiriert von Eckhart Tolle, auf diese Site gestoßen. Tolle spricht in seinen Ausführungen über einen "Schmerzkörper", der das Negative in uns anzieht. Ich kann damit, mir persönlich, etwas bildlich vorstellen, was dem Einen oder anderen helfen würde, Angst, Leid und sonstige Gefühle plastisch zu erklären. Sehe ich das richtig???
Suprya: Tut mir leid, dass du etwas auf Antwort warten musstest. Zu deiner ersten Frage, was die Namen betrifft, bzw. die Motivation sich einen Namen geben zu lassen, da kann ich dir nur meine persönliche Geschichte erzählen. In meiner großen Familie war ich das einzige Kind, dass nur einen Vornamen hatte. Und ich habe immer gefragt, wieso das so sei. Und bekam keine richtige Antwort. Ich war neidisch auf meine Schwester, die sogar drei Vornamen hatte. Dann ist mir Samarpan begegnet - und natürlich wusste ich von den Sannyasins, die sich von Osho einen neuen Namen geben ließen, auch um sich damit zu bekennen, sich von der Vergangenheit zu lösen. 'Das was ich glaube zu sein - bin nicht ich'. Und indem ich meinen alten Namen loslasse, bekenne ich mich zum Hier und Jetzt. Das war der Sinn der Namensgebung. Für mich war es nicht nur das, sondern plötzlich "wusste" ich, warum ich nur einen Vornamen bekommen hatte. Damit der Platz frei bleibt und ich den eben später bekomme. Und das war der Moment. Also fragte ich Samarpan nach einem Namen. Der Name Suprya kommt aus dem Sanskrit (der altindischen Gelehrtensprache) und bedeutet Große Liebe. Warum gerade dieser Name? Danach habe ich nie gefragt. Für mich fühlte es sich einfach stimmig an.
Was den Schmerzkörper betrifft, kann ich dir dazu nur meine Sichtweise und Erfahrung schildern. Der Schmerzkörper ist etwas, was wir, seit wir auf dieser Erde sind, mit uns herum tragen. Dieser Schmerzkörper zieht Leid - oder besser gesagt Erfahrung von Leid an. Es ist wie ein Vakuum. Der Schmerzkörper ist ganz konkret im Körper wahrnehmbar, wenn er sich meldet. Was dann oft passiert, wenn Schmerz auftaucht, sei es emotionaler oder physischer Schmerz, ist, dass wir dem Widerstand entgegen setzen. Wir wollen ganz einfach keine unguten Gefühle. Und so den Schmerzkörper nicht ausreichend stillen. Ihm die Nahrung verweigern, die er braucht. Nämlich Aufmerksamkeit und Zuwendung und Gespür. Wenn jeder Schmerz der auftaucht widerstandslos und bewusst entgegen genommen wird, ihm liebevolle Aufmerksamkeit gespendet wird, so wird der Schmerzkörper genährt und irgendwann ist er satt und schläft ein. Und das passiert solange, bis er "groß" genug ist oder reif - wie bei jedem Kind - dass er von uns nicht mehr ernährt werden muss. Manchmal hängt dieser Schmerzkörper ein Leben lang an uns, weil er ständig Hunger hat und wir ihm immer wieder Nahrung verweigern, aus Angst, der Schmerz würde uns überwältigen. Aber dem ist nicht so. Wenn wir uns dem Schmerz zuwenden und nicht abwenden, wenn er auftaucht, kann er liebevoll mit der Zeit abgestillt werden. Er geht dann ganz von alleine. Zuwenden heißt nichts anderes, als sich dem Schmerz zu öffnen, sich zu stellen. Vollständig. Das waren jetzt ganz spontan meine Worte, die mir zu dem Begriff "Schmerzkörper" von Eckhart Tolle einfielen. Vielleicht ist es eine Antwort für dich?
Fragender: Danke für die Ausführungen zu meinen Fragen. Du konntest mir damit helfen, die Satsangbewegung zu verstehen.
[36]: Ich beschäftige mich seit ich denken kann mit einer Frage: Wenn Gott doch allumfassende Liebe ist, nach meiner eigenen Erfahrung, wo liegt der Sinn in diesem großen Leiden auf der Welt?
Frage [36]: Ich beschäftige mich seit ich denken kann mit einer Frage: Wenn Gott doch allumfassende Liebe ist, nach meiner eigenen Erfahrung, wo liegt der Sinn in diesem großen Leiden auf der Welt? Brauchen die Seelen das Leid, um sich nach Gott zu sehnen und sich so auf den Weg "nach Hause" zu machen, oder oder oder... mir fallen tausend Theorien ein, doch kann ich gerade dadurch nicht klar sehen. Ich möchte gern deine Meinung dazu hören.
Suprya: Danke für deine Frage. Jeder Schmerz, jedes Leiden ist eine Herausforderung bewusst zu sein. Bewusst zu leiden. Es ist eine Herausforderung ohne Widerstand zu sein und sich dem Schmerz hingeben zu können. Sich hin zu geben dessen was ist. Meistens begegnen wir dem Leiden oder dem Schmerz mit Widerstand. Unguten Gefühlen geben wir keine Aufmerksamkeit. Wir wollen es los werden. Aber wenn Schmerz in einen Organismus auftaucht, dann kann dieses zu einem inneren Lehrer werden. Selbst wenn dieser Schmerz ein allumfassender Schmerz ist, der sich auf die ganze Menschheit ausrichtet, ein Mitleiden mit allem Leidvollen, so ist es immer noch der Schmerz, den ich in mir spüre, der vielleicht auch keine persönliche Ursache hat und einfach nur eine Öffnung ist für das Leiden der Welt. Nur solange es eine theroretische Frage ist, wird die Antwort 'Wozu gibt es das Leid' immer unbefriedigend sein. Erst, wenn du dich mit dieser Frage dem Schmerz öffnen kannst und ihn selbst in dir fühlst, kann die Frage beantwortet werden. Genaugenommen löst sich die Frage darin auf. Weil das sich Öffnen, das Hineinspüren nach innen, das Fühlen des eigenen Schmerzes, jede Frage verbrennt. Manchmal fügen sich Menschen selbst Leid zu, um daran bewusst zu werden. Sie setzen sich Hunger und Durst aus, sie verharren in rigiden Körperhaltungen, üben sich in Askese, fügen sich selbst Verletzungen zu, um bewusst zu leiden. Um sich in Hingabe an das Leiden zu üben. Und, ja, Gott ist allumfassende Liebe. Der Urgrund allen Seins. Und da wo Leiden ist, gibt es auch das Nichtleiden. Mir fällt dazu ein Versauszug aus den Neutestamentlichen Apokryphen ein. Vielleicht kann das ein Text zu Meditation sein?
"Würdest du das Leiden kennen, das Nicht-Leiden würdest du haben. Das Leiden erkenne, und das Nicht-Leiden wirst du haben!"
Fragender: Du hast Recht, mit dem was du sagst und auch mit dem Auszug aus den Apokryphen. Aus Gewohnheit und falschen Konzepten hatte ich mich immer noch geweigert das Leid zu erfahren und es somit verneint und am Leben erhalten. Hatte es nicht gemerkt, so stark und alt war die Gewohnheit der Abneigung. Jetzt löst es sich auf. In ein warmes weiches Fließen... Ich danke dir.
[35]: Seit ich denken kann, habe ich das Gefühl, nicht willkommen, nicht wichtig zu sein. Ich bin zwar dabei, aber ich fühle mich nicht dazugehörig, bin den anderen nicht wichtig, sei es in meiner Familie oder sonstwo...
Frage [35]: Seit ich denken kann, habe ich das Gefühl, nicht willkommen, nicht wichtig zu sein. Ich bin zwar dabei, aber ich fühle mich nicht dazugehörig, bin den anderen nicht wichtig, sei es in meiner Familie oder sonstwo. Kannst du mir bitte helfen, zu verstehen, was das bedeuten soll. Warum hab ich mir dieses Gefühl mit ins irdische Leben genommen?
Suprya: Menschen haben verschiedene Lebensthemen. Eines dieser Themen könnte sein: Ich bin nicht willkommen. Ich kenne dieses Thema selbst sehr gut. Aber jedes Lebensthema ist ein Tor in die Freiheit. Stelle dich deinem Gefühl von Ungeliebtsein. Sei bereit mit dem Schmerz zu sein. Wie fühlt es sich an? Sei still damit. Es kann nicht gelöst werden dadurch, dass die Menschen sich ändern, damit du dieses Gefühl nicht mehr hast. Es würde nicht funktionieren, weil du selbst es bist, die sich immer wieder verlässt, indem du die eigene Bedeutung im Spiegel der anderen erkennen möchtest. Frage dich, was es ist, was du von Anderen möchtest? Ist es Anerkennung? Liebe? Zuneigung? So eine Art Daseinsberechtigung? Und was ist, wenn du diesen Kampf nach Anerkennung aufgeben würdest? Was ist, wenn du dich deiner Bedeutungslosigkeit stellst? Wenn es dein Gefühl ist unwichtig zu sein, dann achte dieses Gefühl. Sei bedeutungslos. Sei unwichtig. Gehöre einfach nicht dazu. Sei das Schwarze Schaf der Familie. Sei es zu hundert Prozent. Lasse dich fallen in die Bedeutungslosigkeit. Und schau was übrig bleibt. Was ist das einzig Konstante, das du nicht verlieren kannst? Was kann nicht weggedacht werden? Das was du bist ist unendliche Liebe. Die keine Bedeutung braucht. Sie ist. Du bist. Sei einfach. Liebe gleicht dem Duft der Rose. (Krishnamurti) Der Duft ist da...auch wenn niemand daran riecht. Sei in Kontakt mit deiner eigenen Existenz. Du musst sie nicht verstehen.
Ich weiß nicht genau, ob ich dich mit diesen Worten ereichen kann. Wenn du magst, schreib mir doch noch ein paar Worte dazu.
Fragende: Vielen Dank für deine Antwort. Es ist zwar schon eine Weile her, aber ich lese sie immer wieder mal durch und es tut immer wieder gut, zu lesen, dass alles gut ist, so wie es ist und dass nichts verändert werden muss. Der Kampf hört einfach auf. Das ist eine große Erleichterung, die mir im Alltag immer öfter bewusst wird. Ich bin sehr dankbar für alles und fühle mich immer mehr verbunden mit allem und allen. Diese Verbundenheit geht immer tiefer, und ich bin euch bei Jetzt-TV so dankbar für eure Arbeit und Mühe auch andere Menschen damit zu unterstützen. Ohne meinen Namen kannst sie gerne auch veröffentlichen, denn ich bin auch immer dankbar für die Fragen und Anregungen anderer. In diesem Sinne wünsche ich Dir einen lichtvollen Tag und liebe Grüße
Suprya: Ja, der Kampf hört einfach auf. Es ist, als hätte es das Schwert nie gegeben. Danke für deine Rückmeldung.
[34]: Ich tigere durch die Wohnung und nichts kann meinen Hunger stillen. Suche mir Ablenkung und bin nur getrieben...
Frage [34]: Ich tigere durch die Wohnung und nichts kann meinen Hunger stillen. Suche mir Ablenkung und bin nur getrieben. Ich verstehe nicht warum es mir so schwer fällt, mich hin zu setzen und still zu sein. Gerade komme ich von einem Retreat und habe die Stille deutlich als wunderbar erlebt. Es ist das einzige, was mich wirklich glücklich macht. Da finde ich das, was ich die ganze Zeit gesucht habe. Obwohl ich mich als eine Suchende bezeichne mit viel Retreat-Erfahrung komme ich gerade im Moment ganz schwer auf das Meditationskissen. Es ist, als wenn ich Hunger habe und immer um den Tisch herum laufe anstatt mich zu setzen. Etwas Ruheloses zieht mich immer wieder weg vom Tisch. Ich weiß nicht wo das her kommt. Was soll ich mit diesem Gefühl von "gehetzt sein" machen. Wovor laufe ich weg? Wenn ich dann endlich meditiere und in mir angekommen bin, muss ich weinen über die Freude, wieder bei mir zu sein. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Suprya: Danke für deine Frage. Meine Rückfrage wäre sogleich: Warum willst du dich hinsetzen, wenn du doch ruhelos bist? Warum hast du die Vorstellung überhaupt, dass es besser wäre sich zu setzen. Meditation kann es genau so gut sein, in Bewegung zu kommen. Es gibt viele wunderbare Bewegungsmeditation. Tanzen zum Beispiel. Du kommst aus einem Retreat, in dem du vielleicht mühelos sitzen konntest. Jetzt bist du zuhause und die Mühelosigkeit besteht darin, umher zu laufen. Warum nicht? Wenn es das ist, was sich zeigt, dann ist es immer genau richtig. Das Leben macht keine Fehler. Nur unsere Auswertungen sind es, die wir über die Welt legen. Du hast die Vorstellung, dass ein Retreat das einzige ist, was glücklich macht. Aber du verwechselst eine Erfahrung von Glück mit dem wahrhaften Glück. Das wahrhafte Glück ist nichts Besonderes. Das ist, wenn alles gleich gültig ist. Wenn nichts bevorzugt wird. Wer sagt, dass Sehnsucht gestillt werden müsse? Wenn sie sich zeigt, dann zeigt sie sich. Mache nichts damit. Sei einfach diese Sehnsucht. Liebe sie. Sie ist etwas sehr Schönes, Kostbares. Die Ruhelosigkeit kommt daher, weil du etwas anderes willst, als das, was sich zeigt. Es sollte zuhause genau so sein, wie im Retreat. Ist es aber nicht. Und weißt du, egal wo du bist, ob im Retreat, Zuhause oder in der Arbeit: Du bist nie weiter weg vom DEM, aber auch nie näher dran. Meditation ist es, genau das zu wollen, was ist. Umarme dich von Herzen Suprya
P.S.: Wenn es für dich okay ist, dass deine Frage - natürlich anonym - bei Jetzt-TV oder eventuell später in einem Buch veröffentlicht wird, signalisiere es mir doch bitte. Ansonsten bleibt es unter uns.
Fragende: Oh Suprya, ich danke dir für die Antwort auf meine Frage. Es ist wie Balsam für mich deine Worte zu lesen. Ich weiß - du hast Recht. Aber ich bin nicht darauf gekommen. Ich bin nie nah oder fern von DEM...und brauche auch nichts zu ändern. Alles ist so ok wie es ist. Anscheinend muss ich es immmmmmmmer wieder hören. Es ist nicht wichtig für mich was du mit meiner Frage oder Mail machst oder ob du meinen Namen nennst. Viel unglaublicher finde ich es, dass ich eine Frage an jemand völlig fremdes senden kann und eine so tolle Antwort bekomme. Welch einen Luxus wir doch in der heutigen Zeit erleben. Via Internet kann man die tollsten Menschen kontaktieren. Früher hätte ich weit reisen müssen. Also nochmals: Ich danke dir
Suprya: Deine Antwort hat mir viel Freude bereitet. Da spüre ich sehr viel Leichtigkeit. Ich danke dir auch.
[33]: Ich suche seit einiger Zeit nach der Wahrheit und lese hauptsächlich Bücher und versuche, so oft es mir möglich ist, in Stille zu sein...
Frage [33]: Ich suche seit einiger Zeit nach der Wahrheit und lese hauptsächlich Bücher und versuche, so oft es mir möglich ist, in Stille zu sein. Ich erlebe, dass ich mich mehr und mehr zurückziehe und kein großes Verlangen nach Zusammensein mit Menschen habe. Außer zu einigen Verwandten und ein paar FreundInnen habe ich kaum noch Kontakt zu den Menschen in meiner Umgebung. Ich arbeite zwar ehrenamtlich in der Hospizbewegung und im Naturschutz. Diese Arbeit könnte ich aber auch gerne lassen. Ich habe zwei jugendliche Kinder, durch die ich mich geerdet fühle, aber ich träume davon, ganz allein zu sein mit mir und meinen Büchern, der Natur und der Stille. Ich frage mich nun, ob dieser Wunsch gut ist oder ob es nicht so ist, dass wir Beziehungen brauchen um uns selbst zu erkennen? Kannst du mit meiner Frage etwas anfangen?
Suprya: Danke für deine Frage. Wenn du das Gefühl hast, dich zurück zu ziehen, gib einfach nach. Manchmal erleben wir Phasen von Stille und es fehlt an nichts mehr. Keine Wünsche mehr da nach Ablenkung oder Abenteuer oder Beziehung. Genieße es einfach die Stille um dich herum. Wenn es so bei dir auftaucht, wird es auch genau richtig sein. Das Leben ist ständige Veränderung. Ein Kommen und Gehen von Emotionen, Erfahrungen, Situationen. Wenn du einfach genau das erlebst und fühlst, was sich gerade zeigt, bist du immer richtig. Lasse die Frage einfach wieder gehen - wenn sie sich nicht schon längst aufgelöst hat - was gut oder schlecht ist. Der Verstand möchte Bewertungen abgeben. Aber die brauchen wir nicht zum Leben. Das einfache Leben, so wie es sich zeigt, fragt nicht nach dem Warum. Lebe einfach das, was ist. Manchmal sind wir in Beziehungen und manchmal eben nicht. Das Leben kümmert sich um uns. Wir müssen nichts wissen.
Die Arbeit im Hospiz und in der Natur ist eine wunderschöne Kombination. Du erlebst Leben und Sterben hautnah. Siehst das Kommen und Gehen, das Auf und Ab des Lebens. Und da ist etwas, mittendrin, das immer still ist und alles dies unbewegt betrachtet, nicht?
Fragende: Herzlichen Dank für deine Antwort. Ja, das ist es: Der Verstand will immer bewerten. Dabei ist das Leben sooooo schön und leicht ohne diese Bewertung. Danke, dass du mich darauf hingewiesen hast.
[32]: In mir spüre ich eine große Sehnsucht. Diese Sehnsucht hat sich immer auf Menschen oder Dinge gerichtet...
Frage [32]: Liebe Suprya, in mir spüre ich eine große Sehnsucht. Diese Sehnsucht hat sich immer auf Menschen oder Dinge gerichtet und ich habe bemerkt, dass ich in niemandem anderen und in keiner Sache die Befriedigung dieser Sehnsucht erfahre. Viele Begegnungen mit Meditation und Satsang haben mich spüren lassen, dass die Quelle in mir ist. Aber dieses Wissen scheint mir (immer noch) ein Fremdes zu sein, denn die Sehnsucht taucht immer wieder auf und scheint nie gestillt zu werden. Ein Gefühl der Einsamkeit und des verlassen seins ist damit verbunden. Inmitten der absoluten Fülle fühle ich mich oft leer und einsam, wie wenn ich keinen Zugang zu dieser Quelle finden kann. Der Geist ist unruhig und getrieben. Kannst du mir dazu etwas schreiben?
Suprya: Vielen Dank für deine Frage. Ich mag die Fragen, die die Sehnsucht betreffen. Denn Sehnsucht ist etwas sehr Schönes, solange sie nicht mit einem Ziel verknüpft wird. Dann ist deine Aufmerksamkeit auf etwas gerichtet, was irgendwo in einer Zukunft liegt, die jetzt nicht hier ist. Und du hast ja Recht. Keine Erfüllung ist von langer Dauer. Immer wieder beginnt die Sehnsucht neu aufzuflammen. Wir glauben nur, dass Sehnsucht gestillt werden kann durch einen neuen Partner, eine neue Haltung oder irgendwelche anderen Äußerlichkeiten. Wer sagt denn eigentlich, dass Sehnsucht dazu da ist, um gestillt zu werden? Ist Sehnsucht nicht selbst schon die Erfüllung? Ist Sehnsucht nicht auch bereits Gott? Wie ist es, wenn du der Sehnsucht alle Ziele nimmst? Und dich in deine Sehnsucht hinein fallen lässt. Lasse dich von der Sehnsucht einsaugen und schaue, was geschieht. Lerne deine Sehnsucht kennen und lieben. Sie ist du.
Wie fühlt sich die Sehnsucht denn an? Wie spürst du sie in deinem Körper? Der Schmerz, den du in deinem Bauch, in deiner Brust wahrnimmst, kommt daher, dass es einfach weh tut, wenn du wieder nach Hause kommst und du feststellst, dass du so lange unterwegs gewesen bist. Es ist der Schmerz des Nach-Hause-Kommens, wenn sich dein Herz wieder öffnet und dich empfängt. Denn dazu ist die Sehnsucht da: Dich wieder nach Hause zu holen. Und dieses Zuhause liegt jetzt hier, in deinem Herzen. Nicht irgendwo anders. Die Leere und die Einsamkeit kommt daher, weil der Geist bestimmte Vorstellungen hat, die er durchsetzen möchte. Die Vorstellung, dass Sehnsucht ein Ende haben sollte und die Vorstellung von einem dauerhaften Glück. Das ist eine Lüge. Gebe die Vorstellung auf, dass Sehnsucht jemals gestillt werden könnte. Vielleicht kurzfristig. Aber sie wird wieder erscheinen. Lasse deinen Geist ruhig umtriebig sein. Er kann die Quelle nicht erkennen. Denn du selber bist die Quelle, die alle Zustände sieht. Du bist das immer Ruhende, das auf Sehnsucht, Unruhe, Einsamkeit schaut. Und du bist das Ruhende, das auch auf Frieden und Freude schaut. Alle diese Zustände kommen und gehen in dir. Du bist immer unberührt. Lasse die Sehnsucht einfach da sein.
Fragende: Vielen Dank für deine Antwort..!! Im Moment sind hier gar nicht viele Worte.. Es ist gut, wie es ist.. gerade.. auch die Sehnsucht..
[31]: Meine "Reise" durch das Mysterium begann gleichzeitig mit dem Namen Samarpan und sie begann als ich einer Frau begegnete, in deren Haus/Garten/Leben ich mir selbst begegnet bin...
Frage [31]: Meine "Reise" durch das Mysterium begann gleichzeitig mit dem Namen Samarpan und sie begann als ich einer Frau begegnete, in deren Haus/Garten/Leben ich mir selbst begegnet bin. Es war eine so wundervolle Erfahrung, zu sehen, wer und wo ich bin. Sie war ebenso verwirrt wie ich - vor dem, was da war - da es hier nicht um Liebe im Sinne von Verliebtsein ging - sondern eine andere Form, viel größer weiter. Eine Verbindung zwischen uns, die nicht zu beschreiben ist - Worte sind ja nur ein Vehikel der Menschen. Ich habe es oft versucht ihr zu beschreiben. Nun, sie kämpfte ihre Kämpfe mit sich selbst aus und sagt nun - hm, wenn du in mich verliebt bist okay, aber ich nicht! Sie sagte: Kannst du mich nicht in Ruhe lassen - ich: okay, wenn du das willst, daraufhin meinte sie: Du weißt, dass das nicht möglich ist! Ich weiß einfach nicht weiter, ich kann sie/die Geschichte nicht lassen! Die tief empfunde Verbundenheit lässt mich spüren, wenn es ihr schlecht geht und ich mach mir Sorgen! Es ist so ein großes Geschenk für mich, jemandem begegnet zu sein, der mich berührt und den auch ich berühre - aber ich muss sie wohl loslassen? Ganz und gar - so sehr das auch schmerzt! Da gibt es Visionen, die sie ausspricht, während ich sie denke und umgekehrt, das ist so heftig. Kannst du mir einen Rat geben, wie ich das machen kann? Ist es das Loslassen von Geschichten, von Vorstellungen oder Illusionen? Verkörpert im Mensch - im Anderen? Ich bin soo voll von Liebe.
Suprya: Es ist sehr schön, was in dir wach wurde. Du bist durch diese Frau in einen tieferen Kontakt mit dir gekommen. Etwas resoniert aus dieser Begegnung heraus in dir. Wie wunderbar solche Begegnungen sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein Mann oder eine Frau ist. Sie hat etwas in dir zum Schwingen gebracht, etwas das immer schon da war und vielleicht nur verdeckt, tief innen verborgen war. Aber sie ist dafür nicht verantwortlich. So ist es immer in Beziehungen. Da ist eine Begegnung und diese Begegnung ruft Aspekte von uns selbst hervor. Und wenn es besonders schöne, zarte, liebevolle Aspekte sind, dann wollen wir diese Person, die das in uns zum Schwingen gebracht hat, nie mehr loslassen oder wir verlangen von ihr, dass sie sich immer so verhält, dass alles so bleibt. Aber diese Person hat das nicht gemacht. Sie ist nicht verantwortlich dafür, ob wir uns verlieben. Niemand ist das. Diese tief empfundene Verbundenheit, die du wahrnimmst, ist die eigene Verbundenheit. Das Einssein mit dir selbst. Dieses Einssein ist an keine Person gebunden. Bleibe bei dir. Oder kehre zurück zu dir. Es geht um dich. Es ist schön, dass da eine Öffnung passiert. Möglicherweise findest du auch Schmerz in dieser Offenheit. Sei bereit alles zu fühlen, was sich zeigt. Sei still mit dir. Vielleicht kannst du dieser Frau danken, dass durch sie so eine Offenheit geschieht. Danke ihr und lasse sie los. Du kannst alles loslassen, die Liebe wird dich halten. Versuche nicht zu verstehen. Das Mysterium bleibt ein Mysterium.
Fragende: Danke für Deine Antwort, sie hat mir bestätigt, was ich schon tief in mir fühlte und nur nicht wahrhaben wollte. Zu erkennen, dass das "DU" nichts mit mir und meinen Erfahrungen zu tun hat ist sehr schwer, aber es ist eine Erkenntnis, die tiefer greift als alles, was ich bisher erlebt habe. Ich bin mit dieser Frau jetzt befreundet, aber ich muss sagen, dass, je mehr wir uns voneinander entfernen - dass mir mein Gefühl für mich, die Liebe für alles und jeden verloren geht - ich merke, ich entferne mich wieder von mir. Und ich weiß nicht, wie ich dem begegnen kann. Ich habe auch die Schmerzen gefühlt, die Angst vor Verlust, was ich nicht besitze, alles ist klar und deutlich, aber meine Öffnung scheint sich zu schließen von Tag zu Tag - glaubst du, dass es solch eine Begegnung einmalig ist und dann einfach nicht mehr "gebraucht" wird? Mir kommt es so vor, nur glaub ich, dass ich an dieser Begegnung hafte, aber sie ebenso - wir versuchen uns derzeit zu verabreden und immer wieder soll es nicht sein - schwer zu verstehen, wenn sich zwei Menschen mögen und angezogen fühlen. Dann soll es wohl nicht sein, oder? Das Loslassen ist mir gelungen, ich habe verinnerlicht, dass die Person nichts mit meinem Erlebnis der Begegnung mit mir Selbst zu tun hat!
Sorry, das ist natürlich keine weitere Frage, es ist nur für mich so unverständlich - und ich frage mich, wie der für mich einfachste Umgang damit ist - den Kontakt abbrechen, damit es mir besser geht, aber mir geht es nicht gut ohne diesen Kontakt - ich fühle immer dann, wenn wir in Kontakt sind, dass ich dann mich selbst wieder spüren kann, mich klar und sicher fühle.
Suprya: Danke für deine Antwort. Du schreibst, du entfernst dich wieder von dir. Das ist nicht möglich. Du kannst dich von dir nicht entfernen. Was geschieht ist, dass du deine Aufmerksamkeit auf deine Vorstellungen und Wünsche richtest und nicht bei dem verweilst, was jetzt hier ist. Da war ein Liebesgefühl, ein Offensein für andere, eine Tiefe spürbar und nun möchtest du, dass es so bleibt. Und schon bist du auf der Suche nach dem verflogenen Gefühl. Aber du bist noch da. Du bist hier. Jetzt. Was ist statt dessen da? Suche nicht nach vergangenen Gefühlen, halte dich nicht fest. Du bist verschlossen. Auch das ist genauso spirituell wie die Öffnung. Du bist dadurch nicht weniger. Es gibt keine Offenheit ohne die Geschlossenheit. Beides ist im Sein. Du bist immer geliebt, ob du dich nun offen oder verschlossen fühlst. Unsicher zu sein, unklar zu sein ist genauso wertvoll wie sicher und klar zu sein. Beides gehört zusammen. Beides ist Eins. Selbst wenn du an dieser Begegnung haftest und den Schmerz des Festhaltens spürst, bist du geliebt. Das Leben erscheint in immer anderen Nuancen und breitet seine Vielfalt wie einen Fächer aus. Es liebt es, sich durch dich zu erfahren. Was auch immer das für Erfahrungen sind. Du weißt nicht, was das Leben mit dir vorhat. Lasse dich selbst los. Vertraue der Führung des Lebens. Ich umarme dich, Suprya
[30]: Ich bin dem Advaita und Satsang schon lange vertraut... Aber immer wieder bin ich dann doch identifiziert. Seit über 10 Jahren bin ich beruflich sehr erfolglos...
Frage [30]: Ich bin dem Advaita und Satsang schon lange vertraut. Habe schon gekostet von dem Geschmack des Einsseins und der Seligkeit des nicht identifiziert Seins mit dem was um "mich" herum auftaucht. Aber immer wieder bin ich dann doch identifiziert. Seit über 10 Jahren bin ich beruflich sehr erfolglos. Es liegt da eine riesige Blockade drauf, an der ich weiß Gott schon viel gearbeitet habe. Meine frage an dich: Soll ich weiter versuchen, diese Blockade zu lösen oder einfach nur aufhören, mich damit zu identifizieren? Das Problem ist dabei, wenn ich alleine wäre, wär das kein Problem für mich. Ich habe aber eine Frau und drei Kinder im Kinder von 15, 7 und 3 Jahren zu versorgen und schaffe es einfach nicht, genügend Geld für das Nötigste zu verdienen. Und das, obwohl ich immer wieder nur nach meinen Impulsen handele. Oder gerade deshalb...
Suprya: Danke für dein Mitteilen. Ich habe den Impuls dir zu sagen: Mache das genaue Gegenteil von dem was du bisher "versucht" hast. Identifiziere dich mit dieser Blockade. Sei die Blockade. Lebe die Blockade so gut wie du kannst. Am besten einhundert Prozent. Gott ist es selbst, der sich mit deinem Körper identifiziert. Du bist der manifestierte Gedanke Gottes. Ob du eine Blockade hast oder nicht. Es ist Gottes Spiel. Denn der, der sich identifiziert, ist der gleiche, der sich nicht identifiziert. Auch die Nichtidentifikation ist eine Identifikation. Lasse einfach alle Gedanken darüber los. Das was du denkst hat keinen Einfluss auf das was du bist. Und eine Identifizierung oder Nicht-Identifizierung ist ein Gedanke. Das was du bist kannst du nicht verändern oder beeinflussen.
Wenn das in der Tiefe verstanden wird, gibt es damit kein Problem mehr. Auch wenn du verheiratet bist und drei Kinder hast. Wie schön! Lasse dich einfach vom Leben leben. Was immer es auch vor hat mit dir. Lasse die Kontrolle los.
Fragender: Danke für deine Antwort. Ich hatte diese Antwort nicht erwartet, aber sie ist gut. Der Verstand versteht sie nämlich gar nicht. Aber bei mir ist sie irgendwo angekommen, da wo Wahrheit ist. Und es macht einen Frieden in mir, danke.
[29]: Du sagst man soll handeln, wenn der Impuls zum Handeln kommt. Nun ist es bei mir so, dass solche Impulse auftauchen, ich jedoch aus Angst, die oft gleichzeitig mit auftaucht... diesen nicht nachgehe also aufschiebe...
Frage [29]: Mir geht's ähnlich wie dem Frager zu Frage 10, du sagst man soll handeln, wenn der Impuls zum Handeln kommt. Nun ist es bei mir so, dass solche Impulse auftauchen, ich jedoch aus Angst, die oft gleichzeitig mit auftaucht (z.B. Menschen anzusprechen oder Aufgaben falsch zu erfüllen), diesen nicht nachgehe also aufschiebe. Wie kann ich mit diesem Verhalten umgehen?
Suprya: Danke für deine Frage. Eigentlich ist auch das ganz einfach. Wenn aus diesem ersten Impuls "auszugreifen" ein anderer Impuls erfolgt, der das genaue Gegenteil bedeutet, dann nimm auch das ernst. Wenn dich die Angst am Handeln hindert, dann scheint es wohl so zu sein, dass erst einmal die Angst wahrgenommen werden will. Angst wird oft gar nicht wahrgenommen und überspielt durch Handlungen. Meistens wird Angst immer vor einer Situation erlebt. Selten darin. Sei einfach still mit dieser Angst. Heiße sie willkommen. Ohne wissen zu wollen, warum sie da ist oder woher sie kommt. Lade sie ein und lerne sie kennen. Fühle sie ganz konkret in deinem Körper. Welche Symptome löst die Angst aus? Atem... Druck- und Spannungsgefühl.... Unruhe...? Spüre einfach ganz genau hin. Das genügt. Freunde dich an mit der Angst. Erst dann können daraus klare Handlungsimpulse wachsen. Erst wenn das, was "obenauf liegt", gesehen und gewürdigt ist, kann das darunter liegende zum Vorschein kommen.
Fragender: Herzlichen Dank für deine Antwort. Was mir an deiner Antwort auffällt ist das 'Eigentlich' ganz am Anfang. Meistens ist es dann doch nicht ganz so einfach :), vor allem was die Umsetzung und die damit verbundenen Konsequenzen betrifft. Deine Antwort hat mir jetzt auf jeden Fall eine wirklich neue Sicht und Umgang mit dem Problem Angst/Aufschieben etc. gegeben. Vermutlich kann man als Mensch sowieso nichts anderes machen als einem Impuls nach dem anderen nachzugehen. Auch die Angst erscheint dann nicht mehr 'negativ'.
Suprya: Das ist schön. Das freut mich. Du musst noch nicht einmal den nächsten Schritt wissen. Einfach gehen genügt. Danke für deine Rückmeldung und dir eine schöne vorweihnachtliche Zeit.
[28]: Auf der einen Seite sind die Erleuchteten, die sagen, dass überhaupt keine Macht hat irgendetwas zu erreichen ... auf der anderen Seite gibt es inzwischen fast 10 Millionen Lichtarbeiter weltweit...
Frage [28]: Auf der einen Seite sind die Erleuchteten, die sagen, dass überhaupt keine Macht hat irgendetwas zu erreichen sondern alles nur aus Gnade geschieht und überhaupt alles vorausgeplant ist. Höhere Bewusstheitszustände oder erreichbares geistiges Wachstum sind demnach durch Anstrengungen jeglicher Art nicht erreichbar. Auf der anderen Seite gibt es inzwischen fast 10 Millionen Lichtarbeiter weltweit, die nicht erleuchtet sind aber für den Aufstieg der Menschheit ins vollständige Bewusstsein beten und arbeiten. Kannst du mir diesen totalen Widerspruch erklären? Auf der einen Seite das nichts erreichen können predigen und auf der anderen Seite das Stehen für den Aufstieg, diese Aufbruchstimmung, das Licht hereinziehen, selbst zu einem Leuchtturm des Lichts zu werden, weltweite Massenmeditationen u.s.w..??
Suprya: Ich weiß nichts von Lichtarbeitern. Alles was es gibt ist Wahrnehmung. Du kannst dich mit Fragen auf der Verstandesebene beschäftigen, und versuchen heraus zu finden, warum ist etwas so oder so. Warum gibt es dieses oder jenes. Und warum nicht? Warum sollte es den totalen Widerspruch nicht geben? Alles was geschieht ist, du nimmst einen Standpunkt ein und betrachtest von dort die Welt. Entdeckst Übereinstimmungen oder Widersprüche. Und? Was macht das? Alle diese Fragen lenken dich ab um zu deinem eigenen Ursprung zurück kehren zu können. Was steckt denn hinter der Frage, oder dem Gebet der Lichtarbeiter, die für den Aufstieg der Welt beten, so wie du es beschreibst? Ist es nicht eine Ablenkung von der eigentlichen Frage: Was will ich selbst? Ist es nicht nur eine Projektion, um sich seinen eigenen sehnsüchtigem Inneren nicht stellen zu müssen? Um nicht mit seinem Mangelgefühl in Kontakt zu kommen? Die Welt ist perfekt, so wie sie ist. Immer. Es geht darum mit seiner Sehnsucht in Kontakt zu kommen, sich ihr bedingungslos zu stellen. Ohne gleich wieder neue Angebote zu machen um der Sehnsucht auszuweichen. Zu erkennen, dass der Wunsch nach Befreiung der Welt, die ureigene Sehnsucht ist, nach Hause zu kommen. Es geht darum anzuhalten. Still zu sein. Nach innen zu fallen. An den Ursprung zu gehen. Ohne Frage zu sein. Oder nur mit der Frage: Was will ich wirklich? Geht es darum zu verstehen, wie die Welt funktioniert? Oder geht es darum nach Hause zu kommen? Den tiefen Wunsch nach Verschmelzung offen zu spüren? Überhaupt Wünsche zu erkennen. Sich dem Gefühl des Mangels zu stellen. Unzufriedenheit wahrzunehmen. Sehnsucht zu spüren.
Wünsche sind immer an eine Zukunft gerichtet, die es nicht gibt. Verbunden mit der Hoffnung auf eine "bessere Welt". Es gibt keine Zukunft. Es gibt immer nur Jetzt. Was ist jetzt? Wie fühlt sich dieses Jetzt an? Mehr kann ich gerade nicht sagen. Ich kann dir keine Antworten auf deine Fragen geben. Es geht auch nicht um Antworten, sondern es geht darum, sich der Offenheit zu stellen. Sich dem zu stellen, was ohne Frage ist. Ich umarme dich von Herzen, Suprya
Fragender: Vielen lieben Dank für deine Worte. Was du geschrieben hast kann ich komplett annehmen und nachvollziehen, vergessen wir die Fragen einfach. Warum ist es so außergewöhnlich schwierig LIEBE (ohne 'verliebt' zu sein) zu fühlen, wenn doch alles Liebe ist? Gott ist alles was ist und Gott ist Liebe, also gibt es doch gar nichts außer Liebe? Jede meiner Zellen ist reine Liebe, ebenso mein Geist der in diesem Körper wohnt. So viel Liebe um uns herum, wir baden täglich in Liebe, wir bewegen uns durch die Liebe hindurch, sind selber Liebe und sind so gut imprägniert, dass wir sie nicht FÜHLEN? Was ist so schwierig daran Liebe zu SEIN? Was ist um Gottes Willen so schwer, das zu sein oder zu fühlen was man ist? Seine Essenz zu erkennen? Sie zu leben und auszustrahlen? Das ist es was ich wirklich will. Einfach nur zu sein was ich bin, zu sehen was ich bin und alles anzunehmen wie es ist, da ich es bin auf das ich schaue, wunschlos und frei, im ewigen jetzt.
Suprya: Danke für deine Rückmeldung. Ich verstehe, was du sagen willst. Aber lass mich darauf antworten: Du bist Gottes Präsenz. Du bist Gottes reine Liebe. Genau so wie du bist, strahlst du Gottes Liebe aus. Schwer, Gottes Liebe zu sein, ist nur die Vorstellung wie Gottes Liebe zu sein hat. Lasse alle Vorstellungen wie sich die Liebe ausdrücken sollte los. Liebe drückt sich auf ihre eigene Art und Weise aus. Niemand kann dieses verstehen. Liebe ist und bleibt ein Mysterium. Und Gottes Geheimnis. Ich umarme dich, Suprya
[27]: Ich habe bisher viele spirituelle Bücher gelesen, weil ich mehr über die Wahrheit erfahren wollte. Jetzt ist mir klar geworden, dass ich da nicht weiterkomme...
Frage [27]: Ich habe bisher viele spirituelle Bücher gelesen, weil ich mehr über die Wahrheit erfahren wollte. Jetzt ist mir klar geworden, dass ich da nicht weiterkomme und ich das, was ich gesucht habe, nur in mir selber finden kann. Ich komme da aber nicht weiter, vielleicht weil ich nicht weiß, wie es sich anfühlt. Ist es jetzt nur wichtig immer bei mir zu sein und Vertrauen zu haben? Würdest du mir auch noch sagen, ob ich für andere Menschen beten kann? Ich danke dir dafür, dass du Fragen beantwortest.
Suprya: Danke für deine Frage. Wohin willst du denn gehen? Was willst du erreichen, wenn du vom Weiterkommen sprichst? Fortschritt gibt es nur auf der phänomenalen Ebene. Alles was du erreichen könntest ist bereits da. Das was du bist kann nicht mehr oder weniger werden. Es kann sich nicht verändern oder erreicht werden. Auch in dir selbst kannst du nichts finden was nicht schon immer da wäre. Gib jede Suche auf. Halte einfach an. Du bist. Das ist alles. Mehr gibt es nicht. Entspanne dich einfach in das hinein was schon da ist. Du kannst Bücher lesen, wenn es dir Freude macht und du kannst beten, wenn es dir Freude macht. Lasse jeden Zweck los. Lasse jedes Ziel los. Lese, bete, arbeite.... einfach so.
Fragende: Danke für Deine Antwort, sie hat bei mir einen Stein ins Rollen gebracht. In den letzten Monaten habe ich versucht meinen Ego-Verstand loszulassen. Mir ist auch sehr viel klar geworden und trotzdem trete ich noch auf der Stelle. Du hast mir geschrieben, jedes Ziel und jeden Zweck loszulassen. Ich glaube, das wusste ich schon. Aber jetzt bin ich erst bereit, dies auf mein ganzes Leben zu beziehen und ich fühle, das der Druck weniger wird und das Leben irgendwie leichter. Ich bin dankbar für deine Offenheit, die es mir ermöglicht, das Leben von einer anderen Seite zu erfahren.
Ich möchte noch gerne etwas ergänzen. In der letzten Zeit ist mir sehr viel klar geworden. Dinge, die mir früher wichtig waren, brauche ich nicht mehr. Ich fühle mich aber als Außenseiter und getrennt von anderen Menschen (mir ist klar, das dieses Gefühl mit der nicht empfundenen Einheit zu tun hat). Vom Verstand her ist mir vieles klar geworden, aber ich bekomme es nicht in mein Herz und schaffe es nicht einfach nur dazu sein. Ich habe das Gefühl in einem Niemandsland zu sein und nicht vor und zurück zu kommen. Brauche ich einfach nur Geduld und alles wird sich zeigen?
Suprya: Danke für deine Ergänzung. Du kannst den Verstand nicht ins Herz bringen. Das einzige was du tun kannst, ist es darauf zu achten, wohin du deine Aufmerksamkeit richtest. Du hast die Wahl, wenn du die Wahl hast. Wenn die Frage nach der Aufmerksamkeit auftaucht. Dann richtest du die Aufmerksamkeit einfach auf die Stille. Sei ohne Antwort. Ohne Frage. Lasse den Verstand plappern. Damit ist kein Problem. Schenke ihm keine Aufmerksamkeit. Sinke still nach innen. Ohne ein Ziel. Da wo Stille ist, da kann das Herz sprechen. Lausche einfach. Umarme dich, Suprya
Fragende: Du hast mir etwas ganz Wichtiges gesagt. In deinen Texte, die ich gelesen habe, schwingt die Liebe durch zu allem, was ist. Das spüre ich ganz deutlich. Ich wünsche mir auch schon sehr lange, so offen sein zu können. Doch irgendetwas hat mich immer zurückgehalten. Vor ein paar Tagen hatte ich ein starkes Bild im Kopf. Ich habe mich vor einer großen Wand gesehen, in deren Mitte eine kleine Tür war. Ich wollte durch diese Tür, aber mein Körper war viel zu groß, es war unmöglich es zu schaffen. Auf einmal war mir klar, dass dieser große Körper vom Verstand aufgebläht war und mir es mit meinem Ego-Verstand niemals gelingen würde. Es ist hoffnungslos. Jetzt endlich kann ich die Führung wirklich abgeben, um vielleicht in meiner wirklichen Größe durch diese Tür gehen zu können. Da stehe ich jetzt. Es hat sich im äußeren noch nicht viel verändert, aber ich habe eine andere Richtung eingeschlagen.
Suprya: Danke für dein Feedback. Schön, was sich dir durch das Bild gezeigt hat. Du hast diesen Hinweis des Lebens verstanden. Dieses Verstehen geschieht sofort, in einer Sekunde und es bedarf keiner weiteren Überprüfung mehr. Nicht? Du weißt einfach, dass es wahr ist. Danke für dein Mitteilen.
[26]: Ist das Göttliche im Täter gegenwärtig, während Gewalt ausgeübt wird?
Frage [26]: Ich bin gestern Nacht um 4.00 mit einer Frage wach geworden, die ich schon mal versucht habe, mir selber zu beantworten. Und ich wünsche mir, dass du mir deine Sicht dazu sagst. Im Original lautete die Frage, ob das Göttliche auch in meinem Vater ist / durch ihn wirkt. So aus dem Zusammenhang gerissen, klingt das vielleicht ein bisschen schräg ... vielleicht kann ich verallgemeinern: Ist das Göttliche im Täter gegenwärtig, während Gewalt ausgeübt wird? Für mich war es zum ersten Mal so, dass ich das so gespürt habe, dass die ganze Wertung über "darf sein oder darf nicht sein", eher die menschliche Perspektive ist. Und wenn sich das Göttliche in jeder Sekunde durch mich ausdrückt, dann doch auch durch meinen Vater... Ich freue mich auf deine Antwort. Danke schön.
Suprya: Ja, du hast das schon ganz richtig wahrgenommen. Das Göttliche ist in allen Dingen, in allen Menschen, Abläufen, Phänomenen. Es gibt keine Trennung. Alles sind Aspekte des Göttlichen. Sie gehören zusammen. Opfer und Täter sind eins. Freude und Leid sind eins. Tag und Nacht ist eins. Es sind Aspekte eines Ganzen. Alle Aspekte erscheinen im gleichen Sein. Es ist der Verstand, der Unterscheidungen macht. In Gut und Böse teilt und das Gute dem Göttlichen und das Böse dem Teufel zuschreibt. Das ist die persönliche Sichtweise. Aber worin erscheinen alle persönlichen Sichtweisen? Es ist schwer zu verstehen, dass Gott auch im Täter gegenwärtig ist. Es ist schwer zu verstehen, dass Gewalt ebenso ein göttlicher Aspekt ist, wie die Sanftmut. Aber es geht auch nicht darum, es zu entschuldigen oder zu legitimieren. Das, was leidvoll ist, bleibt unbenommen leidvoll. Gewalt und Missbrauch ist sehr schlimm. Aber es geht darum zu verstehen, dass niemand sich seine Rolle gewählt hat. Dass sich niemand ausgesucht hat zum Täter oder zum Opfer zu werden.
Es geht darum zu verstehen, dass es eine göttliche Harmonie ist, die für uns eben nicht zu verstehen ist. Die Welt ist immer im Gleichgewicht. Alles ist immer im Einklang. Wenn es Reichtum gibt, gehört die Armut dazu. Wenn es Leichtigkeit gibt, ist irgendwo auch die Schwere. Und alles ist aus demselben Stoff gewebt. Alles erscheint in demselben Raum. Ohne diesen Raum wäre keine Form möglich. Es ist der raumlose Raum, der die Existenz überhaupt erst möglich macht, der du bist. Du und auch dein Vater und alles andere ist aus demselben Stoff gemacht und erscheinen in dem Einen, raumlosen Raum.
Versuche in deiner Frage ganz still und sanft zu sein. Und so war es sicher, als du aufgewacht bist. Ist da nicht bereits eine Antwort ohne Worte gewesen, in der die Frage erst erschien? War da nicht schon eine "Gewissheit", ein "Gefühl", ein "Geschmack", bevor noch der Verstand erfassen konnte, was dich bewegt? Bin sehr gespannt, was du antwortest.
Fragende: Genauso war es. Da war eine Gewissheit, ein Wissen dass es genauso ist wie du das schreibst und ausdrückst. Und dann - im nächsten Moment- kam so ein Erschrecken darüber, ein Werten, ein Wettern, ein Aufbäumen. Und wie das Gefühl von SKANDAL... aber der erste Moment, das war wie "ach, so ist das" eher still, unprätentiös. Und wieder ist es so, dass sich alles in mir entspannt, wenn ich deine Worte lese. Friedvolligkeit breitet sich aus. Ich habe wohl einfach noch mal Bestätigung gebraucht für meinen kleinen "Erkenntnisschock". DANKE!!!!!!!!!!! Du hast mit deinen Worten mein Innerstes berührt.
[25]: Ist es für die Hingabe entscheidend wer der Lehrer, die Lehrerin ist? Wie kann ich auseinander halten, was Hingabe und was ein kindliches Idealisierungsbedürfnis nach dem Guru ist?
Frage [25]: Ist es für die Hingabe entscheidend, wer der Lehrer, die Lehrerin ist? Wie kann ich auseinander halten, was Hingabe und was ein kindliches Idealisierungsbedürfnis nach dem Guru ist?
Suprya: Danke für deine Frage. Nein, für die Hingabe ist es nicht wichtig, wer der Lehrer oder die Lehrerin ist. Für die Hingabe ist noch nicht einmal ein Lehrer notwenig. Hingabe ist Nichtwissen. Ich trete jedem Moment dem Unbekannten mit Offenheit entgegen. Ich weiß nicht, was der nächste Moment bringt, doch bin ich offen für alles, was erscheint. Hingabe ist es, jenseits aller Konzepte, Gedanken und Erfahrungen zu sein. Ich gebe mich ab an das Leben. Ich lasse das Kontrollbedürfnis los. Ich bin bereit für das Unbekannte. Jeden Augenblick. Jetzt.
Gott, mach mit mir was du willst. Dein Wille geschehe.
Ich bin da.
In dieser Hingabe öffnet sich die Dankbarkeit und die Liebe wie eine Blume und verströmt ihren süßen Duft. Einfach so. Und jeder, der vorbeigeht kann es riechen. Und auch wenn niemand vorbei kommt, bleibt die Blume geöffnet. Und sie verströmt ihren Duft. Das ist Hingabe.
Und was die Hingabe im Zusammensein mit einem Lehrer oder einer Lehrerin betrifft: Sei jeden Moment aufmerksam. Es geht nicht um den Lehrer oder die Lehrerin, das ist nur die Form. Es geht um das, was sich durch den Lehrer zeigt. Und das ist dasselbe Sein, was ungetrennt von dir ist. Denn letztlich ist es die Hingabe an das eine Sein. An dich selbst.
Die Rose ist ohne Warum. Sie blühet, weil sie blühet. Sie achtet nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.
[24]: Ich habe große Schwierigkeiten den richtigen Partner zu finden. Ich habe viele, meist kurze, Beziehungen hinter mir. Aber das wonach ich mich sehne, nach Verbundenheit und Liebe, finde ich einfach nicht. Es passt einfach nie...
Frage [24]: Liebe Suprya, zunächst einmal vielen Dank, dass es diese Möglichkeit hier gibt. Ich heiße B. und bin 29 Jahre alt. Mein Anliegen ist folgendes: Ich habe große Schwierigkeiten den richtigen Partner zu finden. Ich habe viele, meist kurze Beziehungen hinter mir. Aber das, wonach ich mich sehne, nach Verbundenheit und Liebe, finde ich einfach nicht. Es passt einfach nie. Aber meistens mache nicht ich, sondern die Männer Schluss. Ich gebe die Hoffnung nicht so schnell auf, dass sich Nähe und Verbundenheit entwickeln könnte. Ich dachte immer, der Richtige würde mir schon irgendwann begegnen. Aber nach jeder Enttäuschung werde ich noch ängstlicher und mutloser. Dieses Jahr hatte ich schon zwei kurze Beziehungen (je 3 Monate) hinter mir. Letztens ist mir aufgefallen, dass ich nach Ende meiner letzten Beziehungen nie so richtig Liebeskummer hatte. Ich hatte eher versucht, schnell die Sache hinter mir zu lassen. In der Hoffnung den Richtigen gefunden zu haben, habe ich mich immer sehr schnell einem Mann geöffnet. Auch körperlich. Aber mein Körper hat mir dieses Jahr die Quittung dafür gegeben. Ich hatte im letzten halben Jahr eine schwere Eierstock-, eine weitere Unterleibs- und eine Blasenentzündung. Das hatte ich zuvor nie in meinem Leben. Jetzt habe ich wieder jemanden kennen gelernt. Am Anfang hatte ich mich sogar so verliebt gefühlt, wie seit Jahren nicht mehr. Aber als ich dann merkte, dass da nicht so viel zurückkommt, habe ich meine Verliebtheitsgefühle weitestgehend abgeschaltet. Dennoch geht er mir nicht aus dem Kopf und wir treffen uns nach wie vor. Der Murks setzt sich also fort...
Die Problematik fühlt sich mittlerweile so richtig verfahren an. Ich weiß gar nicht mehr welche Einstellung für mich richtig oder falsch ist. Mir spuken im Kopf Gedanken herum wie: Soll ich trotz allem weiterhin offen dafür sein, einen Mann kennen zu lernen? Offen dafür sein sich zu verlieben? Oder soll ich mich erst mal überhaupt nicht mehr mit einem Mann treffen, um mich auf mich selbst zu besinnen? Die Sehnsucht nach einer Partnerschaft ist jedoch sehr groß. Meine Frage: Wie kann ich für mich die richtige Einstellung finden?
Suprya: Ich kann dich sehr gut verstehen. Das ist einfach ein komisches Spiel. Da ist Sehnsucht, dann erfolgt eine kurzzeitige Erfüllung, dann ist Enttäuschung und lässt die Sehnsucht erneut aufflammen. Und für kurze Zeit scheint das Spiel unterbrochen zu sein und der Focus ist nach innen gerichtet, vielleicht fehlt auch für einen Moment nichts und wir sind zufrieden oder das Leben zwingt uns dazu inne zu halten, durch eine Krankheit beispielsweise. Das Spiel heißt: Hast du keinen Partner, willst du einen. Hast du einen, ist er nicht der Richtige. Und die Suche beginnt von vorne.
Frage dich, was ist es, was du von einem Partner willst. Was erhoffst, versprichst du dir von einem Partner. Was soll er dir geben? Die Wahrheit ist, niemand kann dir etwas geben. Wenn du in jedem Moment bereit bist, in Wahrheit zu sein, dann ist jeder Augenblick in deinem Leben eine Erfüllung. Dann spielt sich das Spiel durch dich und ob gerade ein Partner da ist oder gerade kein Partner da ist, macht keinen Unterschied. Wenn du bereit bist für jede Erfahrung, die das Leben dir zuspielt, dann hast du ein erfülltes Leben. Das Problem ist einfach nur die Vorstellung, die wir von einem erfüllten Leben haben, die uns im Weg steht. Wir wollen das dauerhafte Glück und wie das aussehen soll wissen wir selbst noch nicht einmal.
Das wirkliche Glück ist ganz leise, ist, alles das willkommen zu heißen, was das Leben uns gibt. Und wenn es gerade so ist, dass wir Erfahrungen von Enttäuschung machen, von Alleinsein oder unglücklicher Partnerschaft, dann ist auch das ein Geschenk. Du bist das, in dem alle Erfahrungen auftauchen. Du bist der Raum, in dem alle Formen erscheinen. Du bist das, was immer still ist. Du bist das, was immer unberührt bleibt, von allen Erfahrungen. Wenn da Unglücklichsein ist, dann sei einfach unglücklich. Damit ist kein Problem. Du kannst mit allen Erfahrungen immer in Stille und glücklich sein. Sogar mit Unglück. Es ist der Verstand, der unterscheidet und aufteilt in Erfahrungen, die wir wollen und solchen, die wir nicht wollen. Und das macht uns unzufrieden und unglücklich.
Wenn du kannst, schaue mit Offenheit und Nichtwissen auf alles das, was dir in deinem Leben begegnet und schenke dem wertenden Verstand keine Aufmerksamkeit. Lasse dich einfach vom Leben führen. Mache kein Konzept daraus. Wenn du dich verliebst, dann verliebst du dich eben. Wer hat das schon in der Hand. Und wenn du allen Männern den Rücken kehrst, wird auch das geschehen. Auch das kannst du nicht steuern. Nicht wirklich.
Es gibt ein schönes indisches Sprichwort:
Nichtwissend den Weg gehe ich den Weg. Mit geöffneten Händen, mit geöffneten Händen.
Lass dich einfach vom Leben überraschen. Mische dich nicht ein. Du brauchst noch nicht einmal einen Standpunkt zum Leben. Sei ohne Einstellung. Lass dich vom Leben führen. Das, was dir im Leben begegnet, ist immer genau richtig. Sei liebevoll mit dir.
Ich umarme dich, Suprya
...ich möchte noch etwas zum Thema Beziehungen hinzufügen. Ich dachte, vielleicht ist das wichtig zu verstehen:
Verliebtsein hat nichts mit Liebe zu tun. Es ist einfach so, dass wir in dieser ersten Phase des Kennenlernens positive Projektionen auf den Partner werfen, die dann nach und nach auch die negativen Projektionen nach sich ziehen und so die Verliebtheit nachlässt. Aber es sind nur Projektionen unseres Geistes. Es ist die innere Gespaltenheit, die innere Leere, die wir nach Außen projizieren. Und diese Leere kann nicht im Außen, durch eine andere Person ausgefüllt werden, es erscheint nur kurzfristig so, wenn wir das Gefühl der Verliebtheit haben.
Nur wenn wir uns der inneren Leere stellen, dem Gefühl des Mangels nicht mehr ausweichen, dann kann Begegnung geschehen. Und zwar die Begegnung mit deinem eigenen Selbst. Nur dann kann Ganzheit erfahren werden. Und aus dieser Ganzheit kannst du in die wirkliche und wahre Begegnung mit einem Partner gehen. Weil du dann den Partner nicht mehr brauchst um deine eigene Leerheit zu überdecken. Dann ist es eine Beziehung aus einer Fülle heraus. Eine Liebe, die keine Bedingungen mehr stellt, weil alles, was gebraucht wird, bereits da ist.
Aber ohne diesen Schritt - sich selbst kompromisslos gegenüber zu stehen und die Getrenntheit und die innere Leere direkt zu spüren, sich voll und ganz auf sie einzulassen - kann Begegnung nicht wirklich stattfinden, weil immer die Projektionen die direkte Sicht verhindern. Wenn du bereit bist, dich deiner Leere zu stellen und bereit bist dich von allen Gefühlen - auch den schmerzhaften unbequemen - nehmen zu lassen, dann kann eine Offenheit entstehen, aus der die Liebe einfach so fließen kann. Ob da gerade ein Partner ist oder nicht, macht keinen Unterschied. Du bist einfach verliebt in alles, was ist.
Das wollte jetzt einfach noch angefügt werden. Ich hatte das Gefühl, das noch nachzuschicken zu müssen.
Fragende: Vielen Dank! Das, was du geschrieben hast wusste ich irgendwo schon alles. Ich spüre, dass du den Nagel auf den Kopf getroffen hast. Theorie und Praxis sind einfach verschiedene Dinge. Das zweite ist unendlich viel schwerer...
Es ist interessant. Obwohl ich mich schon in meinem Leben so oft und so viel mit Sinnfragen beschäftigt habe und ich ein Mensch bin, der gut alleine sein kann, ja es sogar braucht, habe ich mich noch nie wirklich mit dieser inneren Leere auseinandergesetzt. Mir war noch nicht mal so bewusst, dass es sie gibt. Ich fühle mich alleine, abgetrennt und zum Teil fremd in dieser Welt. Hatte immer das Gefühl, ich alleine bin mir nicht genug. Und da ich mich hier oft fremd fühle, bin ich gerade gerne alleine um meine Mitte zu finden, aber gleichzeitig immer auf der Suche. Es scheint ein Teufelskreis zu sein. Aber so negativ wie es sich anhört ist mein Leben gar nicht. Ich genieße und liebe es. Und so weiter und so fort...
Aber das kennst du ja alles. Ich wollte mich auf jeden Fall noch mal ganz herzlich für deine Antworten bedanken. Sie haben mir sehr weiter geholfen. Du kannst alles gerne (natürlich anonym) veröffentlichen. Ich denke es gibt draußen genug arme Seelen, die das gleiche Problem wie ich haben.
Bin gespannt wie es weitergeht!
P.S. Deine Zweite Antwort hat mir übrigens am meisten weiter geholfen.
[23]: Ich möchte gerne auf tieferer Ebene verstehen, warum der Zahnnerv meines 6erBackenzahns rechts oben (mit zieml. tiefer Füllung) seit 2,5 Jahren gereizt (druckempfindlich) ist...
Frage [23]: Ich möchte gerne auf tieferer Ebene verstehen, warum der Zahnnerv meines 6erBackenzahns rechts oben (mit zieml. tiefer Füllung) seit 2,5 Jahren gereizt (druckempfindlich) ist und sich das seit einer Woche nach einer Zahnreinigung hochgeschaukelt hat (Schmerzen). Was muss/darf ich verstehen, ändern, loslassen, damit der Zahn heilen kann? Ich hab KEIN BOCK auf Wurzelbehandlung! Ich liebe meinen Körper und will den Zahn samt Nerv behalten!
Suprya: Danke für deine mail. Ich glaube nur, du machst dir zusätzlichen Stress. Du hast Schmerzen. Und die Schmerzen ziehen deine Aufmerksamkeit an, oder? Und das seit 2,5 Jahren?
Was liegt da näher, als sich zunächst um die Schmerzen zu kümmern. Denn das ist das was offensichtlich ist. Und dazu ist eben der Zahnarzt zuständig. Hole dir ganz konkret Hilfe. Bleibe mit der Aufmerksamkeit bei dem, was offensichtlich ist. Denn wenn es dabei etwas gibt, was für dich wichtig ist zu wissen, dann zeigt es sich ganz von alleine.
Ich erzähl dir mal von mir:
Ich hatte auch vor ein paar Jahren Schmerzen, wegen einer zu tief gefüllten Wurzel. Das hat auf den Trigeminus-Gesichtsnerv gedrückt. Mir blieb nichts anderes übrig, als eine Wurzelspitzenresektion durchführen zu lassen. Schon alleine, dass ich Ja dazu sagen konnte, wirkte erleichternd. Und das Ja zu meiner Hilflosigkeit "Ich kann nicht mehr" wirkte erlösend. Ich habe mich abgegeben. Aufgehört gegen den Schmerz zu kämpfen. Mir Hilfe geholt. Und erst, als ich diese Prozedur hinter mir hatte und wieder schmerzfrei war, konnten erlösende Dinge geschehen, die mich mit Einsicht und Dankbarkeit bescherten.
Ich glaube dein Problem ist dein Kampf mit deiner Vorstellung: Ich will den Zahn behalten! Geht es um Festhalten? Loslassen? Wie ist es mit den Schmerzen jetzt gerade?
Fragender: Danke für die schnelle Antwort (überrascht). Bei mir gings aber jetzt auch schnell: der Nerv ist mitlerweile raus, da es "Zeit" war (Fieber...) und die Wurzel mit einem Medikament vorläufig gefüllt. Endgültige Versorgung (Füllung) soll folgen, hab kaum Schmerzen im Moment. Schmerzen hatte ich in den letzten 2,5 Jahren übrigens nicht, nur eine sehr sehr starke Druckempfindlichkeit an besagtem Zahn. Jetzt macht mir nur die Schwellung die vor der Extraktion nicht war etwas Sorgen, und dass das Fieber bisher nicht zurückgeht, hoffe, dass es bald besser wird... sonst müssen halt übers Wochenende Antibiotika oder Notklinik ran (bin eigentl. absoluter Naturheil-Fan).
Und ich bin noch unentschieden, ob ich die Wurzelfüllung von meinem Zahnarzt machen lassen soll, der bereits ein fortschrittliches Verfahren verwendet aber halt auch nicht sicher, ob das dann wirklich "cool" ist oder lieber gleich zu einem Endotonie-Spezialisten geh (teuer). Denn wenn nur geringste Reste von Nerv/ Bakterien in den Seitenkanälen zurückbleiben, kann das zu einem Herd mit weitreichenden Folgen werden und das möchte ich mir und meinem Körper gerne ersparen.
Ich bete dass alles gut wird. Hab genug andere Dinge gerade, die gelöst werden wollen (und die ich auch lösen möchte).
Vielleicht hast du einen Tipp, wie ich die Heilung positiv beeinflussen kann? (dass es Panik machen NICHT ist, ist schon klar, ich bleibe so cool es geht).
[22]: Was ist aus Deiner Sicht der Sinn des Lebens?
Frage [22]: Hallo Suprya, was ist aus Deiner Sicht der Sinn des Lebens?
Suprya: Der Sinn des Lebens ist das Leben! Wer fragt danach? Wenn du tanzen willst, dann tanze und frage nicht warum. Wenn du Lust hast Sandburgen zu bauen, dann tust du es, auch wenn gleich die Wellen kommen und sie wieder platt machen. Sei einfach wie ein Kind. Mache das, was dir Freude macht. Wozu nach dem Sinn fragen?
Fragender: Hallo liebe Suprya, Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.
[21]: Meine Frage bezieht sich auf die Arbeit. Ich war als Psychothera- peutin tätig, musste aber vor zwei Jahren aufhören, da die andauernden Zweifel zu viel wurden...
Frage [21]: Meine Frage bezieht sich auf die Arbeit. Ich war als Psychotherapeutin tätig, musste aber vor zwei Jahren aufhören, da die andauernden Zweifel zu viel wurden. ich bin schon lange auf dem Weg. War mit 20 Sannyasin und bin weiter gegangen. Mit Advaita beschäftige ich mich seit etwa zwei Jahren intensiv. Die Lehrer werten teilweise Therapie ziemlich ab, was mich irritiert. In meiner Auffassung gibt es einen Grenzbereich, wo die Psychologie spirituell (transpersonal) ausgerichtet ist ... und das halte ich nach wie vor für eine gute Möglichkeit, sich zu befreien von Bindungen und Konzepten (siehe auch "the work"). Doch ich bin unklar, wenn ich immer wieder höre: "Das ist völlig unnötig". Was meinst du?
Suprya: ich verstehe deine Zweifel sehr gut. Auch ich habe eine Ausbildung in humanistischer Psychotherapie gemacht und verschiedene Methoden kennen gelernt. Manchmal ist Psychotherapie einfach hilfreich um erst mal aufzuräumen. Den Geist frei zu bekommen. Daran ist nichts verkehrt. Die einzige Ergänzung, die ich machen würde ist die, dass es nicht darum geht, den Menschen zu verändern und aus ihm einen "besseren, funktionalen" Menschen machen zu wollen. Jede Therapie, die auf Veränderung abzielt würde ich als einen Umweg bezeichnen.
Auf der anderen Seite: Wer weiß, ob nicht auch Umwege ihren Sinn und ihre Berechtigung haben und Geschenke in sich tragen. Und: Gibt es überhaupt so etwas wie Umwege? Umwege gibt es nur dann, wenn es Ziele gibt. Und Ziele sind nur eine Vorstellung oder der Wunsch etwas erreichen zu wollen.
Und genau das ist der Punkt: Therapie ist unnötig, schreibst du. Unnötig für was? Sie ist weder notwendig, noch unnötig. Wenn ich Kopfweh habe, nehme ich eine Tablette. Sie steht in keinster Weise dem was ich bin im Weg. Ich bin. Mit und ohne Kopfweh. Mit und ohne Tablette. Mit und ohne Psychotherapie. Nichts ist notwendig und alles kann sein. Es berührt das was du bereits bist in keinster Weise. Wenn mir Therapie dabei hilft, mich besser zu fühlen, dann ist es doch okay. Ober bin ich der Erleuchtung näher, wenn alles ertrage?
Ich glaube, wir müssen wieder herunter vom spirituellen Zwangsdenken. Engen wir uns nicht selbst wieder ein, wenn wir beginnen auszusortieren: Das ist spirituell, das darf sein und das andere nicht. Ist es nicht wieder "nur" der Verstand, der sich die Spiritualität zueigen machen möchte und beginnt Konzepte darüber zu entwickeln? Das ist gut, das ist schlecht... Und: Glauben und Zweifel sind das Gleiche. Sie kommen beide aus dem Verstand.
Tu einfach das, wozu du Lust hast und was dir Freude macht. Du bist gesegnet.
Fragende: Liebe Suprya, danke! ich hatte es schon geahnt: Es gibt nicht die Antwort. Du beschreibst das sehr gut. Irgendwie mag ich aber auch das Denken, die Theorien, die Suche nach der wahrhaftigsten Beschreibung. Ich mag es, wenn es nicht das übliche Polarisieren ist, sondern die Einheit der Gegensätze aufzeigt. Zum Beispiel: Therapie kann hinderlich sein, wenn ... und Therapie kann nützlich sein, wenn...
Ich frage mich nur, weshalb es so viele Erwachte gibt, die Polarisierendes reden und z.B. per se Psychologie abwerten? Das verstehe ich nicht. Wieso tun die das?
Vielleicht sehn wir uns mal, ich bin auf der Suche nach etwas ... LehrerIn ... bin aber auch vorsichtig. das Satsang-Treiben ist mir etwas suspekt ... ich sehne mich sehr nach der Erfahrung. Wissen tue ich sehr viel darüber. Weil ich mich meist gründlich mit Dingen beschäftige, wenn sie mich packen. Ob Therapie, Familienstellen oder Advaita ... aber das weiß ja jeder, dass das Wissen nichts bringt, letztlich :-) ... doch wie zu der Erfahrung kommen, die eine Gnade ist, für die man nichts tun kann... zu Satsang-Lehrern rennen? Und dann? Ich weiß es nicht...
Suprya: Du fragst, warum es so viele Erwachte gibt, die Polarisierendes reden und Psychologie abwerten. Das weiß ich natürlich nicht und am Besten fragst du direkt den Betreffenden nach dieser Aussage. Auf der anderen Seite kannst du dich auch fragen, ob es auch in dir etwas Polarisierendes gibt, zum Beispiel warum du mit einer Aussage einverstanden bist und mit einer anderen nicht überein stimmst. Denn alles das sind Stimmungen des Verstandes. Und polarisieren geschieht, solange wir diesem Körper-Verstand-Organismus bewohnen. Es geht nicht ohne Wertungen. Sobald wir den Mund aufmachen, geschieht schon Wertung, Ausgrenzung, Beurteilung, einfach Meinung, Standpunkte werden vertreten, Aussagen werden interpretiert, usw. Es ist so. Und schon habe ich auch einen Standpunkt, eine Färbung gemacht.
Und: Möglicherweise - und hier möchte ich deine Aussage ergänzen - kann für den Einen Therapie nützlich sein, für den Anderen hinderlich. Deswegen sind die Aussagen von Lehrern oft widersprüchlich, weil sie (meistens) individuell getroffen werden und nur für den Fragenden bestimmt sind. So erlebe ich es jedenfalls in meinen Satsangs. Oft sind Empfehlungen nur für die eine Person bestimmt und können nicht übertragen werden. Deswegen hat man Osho ja so oft angegriffen, weil seine Aussagen so widersprüchlich waren, eben, weil sie keine Konzepte bedient haben.
Danke für deine Ergänzungen.
Fragende: Danke. Weitgehend stimme ich dir zu. Doch ich meine, dass manchmal Aussagen und Auftreten diese Missverständnisse fördern und andere es aber schaffen, all das differenzierter darzustellen (zum Beispiel Ramesh Balsekar und Francis Lucille).
Bhagwan wurde vielleicht zu recht angegriffen, denn es ist nicht nötig so provokante, polemische Reden zu schwingen ... ohne wenigstens im Nebensatz durchblicken zu lassen, was es damit auf sich hat. Ich kann heute die Bücher von Bhagwan nicht mehr ertragen, die ich früher verschlungen habe. Wenn ich schon die Überschrift lese: "Priester, die Mafia der Seele" ... und was ist mit der Mafia, die in seinem eigenen Verein entstanden ist? Und letztlich hat Osho (und seine Anhänger) genau so viele Konzepte bedient und geschaffen wie jeder andere.
Francis Lucille schafft es, einen Standpunkt und seine Ergänzung, das polare Gegenstück, aufzuzeigen! Das sollte doch auch anderen möglich sein?! Mich haben diese Einseitigkeiten verwirrt und auf "falsche" Wege gebracht.
Es mag stimmen, ganz ohne Wertung geht es vielleicht nicht ... aber man kann es möglichst gering halten, es wenigstens versuchen ... und nicht noch Öl ins Feuer unserer ständigen Kriege gießen!
So, du siehst, ich bin anstrengend :-) Eigentlich geht es nicht darum. Sondern, ich suche eine LehrerIn für das Eine ... irgendwas muss ich ja fragen und reden, um dich kennen zu lernen und mich zu zeigen. die eigentliche Frage kann ich nicht formulieren.
Suprya: Ich glaube, das was es für dich anstrengend macht ist die Suche nach der Antwort, dem Lehrer (Lehrerin). Aber es gibt nicht die Antwort im Außen. Missverständnisse können überaus hilfreich sein, den Geist wieder nach innen zu wenden, in die eigene Tiefe zu lauschen, auf die innere Stimme zu hören. Es gibt keine Antwort. Wenn du verwirrt bist, ist das wunderbar! Das ist die Einladung für dich.
Wenn du Buddha triffst unterwegs, töte ihn!
Das Problem ist auch nicht das, was gesagt wird, sondern das, was du für dich nimmst. Du greifst die Antworten, die Aussagen heraus und interpretierst sie für dich. Dein Verstand fängt etwas ein und macht etwas damit. Er spielt mit allem. Lass ihn einfach. Es hat nichts mit dir zu tun. Angebote gibt es reichlich
Du hast alle Antworten in dir und die müssen nicht ausgesprochen werden. Du selbst bist die Antwort. Freue dich über die Vielfalt des Lebens, staune über alles was möglich ist. Der Geist ist erfinderisch. Nimm ihn nicht allzu ernst. Es ist ein Spiel. Und wir sind mittendrin.
Spiele einfach locker mit. Dir kann nichts passieren.
[20]: Das Leben schenkte mir eine ausgeprägte Medialität, die ich auch weiterhin fördere. Durch viele Erfahrungen der verschiedensten Arten bin ich immer ausgeglichener geworden...
Frage [20]: Ich möchte dir erstmal danken dass du die Fragen so bedingungslos hier beantwortest. Dies ist ein wundervolles Geschenk an viele Menschen.
Das Leben schenkte mir eine ausgeprägte Medialität, die ich auch weiterhin fördere. Durch viele Erfahrungen der verschiedensten Arten bin ich immer ausgeglichener geworden, und heute gibt es wenig was mich noch wirklich "aus der Bahn wirft." Dank Jetzt-TV und meiner geliebten Frau, wurde ich an das "Thema" Erwachen herangeführt. Als eine große Gnade empfinde ich es auch, dass ich mittlerweile an einem Punkt bin aus den Gedanken heraus zu können. Die "Verstandes-Maschinerie" hat dann Pause und es gilt nur der Moment. Das geht über mehrere Stunden gut, doch dann kommt wieder die Zukunft in das Spiel. Es ist alles schön, und ich bin auch sehr glücklich wie alles ist, nur überkommt mich immer wieder dieses Gefühl es würde noch irgendwas fehlen. Etwas das für "den feinen Geschmack" sorgt, alles abrundet und vollkommen macht.
Kannst du mir dazu vielleicht etwas sagen?
Suprya: Ja, es ist eine Gnade, wie uns das Leben führt. Und es ist ein Spiel. Manchmal wird das Ich-bin direkt und ohne Filter wahrgenommen und dann wieder sieht es so aus, als beherrschten die Gedanken unser Leben. In Wirklichkeit wird das, was du bist niemals berührt. Und es ist gleich, ob du im Bewusstsein Ich-bin verweilst oder mit etwas beschäftigt bist. Denn beides erscheint im Bewegungslosen, das weder bewegungslos noch in Bewegung ist. Und selbst wenn du aus der Bahn geworfen wirst, bist du nicht weiter weg von DEM. Egal was geschieht, du kannst dich nicht entfernen.
Unmöglich! Du hast das Gefühl, es würde noch irgend etwas fehlen. Was genau nimmst du wahr? Das etwas fehlen würde, ist "nur" ein Gedanke. Eine Interpretation eines Gefühls. Was genau fühlst du, wenn daraus die Idee kommt: Es fehlt etwas. Denn das was du fühlst ist kein Problem. Aber du kannst nur das fühlen was da ist, nicht das was fehlt. Das ist ein Gedanke. Lausche einfach in deinen Körper hinein und nimm wahr - du musst es noch nicht einmal benennen - was geschieht.
Das was du unmittelbar fühlst, ist das was ist. Und mehr gibt es nicht. Gib alle Hoffnung auf etwas Besseres auf. Oder es müsse noch etwas geben. Du hast es bereits. Das Beste ist schon da.
[19]: Ich fühle mich oft einsam und unverbunden. Nicht nur mit anderen Menschen, auch mit mir selbst...
Frage [19]: Ich fühle mich oft einsam und unverbunden. Nicht nur mit anderen Menschen, auch mit mir selbst. Ich kenne mich so wenig, weiß nicht wohin mit mir oder was ich sinnvolles tun kann. Selbst mich zum Meditieren hinzusetzen erscheint mir ohne Sinn. Was kann ich tun?
Suprya: Wenn du dich einsam und unverbunden fühlst, kommt das oft daher, dass nach etwas Ausschau gehalten wird. Du bist auf der Suche und dadurch richtest du deinen Geist nach Außen.
Lasse dich in deine Einsamkeit hinein fallen oder besser lasse dich von der Einsamkeit nehmen. Überlasse dich diesem Gefühl und du wirst sehen, dass die Einsamkeit sich in ein Alleinsein wandelt.
Alleinsein bedeutet "All-eins-sein". Denn das ist die Wahrheit. Du bist allein. Jeder ist allein. Wenn du erkannt hast, dass es ein Zusammensein im Außen nicht gibt, dass es nur eine Illusion ist, dann greifen die alten Vorstellungen nicht mehr. Das kann im ersten Moment erschrecken und der Verstand ist geneigt sofort wieder daraus ein Programm machen zu wollen, um es zuzudecken.
Lasse dich in deine Einsamkeit fallen und du wirst bei dir ankommen. Es ist wie ein nach Hause kommen. Und vielleicht ist da erst einmal Traurigkeit, dass man solange unterwegs war. So lange nicht zu Hause war.
Laufe nicht weg vor dir. Halte an. Du bist allein und gleichzeitig in deiner Tiefe verbunden mit Allem. Schaue mal, ob dein All-eins-sein ein Ende hat. Lasse dich fallen.
Dann kann das Leben dich führen.
Fragender: Liebe Suprya, vielen Dank für deine Nachricht, es fühlt sich gut an. Meinst du, dass der Wunsch nach einer erfüllenden Paarbeziehung ebenfalls nicht möglich ist, im "Außen"? Ich fühle, dass deine Worte wahr sind, doch ich weiß auch um meine starken Impulse oder Angewohnheiten, vor mir davon zu gehen.
Suprya: Doch, natürlich ist es möglich eine wunderbare spirituelle Paarbeziehung zu leben. Aber mache deine Zufriedenheit und dein Glück nicht vom Partner abhängig. Sobald du etwas vom anderen "willst" - sobald du davon ausgehst, dass dein Partner dich glücklich machen sollte, streust du die Saat für Leid. Niemand kann dich glücklich machen und niemand kann dich unglücklich machen. Es geht darum die Verantwortung für sich und sein Glück oder Unglück zu übernehmen. Verantwortung bedeutet, es zu verstehen, dass alles in dir geschieht und du die Bereitschaft übernehmen kannst alle Konsequenzen zu tragen.
[18]: Leider melde ich mich bei dir, weil ich verzweifelt bin! Ich bin männlich, 21 Jahre alt, und leider hatte ich in meinem Leben noch nie wirklich eine Freundin gehabt...
Frage [18]: Hallo liebe Suprya! Leider melde ich mich bei dir, weil ich verzweifelt bin! Ich bin männlich, 21 Jahre alt, und leider hatte ich in meinem Leben noch nie wirklich eine Freundin gehabt. Das beeinträchtigt meine Lebensfreude sehr! Ich durste so intensiv danach, all das zu erleben, was man mit einem Partner erfährt: Liebe, Zärtlichkeit, Geborgenheit, Sexualität... Einfach Zusammen-Sein, das Leben zusammen genießen. Einige Male haben mir schon welche ihr Interesse für mich gezeigt. Doch ich glaube, es ist jedes Mal daran gescheitert, dass ich so zurückhaltend war aufgrund meiner Unerfahrenheit und den damit verbundenen Ängsten. Vielleicht war es auch nie die Richtige. Ich glaube, ich habe generell ein Problem bei Menschen in meinem Alter. Ich fühle mich jedes Mal fehl am Platz, wenn andere Alkohol trinken und sich stundenlang über völlig unwichtige und langweilige Themen unterhalten. Das erfüllt mich nicht. Sie kennen wohl nichts anderes. Ich will aber auch nicht länger alleine zuhause rumsitzen. So finde ich auch keine Freundin. Ich weiß überhaupt nicht, wo ich hingehöre. Deswegen gehe ich auch nicht viel weg. Ich war schon bei Satsangs und auch zwei Mal beim Rainbow-Spirit-Festival. Das hat mich wirklich erfüllt. Ich habe das Gefühl, solange ich keine Freundin habe, mit der ich das Spirituelle teilen und leben kann, kann ich mich nicht wirklich entspannen. Die Sehnsucht ist einfach zu groß! Danke, dass du da bist, Suprya!
Suprya: Danke für deine Offenheit. Bleibe so, wie du bist. Versuche nicht, dich zu verändern um etwas zu erreichen. Du bist einzigartig und genauso bist du vom Leben gewollt. Ich verstehe diese verzweifelte Sehnsucht sehr gut und ich verstehe, dass dein ganzes Streben und deine Suche darauf ausgerichtet ist, doch endlich eine Partnerin zu finden und die Liebe zu leben. Zusammen zu sein und zu teilen, sich mitteilen zu können. Ich möchte dir gerne empfehlen an den Ursprung deiner Suche zu gehen. Also nicht weiter den Blick nach außen zu richten, sondern "den Weg wieder zurück zu gehen". Lasse dich von deiner Sehnsucht nach Hause holen. Lasse dich in das Gefühl der Sehnsucht fallen ohne etwas damit zu machen. Ohne einen Gedanken an die Erfüllung zu verschwenden. Fühle es einfach nur. Es geht darum, das was jetzt da ist in seiner Totalität anzunehmen. Es ist das Gefühl der Verzweiflung und Sehnsucht, vielleicht Einsamkeit, Traurigkeit? Lasse alle Gedanken gehen und spüre dich in diesem Verlangen. Sei in dir zuhause. Überlasse dich dem Leben. Es wird dich führen. Vielleicht stehst du mit deiner verzweifelten Suche auch nur im Weg?
Es ist schön, dass du von Satsang angezogen bist. Kannst du dich einem Lehrer oder einer Lehrerin im direkten Gespräch anvertrauen? Mit ihm/ihr sprechen?
Du bist etwas Besonderes. Du bist einzigartig. Du weist nicht, was das Leben mit dir vor hat. Bleibe deinem Wesen treu. Wenn du dich verloren fühlst, kehre zurück zu dir. So wie du bist, bist du völlig in Ordnung. Betrachte es als Gnade, dass das Leben dich mit 21 Jahren auf diesen Weg gestellt hat. Andere mögen Alkohol trinken und belanglose Gespräche führen - das ist auch okay. Wenn es für dich nicht stimmt, dann achte dich dafür!
Hab Geduld.
Ich umarme dich von Herzen
Ich weiß nicht, wo du wohnst. Solltest du in der Nähe von mir sein (Umkreis Stuttgart), dann fühle dich herzlich zum Satsang eingeladen.
Fragender: Tut mir leid, dass ich mir jetzt erst die Zeit genommen habe, dir zu schreiben. Es sind ja eigentlich Worte, die ich schon oft gelesen habe. Aber für mich persönlich geschrieben wirken sie noch tiefer. Danke dafür! Es ist wirklich schön, wenn du schreibst, dass ich gut bin, so wie ich bin! Das lässt mich mehr entspannen! Ich wohne bei Kassel und habe hier leider (noch) niemanden gefunden, dem ich mich anvertrauen kann. Aber es ist ja auch schon schön, dass du da bist! Darf man dir eigentlich auch mehrmals schreiben und Fragen stellen? Hier möchte ich nun noch zwei sehr schöne Weisheiten zitieren, die, wie ich finde, sehr gut zu dem passen, was du mir geschrieben hast!
"Weißt du, dass du es bist, auf den du die ganze Zeit wartest?"
"Du suchst das Glück immer in der äußeren Welt, ohne dir die erste und wichtigste Frage zu stellen: Wo hast du es verloren?"
Suprya: Ich danke dir sehr für deine Antwort. Schau dich doch einfach mal um. Soviel ich weiß gibt es doch auch Satsang-Lehrer(innen) in Kassel oder es kommt ab und zu mal jemand vorbei. Probiere es einfach aus.
Und: Natürlich darfst du mir so oft schreiben, wie du willst. Ich freue mich auf deine Briefe. Danke auch für deine zitierten Weisheiten. Ist es nicht sehr berührend zu erkennen, dass du die ganze Zeit auf dich gewartet hast? Ich umarme dich
[17]: Kann ich mein Ego nur loslassen, durch Führung oder Hilfe von aussen oder ist es auch möglich durch geistig-göttliche Führung?
Frage [17]: Kann ich mein Ego nur loslassen, durch Führung oder Hilfe von aussen oder ist es auch möglich durch geistig-göttliche Führung?
Suprya: Danke für deine Frage. Alles was du erreichen kannst, ist innerhalb der Phänomenalität. Und alles was du loslassen kannst, spielt sich auch nur innerhalb von Gedanken ab. Du hast nie ein Ego besessen. Das, was du bist ist der schweigende Hintergrund, in dem alles erscheint. Wer ist es, der irgend etwas loslassen könnte?
Du bist schon alles, was du jemals erreichen könntest. Dem, was du bist kann nichts hinzu gefügt werden und dem was du bist, kann nichts genommen werden. Mache dir um Egostrukturen am Besten keine Gedanken. Nähre sie nicht dadurch, indem, du sie loslassen willst. So, wie du bist, bist du vollkommen. Erkenne, dass alles andere nur Vorstellungen sind. Die Vorstellungen berühren das was du bist nicht.
Suprya: Leben ist jetzt. Leben ist hier. Geburt und Tod erscheinen im Leben. Das was du bist ist ungeboren und kann nicht sterben. Prozess und Entwicklung gibt es nur auf der phänomenalen Ebene und ist eine Bewegung in der Stille. Ungetrennt. Sowie die Welle nicht getrennt ist vom stillen Grund des Ozeans. Schau nach dem, was immer unverändert ist. Das was aus dir herausschaut ist immer gleich. Du bist immer HIER. Denke nicht darüber nach. Sinke nieder in dir. Du bist der Ozean. Sei.
[15]: Bei mir sind meiner Meinung nach Licht und Schatten sehr stark. Die Sehnsucht nach dem Licht lässt mich immer wieder zum Satsang kommen oder Deeksha-Übertragungen nehmen...
Frage [15]: Hallo Suprya, bei mir sind meiner Meinung nach Licht und Schatten sehr stark. Die Sehnsucht nach dem Licht lässt mich immer wieder zum Satsang kommen oder Deeksha-Übertragungen nehmen. Und dann kommt meist wieder die Dunkelheit meines Egos in einer Art Verarbeitungszeit oder Integrationszeit. Tatsache ist, dass meine Kollegen und Chefs bei der Arbeit sowie meine Nachbarn zu Hause scheinbar wirklich glauben, dass ich nicht "alle Tassen im Schrank" habe. Und ich kann es auch niemand erklären, warum ich oftmals so aussehe, wie wenn ich geistig nicht gesund wäre.
Was kann man da machen? Muss ich da was machen? Ich mache mir eben Sorgen, weil einige Menschen mich für nicht ganz intelligent halten und das auch bis zu meinen früheren Bekannten rund um mein Elternhaus durchdringen kann.
Suprya: Mache dir darum keine Sorgen, was die Anderen über dich denken. Was geschieht, ist, dass es Brüche, Löcher gibt in dem Bild, was wir glauben zu sein. Die "alte Ordnung" wird auf den Kopf gestellt und da geschehen schon mal merkwürdige Dinge. Der Verstand wird lieber verrückt und bekommt so noch mal eine Portion Beachtung, als dass er kampflos aufgeben würde. Muss er ja auch gar nicht. Wenn du ihn - es - akzeptierst, so wie es gerade ist... dann schauen dich halt deine Kollegen, Chefs oder deine Nachbarn mal schräg an - dann wird sich alles ganz sanft und von alleine auf den rechten Platz niederlassen. Ja, so wird es wohl sein, dass da immer wieder eine Dunkelheit ist - wo du praktisch ausgeschaltet wirst - damit das Leben den Prozess übernehmen kann. Die Dunkle Nacht ist ein Geschenk. Vertrau dich ihr an. Sie kümmert sich um alles. Auf der absoluten Ebene gibt es keinen Prozess. Du bist und warst schon immer DAS. Aber der Verstand kann da nicht folgen. Er versucht nur seine Position irgendwie zu halten. Sei liebevoll mit dir. Lass geschehen, was geschehen will. Vertraue einfach. Das einzigste was du tun kannst - vorausgesetzt, die Frage der Wahl taucht auf - richte die Aufmerksamkeit auf das was unverändert und immer gleich ist. Schaue still mit unbewegtem Geist auf alle Phänomene. Und wenn Gefühle, körperliche Empfindungen auftauchen, fühle es total. Gehe ins Zentrum einer jeden Empfindung, ganz sanft.
In jeder Mitte ist Stille. So wie die Nabe am Rad. Sei ruhig etwas verrückt! Ich liebe dich!
[14]: Ich habe eine Beziehungsfrage. Ich bin seit fast 7 Jahren "ohne" Partner... ich weiß, dass diese Zeit des für mich Alleinseins sehr gut war...
Frage [14]: Liebe Suprya, danke, dass ich mich dir anvertrauen kann. Ich habe eine Beziehungsfrage. Ich bin seit fast 7 Jahren "ohne" Partner... ich weiß, dass diese Zeit des für mich Alleinseins sehr gut war und ich mich total auf mich einlassen konnte, all meine Ängste und eingebildeten Verwundungen kennen lernte... aber irgendwie ist hier auch dieser starke Wunsch wieder mit jemandem zusammensein, nähe zu teilen... dann kommt sofort mein Verstand, der sagt, wenn ich wirklich eins mit mir wäre, bräuchte ich niemanden oder dann würde es mir darum gar nicht gehen, dass ich einen Partner möchte, weil ich mir selbst alles geben kann und mit mir selbst zuerst völlig in Zufriedenheit leben lernen sollte... es ist so ein Ping Pong Spiel des Verstandes: Einerseits der Wunsch und andererseits die Idee, dass ich keine Beziehung haben sollte, so ne Art "Verteufelung" einer Beziehung, weil sie mich von meiner eigenen Liebe abringen könnte... und ich denke, deshalb erlaube ich es mir nicht, obwohl ich es mir eigentlich sehr wünsche... hoffentlich habe ich dich nicht zu sehr verwirrt mit meiner Fragestellung...
Suprya: Tut mir leid, dass du ein wenig auf Antwort warten musstest. Danke für deine Frage. Ja, ich verstehe sie sehr gut. Der Verstand versucht Situationen zu kommentieren, zu analysieren, sie einzuordnen. Höre einfach nicht zu. Was er aus Situationen macht, ist nicht wichtig. Du bist im Moment ohne Partner. Und es steigt immer wieder mal der Wunsch auf, dass es doch anders wäre. Und ist es dann anders, du bist fest mit jemandem zusammen, dann wünschst du dir die Freiheit. Jedenfalls ab und zu mal wieder. So ist das mit den Wünschen. So ist das mit den Ideen. Lasse dir einfach nichts einreden. Es ist nicht wahr, was der Verstand über dich sagt. Du bist vollkommen.
Lasse die Ideen und Wünsche einfach durch dich hindurch ziehen. Es ist nichts verkehrt damit. Und wenn Schmerz kommt über dein Alleinsein, ist das auch kein Problem. Fühle es einfach in dem Moment, wenn es aufsteigt. Lasse alle Vorstellungen wieder gehen. Sei hier, in diesem Moment. Du weißt nicht, was das Leben mit dir vor hat. Ob es dir wieder einen Mann - oder eine Frau - an die Seite stellt oder nicht. Wenn es passiert, dann passiert es eben. Du kannst nichts dafür tun und du kannst nichts dagegen tun. Überlasse alle Entscheidungen einfach dem Leben. Das Leben weiß, was jetzt gerade gut für dich ist. Überlasse dich einfach den Strömungen. Sage Ja zu dem was ist. Schön ist ja, dass die Dinge geschehen wie sie geschehen, nicht wegen, sondern trotz unserer Einmischung.
Fragende: Danke für diese wahre Antwort; es ist mir auch sehr bewusst geworden, zu sehen, wie sehr das Einmischen-wollen hinsichtlich dieser Frage da ist und welche Erleichterung es eigentlich ist/wäre, gerade dies fallen zu lassen... es tut sehr gut, das immer wieder zu hören & erinnert zu werden bis der Verstand es akzeptiert; das Lesen deiner Antwort bringt auch sofort Demut & Vertrauen zurück, das einfach stimmig ist.
[13]: Das, was mich seit vielen Jahren intensiv beschäftigt und mich immer drängender und verzweifelter nach einem Ausweg suchen lässt, ist meine berufliche Situation, mein Arbeitsplatz...
Frage [13]: Liebe Suprya, das, was mich seit vielen Jahren intensiv beschäftigt und mich immer drängender und verzweifelter nach einem Ausweg suchen lässt, ist meine berufliche Situation, mein Arbeitsplatz, an dem ich mich befinde. Das gesamte Arbeitsumfeld einschließlich der Tätigkeit selbst, wird mir immer unerträglicher. Da ist soviel von außen kommender Druck, Lieblosigkeit, Unverständnis und Kälte. In mir selbst hat sich ein enormer Widerstand aufgebaut, der sich zeigt in sinnlosem Kampf unter Wut und Tränen, und ich kann ihn nicht verhindern. Dieser Widerstand steht vor mir wie eine Mahnung oder Wegweiser. Aber es ist wie es ist und ich kann absolut nichts daran ändern, ich habe alles mir Mögliche versucht. Die Menschen sind wie sie sind, die Arbeit ist wie sie ist. Und hier ist das Einsehen, das Kapitulieren und die letztendlich die Akzeptanz. Das ist mein JA. Und gleichzeitig mein NEIN, das will ich nicht mehr. In diesem Umfeld möchte ich nicht mehr sein, möchte es verlassen, gehen lassen. Hier ist etwas zu Ende, stoppt der Weg abrupt, kein neuer Weg in Sicht. Und auch das gilt es vorbehaltlos zu akzeptieren. Doch da ist noch ein Festhalten an vermeintlicher Sicherheit. Mein Herz ruft nach etwas anderem: nach Liebe, nach Einverstandensein, nach Frieden. Aber da ist sehr viel Angst, dieser inneren Stimme zu folgen. Die Angst, das Alte (Leid und Schmerz?) loszulassen und mich dem Unbekannten hinzugeben, dem Leben zu vertrauen, ohne zu wissen, was kommt, mich dem, was geboren werden will, zu überlassen. Die Angst sagt, du wirst nicht überleben, du wirst arbeitslos werden, vielleicht bei Hartz IV landen und dann in der Gosse. Aber ist das wirklich wahr? Zwischen diesem NEIN und dieser zaghaften Hinwendung zum JA, dem Leben vorbehaltlos zu vertrauen und etwas Neues zu wagen, werde ich zerrieben. Fühle mich gefangen, stecke fest und das raubt mir alle Energie und Lebensfreude. Ich möchte doch nur das, was in mir ist, ins Leben tragen: Freude, Liebe, Klarheit, Lebendigkeit und dies in meinem Leben wieder finden. Warum ist das so schwer? Ich habe Angst, eine falsche Wahl zu treffen und im Grunde meines Herzen möchte ich, dass Gott mich führt und auf den richtigen Weg bringt. Kannst du mir helfen, klar zu sehen?
Suprya: Danke für deine Frage. Gib alles auf! Gib alle Ideen auf! Die Idee, dass da kein Kampf sein sollte, wie auch die Idee, dass es einen Weg gibt oder das etwas Neues geboren werden will. Jede Idee, jede Vorstellung steht dir im Weg. Das ist es, was dich zerreibt. Die vielen verschiedenen Ideen von dir.
Kümmere dich nicht um das, was sein könnte. Schau einfach nur auf diesen Moment. Was ist gerade jetzt da? Sei bereit alles, was ist, vorbehaltlos wahrzunehmen und zu fühlen. Lasse alle Ideen, wie es sein sollte los. Denn das ist nicht das, was jetzt da ist.
Stelle dich diesem Moment. Und sei bereit, dass sich alles wieder blitzschnell ändert. Dann kann das Leben übernehmen und dich führen. Du musst gar nichts wissen. Das Leben wird sich um alles kümmern. Sei einfach nur bereit und sei achtsam. Wenn in dir Kampf auftaucht, dann nehme diesen Kampf wahr. Lasse die Energien dich nehmen und schau, was geschehen will. Es gibt keine Regel darüber, ob man flüchten oder standhalten soll. Mal ist es okay zu gehen, mal ist es okay auszuhalten und mal geschieht einfach nichts. Du kannst es nicht wissen. Gib es einfach nur auf, es kontrollieren zu wollen und überlasse dich dem Moment. Das Leben entscheidet für dich. Sei einfach nur da. Du kannst nur diesen einen Moment klar sehen. Wenn alle Ideen und Vorstellungen aus dem Weg sind, ist Klarheit da. Klarheit ist nur im Jetzt. Hier. Klarheit kann nicht gewusst werden. Sie ist.
Wenn du möchtest, dass Gott Dich führt, dann lasse alle Ideen los. Auch die Idee über dich, wer du glaubst zu sein. Weise alles ab. Ich umarme dich von Herzen, Suprya.
Fragende: Liebe Suprya, die WAHRHEIT, die du mir offenbarst, berührt mich tief im Herzen. Ich danke dir so sehr für deine Klarheit und Liebe. Ich möchte dir gerne ein Gedicht von mir schenken.
[12]: Ich bin seit sieben Jahren verheiratet (zum zweiten Mal) und habe einen Sohn, der bald vier wird. Nach der Geburt lief die Ehe immer schlechter...
Frage [12]: Liebe Suprya, es ist wunderbar, dass man hier seine Gedanken, Sorgen und Probleme loslassen kann. Ich bin seit sieben Jahren verheiratet (zum zweiten Mal) und habe einen Sohn, der bald vier wird. Nach der Geburt lief die Ehe immer schlechter aus verschiedenen Gründen und dann begegnete mir vor drei Jahren ein Mann, in den ich mich sehr verliebte und auch fast meine Familie aufgeben hätte für ihn. Ich wollte bei ihm sein und machte dann aber doch einen Rückzieher, was ihn dann natürlich sehr verletzt hatte. Ich weiß nicht genau, was mich bei der Familie gehalten hat, ich denke aber die Verpflichtungen, da ich arbeiten gehe und mein Mann der Hausmann ist und natürlich mein damals einjähriger Sohn, der bei einer Trennung beim Vater geblieben wäre. Und es lastete damals ein enormer Druck auf mir, weil mein Mann eine kurzfristige Entscheidung wollte. Ich wollte meinen Geliebten aber nicht verlieren und nach einigen Monaten habe ich wieder den Kontakt zu ihm gesucht, aber da hatte er schon eine andere, weil er nicht alleine bleiben wollte oder konnte wie er sagte. Aber wir hatten dann zwei Jahre lang eine heimliche Beziehung, weil er mich auch sehr liebte. Haben uns selten sehen können, aber die Treffen waren dann immer sehr emotional und voller tiefer Gefühle und es war auch erotisch voller Spannung und bei ihm fühlte ich mich erstmals als begehrte Frau. Wir konnten uns gegenseitig sehr viel geben und jedes Mal, wenn wir zusammen waren, umgab und uns ein enormes Kraftfeld, das wir beide wie eine Einheit fühlen konnten. Aber er konnte sich auch kein Leben mehr mit mir und kleinem Kind vorstellen, da er dies vorher immer mit anderen Partnerinnen hatte und diesmal eine Frau ohne Kind gefunden hatte. Er wollte dies nicht mehr aufgeben, mich aber auch nicht.
Nun hat er, nachdem seine Freundin sein Handy durchsucht hat vor ca. vier Wochen und sie auch etwas gefunden hat, mit mir Schluss gemacht. Allerdings lässt er es irgendwie offen in seinem Abschiedsschreiben, ob wir noch eine Chance haben oder nicht. Nun hat mir ein guter Bekannter von ihm verraten, der Angst um mich hatte eine Kurzschlussreaktion zu machen, dass wieder eine andere Frau in das Leben meines Geliebten getreten ist und er sich wohl nun von seiner Freundin trennen wird wegen der neuen, aber ich dies auf keinen Fall erfahren sollte. Das musste er ihm versprechen, aber er hat es mir doch erzählt, weil er sich Sorgen um mich machte. Er weiß es daher, da er mit meinem Geliebten in die Sauna geht und die Neue dann dabei war. Er hatte sie dort kennen gelernt.
Nun, ich vermisse meinen Geliebten sehr und weiß nun gar nicht weiter. Was soll ich tun? Auf diese Lieben warten und hoffen, dass wir eines Tages die Möglichkeit haben werden auf eine offene und ehrliche Beziehung ohne Heimlichkeiten? Ich weiß auch nicht, wie ich weiter mit meiner Familie umgehen soll, vor allem meinen Mann. Ich spüre keine Liebe zu ihm (ob sie trotzdem da sein kann?), er tut mir leid und ich mag ihn. Habe Angst alles zu zerstören und auseinander zu reißen. Es fällt mir sehr schwer, mich auf mich selber zu konzentrieren, was ich wirklich möchte und wer ich eigentlich bin. Warum ich dies alles so tue und andere verletzte und warum ich so sehr an dem Geliebten hänge und ihn nicht gehen lassen kann, wo ich es doch muss. Ich kann ihn ja nicht zwingen bei mir zu sein. Und nun gibt er seine Gefühle einer anderen. Bekomme ich nun das zurück, was ich meinem Mann angetan habe? Ich habe so viele Fragen und dreh mich im Kreise.
Suprya: Vielen Dank für dein Mitteilen. Das was du schreibst, ist mir sehr vertraut. Und vielleicht ahnst du schon, was die Antwort sein könnte? Lass alles los. Lass deinen Geliebten los. Lasse alles Nachdenken über deine Situation gehen. Du kannst es nicht lösen. Je mehr du versuchst zu tun, umso mehr verstrickst du dich. Das Einzige, was du tun kannst, ist, dich dem zu stellen, was jetzt ist. Fühle den Schmerz des Verlassenseins oder das, was immer gerade jetzt da in dir ist. Du wirst deinen Frieden nicht finden, solange du etwas willst. Das, was du vermisst, kannst du im Außen nicht finden. Es ist in dir. Es geht um deine Sehnsucht. Sei still damit. Sei im Zentrum dieser Sehnsucht. Lasse dich von ihr nach Hause holen. Niemand kann diese Sehnsucht erfüllen. Alles, was im Außen geschieht, dient auf wunderbare Weise genau dazu, dich zu dir selbst zu bringen. Vertraue einfach dem Leben. Überlasse dich seiner Führung.
Es ist mir so vertraut, was du schilderst, weil ich da auch durchgegangen bin. Ich habe verlassen und ich bin verlassen worden. Und ich konnte erkennen, dass da etwas ist, was davon unberührt bleibt, etwas, das nicht verlassen werden kann und in allen Erfahrungen gleich ist. Das ist der Himmel in dir. Das ist, was du bist. Weit und offen. Finde diesen Himmel. Denn das ist das wahre Geliebte.
Ich weiß, der Verstand wird dauernd fragen, wie er das machen soll. Wie geht das? Er weiß es nicht. Da dreht sich alles nur im Kreise, wie du schreibst. Denn der Himmel ist jenseits vom Verstand. Lass ihm seine Geschichten. Falle in deinen Himmel. Sei einfach und überlasse dich. Ganz sanft und weich. Fühle dich in deinem Körper. Sei aufmerksam auf das, was jetzt geschieht. Jetzt gerade. Sei sehr sanft und liebevoll mit dir. Sei bereit allein zu sein.
Ich kann nicht anders, als dir alle deine Hoffnungen zu nehmen. Ich fühle mich dir sehr verbunden.
Fragende: Danke dir für Deine Worte und Gedanken. Ja, das Loslassen ist mir schon immer sehr schwer gefallen und vom Herzen her wünsche ich mir auch, dies zu schaffen. Aber der Verstand ist so stark. Ich fühle, dass ich meinen Geliebten gehen lassen muss, aber mein Verstand sagt, halte ihn fest, glaube an diese Liebe, glaube und hoffe auf später!
Meine Sehnsucht ist so riesengroß und ja es stimmt, ich habe meistens versucht sie im Außen zu stillen. Es ist doch so viel Liebe in mir und ich würde ihm so gerne so viel meiner Liebe geben und wünschte mir von ihm das gleiche auch zu fühlen. Wie eine Einheit..., ist so was unmöglich? Habe ich eine falsche Vorstellung von Liebe? Hat er meine Liebe nicht gespürt oder sie nur benutzt? Es ist wirklich sehr schwierig für mich auf mich selber zu achten, in mich zu gehen, da meine Gedanken sich fast nur um „ihn“ und um die Situation drehen. Ich werde versuchen Deinen Rat umzusetzen, denn es ist so, wie Du schreibst. Ich werde sicherlich noch meine Zeit brauchen, aber ein Anfang ist gemacht durch Deine Worte...
Ich Danke Dir nochmals und wünsche Dir alles Gute dieser Welt.
[11]: In den vergangenen Jahren hat mir der „Kurs in Wundern“ die Augen geöffnet...
Frage [11]: In den vergangenen Jahren hat mir der „Kurs in Wundern“ die Augen geöffnet. Er beschreibt das weltliche Spiel des Egos und Verstands, aber auch das göttliche Geschenk der Wahrheit, das hinter diesem Schleier liegt. Nun stecke ich schon seit längerem in einem Gefühl der Leere und manchmal überkommt mich eine tiefe Einsamkeit und Trauer. Ich denke gerade, es kommt aus dem Nichts, denn im Außen sind bei mir keine gravierenden Störungen und Probleme. Vom Wissen her könnte ich doch eigentlich fliegen... Was hält mich zurück? Warum scheint mir das Ich so wertvoll zu sein? – Es ist wunderbar, dass ich die Möglichkeit habe, Dir meine Frage zu stellen. Danke!
Suprya: Danke für deine Frage. – Ja, es ist so. Traurigkeit, Schmerz und das Brennen scheinen aus dem Nichts zu strömen, durchfluten unseren Körper-Geist-Organismus und verschwinden wieder ins Nichts. Und solange sie dabei nicht aufgehalten und festgehalten werden, ist damit auch kein Problem.
Genau genommen können diese emotionalen Beflutungen auch gar nicht aufgehalten werden, sie werden durch die Verstandesaktivität überdeckt oder immer wieder neu aufgerufen. Da ist ein Gedanke. An ihm hängt eine Emotion. Diese Emotionen könnten wieder neue Gedanken produzieren und so dreht sich alles um sich selbst.
Sei einfach still mit dem, was auftaucht. Daran ist nichts verkehrt. Lass es sich ausdehnen, sei bereit dich durchströmen zu lassen. Sei bereit dich von allem, was auftaucht, vollkommen einnehmen zu lassen. Schau doch mal, was das ist, was du als tiefe Einsamkeit und Trauer bezeichnest. Lerne es kennen, ohne es zu benennen. Lasse dich da hinein fallen. Lasse dich absorbieren.
Was findest du in der Traurigkeit? Brennen, Sehnsucht? Oder Weite? Wie fühlt es sich an?
Wird es stärker? Gut. Fließen Tränen? Gut. Lass es einfach geschehen. Gott ist nicht getrennt von dieser Sehnsucht. Gott ist diese Sehnsucht. In allem, was auftaucht, erscheint auch Gott. Hefte keine Gedanken oder Ziele oder Geschichten an das Unmittelbare. Erlebe es einfach. Und schau, was geschieht. Du musst nichts wissen.
Fragende: Für Deine einfühlsamen Worte ganz herzlichen Dank! Deine Worte sind so hilfreich beim Versuch, DAS zu erinnern. Was mich bewegt, habe ich in Versen ausgedrückt.
Deine Worte nehme ich dankbar entgegen, denn sie treffen genau den speziellen Punkt, der es verhindert, die Stille zu erleben, weil ich immerzu suche nach Sinn und nach Grund. Auch mein Wollen und Wünschen schneiden mich ab von DEM, was ist, genau so, wie es ist. Mein bisschen Leben, es scheint wie ein Pfad. Drum meine Frage „wann“, sie erübrigt sich.
Das Wie und das Wann, es ist einerlei. Völlig unnütz zu fragen und darauf zu lauern. Mein Leben ist eine Schule, es rutscht schnell vorbei. Wir sind keine Opfer und müssten nicht trauern.
Gottes Willen für uns ist vollkommenes Glück. Warum sich hinter Schuld und Sühne verstecken? Dies ist nur des Egos grausamer Trick. Erkenne nur dies und lass dich erwecken.
[10]: Ich habe einen Mann, der psychisch sehr labil ist, immer wieder Alkohol trinkt und starke Depressionen hat...
Frage [10]: Ich habe einen Mann, der psychisch sehr labil ist, immer wieder Alkohol trinkt und starke Depressionen hat (er braucht 12 Antidepressiva pro Tag!). Vom Spirituellen hält er gar nichts, ist für ihn alles Humbug! Er macht sich über mich und „meine Engel“ lustig, an die ich fest glaube. Ich möchte unsere Tochter (12 J.) nach meinen Vorstellungen von Licht und Liebe erziehen, er will sie nach der „alten“ Methode erziehen: zuerst die Arbeit, dann das Spiel, usw. Er ist der Meinung, das Leben wird immer härter und schrecklicher und will die Tochter ständig unter noch mehr Druck setzen (um sie für die raue Umwelt zu schulen!). Er sagt: Sie bekommt mit Dreiern im Zeugnis ohnehin keinen Job usw. Er möchte, dass ICH endlich die Tochter „härter anfassen“ soll und mehr mit ihr schimpfe! Ich will das aber nicht, ich möchte in Frieden mit ihr reden und sie in Liebe erziehen. Da sind wir so sehr konträr, weil er auf meine Antworten (auf ein JA) dann beharrt. Es kommt mir momentan so „schwer“ vor, mit ihm zu reden. Weil wenn ich die „falsche“ Antwort gebe, ist er sauer oder wütend! Ich möchte aber alles in Frieden regeln! Scheidung kommt für mich deshalb nicht in Frage, denn das würde in „Streit“ ausarten um das Sorgerecht für die Tochter. Und ich bin ihm auch sehr dankbar, denn, wenn mein Mann nicht so wäre, wie er ist, so schwierig, wäre ich niemals so fest auf meinem spirituellen Pfad.
Ich liebe ihn von Mensch zu Mensch, möchte aber doch mehr Freiraum in meinen Handlungen und Entscheidungen haben. Ich fühle mich da hin und her gerissen, was zu tun ist. Ständig zu diskutieren, meine Meinung vertreten, oder einfach still sein und ihn segnen und in Licht einhüllen, täglich? – Ich mache momentan beides.
Suprya: Danke für dein Mitteilen. Ich nehme mal an, deine Frage ist, wie du mit der Situation umgehen sollst? – Bleibe fest in deinem Herzen verankert und höre auf das, was dein Herz dir sagt. Sei mit stillem Geist und lausche nach innen. Nimm dir Zeit um wirklich hören zu können. Die Sprache des Herzen ist immer frisch und immer ohne ein Konzept. Wenn du im Nichtwissen bleibst, kannst du verstehen, was das Herz sagt. Das ist oft ganz anders, als wir es erwarten. Und es kann sehr unterschiedlich sein. Es erkennt die Situation aus dem Moment heraus. Möglicherweise ist es auch sehr klar und kompromisslos.
Vielleicht sagt es, dass du dir unbedingt treu bleiben sollst, vielleicht sagt es, dass du nachgeben sollst. Du kannst es vorher nicht wissen. Stelle dich unschuldig jeder neuen Situation. Das Leben lebt sich durch dich. Es lebt sich durch deinen Mann und durch dein Kind. Du kannst nicht wissen, was jeweils gut für den anderen ist, du weißt es noch nicht einmal für dich selbst.
Wenn du bei dir bleibst und geschehen lässt, was auch immer geschehen will, dann geschehen Veränderungen, die notwendig sind, von alleine. Lass das Leben entscheiden. Schau auf diesen Moment. Welche Impulse, welche Handlungen wollen durch dich gelebt werden? Was möchte sich ausdrücken? Frage dich einfach immer, wie sich der jetzige Moment anfühlt? Mehr kannst du nicht wissen. Es ist ein Sprung ins Unbekannte. Das Leben wird sich um alles kümmern. Auch um deinen Mann. Du „hilfst“ ihm am besten, indem du bei dir bleibst. Du kannst mit ihm zusammen sein, aber du kannst nicht sein Leben leben. Das muss er selber. Für seine Depression kannst du nichts. Sie ist – um es klar zu sagen – nicht deine Angelegenheit. Er muss damit – auch mit dem Alkohol-Problem, alleine klar kommen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Aber du kannst, wie du es auch schreibst, einfach (schweigend) in Liebe mit ihm sein. Und das kann auch bedeuten ihn mit seinen Problemen alleine zu lassen. Aus Liebe. Binde ihn nicht an dich. Und binde dich nicht an ihn aus einer Dankbarkeit heraus. „Lasst die Winde des Himmels zwischen euch hindurch wehen." (Khalil Gibran)
Fragende: Mit Tränen in den Augen las ich deine Antwort, die ich eigentlich im Herzen schon wusste. Aber manchmal braucht „Mensch“ einfach noch eine Bestätigung. Ich danke dir aus der Tiefe meiner Seele.
[9]: Seit ich bei einem Stille-Retreat bei einem Meister war und die Wahrheit und Stille wahrgenommen habe, hat sich so eine Art Gleichgültigkeit in meinem Leben breitgemacht...
Frage [9]: Seit ich bei einem Stille-Retreat bei einem Meister war und die Wahrheit und Stille wahrgenommen habe, hat sich so eine Art Gleichgültigkeit in meinem Leben breitgemacht. Habe keine Lust mehr, mir Ziele zu setzen, mich für etwas anzustrengen, wozu denn, wenn alles nur ein Traum ist. Eigentlich lasse ich mich total hängen. Es fühlt sich nicht gerade nach dem Zustand der Glückseligkeit an, den andere so gerne beschreiben. Ist das eine normale Phase? Wie soll ich damit umgehen?
Suprya: Du fragst, wie du mit dem Zustand der Gleichgültigkeit umgehen kannst. Zunächst spüre einmal ob du diesem Zustand eine Wertung gibst? Ist er schlecht? Sollte Gleichgültigkeit nicht sein? Und ist das sich Hängen-lassen auch negativ bewertet? Gleichgültigkeit ist ja eigentlich ein sehr schönes Wort. Alles ist gleich gültig, gleichwertig. Alles ist eins. Nichts wird bevorzugt. Du schaust mit unbewegtem Sehen auf alle Phänomene.
Vielleicht ist es einfach nur ungewohnt? Vielleicht taucht da eine Angst auf, nicht mehr die Kontrolle zu haben? Die du sowieso nicht hast. Nur, wenn man sich immer Ziele gesteckt hat, dann hat man es nicht so sehr gemerkt.
Lasse einfach die verschiedenen Phasen und Zustände, die nötig sind, auftauchen. Mache nichts damit. Gehe nicht damit um. Lasse dich von ihnen führen. Sei einfach still. Du kannst nicht wissen, was gut für dich ist. Und was ist normal? Lass dich einfach ein bisschen verrücken.
Fragende: Ganz herzlichen Dank für deine Antwort, sie hat mich sehr berührt. Natürlich werte ich diesen Zustand als negativ und nicht damit umzugehen und nichts zu tun ist für mich sehr schwierig. Ich habe noch nicht herausgefunden, wann ich handeln soll und wann nicht und wann die Entscheidung dazu vom Verstand oder vom Herzen kommt, und ich kann mir nicht vorstellen, dass alles von alleine geschieht. Papaji sagte einmal, man muss die Vorstellung aufgeben, dass erst etwas geschieht, wenn man sich dazu entschieden hat. Das trifft genau und damit habe ich Schwierigkeiten. Wie würde es wohl auf der Welt zugehen, wenn jeder sich nur zurücklehnen würde und sich nicht engagieren würde, keine Initiative ergreifen würde für andere oder irgendwelche Projekte, sondern alles nur auf sich zukommen lassen würde? Da rebelliert mein Verstand einfach.
Madhukar sagt in seinem Buch, wenn man ganz Hier ist, im Moment, dann weiß man auch, was zu tun ist. Na prima! Leider ist das viel einfacher gesagt als getan. Ich hoffe, dass es mir bald gelingt. Und ich werde deinen Rat beherzigen und mich so gut ich kann verrücken lassen und hingeben.
Suprya: Noch ein Wort zum Geschehenlassen. Das ist immer wieder ein Missverständnis, dass Nichtstun bedeutet, sich zurück zu lehnen und jede Aktivität einzustellen. Das genau ist es nicht. Das nicht handelnde Handeln, Wu Wei, bedeutet, sich dem natürlichen Geschehen hinzugeben. Wenn Aktivität auftaucht, sich nicht dagegen zu wehren, sondern damit in natürlichem Fluss zu sein. Sonst wäre ein Verhindern dieser Aktivität ein Tun.
Es geht darum, sich dem Fluss des Geschehens anzuvertrauen. Rechte Handlung zur rechten Zeit. Weder dafür, noch dagegen. Wenn ein Gefühl auftaucht, sich zu engagieren, dann ist der natürliche Fluss, dem zu folgen. Und folglich ein Nicht-Tun. Würdest du dich zwingen im Bett liegen zu bleiben, wäre das ein Tun. Das, was von alleine geschieht, ergreift auch deinen Körper-Geist-Organismus auf natürliche Weise. Lausche einfach auf das was geschehen will. Und folge dem.
[8]: Seit vielen Jahren bin ich auf dem Weg. Seit einigen Jahren keine Arbeit mehr, lebe von Hartz IV...
Frage [8]: Seit vielen Jahren bin ich auf dem Weg. Seit einigen Jahren keine Arbeit mehr, lebe von Hartz IV, keine Familie, nur eine Freundin, die weit weg wohnt, kein soziales Umfeld, keine Aufgabe, kein Lichtblick. Erlebe ständig neue Prüfungen, die mich an meiner Grenze bzw. darüber hinaus führen. So als ob ich im Kartenspiel des Lebens immer den „Schwarzen Peter“ ziehe.
Äußerlich ein Trümmerhaufen, den ich nicht weiß zu überwinden. Alle Versuche, die ich unternommen habe, wieder im Leben Fuß zu fassen, sind gescheitert. Aber innerlich auch eine Kraft des Lebens, die mich hält, besonders dann wenn ich es selbst nicht mehr kann. Und Träume, die mich führen. Ich versuche, in dem Moment zu sein und alles anzunehmen, so wie es ist. Die Dinge, die ich erlebe und die schmerzhaft sind, ich versuche sie nur anzunehmen und sie meiner Liebe zu geben. Und das Gefühlte nicht mehr mit dem Drama der Vergangenheit zu verbinden. Mich nicht in Denken und Fühlen zu verlieren. Die Kraft reicht nur noch um jeden Tag da zu sein. Alleine mit mir. Ich sehne mich danach morgens wach zu werden, keine Angst mehr zu haben und Lebensfreude und Aktivität in mein Leben zu bringen. Geld zu haben und mein Dasein zu genießen. Gibt es irgendetwas, das du mir dazu sagen kannst?
Suprya: Danke für deine Frage und für dein Vertrauen. Vielleicht wird dich meine Antwort im ersten Moment erschrecken, aber fühle mal, wenn du es kannst, da hinein. Lasse alle Hoffnungen, dein Leben wieder in den Griff zu bekommen, gehen. Halte dich nicht daran fest. Die Hoffnung und jeder weitere Versuch gegen das, was ist, anzugehen, versperrt dir den Weg.
Lerne das kennen, was du als deinen Trümmerhaufen bezeichnest. Nehme liebevoll jede Scherbe deines Lebens an. Du hast die Erfahrung gemacht, dass es etwas gibt, das dich hält, wenn du nicht mehr kannst. Diese Kraft kann nicht zerstört werden, weil du diese Kraft bist. Egal, was auch immer auftaucht. Alles erscheint in dieser Kraft.
Sei in stiller Akzeptanz mit dem, was da ist. Auch mit den Reaktionen von dir. Wenn Widerstand auftaucht kannst du auch mit diesem in stiller Akzeptanz sein. Lasse einfach alles geschehen. Vielleicht ist es manchmal notwendig, dass alles in die Brüche geht, dass das Leben dich in seinem Läuterungsprozess in die Dunkle Nacht stellt. Du kannst es nicht wissen. Sei einfach in diesem einen Moment. Du kannst auch gar nicht woanders sein, als hier. Alles andere wäre eine Täuschung. Lerne auch deinen „Schwarzen Peter“ kennen. Was hält er für dich bereit? Samarpan sagte mal: „Manchmal hat der Teufel das größere Geschenk für uns.“
Sei auch liebevoll mit deiner Angst. Nehme sie an die Hand und schaue, wohin sie dich führt. Die Lebensfreude ist nicht woanders. Es gibt kein besseres Leben als das, was wir jetzt haben. Manchmal kann es schmerzhaft sein, wenn wir uns endlich ergeben. Wenn wir zurückkehren in dieses eine Leben, was wir haben. Wenn wir aufhören, nach etwas anderem zu schauen. Schmerzhaft ist das Erkennen, es solange verleugnet zu haben. So lange umher geirrt zu sein. Aber in dem Moment, wenn du wieder in deinem Leben landest, wenn du hier, genau jetzt ankommst, wirst du feststellen, dass du noch niemals woanders gewesen bist. Du hast immer auf dich gewartet.
Sei mit der Sehnsucht, wenn sie auftaucht. Gebe ihr kein Ziel. Vermeide sie nicht. Überlass dich ihr. Um Liebe musst du dich nicht kümmern. Sie fließt aus der Gegenwärtigkeit von ganz allein. Sie kümmert sich um dich.
Fragende: Danke für deine Aufmerksamkeit und deine Bereitschaft mir zu antworten. Nachdem ich dir meine Mail geschickt hatte, kam eine große Ruhe über mich. Ich fühle mich mit dir verbunden und war so froh über deine schnelle Antwort. Und ja, es erschreckt mich, wie du schreibst, meine Hoffnungen aufzugeben, das Leben im Griff zu bekommen. Ich will auch nicht das Leben im Griff bekommen, sondern mich mit mir und dem Leben wohl fühlen. Denn wenn es nur dieses Leben gibt, darf es sich mir auch ganz öffnen! Ja, für diesen Moment ist es so, wie es ist, aber was ist, wenn ich es wirklich annehmen kann? Dann spielt eine Veränderung wahrscheinlich keine so große Rolle mehr?
Mein Trümmerhaufen und mein Schwarzer Peter begegne ich in der Ablehnung, Missbrauch und Ausnutzung, die ich durch andere erfahre. Was ich früher nicht bewusst wahrgenommen habe, hat dieser Trümmerhaufen verursacht. Die jetzt wahrgenommenen und angenommenen Schmerzen sind die Scherben dieser Trümmerhaufen. Also laut Samarpan „das größere Geschenk des Teufels“. Den Schwarzen Peter erlebe ich jedoch jetzt immer noch unmittelbar in schmerzhaften Begegnungen mit anderen. Ich spüre, wie das Leben mir gnadenlos große Dramen bringt, wo ich lernen kann, dann bei mir zu bleiben und mich nicht mehr zu verlieren in dem Schmerz. Für mich zu sorgen. Und genau das ist die Schwierigkeit. Dramen und Schmerzen nicht mehr mein Leben bestimmen zu lassen. Und mich dann zu öffnen für alles, was ist! Ja, es ist eine Angst da, in meinem Leben zu landen, keine Verbesserungen erfahren zu können. Ausgeliefert zu sein!
Ich werde versuchen mit allem zu sein, was ist. Auch mit meiner Sehnsucht, wenn sie da ist. Nicht als Weg, aber als Wahrnehmungspunkt, da wo sie ist. Ohne Ziel aber mit einer ganz großen Präsenz.
Suprya: Das Leben ist immer geöffnet. Das Leben ist die Offenheit. Und: Wie kannst du davon getrennt sein? Du bist dieses Leben. Was ist, wenn du das Leben, so wie es ist, wirklich annehmen kannst? Wenn du dich kompromisslos dem Leben anvertraust? Wenn du dich dem Unbekannten hingibst? Übernehme die Verantwortung für dich, dein Leben. Das schmerzhafte an Begegnungen wird nicht durch andere verursacht, sondern es ist die Begegnung mit dir selbst oder besser gesagt die Vermeidung von wirklich tiefgehendem Einlassen auf das, was Leben ist. Jeder Kompromiss, der dich vom wirklichen Einlassen auf das Leben abhält, ist schmerzhaft. Das ist das Drama. Es gibt keine andere Möglichkeit, wenn du wirklich frei sein willst, als sich bedingungslos dem Leben zu überlassen. Liefere dich aus. Und schau, was geschehen will. Sei bereit alles zu fühlen, was auftaucht und sich allem zu stellen, was dir begegnet. Wenn du einverstanden bist mit allem, was dir geschieht oder jemals geschehen ist, dann kannst du in das Eins-Sein eintreten.
[7]: Ich möchte mich von meinem Mann trennen, bin jedoch finanziell völlig abhängig von ihm...
Frage [7]: Ich möchte mich von meinem Mann trennen, bin jedoch finanziell völlig abhängig von ihm. Kannst du mir helfen?
Suprya: Frage dich, was es ist das du wirklich willst? Du hast drei Möglichkeiten: Erstens, du trennst dich von deinem Mann mit allen Konsequenzen und finanziellen Nachteilen. Zweitens, du bleibst bei deinem Mann mit allen Konsequenzen und finanziellen Vorteilen.
Drittens, du lebst ein halbherziges Leben und bist nicht wirklich da, wo du bist. Mit deinem Körper bist du bei deinem Mann, mit deinem Geist bist du unterwegs. Finde heraus, was es ist, was du wirklich willst und sage bedingungslos Ja zu dem, was es ist.
Ja, wenn du bleiben willst.
Ja, wenn du gehen willst.
Ja, wenn du im Zwiespalt leben willst.
Lass dein Herz entscheiden. Denn das, was dein Herz wirklich will und Gottes Wille sind eins. Und: Es geht nur darum, was jetzt in diesem Moment ist. Es kann sich jederzeit ändern. Bleibe aufmerksam.
[6]: Es klingt banal, aber es tut so weh: Ich hab fürchterlichen Liebes- kummer...
Frage [6]: Es klingt banal, aber es tut so weh: Ich hab fürchterlichen Liebeskummer. Seit fast neun Jahren bin ich mit einem verheirateten Mann zusammen, den ich sehr liebe. Dass er sich nicht von seiner „Familie“ (so nennt er das) trennt, hab ich akzeptiert (er ist inzwischen 66/ich 48). Nun spricht er mit mir darüber, dass er über seine Frau nachdenkt, warum da keine Lust an Sex wäre, obwohl er sich bemüht, er würde ja sonst auch alles mit ihr zusammen machen und Sex gehört doch eigentlich in die Ehe. – Andererseits führen wir tiefe Gespräche – doch nun meint er, er höre zwar zu, bleibt aber innerlich kalt. Er vergleicht mich mit der Udine aus Ingeborg Bachmanns Erzählung (aus dem Literaturkreis mit seiner Frau). Ich weiß weder ein noch aus. Mir schmerzt das Herz. So gerne würde ich mit diesem Mann eine tiefe Bindung haben, wenn wir zusammen sind, ist alles sehr intensiv und gefühlvoll. Doch er geht ja immer wieder weg und entfernt sich wieder von mir. Es bricht mir das Herz. Ich habe schon keine Lebenslust mehr, sehe keinen Sinn mehr im Leben. Zurzeit geht alles kaputt – mein „Geschäft“ geht bergab, finanziell bin ich pleite, die Kinder sind aus dem Haus, gesundheitlich ist auch ein Problem da. Was kann ich nur tun?
Suprya: Danke schön für deine Frage. Nein, für mich klingt es überhaupt nicht banal, was du schilderst, ich kann es so gut nachfühlen. Du bist in einer tiefen Liebe und wenn du mit diesem Menschen zusammen bist, erlebst du diese Liebe sehr intensiv. Das ist wunderschön. Da gibt es einen Menschen, der das in dir erweckt hat. Er ist in deinem Leben erschienen und durch ihn erlebst du diese Tiefe. Was passiert, ist, dass wir diese Liebe auf einen Menschen projizieren und ihn dafür verantwortlich machen. Diese Liebe wird personifiziert und an einen Menschen gebunden. Sie ist es aber nicht. Liebe ist nicht gebunden. Was in Begegnungen bewegt wird, sind Emotionen. Emotionen steigen auf und verschwinden wieder. Sie sind in ständiger Bewegung. Und nun ist es so, dass wir bestimmte Emotionen lieber haben und sie gerne für immer behalten wollen und wir beginnen Verknüpfungen zu erstellen: Wenn du so und so bist und immer für mich da bist, dann kann ich immer gute Gefühle haben. Und wir beginnen Bedingungen zu stellen. Das hat mit Liebe nichts zu tun. Liebe ist kein Gefühl, keine Emotion. Liebe ist die bedingungslose offene Weite. Wir können uns ihrer nicht bemächtigen oder sie kontrollieren.
Was passiert, wenn wir uns verlieben? Das Herz öffnet sich und ist in diesem Moment zart und empfänglich. Und nicht nur das. Es erblüht in Fülle und es möchte seinen Duft verströmen. Es ist so übervoll, dass es sich verschenken möchte. Das Blühen tut weh. Es ist aber ein süßer Schmerz. Es ist Hingabe. Dieser Schmerz, der aus deinem Herzen kommt, hat dir niemand zugefügt. Es ist der Schmerz, wenn dich das Leben wieder nach Hause holt, dich erinnert, an das, was du vergessen hast. Es ist der Schmerz, wenn Liebe dich wieder durchströmt. Sei einfach still mit diesen Strömungen. Lass alles durch dich hindurch ziehen. Atme Schmerz ein und Liebe aus. Sei einfach damit. Mache diesen Mann nicht verantwortlich für das, was du erlebst. Es ist nicht seine Angelegenheit. Vielleicht bestand „seine“ Arbeit darin, dein Herz zu wecken. Binde ihn nicht an dich, weil du Angst haben könntest, dein Herz schliefe wieder ein. Bleibe in der Offenheit. Du hast ein wunderschönes Geschenk erhalten.
Ich kann dich so gut verstehen. Ich war auch mit einem Mann zusammen, der es „verstand“ mein Herz zu öffnen, ohne dass er es wirklich tat. Es ist einfach geschehen. Dieser Mann ist ein Falke, frei und ungebunden. Und genau darum habe ich ihn so geliebt. Ich konnte ihn in keinen Käfig sperren. Ich habe eine wundervolle Zeit mit ihm gehabt. Sobald ein Greifen von mir geschah, flog er davon. Und ich saß weinend in der Höhle, während er „am Himmel“ seine Kreise zog. Ich habe Eifersucht, Besitzdenken kennen gelernt. Ich habe meine Zartheit und Verletzlichkeit und mein unendliches Liebesvermögen entdeckt. Und ich dachte, wenn ich diesen Mann verliere, verliere ich alles. Wenn er geht, geht auch die Liebe. Aber es ist nicht wahr. Alles was geht, sind die Unfreiheiten, die Einschränkungen, die ichbezogenen Bedingungen.
Sei bereit, dich von der Liebe führen zu lassen. Sei bereit, verlassen zu werden. Jeder Schmerz bringt dich wieder in die Liebe zurück. Sei ganz sanft mit dir. Das, was du bist, kann nicht verletzt, kann nicht verlassen werden. Das, was liebt, wird immer in Liebe sein. Weil du diese Liebe bist. Es ist eine Chance heimzukehren. Halte an nichts fest. Lass dich von der Liebe nach Hause führen. Ich bin sehr mit dir.
MIT DIR SCHAUEND
Ich blase mit dir ins Horn mein Bruder. Die Götter rufend. Hoch auf dem goldenen Wagen schauend die Welt.
Ich schreite mit dir durchs Feuer Geliebter. Lodernde Lust. Die Körper vereint im tantrischen Tanz. Schauend die Liebe.
Ich wandere mit dir zur Quelle Freund. Wasche dich sanft. Wir tauchen in Reinheit, unschuldiges Lachen. Schauend das Glück.
Ich hock´ neben dir auf Erde mein Barfüssiger. Rufend die Zeugen zum Gebet. In Stille verharrend. Schauend die Ewigkeit.
Ich knie bei dir im Tempel mein Heiliger. In Erkenntnis still und durchweicht von dankbarer Demut. Schauend Gott.
Ich weine mit dir im Bardo mein Seliger. Tragend die Last. Gefangen im Rad der Zeit und der Qual. Schauend den Schmerz.
Ich singe allein in der Höhle mein Falke. Webend die Liebe. Blicke dir nach in den endlosen Himmel. Schauend das Nichts.
Fragende: So sehr schmerzt das Herz – immer wieder. Mit ihm sein, fällt jetzt immer leichter – ich laufe nicht mehr dauernd weg vor ihm. Da ich dachte, es wäre verbindend, meinem Freund deine Antwort zu zeigen, habe ich es getan. Er findet sich selbst sehr verstanden in Deinem Brief und meint, ich müsste jetzt nur an mir arbeiten, damit ich so werde, wie Du es beschreibst, dass sich so Liebe ausdrückt. Ich sollte verständnisvoller werden, damit er sich nicht so eingeengt fühlt, ich sollte nichts von ihm fordern, das würde ihn unfrei machen, ich sollte möglichst komplett offen für ihn sein, ich würde ihm ja nie zuhören, es sei ja schon eine Manie von mir, dauernd über Gefühle zu sprechen und so überemotional zu sein. Erst hat mich das total getroffen. Ich spürte komplett den Schmerz (was für ein Gefühl genau, kann ich nicht sagen). War bei mir und bei meinem Schmerz. Danach wurde mir klar, dass all seine „Wünsche“ an mich sich selbst betreffen. Sein eigenes Herz ruft ihn und er hört nicht hin. Jetzt zu sagen, das sei seine Angelegenheit, nicht meine, fällt mir sehr schwer. Ich fühle mich traurig und abgetrennt von ihm. Er in seiner rationalen, sehr kühlen Welt, die dauernd Fehler sieht, dauernd Streit sucht, er ist so weit weg von dieser tiefen, intensiven, leidenschaftlichen Welt, in der ich lebe und so sehr gerne würde ich ihm nah auf Herzensebene sein. Wo ist die Brücke?
Suprya: Du musst nicht an dir arbeiten. Du musst gar nichts tun. Das Leben wird mit dir arbeiten. Und das Leben wird mit deinem Freund arbeiten. Und ja, die Wünsche, die er an dich hat, sind die Wünsche seines Herzen an sich selbst. Du kannst ihm nicht helfen, lass das Leben sich um deinen Freund kümmern. Du fühlst dich traurig und abgetrennt von ihm und daran kannst du nichts ändern. Bleibe mit deinem Herzen verbunden, damit hilfst du dir und ihm am besten. Versuche nicht Brücken zu bauen, die dich wieder wegführen. Er wird auf seine Weise spüren, dass da etwas ist, das tiefer geht. Aber möglicherweise hat er Angst sich einzulassen. Du kannst nichts tun. Und es schmerzt. Ja. Aber irgendwann gibt es einen Punkt, da ist der Ruf des Herzen so laut und klar, dass es keinen Kompromiss mehr geben kann. Du kannst dich selbst nicht mehr verleugnen. Bleibe deinem Herzen treu. Dein Brief hat mich sehr berührt. Ich danke dir sehr.
Fragende: Ganz, ganz LIEBEN DANK, deine Worte tun so gut! Werde sie tief in ich einsickern lassen. DANKE.
[5]: Seit drei Tagen habe ich Fieber. Ich kann die meiste Zeit des Tages nicht viel anderes tun als schlafen...
Frage [5]: Seit drei Tagen habe ich Fieber. Ich kann die meiste Zeit des Tages nicht viel anderes tun als schlafen oder im Halbschlaf daliegen. Eigentlich nix Schlimmes. Aber irgendwie scheint das Fieber meine Verteidigungswälle zu brechen. Ich weine fast den ganzen Tag, mich überkommt tiefe Traurigkeit und der Schmerz, von meinem Geliebten verlassen worden zu sein. Einmal fühle ich das als erwachsene Frau, dann wieder als kleines Kind, das sich verlassen und übergangen fühlt. Eigentlich hatte ich geglaubt, ich hätte inzwischen gelernt, diesen Schmerz und die Traurigkeit willkommen zu heißen, sie nicht zu verleugnen, sondern zu akzeptieren, ohne damit identifiziert zu sein. Aber heute überwältigen sie mich so sehr, genauso wie die Sehnsucht nach dem Mann, den ich so sehr liebe und der davon so gar nichts mehr wissen will. Ich weiß mir irgendwie nicht zu helfen.
Suprya: Danke für dein Teilen. Das Fieber ist ein Geschenk. Es verbrennt das, was zwischen dir und deinem wahren Geliebten steht. Ja, es lässt deine Verteidigung schmelzen. Der äußere Geliebte hat wohl die Aufgabe, dich an deinen inneren Geliebten zu erinnern. Er küsst dich wach, aber er ist es nicht. Der äußere Geliebte ist gegangen. Ist die Liebe auch verschwunden? Das Leiden ist zu glauben, dass die Liebe an bestimmte Personen gebunden ist. Liebe ist bedingungslos, unabhängig. Sie krönt und sie kreuzigt dich. Liebe macht, was sie will. Das hat Khalil Gibran wunderbar beschrieben. Durch das Fieber hast du die Möglichkeit dich der Liebe zu überantworten, dich ihr still zu ergeben. Es macht dich weich. Nehme das Geschenk an. Sei diese Traurigkeit, die Weichheit. Lasse dich vom Leben, von der Liebe führen. Wo ist die Quelle dieser Liebe, die du erfährst? Sie kommt aus deinem Bewusstsein und wird auf eine Person projiziert. Es ist die Verhaftung, die Leiden hervorruft. Liebe wird sich immer wieder reinwaschen von allen Verstrickungen. Kehre zurück zur Quelle. Was ist es, das all diese Zustände wie Krankheit, Trauer, Schmerz wahrnimmt? Was ist es, worin dieses alles erscheint? Es muss etwas geben, in dem diese Zustände auftauchen. Ein Nicht-Zustand. Ruhe still in dem und lasse alles auftauchen, was auftauchen will. Alles ist geliebt. Lasse dich nach Hause führen. Ich bin sehr mit dir. Ich umarme dich.
Fragende: Danke für deine Hilfe. Ich habe mich übrigens in meine Krankheit und Weichheit hinein gegeben, und es war fast schön. Meinen inneren Geliebten habe ich leider noch nicht gefunden und bin im Moment auch fast sauer auf die Liebe: Sie macht wirklich, was sie will. Manchmal kommt es mir so vor, als sei ich wieder in den Trotz der Pubertät zurückgekehrt: „Wenn die Liebe es so gut mit mir meint, warum legt sie dann Sehnsüchte und Wünsche in mein Herz, die sich nicht erfüllen und warum bekomme ich keinen Platz und keine Chance, meine Potentiale auszuleben? usw.“ Ich versuche mich in all diesen Gedanken anzunehmen und den Moment so akzeptieren, wie er ist und alles zu lieben.
Suprya: Danke für deine Antwort. Hört sich gut an, dass du dich der Weichheit hingeben konntest. Und genauso kannst du es auch mit den Gefühlen von Sauer-Sein und Trotz halten. Auch diesen Gefühlen kannst du dich hingeben. In ihnen steckt eine Menge Potential. Frage nicht nach dem Warum. Damit gehst du wieder weg von den Gefühlen in den Verstand. Das schwächt dich wieder. Sei einfach trotzig wie ein Kind. Daran ist nichts verkehrt. Alles Liebe, Suprya.
[4]: Es geht um meine Potentiale. Ich entdecke sie nicht. In was will ich mich ausdrücken? Ich weiß es nicht...
Frage [4]: Es geht um meine Potentiale. Ich entdecke sie nicht. In was will ich mich ausdrücken? Ich weiß es nicht. Wo erzeuge ich Resonanz? Womit kann ich in die Welt treten? Was sind meine Begabungen? Ich fühle mich so still wie ein Engel. Aber ich bin doch als Mensch unterwegs. Was? Wie? Geduld? Aktion? Entscheidung? Wofür?
Suprya: Du fühlst dich so still wie ein Engel. Was ist falsch daran? Dein Potential ist immer da, wo du auch bist. Ist es nicht wieder nur eine Idee, irgendetwas tun zu müssen? Die „Welt“ ist hier, hier in diesem Augenblick. Indem du deinen Gedanken folgst, verlässt du dich. Nach was suchst du? Lasse den Gedanken los, irgendetwas tun zu müssen. Sei diese Stille. Du bist es sowieso. Schau nach keinem Außen, da gibt es nichts zu finden. Nehme die Stille an. Lass keinen Gedanken zwischen dich und der Stille treten. Keinen Gedanken, es sollte anders sein. Denn das, was ist, ist genau wie es eben ist und nicht anders. Dein Potential ist hier. Genau hier. Jetzt. Schau einfach mit stillem Geist, mit entspannter Wachheit nach innen. Wenn es etwas für dich zu tun gibt, wird es sich von alleine zeigen. Vertraue einfach „deinem“ stillen Engel. – Ich danke dir für deine Frage.
Fragende: Ich danke dir für deine Antwort. Ich werde sie in mir bewegen, in meinem Herzen
[3]: Ich lebe mit meinen drei Kindern (aus zwei Ehen) alleine und merke die Kraft, die ich habe und verzweifle, weil ich mich „allein“, aber nicht All-eins fühle...
Frage [3]: Ich lebe mit meinen drei Kindern (aus zwei Ehen) alleine und merke die Kraft, die ich habe und verzweifle, weil ich mich „allein“, aber nicht All-eins fühle. Ich bin selbst „Scheidungskind“.
Wie schaffe ich mir Raum loszulassen? Gerne würde ich meditieren – dazu braucht es aber absolute Stille, meine ich. Am Abend bin ich erschöpft von unserem Alltag, dann bin ich alleine in Ruhe und kann mich trotzdem auf Meditation nicht einlassen. Wie kann ich, im Einklang mit den Bedürfnissen meiner Kinder, meinen Wunsch nach Spiritualität leben und Kraft schöpfen, ohne Workshops oder kostenintensive Wochenendveranstaltungen, ohne Babysitter?
Suprya: Danke für deine Frage. Ja, ich kenne das gut. Auch ich lebe alleine mit meinen drei Kindern, die aber nun so gut wie erwachsen sind.
Meditation ist nicht getrennt von dem, was wir machen oder wie wir leben. Stille erfordert keinen stillen Raum. Stille ist allgegenwärtig. Es kann gar nicht anders sein, weil du diese Stille, diese Gegenwärtigkeit bist. Das, was im Weg steht, ist die Vorstellung, es sollte anders sein. Was deine Aufmerksamkeit von dem, was du bist, ablenkt sind die Gedanken.
Wer ist es, der die verschiedenen Zustände wahrnimmt?
Das, was die verschiedenen Zustände wahrnimmt, ist immer gleich, ist immer in Stille, ist immer unverändert. Ganz gleich, ob du dich in einen stillen Raum begibst oder ob du mit deinen Kindern zusammen bist. Du bist diese Stille.
Das, was all dieses wahrnimmt, ist immer still.
Falle mit deiner Aufmerksamkeit in diese Gegenwärtigkeit, in dieses stille Wahrnehmen. Lass alle Handlungen geschehen – das tun sie sowieso von alleine. Meditation ist, sich der Stille hinzugeben. Und dafür muss nichts verändert werden. Kein besonderer Ort, keine besondere Körperhaltung ist notwendig. Du hast alles, was du brauchst.
Aus dieser Stille geschehen Handlungen ohne einen Handelnden. Kinder versorgen, Haushalt machen, Wäsche waschen, kochen..., alles geschieht. Wenn du vollkommen bei dem bist, was du gerade tust, dann bist du in Meditation. Du bist der stille 'Hintergrund' von allem, was geschieht. Ungetrennt. Immer.
Wenn Gedanken auftauchen, lasse sie wie Wolken vorbeiziehen. Mache nichts mit ihnen. Sie sind okay. Wenn Erschöpfung da ist, dann sei mit dieser Erschöpfung. Tauche in sie ein.
Wenn Alleinsein da ist, Traurigkeit, Schmerz, tauche da ein. Lass dich vollkommen ein. Mache nichts damit. Nichts dafür und nichts dagegen.
Du hast die pure Spiritualität in dreifacher Ausfertigung erhalten. Welch ein Geschenk. Du musst noch nicht einmal aus dem Haus gehen. Du brauchst auch keinen Workshop.
Mal ganz praktisch: Wenn du den Wunsch nach spiritueller Atmosphäre hast, richte dir einen kleinen Altar ein, ein paar schöne Accessoires, Räucherstäbchen..., drei Buddhas hast du ja schon.
Und ja, ich kann es gut nachvollziehen: Drei Kinder sind ein Fulltimejob. Aber auch eine wunderbare Aufgabe. Eine wunderschöne Möglichkeit sich hinzugeben. Und: Irgendwann werden deine Kinder aus dem Haus gehen, dann bist du es, die ihnen hinter her läuft.
So ist das zumindest gerade bei mir. *lach*.
Bitte verstehe dieses als ein Angebot. Ich erlebe dich ja nicht direkt. Nimm, was für dich gut ist und alles andere ignoriere einfach. Alles Liebe für dich und deine Kinder.
P.S. Berichte doch mal, wie es dir ergeht... Ich freue mich von dir zu hören.
Fragende: Liebe Suprya, recht herzlichen Dank für die persönliche und umfangreiche Beantwortung meiner Frage. Das hat mir viel Kraft gegeben und mich innerlich bestärkt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Meine drei kleinen Buddhas lehren mich viel. Du hast mir ins Bewusstsein gerufen, jeden Moment bewusst zu leben.
Einfach da zu sein in einer emsigen Leistungsgesellschaft, mit dem Druck allein erziehend zu sein, ist eine Herausforderung. Doch gibt es mir die Möglichkeit viel zu lernen. Licht und Liebe für Dich!
[2]: Zurzeit kommt in mein Bewusstsein immer wieder der Satz: Ich möchte Heim, oder ich will nach Hause...
Frage [2]: Zurzeit kommt in mein Bewusstsein immer wieder der Satz: Ich möchte Heim, oder ich will nach Hause...
Sehnsucht nach Familie, einen Platz, wo ich hingehöre... Ich weiß, dass ich alles in mir habe, wie kann ich mir das ins Bewusstsein holen? Mein Zuhause.... Habe Sehnsucht auch nach meiner „spirituellen Familie“, d.h. Menschen, die bewusst mit dem Herzen leben... Möchte doch meinen inneren Ort finden, wo ich zur Ruhe komme und in Liebe und Frieden bin...
Suprya: Ich danke dir sehr für deine schöne Frage.
Lass dich von der Sehnsucht nach Hause holen. Lass dich von der Sehnsucht hierher bringen. Denn das Zuhause ist immer genau hier. Das, was du wahrnimmst, das, was du fühlst, jetzt in diesem Moment, das ist dein Zuhause.
Wenn es sich wie Sehnsucht anfühlt: Zuhause. Wenn es sich wie Traurigkeit anfühlt: Zuhause. Wenn es sich wie Freude anfühlt: Zuhause.
Alles, was unmittelbar und direkt wahrnehmbar ist, ist dein Zuhause. Mehr gibt es nicht. Das ist alles. Leiden ist dann da, wenn wir etwas an dieses unmittelbare Gefühl heften. Ein Ziel, das in der Zukunft liegt, die es aber nie geben wird. Oder eine Vorstellung, einer Idee davon, wie es funktioniert, dass die Sehnsucht gestillt werden kann.
Garantiert aber wird die Sehnsucht immer wieder neu aufflammen, solange bis wir uns ihr still ergeben.
Lass dich vollständig von dieser Sehnsucht – nach was auch immer, es spielt keine Rolle – nehmen. Trete ein in die Sehnsucht. Genieße sie. Denn sie ist bereits die Erfüllung.
Etwas anders verhält es sich mit einer Vision. Einer Vision von spiritueller Familie beispielsweise, vom Zusammensein mit anderen Gleichgesinnten.
So eine Vision ist aber eher still. Sie hat keine Emotionen. Sie taucht auf als kraftvolles Bild und sinkt wieder zurück. Nichts muss damit getan werden. Wenn, dann tut sie etwas mit dir.
Wenn du in Akzeptanz bist mit dem, was auftaucht, bist du in der Liebe, bist du im Frieden. Selbst wenn diese Sehnsucht Unruhe hervorruft, kannst du mit dieser Unruhe in Ruhe sein.
Und wer weiß, vielleicht bist du es ja, die Menschen anzieht, die Sehnsucht nach Gleichgesinnten haben... In tiefer Zuneigung, Suprya.
Sei in Liebe, sei in Sehnsucht, sei in Stille, sei in Gott.
Gib auf den Traum, gib auf dein Wissen, gib auf dein Wollen, gib auf zu sein.
Was bleibt ist unendliche Zärtlichkeit.
P.S.: Ich freue mich, wenn du Lust hast zu antworten. Danke.
Fragende: Herzlichen Dank für deine liebe Antwort auf meine Frage. Die Worte haben mir Wärme und Zärtlichkeit übermittelt... Das tut gut. Ich werde deine Zeilen noch mehrfach lesen, hatte jedoch das Bedürfnis dir gleich zu antworten. Ich bin sehr tief berührt und glückselig. Gerne darfst du anonym diese Korrespondenz veröffentlichen. Sende dir von Herzen meinen Frieden und meine Liebe. In tiefer Verbundenheit
Suprya: Liebe M., auch ich danke dir für deine Liebe. Danke für die Berührung
[1]: Ich hab mich mein Leben lang stark zurückgehalten und unterdrückt und seit kurzem ist mir eine starke Fessel im Bauchbereich bewusst, die meine Lebenskraft (Freude, Lebendigkeit...) zurückhält...
Frage [1]: Wunderschön ist diese Möglichkeit, meine Frage, die mich seit ein paar Tagen intensiv beschäftigt, hier zu stellen. Ich wusste nicht, wer sie mir beantworten kann, aber hier verspürte ich den Impuls, mich meiner Frage zu entledigen. Ich hab mich mein Leben lang stark zurückgehalten und unterdrückt und seit kurzem ist mir eine starke Fessel im Bauchbereich bewusst, die meine Lebenskraft (Freude, Lebendigkeit...) zurückhält. Ich bin mir nun nicht im Klaren wie ich an das Gefühl hinter der Fessel komme. Mit sanftem Hineinfühlen komm ich nicht bis in den Gefühlskern. Mit Schreien und wütend sein hab ich es probiert, es hat sich auch nichts gelöst. Um wirklich still in mir sein zu können, habe ich das Gefühl, ist dieser Druck im bauch sehr hinderlich. Vielleicht könntest du mir eine Empfehlung geben, wie ich mit und durch diesen Druck in meinem Frieden finde. Oder kann ich unabhängig von jeglichen Blockaden trotzdem in meine stille finden?
Suprya: Danke für deine Frage und für dein Vertrauen. Du fragst, wie du an das Gefühl hinter der „Fessel“ in deinem Bauch kommst. Zunächst ist es doch erst einmal bemerkenswert, dass du dieses Gefühl in deinem Bauch wahrnimmst. Und darum geht es. Das ist es, was für dich gerade offensichtlich ist. Alles andere – dass etwas dahinter sein könnte – ist zunächst nur mal eine Idee. Ich empfehle dir, richte einfach deine Aufmerksamkeit auf das, was da ist. Und wenn da ein Gefühl im Bauch ist, dann nehme es einfach wahr ohne die Idee davon, was es sein könnte. Wie fühlt sich diese „Fessel“ an? Welche Form, Farbe, Beschaffenheit? Erspüre es so nah und so intensiv, wie du kannst und mache nichts damit. Sei einfach damit. Ganz sanft und liebevoll. Versuche nicht in etwas zu kommen, was nicht offensichtlich ist. Vielleicht gibt es ja kein Dahinter.
Ich spüre aus deinen Worten etwas sehr Lebendiges. Etwas, das sich seiner schlummernden Kraft bewusst ist. Sei sehr sanft und geduldig. Wie wenn du schwanger damit wärst. Impulse werden kommen, wenn es an der Zeit ist. Alles, was du tun kannst ist, in liebevoller Akzeptanz zu sein mit dem, was ist. Du musst nichts wissen. Und wenn es für dich wichtig sein sollte, eine Erfahrung zu machen oder eine Erkenntnis zu erlangen, dann wird das passieren. Du musst dich um nichts kümmern. Das Leben kümmert sich um dich.
Deine sanfte Aufmerksamkeit ist genug.
Ich bleibe gerne mit dir im Kontakt. Berichte mir doch, wie es für dich ist. Was geschieht?
Fragende: Hallo liebe Suprya, welch ein Segen lässt mir das Leben durch deine Worte zukommen! Ich bin zutiefst dankbar für diese liebevolle Unterstützung. Deine Worte bewirken genau das bei mir, was sie vermitteln – akzeptieren, liebevoll annehmen und wahrnehmen. Eigentlich bin ich auch (wenn ich ganz ehrlich mit mir bin) zu nichts anderem mehr fähig. Ich hab mich so an einen Punkt gebracht, wo ich das „Außen“ nicht mehr aushalte und nun alle Gefühle im inneren Dasein lasse, dazu hab ich die nächsten Tage ausgiebig Zeit, da ich allein und ohne weitere Verpflichtungen bin :-) (Das Leben kümmert sich wirklich gut!) und da ist so viel Bewegung in mir an Gefühlen, die sich nacheinander lösen, wie am Fließband. Eine Erleichterung nach der anderen setzt ein, Entspannung und tieferes Durchatmen. Ich hab das Gefühl, durch meine Bereitschaft zum Fühlen und Akzeptieren ist ein beschleunigter, selbst laufender Prozess in Gang gekommen, den ich nicht mehr stoppen mag und kann. Ich ergebe mich der Entspannung und Erleichterung und genieße mein „Schwangersein“ mit allen Wehwehchen... Danke dass du mir zu dieser Hingabe verholfen hast.