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Marija und Alexander: Wenn nichts mehr bleibt, weder Beobachter noch Gewahrsein

Interview mit Mariya und Alexander, November 2020, Fragen von Yvonne und Devasetu.

 

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Ihre Homepage heißt nichts-lehre, was bedeutet das? Es gibt auf der einen Seite nichts zu lehren, weil man jemanden nicht beibringen kann, das, was er schon ist, im Innersten. Und auf der anderen Seite kommen aber Menschen und sagen: Bring mir etwas bei. Es ist irgendwo ein Dilemma, oder die Frage: Wie seit ihr dort hingekommen oder welche Tipps könnt ihr uns geben? Und so ist dieses Wortspiel entstanden: nichts-Lehre, also auf der einen Seite ist es etwas Ungreifbares und deshalb nichts auch kleingeschrieben. Es ist nicht das Nichts, kein Gegenstand, sondern es ist eher ein Zustand, wo z. B. keine Gedanken sind oder es sind Gedanken da, das ist am Ende auch egal. Also es ist nicht greifbar, und wenn wir versuchen es zu greifen, ist es nicht mehr komplett das, was eigentlich gemeint ist. Auf der anderen Seite eben Lehre, dass man es zwar nicht vermitteln kann, aber unter Umständen schon Menschen zeigen kann, was diesem Erkennen im Weg steht oder was ihn daran hindert, das bei sich selber wahrzunehmen. Man kann sozusagen wie mit einer Taschenlampe auf Hindernisse leuchten und dann kann derjenige, wenn er möchte, selber dort hingucken und in diese Richtung weiter forschen, so würde Alexander es ganz grob umschreiben. Die Beantwortung der Fragen: Wie weit sind Maija und Alexander mit sich selber identifiziert? (Sie haben Kinder, Alexander bringt das Zitat von Goethe ein: Kinder brauchen Wurzeln und Flügel.) Was bedeutet es, wenn sie von Ich sprechen oder ist es überhaupt irgendwas? Ein Ausdruck des Moments, es kommt darauf an, aus welchen Bewusstseinszustand Alexander die Frage beantwortet…; mit Nachbarn ganz normal sprechen, auf der einen Seite sind sie im Alltag ganz normal, das führt aber auch dazu, dass die Leute sie nicht erkennen... Sie treffen aber Leute, wo man man merkt, es soll eigentlich tiefer gehen, deshalb haben sie nach 8 Jahren beschlossen, sich doch wieder zu zeigen, ganz bewusst. Die Beantwortung der Frage: Hat man die Wahl aus dem freien Bewusstsein oder aus dem Ego zu sprechen? Marija: „Selbst wenn ich mal aus dem vollen Ego reagiere, bin ich mir trotzdem bewusst, dass es das Ego ist“, deswegen haftet sie nicht daran. Die Beantwortung der Frage: Wie war der spirituelle Weg von Marija und Alexander? Was immer Bestand hatte, war die Zenmeditation, die ist auch immer noch präsent, kontemplativ, sie haben praktisch ungegenständlich meditiert; die Praxis hört nicht auf? Das Eine vergisst man sowieso nie,...#Mehr...# wenn man es erfahren hat. Sie sehen auch gar keinen Unterschied mehr, ob sie „meditieren“, sich auf ein Kissen sitzen, ungegenständlich oder irgendwo am See sitzen und den Wellen zuschauen oder irgendwo ein Spaziergang machen oder einkaufen gehen. Es ist im östlichen Kulturkreis ja ganz normal, da sitzt man auf dem Boden; nichts Besonderes, aber das Sitzkissen ist irgendwo ein Ritual und es macht Spaß. Die Beantwortung der Fragen: Was bedeutet ungegenständlich meditieren? Wie ist die Art der Versenkung, die förderlich ist? Was bleibt, wenn du die Zwiebel abgeschält hast, alles mal abgearbeitet hast? Der interessante Punkt ist wirklich das Wegfallen des Beobachters; wenn man so kognitiv meditiert ist der Beobachter das letzte, was man wahrnehmen kann oder das man sich als Präsenz wahrnimmt oder als Gewahrsein, wie auch immer man das nennt und – doch auch noch etwas, was das alles wahrnimmt. Noch tiefer reinzugehen: Wer hat das wahrgenommen, gespürt? Da ist man so in der letzten Bastion, wenn das auch noch wegbricht, dann löst sich alles komplett auf. Muss aber nicht in der Meditation, man nimmt es ja mit in dem Alltag, und das ist das Schöne, wenn man eine Übung macht, egal welche es ist, die wirkt ja. Deswegen sind Marija und Alexander Befürworter von Praxis, es wirkt nach. Bei Alexander war es z.B. dieser Moment im Büro, im 13. Stockwerk, bei Marija teils auf dem Kissen und teils beim Telefonieren mit ihrem Dao-Meister. Die Praxis davor, die darf man nicht vergessen, diese Investition ist wertvoll. – Ist es wichtig keine Erwartungen zu haben? Das Letzte zu erkennen geht nur, wenn du das Letzte bist, also du kannst es nicht erkennen, du kannst es nur sein und dadurch findet vielleicht das Gefühl statt, irgendwas erkannt zu haben; aber es ist auf Messers Schneide, es ist eine Gratwanderung; am Ende gibt es ja nichts, was erleuchtet werden kann, aber der Weg dahin, der ist halt eben mit dieser Selbstdisziplin, so paradox es klingt, du musst es wollen, um es dann später wieder zu lassen und auch zu erkennen: Du kannst nichts haben…, und noch weiteres Interview mit Marija und Alexander, auch mit der Vorstellung ihrer Bücher und Marijas Musik und Angebote für Suchende, Einblicke in ihr Alltagserlebens als Familie und noch weiteres zum „spirituellen Wegen“, was das Erkennen auslösen kann; vielen Dank.

Marija und Alexander:

Zu Alexander Frick:

Jahrgang 1977, verheiratet seit 2002 mit Marija Frick, 3 gemeinsame Söhne

Schreiner, Gebirgsjäger-Offizier d. R., staatl. anerk. Karatelehrer, Karateprüfer, Gesundheitstrainer, Selbstverteidigungstrainer und Leistungssporttrainer

Fünf Jahre Geschäftsführer und Lehrer einer Schule für japanische Kampfkünste in München. Danach Führungskraft in verschiedenen Konzernen

ZEN-buddhistische Praxis ab 2003 bei ZEN-Meister Werner Engelhardt

Daoistische Ausbildung 2007 - 2011 bei DAO- und QiGong-Meister Karl-Heinz-Fietzek

Vergleichendes Studium der Klassiker des ZEN, Buddhismus, Daoismus, Advaita Vedanta (Hinduismus), Sufismus (Islam), Dzogchen (Tibetischer Buddhismus) und der christlichen Mystik

Buchautor, Komponist, Produzent, Gitarrist und Bandleader der Band GOSSENGOSPEL

 

Zu Marija Frick:

Jahrgang 1973, verheiratet seit 2002 mit Alexander Frick, 3 gemeinsame Söhne

Zahnarzthelferin, staatl. anerk. Ernährungstrainerin und Karatetrainerin

Jahrelang Geschäftsführerin einer Praxis für Ernährungsberatung und Personal Training, 20 Jahre Management Assistant in verschiedenen Konzernen

ZEN-buddhistische Praxis ab 2003 bei ZEN-Meisterin Dagmar Engelhardt

2007 dreimonatiger Aufenthalt als Klosterschülerin im ZEN-Kloster Hokuozan Sogenji. ZEN-Praxis bei Äbtissin Sabine Huskamp und Abt Shodo Harada

Daoistische Ausbildung und Studium der altchinesischen Ernährungslehre 2007 - 2011 bei DAO- und QiGong-Meister Karl-Heinz-Fietzek

Buchautorin, Musikautorin und Sängerin der Band GOSSENGOSPEL

Mehr Info zu Marija und Alexander:

www.nichts-lehre.de    -   Homepage

 

www.gossengospel.de   -   Homepage der Musikgruppe von Marija und Alexander

 

Zum YouTube-Kanal von "Gossengospel" bitte hier klicken.

 

Letzte Aktualisierung: 6. Dez. 2020

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