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Die Rückkehr des Weiblichen Prinzips - Ein Buch wie eine Vision, die ein neues Weltbild eröffnet.

Weitere Bücher von Inaqiawa:

So nah am Leben: Die Faszination des Jakobsweges

Inaqiawa: Stärkung der Qualität des weiblichen Prinzips

Diese Veranstaltung wurde von Jetzt-TV in Ottersberg am 19.2.2010 gefilmt. Anlässlich der Gründung des Instituts zur Stärkung des Weiblichen Prinzips und zur Veröffentlichung ihres neuesten Buches „Die Rückkehr des Weiblichen Prinzips – Die Stille Sehnsucht der Menschheit“ hatte Inaqiawa zu diesem Vortragsgespräch eingeladen.

 

Initiates file downloadVideo Teil 1 

Klarstellung, dass es sich beim Thema des Abends nicht um ein feministisches oder Frauen-Thema handelt, sondern um ein sozialpolitisches; was läuft schief in uns und in der Welt?; Qualitäten des Männlichen und Weiblichen Prinzips als Polaritäten in uns allen;  Männliches Prinzip als Muster, nach dem wir leben und Herzenergie als Weibliches Prinzip, das verdrängt wurde; der Verstand als zu hoch bewerteter Informationssammler und -abgleicher, der die Herzenergie als eine liebevolle Kontrollinstanz braucht; der Wunsch nach einer heilen Welt; die Kabbala und das Buch Sohar, nach dem Adam (nicht Adam und Eva) Gott aus dem Paradies vertrieben hat, wir also noch im Paradies sind; Adam als Symbol für den Verstand, für das Männliche Prinzip, was den Umkehrschluss nach sich zieht, dass das Paradies möglich ist durch die Stärkung des Weiblichen Prinzips; Inaqiawas Sehnsucht; Angst, Gier und das patriarchale Prinzip mit seinen Strukturen als Hauptursachen, die uns daran hindern, in der Herzenergie zu leben; von der Notwendigkeit, den Verstand zu verstehen als System, als Organ, das programmgemäß immer von einem Mangel ausgeht; die Empfehlung, dem Verstand mal nicht zu glauben und statt dessen in den „Flow“ des Vertrauens zu gehen, dass sich alles fügt.

 

Initiates file downloadTeil 2  

Den Verstand ab und zu ins Körbchen schicken; bei auftauchenden Mangelgefühlen bewusst machen, dass es eine Meldung des Verstandes ist, der nur seine Aufgabe wahrnimmt;  der Verstand als inhärentes System, dass sich aus sich selbst heraus erneuert; jeder Aber-Satz ist ein Satz der Verstandesenergie; der weitere große Nachteil des Verstandes, immer Recht haben zu wollen; der Verstand, der die Egostrukturen erschafft und uns daran hindert, in die Herzenergie zu kommen; Leistungsprinzipien schon bei Kindern und die Aufforderung: „Denk doch mal nach!“; Gespräche, die kürzer werden, wenn man in der Herzenergie bleibt, weil es um Gefühle geht und man dabei automatisch im Jetzt bleibt; von Asiaten, denen es scheinbar leichter fällt, im Fluss zu sein, im Gegensatz zu den gehetzten Menschen in unseren Breiten; Unruhe als Mangel, der sofort den Verstand aktiviert; Bewertungen des Verstandes, die wegfallen, wenn wir in die Herzenergie gehen; von den Menschen weltweit mit der gleichen Sehnsucht, die aus allen Poren dieses Planeten auftaucht; Fragen und Antworten: „Was kann man tun?“; z.B. spüren, wann wir in der Herzenergie sind, weil das Herz zwar nicht redet, aber beim Spüren trotzdem klar ist, was zu tun ist; bei sich selbst anfangen, sich vernetzen, lauter werden, mutig sein und zu Beginn auch ruhig übertreiben, nach dem das Pendel so lange in der Verstandesenergie war.

 

Initiates file downloadTeil 3  

Weil das Pendel so lange nicht in der Herzenergie war, ist jetzt ganz viel Solidarität, Heilung und Verbundenheit erforderlich und Übertreibung nötig; keine „Frauenquote“ im Sinne von ein bisschen mehr weibliches ins Männliche Prinzip bringen, sondern dass Weibliche Prinzip voll auskosten, um unsere Seelen und den Schmerzkörper (wie Eckart Tolle es nennt) zu heilen; danach können Männer und Frauen dann beide das Männliche und Weibliche Prinzip leben und anwenden im perfekten Zusammenspiel; Frauen sind gefordert, da auch sie in der Vergangenheit überwiegend das Männliche Prinzip gelebt haben und Männer sind es möglicherweise auch leid, das ständige Schneller-Höher-Weiter-Stärker-Mächtiger des Männlichen Prinzips mit seinem Leistungsdruck leben zu müssen; Disharmonie der beiden Prinzipien als Ursache für Krankheiten; Männer und Frauen sind gefordert, den nachwachsenden Generationen durch Vorleben die vorhandene Herzfrequenz zu stärken; Weinen genauso zulassen wie Lachen; jeder ist vollkommen, so wie er ist, auch wenn dem Verstand das in seiner Bewertung nicht gefällt, wobei Toleranz auch eine Art von Bewertung ist; Umdrehen, weil die Zeit reif ist; Schweinegrippe als Beispiel für eine Kraft, die Menschen eint in der Impfverweigerung, ohne dass sie sich dafür versammeln müssen; nachhaltige Energie, soziale Kompetenz, Schulung von Teamfähigkeit als Beispiele für bereits gelebte Formen des Weiblichen Prinzips; NICHT Frauen müssen so sein und Männer müssen so sein, sondern Menschen müssen beide Prinzipien ausgewogen leben; auch die Belegung von Worten überprüfen, wie z.B. „weiblich“ oder „weibisch“, wo letzeres schon potentiell in der Abwertung ist; jeder kann selbst etwas tun, das Weibliche Prinzip zu stärken, weil jeder für sich selbst der wichtigste Mensch ist; im Vertrauen leben, dass sich alles fügt und wir getragen werden; gewaltfreie Kommunikation mit Bitten statt fordern.

 

Die Rückkehr des Weiblichen Prinzips

Inaqiawa beschreibt in ihrem Roman „Die Rückkehr des Weiblichen Prinzips“ eine nahe Zukunft, in der es gelungen ist, das Gleichgewicht auf unserem Planeten wieder herzustellen. Die Rückbesinnung der Menschen zum Weiblichen Prinzip gibt nicht nur den Frauen die Möglichkeit, ihre Potentiale wieder neu zu beleben, sondern erlöst auch die Männer von einer übersteigerten, neurotischen Dominanz. Allen voran die Frauen aber auch die Männer wenden sich mehr und mehr ab von der Alleinherrschaft des Verstandes – hin zur Stimme ihres Herzens, vertrauen auf ihre Intuition, wodurch Naturverbundenheit und ein friedvolles Miteinander ermöglicht werden.
Die Alten dieser neuen Welt erinnern sich noch gut an die Zeit vor der „Erneuerung“, so dass uns dieses gesellschaftspolitische Buch auch einen Spiegel vorhält, in welchem wir unsere Zeit und Gesellschaft beschrieben finden. Sind wir tatsächlich so wahnsinnig und verantwortungslos? Unsere Welt wie sie heute ist, erscheint uns plötzlich völlig absurd, kurios und erschreckend zugleich.

 

Zur Leseprobe aus dem Buch...

 

Inaqiawa: Rückkehr zur liebevollen Solidarität

Initiates file downloadVideo Teil 1 Autorenlesung... 

Inaqiawa liest die ersten Seiten aus ihrem Buch: "Die Rückkehr des Weiblichen Prinzips - Die stille Sehnsucht der Menschheit".

 

Initiates file downloadVideo Teil 2 Interview...  

Der Buchinhalt als Antwort auf  die Fragestellung „Was macht unsere Welt so, wie sie ist?“;  vom gestörten Gleichgewicht des Männlichen und Weiblichen Prinzips in der Welt; die Erzählform des Romans ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit Leichtigkeit beim Lesen; die Verlegung der Handlung 50 Jahre in die Zukunft, um aufzeigen zu können, wie eine bessere Zukunft aussehen könnte und gleichzeitig einen Spiegel der Welt zu zeigen, wie sie jetzt ist; von Merlina als Hauptfigur des Romans, die in der neu ausgerichteten Zukunft lebt,  aber auch noch die Möglichkeit hat, über ihre Großmutter  im Rückblick in unsere jetzige Welt zurück zu schauen; die verschiedenen Aspekte des Männlichen und Weiblichen Prinzips in der Schöpfung als komplementäre Eigenschaften des Menschseins, daher kein Männer- oder Frauenthema, sondern ein sozialpolitisches ; Frauen, die eher betroffen sind, weil das Weibliche Prinzip so lange unterdrückt wurde; Männer, die auch spüren, dass ihnen etwas fehlt; von Devasetus stiller Sehnsucht, wie das Buch insgesamt auf ihn gewirkt hat und sein Weltbild über eine mögliche Zukunft verändert hat; vom Eintauchen in eine andere Welt beim Lesen, wobei die Wirkung auch noch nach dem Lesen anhält; über Inaqiawas Recherche vorab und die Gründe,  die sie an einer Stelle zum Abbruch der Recherche zwangen, um beim Schreiben den Blick auf eine positivere Zukunft richten zu können; über die ganze Absurdität des Finanzwesens,  bei dem sich erwachsene Menschen den ganzen Tag mit illusionären Zahlen auf Papier beschäftigen und dafür auch noch Anerkennung bekommen und sich wichtig fühlen; Korruption und Gier, die wegfallen würden, wenn Geld und Profitstreben durch einen Beitrag leisten für einander ersetzt würden und Menschen sich in Vertrauen und Wohlwollen gegenseitig beschenken könnten; über Jetzt-TV, das mit Freiwilligenarbeit und Spendenbereitschaft schon jetzt so ähnlich funktioniert; über ein Gesundheitswesen, das mehr beinhaltet als Abwesenheit von Krankheit und viel mehr Bewusstheit und Psycho-Hygiene für alle erfordert; Arbeit, die gesund erhält und Wegfall von Angstmache durch Versicherungen; die Bedeutung der Natur für den Menschen.  

 

Initiates file downloadVideo Teil 3 Interview...  

Auch wenn die Welt aus spiritueller Sicht perfekt ist, muss uns das nicht vom Handeln abhalten, da auch Entwicklung perfekt sein kann und nichts statisch sein muss; von der Stärkung des Weiblichen Prinzips als Inaqiawas Lebensaufgabe, vom Leben, das gerne spielt – vielleicht auch parallel und zeitgleich; vom Empfinden, dass der Wunsch nach einer Wiederentdeckung des Weiblichen Prinzips aus allen Poren dieses Planeten spürbar wird, das Weibliche Prinzip in alter Größe komplementär zum Männlichen Prinzip zu bringen; zur Heilung analog einer Pendelbewegung zunächst ein Übergewicht des Weibliches Prinzips leben, weil das Pendel so lange auf der Seite des Männlichen Prinzips festhing; danach mit Wertschätzung beider Prinzipien im Zusammenspiel die Idealvorstellung entwickeln; der Weg dorthin über Lernen und Bewusstmachung in Seminaren und für sich selber; die Zeit ist reif; Stille und das Aufräumen von Egostrukturen als zwei nicht austauschbare Aspekte; Psycho-Hygiene auch mit Hilfe von Lehrern und unter Anwendung des Intellekts; über das Erkennen des Schmerzkörpers in die Stille finden und mit Formen der Körperarbeit Energieblockaden lösen; von früheren Emanzipationsbestrebungen, die dem Weiblichen Prinzip eher abträglich waren und uns noch weiter ins Männliche Prinzip gedrängt haben; über die bisherige Abwertung von Qualitäten des Weiblichen Prinzips; von den Frauen im Buch, die nicht gegen etwas kämpfen, um es nicht auch noch zu verstärken, – sondern sich dem einfach nicht mehr zur Verfügung stellen und eher etwas lassen, als kämpfen; Aussteigen als Verweigerung, etwas nicht mehr zu leben; vorübergehendes Chaos, dem mit Akzeptanz und Kommunikation begegnet wird; ein Kosmos im Gleichgewicht, der Menschen nicht am Handeln hindern muss; liebevolle Solidarität, die ein wenig an die ursprünglichsten Ideen des Kommunismus erinnert; die Rückkehr des Weiblichen Prinzips als wahrer Paradigmenwechsel; dieses Buch als „Auftragsarbeit“; Inaqiawas Bestreben, das Ganze zu heilen und dafür zu wirken.

 

 

Buchrezensionen "Die Rückkehr des Weiblichen Prinzips"

Grasan Nitsche hat für das Sprirituellen Portal eine Buchrezension über Ianqiawas Buch  "Die Rückkehr des Weiblichen Prinzips" geschrieben.

Ob und wie ihr das Buch gefallen hat, könnt ihr hier lesen.

 

 

Inaqiawa

Inaqiawa, Jahrgang 1954, lebt in Otterstedt bei Bremen, arbeitet als Autorin und Schamanische Heilerin. Sie hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, der Rückkehr des Weiblichen Prinzips in unserer Gesellschaft Raum und Bewusstheit zu geben. Ihr schamanischer Name steht für Erneuerung, was sicherlich kein Zufall ist.
Inaqiawa: „Mein Dasein fühlt sich für mich wie das einer Katze an. Das fünfte Leben hat bereits begonnen. Rückwirkend kann ich behaupten, dass die einzige Konstante in meinem Leben der Wandel ist, den ich zu genießen beginne. Das war nicht immer so, doch mit zunehmendem Alter und zunehmender Reife lerne ich ihn zu schätzen und lade ihn ein, mich auch weiterhin zu fordern und zu fördern.
Seit mehr als 25 Jahren begleite ich sehr intensiv Menschen auf ihren Wegen. Bin ihnen mal Gesprächspartner und mal Heilerin – mal Zuhörerin und mal Wegweiserin. Bin mal Schüler und mal Leherin.“

 

Mehr Info über Inaqiawa:

www.inaqiawa.net

 

Leseprobe aus "Die Rückkehr des Weiblichen Prinzips"

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Merlina stellt den Apparat ab und schaut zu ihrer Großmutter. Eine weise und stolze Frau in den Neunzigern. Sie stammt aus der letzten noch lebenden Generation derer, die mit ihren mutigen Taten die Weichenstellung vor fünfzig Jahren gewagt haben. Die Gefühle zu ihr sind warm und sehr herzlich. Es ist eine Mischung aus Bewunderung, Achtung und Respekt und einer großen Portion Dankbarkeit. Es sind nicht nur die Taten zur Zeit der Neustrukturierung, die Merlina so stolz auf ihre Großmutter sein lassen, Grandma war auch mit ihrer Lebensweisheit immer da, wenn sie sie brauchte. Ohne viel zu fragen, konnte sie bei ihr Unterschlupf finden und diese hörte ihr stundenlang zu, wenn sie neue Ideen hatte und dafür ein Auditorium brauchte. Viele Dinge, die sie mit ihrer Mutter nicht besprechen wollte, waren bei Grandma gut aufgehoben. Immer hatte sie ein wohlwollendes Wort und wann immer sie aus der Mitte zu geraten schien, half ihr Grandma, zurückzufinden zur Ausgewogenheit und einem größeren Verständnis für die Entwicklung der Dinge. Die Liebe zu Ihrer Großmutter ist unerschütterlich.


Merlina kann sich die Umstände der damaligen Zeit nicht wirklich vorstellen. Mit ihren zwanzig Jahren gehört sie bereits zur dritten Generation, die das Weibliche Prinzip lebt und damit den Planeten von einer großen Katastrophe weg- und zur Erneuerung hingeführt hat. Die alten Zeiten sind nicht nur fünfzig Jahre entfernt, es liegen so große Entwicklungssprünge dazwischen, die mit einfachen Worten kaum zu beschreiben sind. Es war in der Tat eine Revolution in buchstäblich letzter Minute. In einem gefühlsmäßig kaum nachvollziehbaren Zusammenspiel zwischen Mensch und Naturgewalt ist aus dem mutigen Entschluss der Frauen und einer großen geologischen Katastrophe ein fruchtbares Chaos entstanden, welches die Menschheit vor die Entscheidung stellte, unterzugehen oder einen bis dahin noch nicht vorstellbaren Weg zu wählen, indem ein festgefahrenes System zum Zwecke der Balance abgelöst und auf den Kopf gestellt wurde. Dadurch wurde dem jahrtausendelangen Übergewicht des männlich linearen Denkens das Weibliche Prinzip entgegengestellt. Ein Kraftakt, der am Ende gelungen ist und den Fortbestand des Homo sapiens sicherte und diesen gleichzeitig auf eine höhere Ebene, in eine höhere Dimension, führte.

Merlina ist in diesem naturverbundenen, solidarischen und fördernden Gesellschaftsklima aufgewachsen und profitiert von den vielen Lernschritten der vorangegangenen Generationen. Für sie ist es selbstverständlich, eine Situation nicht aus ihrem persönlichen Muster des EGOs heraus zu betrachten, sondern adäquate Lösungen für gegebene Situationen zu finden. In ihrer Generation sind die Psychologischen Therapeuten nur noch für die Prophylaxe, für ein Lebenscoaching als Anleitung präsent. Von Kindesbeinen an lernte sie mit ihren Bedürfnissen umzugehen, ihre Gefühle auszudrücken und ebenso mit den Gefühlen anderer achtsam zu sein. Diese jungen Menschen dürfen sich ihren Sehnsüchten bedingungslos stellen, ohne Kritik dafür zu ernten. Herzensenergie ist allgegenwärtig und bestimmt das Miteinander. Psychohygiene hat bei ihnen den gleichen Stellenwert wie Zähneputzen. Die niedrige Geburtenrate, die durch das bewusste und gewollte Gebären von Kindern hervorgerufen ist, gibt ihnen gleichzeitig das nötige Selbstwertgefühl und eine stabile Charakterbildung. Das Bewusstsein eines Lebens ganz im gegenwärtigen Augenblick hilft den jungen wie den älteren Menschen, präsent zu sein und wirklich zu leben und zu lieben. Anders als so viele Generationen in Jahrhunderten zuvor, haben sie sich einen Zustand der Sorglosigkeit und des Friedens erschaffen.


Der Druck früherer Zeiten ist geschwunden. Keine Jagd mehr nach Geld, keine Sorgen um Arbeitsplätze, kein Massensterben durch Kriege, Krankheiten und Gewalt. Keine Hungersnöte und keine Unterdrückung zerren mehr an ihren Kräften. Diese Generation kann ihre gesamte Energie für die Weiterentwicklung einsetzen und sich um die wesentlichen Dinge eines Menschenlebens kümmern: um inneres Wachstum und geistige Entwicklung.

„Großmutter Quiery, du weißt, dass ich für die Fünfzigjahrfeier einen Beitrag vorbereiten möchte?“

„Ja, Merlina, und ich freue mich sehr darüber. Es ist schön, zu erleben, wie groß dein Interesse an den Ursprüngen der Erneuerungsgeschichte ist.“

Merlina weiß, dass Großmutter Quiery ihr gerne behilflich ist, die Vergangenheit besser zu verstehen. Viele Abende hat sie bereits zugehört, wenn diese davon erzählte.

Die Großmutter macht es sich in ihrem hohen Sessel bequem. Sie braucht eine Weile, um sich in die alten Zeiten zurückzuversetzen. Auch sie hat die Entwicklung vollzogen und ist es kaum mehr gewohnt, so intensiv in die Vergangenheit einzutauchen. Für sie ist ein Leben in der Gegenwart, immer im Augenblick zu sein, selbstverständlich geworden. Es erscheint ihr wie eine andere Welt ... es ist eine andere Welt.

Sie war damals in den Vierzigern und vom Elend auf dem Planeten zermürbt. Ihr Gefühl sagte ihr, dass sie entweder daran verzweifeln würde oder sich mit aller Kraft für eine Veränderung einsetzen müsse. Je mehr sie sich mit dem Zustand der Erde beschäftigte, desto deutlicher wurde ihr, dass es nicht um eine marginale Veränderung gehen würde. Wenn dem Leid insgesamt ein Ende gesetzt werden sollte, dann würde es nur über etwas sehr Radikales verwirklicht werden können. Zu viele kluge und gutmeinende Köpfe beiderlei Geschlechts hatten seit Jahrzehnten um Verbesserungen gerungen und es lediglich zu marginalen Veränderungen gebracht. Das System war inhärent und ließ einfach keine wirkliche Erneuerung zu. Sie wunderte sich lange darüber, dass niemand das System als solches auf den Prüfstand stellte. Sie spürte und ahnte mit jeder Zelle ihres Daseins, dass etwas Grundlegendes geschehen müsste, damit dem Leid so vieler Menschen und dem Traktat an der Natur ein Ende gesetzt werden könne.

Die Generation ihrer Enkelkinder ist herangewachsen und wird, ihres Empfindens nach, die Gesellschaft in eine weitere, noch höhere Dimension des Daseins führen und das Werk ihrer eigenen Generation weiter vervollkommnen. Vielleicht ist es deshalb von großer Wichtigkeit, noch einmal die Zusammenhänge zu benennen und die letzten Puzzlesteinchen aneinander zu fügen.

Merlina setzt sich zu Grandmas Füßen, die Arme um die Beine geschlungen, mit dem Rücken an die alte Kommode gelehnt, wartet sie auf die Schilderung.

„Ich erzähl Dir zuerst einmal etwas über das grundsätzliche Missverständnis und die Denkweise von damals, damit Du überhaupt nachvollziehen kannst, was den Zeitgeist ausmachte und was ich damit meine, dass das Männliche Prinzip das gesamte Denken und Handeln bestimmte. Heute wissen wir, dass die beiden Prinzipien des Weiblichen und des Männlichen komplementäre Systeme sind, die in ihrem Zusammenspiel Vollkommenheit entstehen lassen. Damals herrschte ein anderes Verständnis darüber. Die unterschiedlichen Eigenschaften wurden nicht als Ergänzung gesehen, sondern im Lichte des Konkurrenzgedankens gegeneinander ausgespielt. Der damalige Hang der Menschen, alles zu bewerten, brachte ein ‚besser‘ und ein ‚schlechter‘, ein ‚richtig‘ und ein ‚falsch‘ hervor. Es gab Unterscheidungen in wichtige und unwichtige Eigenschaften. Die sogenannt Wichtigen wurden in den Vordergrund gestellt und die sogenannt Unwichtigen wurden in ihrer Bedeutung abgewertet und unterdrückt. Da die Welt vom Männlichen Prinzip dominiert wurde, verwundert es wenig, dass es die Eigenschaften des Weiblichen Prinzips waren, die eine Abwertung erfuhren. Im Grunde war es so, dass es nur ein männlich geprägtes Denken gab und alles andere wurde daran gemessen, so als wäre das Männliche Prinzip das Richtige und das Weibliche Prinzip eine Abart davon.

Ich habe viele Vorträge gehalten, in denen ich immer wieder darauf hingewiesen habe, dass die Vollkommenheit nur durch ein perfektes Zusammenspiel aller Eigenschaften beider Prinzipien erlangt werden kann. Und dabei ging es mir in erster Linie darum, deutlich zu machen, dass es dabei um Prinzipien geht und nicht darum, dass eine Frau nur so und ein Mann nur anders sein darf.

Das Weibliche Prinzip ist nährend, bewahrend und empfangend. Es zeichnet sich durch seine Naturverbundenheit mit einem starken Verständnis für zyklische Prozesse aus. Es benötigt keine Machtstrukturen und künstliche Hierarchien, um gelebt zu werden. Solidarität und eine tiefe Verbindung mit ALLEM WAS IST waren den Menschen damals verloren gegangen. Auch das Weibliche Prinzip kennt Zerstörung, jedoch immer nur im Kontext des Rhythmus von Geburt und Tod, von Kommen und Vergehen. Es war nicht so, dass das Weibliche Prinzip ganz und gar vergessen war, doch durch die jahrhundertelange Abwertung dieser Eigenschaften fingen auch die Frauen an, das Männliche Prinzip in sich selbst zu stärken und in den Vordergrund zu stellen. So entstand eine Gesellschaft mit einem Unglück bringenden Ungleichgewicht. Die positiven Eigenschaften des Männlichen Prinzips, als Ergänzung zum Weiblichen, waren nicht länger positiv, sondern entarteten in ihrer Alleinherrschaft auf hochgradig neurotische Weise. Die Fähigkeit, zu beschützen, wurde in sinnlose Aggression verwandelt, die Gewalt in einem unerträglichen Ausmaß hervorbrachte. Die Zielstrebigkeit und Konzentration entartete in ein „immer schneller, immer mehr und immer größer“, ohne jegliche Rücksicht auf Verluste. Ansporn und wetteifern verloren ihren ermutigenden Charakter und wurden zu einer verbissenen Konkurrenz, die mehr Verlierer hervorbrachte, als eine Gesellschaft vertragen konnte. Der Wunsch nach Sicherheit und Auskommen wurde zu einer Gier nach Profit. Materieller Besitz wurde zu einem Götzenbild.

Das ausschließlich lineare Denken des Männlichen Prinzips hatte verheerende Auswirkungen. Nicht nur der christliche Glaube hatte sich angemaßt, die Männer über die Frauen zu stellen. Seit Jahrtausenden herrschte die Meinung, dass Frauen sich dem Manne unterordnen sollten und mussten. Ich weiß, dass dies für deine Ohren absurd klingen muss, aber so war es. Dieses Ungleichgewicht war geprägt vom absoluten Denken nach vorne, in dem Macht, Unterdrückung, Ausbeutung, Feindschaft, Kampf und vor allem eine große Gier eine übergeordnete Rolle spielten. Jahrzehnte vor meiner Geburt war der Planet bereits in ein Chaos verfallen. Die Bodenschätze wurden hemmungslos geplündert, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie die nachfolgenden Generationen mit den hinterlassenen Schäden umgehen würden. Menschen wurden von ihrem Land vertrieben, nur um an die Bodenschätze zu gelangen. Im Vordergrund stand nicht die Sinnhaftigkeit des Tuns, sondern ausschließlich die Möglichkeit, mit diesen Bodenschätzen ein Vermögen zu machen - es war reine Gier.

Sogar das Land, auf dem wir lebten, war in jemandes Besitz. Ja, meine liebe Merlina, das gab es wirklich und das war auch ein wesentlicher Grund, warum im Zeitverlauf eine Erneuerung stattfinden musste, aber das erzähle ich dir später. Auf jeden Fall gehörte also das fruchtbarste oder für Gebäude lukrativste Land Menschen, die darüber entscheiden konnten, wie es verwendet werden sollte. Bodenschätze waren eine Art Privatbesitz und dienten nicht dem Wohl der Allgemeinheit, sondern dem Wohl von Unternehmen und damit letztlich dem Wohl einiger sehr weniger Menschen. Damals setztest Du also deine Füße auf Eigentum anderer Menschen. Damals war das normal und es gab Grundstücksspekulationen, die dem Männlichen Prinzip als Spielplatz dienten. Wenn etwas begehrt war, so stiegen die Preise dafür ins Unermessliche. Die Menschen hatten den Planeten zu ihrem Privatbesitz erklärt und unter sich aufgeteilt. Eine bereits damals recht hohe technische Entwicklung hielt die Gattung des Menschen nicht davon ab, auf der sozialen Ebene immer stärker zu regridieren. Im Gegenteil, je weiter der technische Fortschritt voranging, desto mehr entfremdeten sich die Menschen von der Natur und ihrer Ganzheit. Ihnen ging das Gefühl verloren, ein Teil von allem zu sein. Je mehr sie sich separierten, desto einsamer wurden sie, was den leidvollen Kreislauf antrieb.

Die in Jahrmillionen entstandenen Bodenschätze waren in weniger als ein paar hundert Jahren fast völlig aufgebraucht und es gab Kriege um die Länder, in denen sie noch vorhanden waren. Diese Kriege lieferten für das lineare Denken ein weiteres Spielfeld: den nicht enden wollenden Drang, immer mehr und immer spezialisiertere Waffen zu entwickeln, zu erschaffen und auch zu benutzen. Das war ein unglaublich geldbringendes Geschäft. Und damit die Notwendigkeit glaubhaft gemacht werden konnte, wurden Gefühle wie Angst und Neid geschürt. Es wurden Feinde erschaffen, die es gar nicht gab. Nationen zerstörten ihre eigenen Bauwerke und töteten dabei Tausende von Menschen, nur um es einem vermeintlichen Feind anzulasten und die Legitimation für noch absurdere Gesetze zu produzieren und die Macht damit an sich zu reißen oder zu erhalten.

Kriege in den armen Ländern, die reich an Bodenschätzen waren, wurden von den Industrienationen angezettelt, denn alle Mächtigen hatten etwas davon: die Waffenlobby, die Banken, die Regierungen. Es waren absurde Zeiten. Der damals sogenannte technische Fortschritt wurde über alle Maßen gepriesen. Ein hoch neurotisches System schaute nur nach vorne und hinterließ auf seinem Weg Schäden in unvorstellbarem Ausmaß. So, wie es im Männlichen Prinzip vorgesehen ist, gab es nur Sieger oder Verlierer. Ein Miteinander war schwer vorstellbar und hätte das Wettrennen um die erste Position gefährdet. Es war sehr wichtig, dass man(n) zu den Ersten, zu den Siegern, gehörte. Und natürlich gab es sie auch, die Sieger. Es gab sogar Listen in Zeitungen darüber, wer in einem Jahr zu den 100 größten Siegern gehörte. Sogar eine Rangordnung wurde dazu veröffentlicht. Und verbunden war alles immer nur mit materiellem Reichtum, mit Vermögenswerten. Je mehr einer hatte, desto mehr „Sieger“ war er. Das lineare Prinzip tat sich schwer mit dem Gedanken, dass an erster Stelle das Gemeinwohl stehen müsste. Ich hätte mir damals schon eine Liste gewünscht, in der die 100 sozialverträglichsten Menschen aufgelistet worden wären oder die Menschen, die in ihrer spirituellen Entwicklung für das Wohl des ganzen Planeten arbeiteten. Von denen gab es auch viele, doch sie wurden eher als Exoten und Spinner abgetan.

Das materielle System hinterließ viele Verlierer - sehr viele sogar. In erster Linie waren es auf der ganzen Welt die Frauen, Kinder und Alten. Völkergruppen, die an dem Wettrennen aus vielerlei Gründen nicht teilnehmen konnten, gehörten zu den größten Verlierern dieses Systems. Viele dieser Volksgruppen hatten in sehr alten Zeiten hoch entwickelte Kulturen. Ihr Wissen wurde vernichtet, ihre Kultur unterdrückt und ihre Lebensgrundlage zerstört.

Das lineare Denken hat es über viele Jahrhunderte geschafft, ganze Volksstämme auszurotten. Aber das begann viel, viel früher. In der Zeit des Umbruchs, der Erneuerung, wie wir es im Weiblichen Prinzip nennen, geriet dieser Planet zunehmend in eine sehr ernstzunehmende Krise....

                    Letzte Aktualisierung: 29. April 2010